Kombinationsleistungen – was ist das?

Die Kombinationsleistungen der Pflegeversicherung sind nicht allen bekannt, die eigentlich Anspruch darauf haben. Dabei können einige Menschen mit Pflegegrad über die Regelungen zu Kombinationsleistungen zusätzlich Geld bekommen.

Kombinationsleistungen von der Pflegeversicherung bedeuten, dass man sowohl Pflegegeld als auch Pflegesachleistungen bekommt – die beiden Leistungen also kombiniert. Das funktioniert, wenn Angehörige einige Pflegeaufgaben selbst übernehmen und andere von einem Pflegedienst durchgeführt werden.

Was sind ambulante Pflegesachleistungen und Pflegegeld?

Pflegesachleistungen sind alle Leistungen durch einen ambulanten Pflegedienst durchgeführt werden – man kann sich merken „Leistungen in Sachen Pflege“.

Pflegegeld ist ein monatlicher Betrag, den ein Pflegebedürftiger Mensch bekommen kann, wenn seine Angehörigen ihn oder sie pflegen. Das Geld soll sie für ihren zusätzlichen Aufwand entschädigen können.

Jeder pflegebedürftige Mensch bekommt einen Pflegegrad – je mehr Hilfe er oder sie benötigt, desto höher der Pflegegrad. Und je höher der Pflegegerad, desto höher die Ansprüche.

Bei Pflegegrad 1 gibt es nur Anspruch auf den Entlastungsbetrag und Beratung. Danach gilt:

  • Pflegegrad 2: 689 Euro oder 316 Euro Pflegegeld
  • Pflegegrad 3: 1298 Euro oder 545 Euro Pflegegeld
  • Pflegegrad 4: 1612 Euro oder 728 Euro Pflegegeld
  • Pflegegrad 5: 1995 Euro oder 901 Euro Pflegegeld

 

Kombinationspflege durch Kombinationsleistungen

Kombinationsleistungen bedeuten: Man muss sich nicht eindeutig zwischen Pflegesachleistungen und Pflegegeld entscheiden, sondern kann beides kombinieren.

Wer nur 75 % der Pflegesachleistungen in Anspruch nimmt, kann noch 25 % vom Pflegegeld bekommen.

Beispiel: Frau A. hat Pflegegrad 2. Ihre Familie teilt sich die Aufgaben mit dem Pflegedienst, deswegen arbeitet der Pflegedienst für 482,30 €. Frau A. nimmt also 70 % des ihr zustehenden Betrags für Pflegesachleistungen in Anspruch.
Wenn sie einen Antrag auf Kombinationspflege stellt, erhält sie 30 % vom Pflegegeld: monatlich 94,80 €.

Wie Sie Kombinationspflege beantragen

Jetzt wo Sie wissen, was Kombinationsleistungen der Pflegeversicherungen sind, bleibt nur noch, die Kombinationspflege zu beantragen. Wenn Sie nicht genau wissen, ob Sie die Pflegesachleistungen voll ausschöpfen, fragen Sie bei Ihrem ambulanten Pflegedienst nach!

Wenn Sie gerade keine Auskunft erhalten können, oder die Leistungen monatlich stark schwanken, können Sie die Kombinationspflege trotzdem beantragen. Wenn die Pflegesachleistungen voll ausgeschöpft werden, erhalten sie dann einfach kein Pflegegeld.

Dazu müssen Sie beiden Krankenkassen einen einfachen Antrag stellen. Dafür genügt ein relativ formloses Schreiben, in dem Sie erwähnen:

  • Name, Adresse, Pflegeversicherungsnummer und Geburtsdatum des Versicherten
  • Bitte stellen Sie mit sofortiger Wirkung die Pflegeregelung auf Kombinationsleistungen um.
  • Monatlich werden zurzeit ___ Euro für Pflegesachleistungen eingesetzt.“ ODER „Ich kann nicht abschätzen, wie genau das Verhältnis zwischen Pflegesachleistungen und Pflegegeld aussieht.

Sie können Kombinationspflege bei vielen Versicherungen auch telefonisch beantragen. Halten Sie dann die oben genannten Informationen einfach bereit.

Hilfe bei Kombinationspflege

Manchmal überlegen Patienten auch andersrum. Sie erhalten bisher nur Pflegegeld und möchten jetzt zusätzlich die Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch nehmen. Das Pflegegeld setzen Sie bis jetzt ein, damit ein Angehöriger an drei Tagen in der Woche die Fahrtkosten bezahlen kann, es bleibt aber etwas übrig. Jetzt suchen sie Unterstützung, die sie von diesem übrigen Betrag bezahlen können.

Ein Pflegedienst kann Ihnen dabei helfen, diese Rechnung ohne Risiko durchzuführen. Sind Sie gerade auf der Suche nach einem Pflegedienst, der Ihnen hilft? Sprechen Sie uns gerne an. Wir gehen mit Ihnen und Ihren Angehörigen alle Möglichkeiten durch und beraten Sie dazu, welche Leistungen Sie von uns in Anspruch nehmen wollen.

Der Entlastungsbetrag: Wieviel, wozu und wie?

In Kürze: Den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich können Pflegebedürftige (Pflegestufe 1-5) für Pflegeleistungen nutzen. Er kann mit Beträgen für Pflegesachleistungen kombiniert werden und kann bis zum Juni des Folgejahres angespart werden.

Wer bekommt den Entlastungsbetrag?

Jede Person mit Pflegestufe 1 bis 5 bekommt den Entlastungsbetrag.

Dafür müssen Sie zunächst Pflege beantragen, um eine Pflegestufe zu erhalten. Wir erklären Ihnen hier, wie Sie den Antrag auf Pflege stellen.

Wie hoch ist der Entlastungsbetrag?

Der Entlastungsbetrag beträgt 125 €.

In einigen Ausnahmefällen können Ansprüche fortgesetzt werden, die vor der Umstellung auf Pflegestufen bestanden. Dann bekommen Betroffene 208 Euro, wenn Sie durch den Wechsel in die Pflegestufen nicht mindestens 83 Euro mehr erhalten als zuvor.

Wie funktioniert der Entlastungsbetrag?

Der Entlastungsbetrag steht Pflegebedürftigen ohne besonderen Antrag zu. Sie können also jeden Monat Leistungen über 125 € in Anspruch nehmen und dadurch bezahlen.

Meistens funktioniert das so, dass Patienten eine Leistung erst selbst bezahlen und dann die Rechnung an Ihre Pflege-/Krankenkasse schicken. Die erstattet den Betrag dann.

Viele Pflegedienste (oder andere Anbieter) können auch direkt mit den Pflegekassen abrechnen. Dann müssen Sie als Patient eine Abtretungserklärung unterschreiben. Die erlaubt dem Anbieter, die Rechnung direkt an die Pflegekasse zu schicken.

Bei uns funktioniert das auch – fragen Sie einfach nach!

Kann man sich den Entlastungsbetrag auszahlen lassen?

Nein, der Entlastungsbetrag ist nur für Leistungen vorgesehen. Die werden damit bezahlt.

Wenn man aber selbst eine Leistung bezahlt und die Rechnung einreicht, bekommt man das Geld von der Pflegekasse erstattet und direkt überwiesen. Deswegen sagen manche Menschen, dass sie den Entlastungsbetrag auf ihr Konto erhalten.

Wozu gibt es den Entlastungsbetrag?

Was kann man mit dem Entlastungsbetrag also bezahlen? Sie können nicht einfach alle Rechnungen einreichen, sondern nur die für bestimmte Leistungen.

Dazu zählen:

  • Tages- und Nachtpflege
    • Dabei insbesondere auch die sogenannten „Hotelkosten“, also die Kosten für Unterkunft, Mahlzeiten und Investitionskosten
  • Kurzzeitpflege
  • Angebote zur Unterstützung im Alltag. Dazu zählen insbesondere:
    • Haushaltsnahe Dienstleistungen
    • Gruppenangebote zum gemeinsamen Singen oder Basteln
    • Bewegungsangebote
    • Gemeinsame Spaziergänge
    • Begleitung zum Arzt, zu Behörden oder zu anderen Terminen

Für Patienten mit Pflegestufe 1 (nicht für alle anderen!) kann der Entlastungsbetrag auch für körperbezogene Pflegeleistungen wie Waschen und Anziehen eingesetzt werden. Denn sie bekommen ja keine andere finanzielle Unterstützung für diese Leistungen.

Wie kann man den Entlastungsbetrag ansparen?

Der Entlastungsbetrag wird automatisch „angespart“: Wenn Sie in einem Monat keine 125 Euro verbrauchen, sondern nur 100, stehen die restlichen 25 Euro weiter zur Verfügung.

Das gilt bis zum Juni des Folgejahres.

Sie können also jeden Monat 125 € verbrauchen, abwechselnd 50 und 200 oder Sie sparen alle 18 Beträge an, um im Juni eines Jahres 2250 Euro zur Verfügung zu haben, wenn beispielsweise dann Angehörige im Urlaub sind.

Allgemein sollten Sie darauf achten, dass von Januar bis Juni zunächst alte Restbeträge verbraucht werden. Für gewöhnlich sollte ihre Pflegekasse das selbst erledigen. Sie können aber zur Sicherheit auch nachfragen. Sie können auch erfragen, welche Beträge Sie schon verbraucht haben und welche Ihnen noch zur Verfügung stehen.

Kann ich den Entlastungsbetrag für … nutzen?

Wenn Sie noch Fragen zum Entlastungsbetrag haben, beraten wir Sie gern – auch bevor Sie Pflegeleistungen von uns in Anspruch nehmen. Dann können Sie vor Ihrer Entscheidung sehen, was bestimmte Leistungen Sie kosten werden und wie Sie diese Leistungen finanzieren können.

Kontaktieren Sie uns bei Facebook, telefonisch oder über unser Kontaktformular!

 

Checkliste: Einen guten Pflegedienst erkennen

Es gibt zwar viele Pflegedienste, aus denen jeder Patient frei wählen kann, aber in vielen Gegenden dennoch mehr Nachfrage als Fachkräfte. Viele Angehörige von pflegebedürftigen Menschen sind deswegen ohne Checkliste schnell bereit, einfach irgendeinen Pflegedienst zu beauftragen. Das sollte man sich aber zweimal überlegen – denn natürlich gibt es schwarze Schafe unter den Pflegediensten.

Wenn Sie auf der Suche nach einem Pflegedienst sind, soll Ihnen unsere Checkliste für Pflegedienste helfen, für sich zu entscheiden, ob ein Pflegedienst für Sie der richtige ist. Vorab allerdings der wichtigste Hinweis: Sie müssen sich mit dem Pflegedienst wohlfühlen. Ihr Bauchgefühl ist also der absolut entscheidende Faktor. Wenn Sie im Gespräch mit einem Pflegedienstkein gutes Gefühl haben, sehen Sie sich lieber weiter um!

Teil 1: Formales

An erster Stelle steht für Sie, den Pflegedienst „formal“ zu testen. Die Noten, die seit einiger Zeit vom medizinischen Dienst der Krankenkassen vergeben werden, helfen dabei leider nicht – mittlerweile hat sich herausgestellt, dass im bisherigen Messverfahren Pflegedienste ganz unterschiedlicher Qualität ähnliche Durchschnittsnoten erhalten.

Deswegen müssen Sie selbst prüfen (oder sich mit Freunden und Nachbarn austauschen) – nehmen Sie unsere Checkliste zur Hand, um einen Pflegedienst zu beurteilen!

Vorab: Welche Leistungen benötigen Sie?

Wissen Sie bereits genau, für welche Leistungen Sie den Pflegedienst beauftragen möchten? Dann achten Sie darauf, dass Sie einen Spezialisten auswählen: Einen ambulanten Pflegedienst für die Alten- und Krankenpflege, einen Intensivpflegedienst für Beatmungspatienten oder einen Kinderintensivpflegedienst für intensivpflegebedürftige Kinder und Jugendliche.

Wenn Sie noch nicht wissen, welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen wollen, suchen Sie einen Pflegedienst, der Sie umfangreich berät – zu möglichen Leistungen, Kosten und Kostenübernahme.

  • Check: Ist es für den Pflegedienst in Ordnung, wenn Sie erst einmal ein unverbindliches Informationsgespräch möchten?
    • Bonus: Gibt es diese Unterstützung auch schon, bevor Sie Pflegeleistungen bei Ihrer Krankenkasse/Pflegekasse beantragt haben?
  • Check: Ist es in Ordnung, wenn bei den Gesprächen Angehörige oder Freunde dabei sind, damit Sie nicht allein entscheiden müssen?
  • Check: Bietet der Pflegedienst Unterstützung bei der Kommunikation mit Ihrer Krankenkasse?
  • Check: Erklärt der Pflegedienst Ihnen auf Wunsch, welche Leistungen wie abgerechnet werden? (Als Grundpflege, hauswirtschaftliche Versorgung, Sachleistungen, …)
  • Check: Erfahren Sie vom Pflegedienst auch etwas über weitere Möglichkeiten der Pflege wie Kurzzeit- oder Verhinderungspflege?
  • Check: Gibt es einen schriftlichen Vertrag? (gesetzlich vorgeschrieben!)

Wenn einer dieser Punkte nicht erfüllt wird, sollten Sie skeptisch sein. Vielleicht ist der Pflegedienst nur in Eile. Wenn Sie aber das Gefühl haben, dass man über Formalien „hinweggehen“ möchte, seien Sie auf der Hut: Unseriöse Anbieter nutzen Patienten manchmal aus und stellen später Leistungen in Rechnung, die nie besprochen wurden.

Tipp: Im Zweifel schreiben Sie alles mit, was passiert. Und unterschreiben Sie den Vertrag erst, wenn sie ihn gelesen haben. Sie können die unterschriebenen Papiere ja auch noch mit der Post an den Pflegedienst schicken, wenn der Termin sonst zu lange dauert!

 

Teil 2: Erreichbarkeit und persönlicher Kontakt

Wie erwähnt ist das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Pflegedienstes Ihr Bauchgefühl. Aber auch wenn ein Pflegedienst sehr nett und sympathisch ist, muss die Organisation stimmen. Sonst haben Pflegekräfte oft nicht genug Zeit für ihre Patienten und jeder Besuch fühlt sich nach Stress an.

Deswegen stehen auch Fragen zu diesem Bereich in unserer Checkliste – stellen Sie ruhig einige Fragen zur Erreichbarkeit und zu ihren Kontakten im Pflegedienst.

Hier müssen Sie beurteilen, wie gut der Pflegedienst die Kriterien erfüllt und welche der Punkte für Sie wichtig ist. Einigen Patienten ist ganz egal, ob die Pflegekraft ein Mann oder eine Frau ist – Hauptsache pünktlich! Andere haben einen lockeren Tagesplan und warten gern länger auf einen Termin, wenn immer die gleichen zwei oder drei Leute die Pflege übernehmen.

  • Check: Bekommen Sie einen eigenen Ansprechpartner?
  • Check: Spricht der Pflegedienst Ihre Sprache? Verstehen Sie einander?
  • Check: Ist der Pflegedienst auf mehr als eine Weise sicher erreichbar? (Telefon, WhatsApp, E-Mail, …)
  • Check: Wird die Pflege von einem festen Team durchgeführt?
  • Check: Werden die Fachleistungen in der Pflege durch Fachkräfte durchgeführt?
  • Check: Meldet der Pflegedienst sich, wenn es zu Verspätungen kommt?
  • Check: Können Sie um Nichtraucher oder Pflegekräfte Ihres Geschlechts bitten?

Tipp: Hier geht es ganz um Ihre Vorlieben und Sie können im Gespräch entscheiden, ob ein Pflegedienst in diesen Bereichen zu Ihnen passt oder nicht. Lassen Sie sich nicht ausreden, wenn Ihnen ein Kriterium wichtig ist. Suchen Sie lieber nach einem anderen Pflegedienst in der Umgebung.

Teil 3: Wohlfühlen und Familie

Pflege umfasst viel mehr als „nur“ medizinische Leistungen. Wichtig ist auch, dass Sie und Ihre Familie sich wohlfühlen. Außerdem bieten Pflegedienste immer nur einen Teil Ihrer Versorgung – deswegen ist es wichtig, dass Sie mit Angehörigen, Ärzten, Therapeuten oder Apotheken kooperieren.

  • Check: Bietet der Pflegedienst an, Angehörige in Pflegetätigkeiten einzuweisen, um die Pflege zuhause zu erleichtern?
  • Check: Können bei der Terminvereinbarung Ihre Schlafens- oder Essenszeiten berücksichtigt werden?
  • Check: Kooperiert der Pflegedienst mit Ärzten, Therapeuten, Apotheken, … um Ihre Versorgung und Behandlung sicherzustellen?
  • Check: Können Sie Fragen stellen, wenn Sie besorgt sind oder eine (medizinische) Pflegeleistung nicht verstehen?
  • Check: (wenn für Sie relevant) Wissen die Pflegenden, wie Sie mit Patienten mit Demenz oder einer anderen spezifischen Besonderheit umgehen sollten?

Tipp: Wenn Ihnen einer der Punkte besonders wichtig ist, lassen Sie sich vom Pflegedienst ein wenig dazu erzählen, statt nur aufs „Ja“ zu hören. Wie genau löst der Pflegedienst ein bestimmtes Problem? Welche Erfahrungen gibt es in diesen Bereichen?

Unser Angebot

Auch wir schreiben hier für verschiedene Pflegedienste – spezialisiert auf Alten- und Kranken, Kinderintensiv- oder Intensiv- und Beatmungspflege.

Und natürlich stehen wir für Ihre Fragen bereit – mit oder ohne Checkliste.

Rufen Sie uns unter 0231 555 78 40 an oder schreiben Sie uns (per E-Mail an info@born-gesundheitsnetzwerk.de, über unser Kontakt-Formular oder per Fax an 0231 555 78 429), um einen Termin für ein ausführliches Gespräch zu vereinbaren, in dem Sie alle erwähnten Punkte prüfen und natürlich auch alle anderen Fragen stellen können, die Ihnen wichtig sind!

Welche Pflegeleistungen stehen mir zu?

Wer pflegebedürftig ist, hat bei seiner Krankenkasse Anspruch auf bestimmte Leistungen – also Geldbeträge, deren Höhe vom Pflegegrad abhängt. Dieses Geld muss für die Pflege eingesetzt werden. Dabei gibt es mehrere „Töpfe“ aus denen jeder Patient die für ihn wichtigen Leistungen bezahlen kann.

Pflegeleistungen abhängig vom Pflegegrad

Je nach Pflegegrad gibt es unterschiedlich viel Geld von der Krankenkasse. Es gibt fünf verschiedene Pflegegrade – hier haben wir erklärt, wie die Pflegegrade funktionieren.  Allgemein gilt: Je höher der Pflegegrad, desto mehr Geld steht für die Pflege zur Verfügung.

Die Pflegeleistungen gliedern sich in Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Leistungen für vollstationäre Pflege und weitere Sonderbeträge.

Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Pflegegeld ist ein Geldbetrag, den die Krankenkasse dem Pflegebedürftigen direkt überweist. Er oder sie kann damit pflegende Angehörige oder Bekannte entschädigen, die ehrenamtlich pflegen, und die Kosten für den Aufwand decken.

Pflegesachleistungen sind Leistungen durch einen Pflegedienst. Es sind also keine „Sachen“ gemeint, sondern die Kosten für häusliche Betreuung, Hilfen im Haushalt und die Pflege selbst.

Diese beiden Leistungen können kombiniert werden. Mehr zum Thema Pflegesachleistungen und Pflegegeld haben wir hier für Sie zusammengefasst.

In aller Kürze die Beträge für Pflegegrad 2 bis 5:

  • Pflegegrad 2: 689 Euro oder 316 Euro Pflegegeld
  • Pflegegrad 3: 1298 Euro oder 545 Euro Pflegegeld
  • Pflegegrad 4: 1612 Euro oder 728 Euro Pflegegeld
  • Pflegegrad 5: 1995 Euro oder 901 Euro Pflegegeld

Vollstationäre Pflege

Bei der Pflege im Pflegeheim oder einer anderen dauerhaften Unterbringung übernimmt die Krankenkasse etwas höhere Kosten als das reine Pflegegeld betragen würde.

Achtung: Im Allgemeinen deckt dieser Betrag nie die Kosten der Unterbringung im Heim.

  • Pflegerad 1: 125 Euro
  • Pflegegrad 2: 770 Euro
  • Pflegegrad 3: 1262 Euro
  • Pflegegrad 4: 1775 Euro
  • Pflegegrad 5: 2005 Euro

Entlastungsbetrag

Der sogenannte Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich kann für unterschiedliche Leistungen eingesetzt werden – beispielsweise das Decken von Kosten für weitere Pflegeleistungen, für zusätzliche Kurzzeitpflege oder für „Hotelkosten“ einer Tages- oder Nachtpflege.

Zusätzliche Pflegeleistungen

Zusätzlich zu diesen Leistungen der Krankenkasse gibt es einige weitere Leistungen für Pflegebedürftige, die mit etwas mehr Variabilität genutzt werden können.

Tages- und Nachtpflege

Es gibt zusätzliche Zuschüsse für die Tages- oder Nachtpflege. Das sind Einrichtungen, in denen pflegebedürftige Menschen tagsüber oder nachts betreut werden. Diese Patienten und Patientinnen werden hauptsächlich zuhause gepflegt – meist durch Angehörige. Sie kommen aber allein körperlich oder seelisch nicht zurecht. Die Tages- oder Nachtpflege übernimmt die Pflege, während die Hauptpflegeperson nicht anwesend ist.

  • Pflegegrad 1: Die Kosten müssen durch den Entlastungsbetrag gedeckt werden.
  • Pflegegrad 2-5: Die Krankenkasse übernimmt die Kosten in Höhe von 50 % des Betrags für die Pflegesachleistungen für die Tages- oder Nachtpflege zusätzlich zu den übrigen Leistungen.

Dabei müssen Kosten, die nicht für Pflege selbst entstehen, also Essen, Unterkunft und „Bau“ des Gebäudes, vom Patienten getragen werden. Viele Patienten bestreiten die Kosten durch den Entlastungsbetrag.

Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Für Kurzzeit- und Verhinderungspflege stehen außerdem Beträge zur Verfügung. Wir haben beides im Blog schon ausführlicher erklärt, hier gibt es mehr Infos zur Kurzzeitpflege und ausführliche Erklärungen der Verhinderungspflege.

  • Pflegegrad 1: Die Kosten müssen durch den Entlastungsbetrag gedeckt werden.
  • Pflegegrad 2-5: Jährlich stehen 1612 Euro für die Kurzzeitpflege zur Verfügung, die auf 8 Wochen verteilt werden können. Außerdem werden bis zu 1612 Euro für die Verhinderungspflege gezahlt. Dann stehen für die Kurzzeitpflege noch 806 Euro zur Verfügung. (Während dieser Zeit wird das Pflegegeld zu 50 % weiter gezahlt).

 

Wohnraumanpassung: Wohnung für die Pflege renovieren

Wer in seiner Wohnung Baumaßnahmen durchführt, durch die eine pflegebedürftige Person besser in der Wohnung leben kann – beispielsweise eine barrierefreie Dusche, verbreiterte Türen oder ähnliches – kann für diese Baumaßnahme Zuschüsse von der Krankenkasse beantragen.

Für jede pflegebedürftige Person werden pro Baumaßnahme bis zu 4000 Euro gewährt. Wenn mehrere pflegebedürftige Personen (ab Pflegegrad 1) in einem Haushalt leben, werden bis zu 16 000 Euro von der Krankenkasse zugegeben.

Haustiere für Pflegebedürftige Menschen

Haustiere gehören auch für viele pflegebedürftige Menschen zum Leben dazu. Und zwar nicht nur irgendein Haustier, sondern ihr eigenes – ein Hund, eine Katze, ein Vogel oder ein anderer treuer Begleiter. Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird und sich selbst nicht mehr so wie vorher um das Tier kümmern kann, muss das nicht das Ende der jahrelangen Freundschaft bedeuten.

Auch Ihr Haustier wird weiterhin versorgt, wenn Sie pflegebedürftig werden!

Tiere helfen dementen und pflegebedürftigen Menschen

Es gibt eine Reihe von Gründen dafür, wieso Tiere pflegebedürftigen Menschen allgemein und dementen Personen insbesondere helfen:

Auch wenn eine pflegebedürftige Person selbst nicht mehr alle Aufgaben rund um die Tierpflege übernehmen kann: Ein Tier hält aktiv. Wenn es nur darum geht, morgens aufzustehen und dem Tier sein Futter zu geben, statt lange liegen zu bleiben. Aber Tiere spielen auch gern oder sind gewohnte Ansprechpartner im Alltag – auch wenn der Dialog einseitig bleibt, erhalten Haustiere oft Aktivität und soziales Verhalten. Gleichzeitig kommunizieren Tiere oft auch nonverbal auf eine Art, die auch für demente Menschen lange zugänglich bleibt.

Neben ihrer anregenden Wirkung haben Tiere oft auch einen beruhigenden Effekt auf Menschen. Sie entspannen und bieten eine Konstante im Leben, auf die sich ihre Besitzer oft seit Jahren verlassen. Selbst ein neues Haustier kann den beruhigenden Effekt auf jemanden haben, der Tiere liebt.

Kürzlich wurde sogar ein Pflegeheim dafür ausgezeichnet, dass es den dementen Bewohnern die Möglichkeit gibt, mit Tieren umzugehen und einen hauseigenen „Streichelzoo“ betreibt.

Behalten Sie Ihr Tier – es wird versorgt!

In einigen Städten gibt es zusätzliche Aktionen als Unterstützung für ältere Menschen: Sie helfen ihnen, Haustiere solang wie möglich behalten zu können. Ein Beispiel dafür sind die Silberpfoten aus Berlin, bei der sich Freiwillige engagieren, indem Sie Hunde ausführen oder sich um die Haustierpflege zuhause kümmern.

Wer zuhause und nicht im Pflegeheim lebt, hat selten einen eigenen kleinen Zoo. Aber das geliebte Haustier sollte natürlich weiter dableiben – auch bei Patienten mit Demenzerkrankungen. Dafür kümmern wir uns um viele Aufgaben: Futter kaufen, Tierarztbesuche, Fellpflege, Katzenklo oder Stall reinigen. Sprechen Sie uns auf die Möglichkeiten an, die Versorgung Ihres Haustiers über den Entlastungsbetrag zu finanzieren.

Langfristig finanzierbare Intensivpflege in Dortmund

Über die Intensivpflege wird auch in letzter Zeit wieder viel diskutiert. Während einerseits Standards hoch sein sollen, fehlt andererseits – wie so oft – das Geld. Auch Patienten und Angehörige fragen sich oft, wie sie Intensivpflege finanzieren sollen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten für intensivpflegebedürftige Patienten. In Dortmund bieten wir neben der Intensivpflege bei Patienten zuhause auch Plätze in unseren Intensivpflege-WGs an. Kurz „WoKo“ genannt sind mittlerweile zwei große Patienten-WGs in Dortmund etabliert. Wir kommen aber auch gern zu Ihnen nach Hause und übernehmen da die Pflege rund um die Uhr.

Welches Angebot für einen Patienten und seine Angehörigen das Richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab: Zeit, Raum und Persönlichkeit. Die Wahl ist also nicht einfach – muss aber nicht davon abhängen, wie viel Geld Sie haben.

Intensivpflege ist finanzierbar

Wenn Sie auf der Suche nach Intensivpflege sind, sorgen Sie sich eventuell auch um die Finanzierung – wer soll die Rundumbetreuung bezahlen, die Hilfsmittel und die Medikamente?

Wer gesetzlich versichert ist, wendet sich an die Kranken- und Pflegeversicherung. Die Leistungen werden kombiniert von beiden übernommen, weil zwischen Grund- und Behandlungspflege sowie hauswirtschaftlicher Versorgung unterschieden wird. Hier gibt es bestimmte Standards und vor allem auch viel Erfahrung auf unserer Seite. Wenn Sie möchten, helfen wir Ihnen von Anfang an dabei, die richtigen Anträge zur richtigen Zeit an die richtigen Empfänger zu schicken.

Wenn Sie privatversichert sind, ist die Finanzierung meist individueller ausgestaltet – auch hier helfen wir Ihnen gerne beim Organisieren der Intensivpflege in Dortmund, indem wir Sie bei der Verhandlung mit Ihrer Krankenkasse unterstützen oder die direkt übernehmen.

Entsteht der Bedarf nach Intensivpflege durch einen Unfall, gibt es oft weitere Ansprechpartner: Die Haftpflichtversicherung, eine Unfallkasse oder eine Berufsgenossenschaft. Der Formularwust kann groß sein, aber wir sind auf jeden Fall für Sie da und helfen Ihnen, alle Ansprechpartner zu erreichen.

Neue Gesetze gegen Intensivpflege-WGs?

Im Juni hatte die Landesregierung in NRW Vorstöße unternommen, die Finanzierung von Intensivpflege-WGs umzustrukturieren. Das Zusatzangebot zur Pflege in der bisherigen Wohnung oder im Heim sollte aufgeweicht und über den gleichen Kamm wie große Heime oder Krankenhäuser geschert werden.

Vielen Patienten würde das ein wichtiges Zwischenangebot rauben: Sie müssen entweder die Pflege zuhause in einer (Familien-)wohnung organisieren oder in ein Pflegeheim. Das setzt auch Familien unter Druck, deren Wohnung eigentlich zu klein für ein extra Schlafzimmer für den Patienten ist.

Patienten-WGs bieten intensivpflegebedürftigen Jugendlichen und Erwachsenen eigene Zimmer in kleinen Wohngruppen. So treffen sie ein Mittelmaß aus Unabhängigkeit und der notwendigen Rund-um-die-Uhr-Versorgung.

Intensivpflege-WGs bleiben in Dortmund

Die Überlegung der Regierung zu der Vereinheitlichung von Pflegeheimen und Intensivpflege-WGs war, dass Patienten, die beispielsweise im Wachkoma liegen, üblicherweise nicht selbstbestimmt in einer WG leben und sich mit anderen austauschen. Diese Überlegung trifft allerdings viel zu kurz: Nicht jeder intensivpflegebedürftige Patient liegt im Wachkoma.

Deswegen sind die Pläne auch ins Schwanken geraten. Intensiv-WGs sind eben doch etwas anderes als Pflegeheime.

In Dortmund werden wir auch weiterhin das Angebot für Patienten beibehalten. Denn Intensivpflege-WGs bleiben ein wichtiges Angebot für unsere Patienten und ihre Familien. Deswegen vertrauen wir auch das Wohnkonzept.

Wenn Sie auf der Suche nach Intensivpflege in Dortmund sind und Hilfe bei der Finanzierungsplanung benötigen, sich zwischen Pflege zuhause oder in einer Intensivpflege-WG entscheiden müssen oder andere, spezielle Fragen haben: kontaktieren Sie uns gern.

Wir unterstützen Sie bei Ihrer Suche nach der für Sie besten Lösung!

Vorsorgevollmacht und Pflege: Was Sie jetzt klären können

Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie einen Bevollmächtigten, der für Sie Entscheidungen treffen soll, wenn Sie dazu nicht in der Lage sind. Beispielsweise, weil Sie durch Krankheit oder Unfall nicht klar denken können oder so krank sind, dass Sie vielleicht gar nicht sprechen können.

Eine Vorsorgevollmacht kann sich auch auf Entscheidungen zum Thema Pflege beziehen. Deswegen ist sie besonders wichtig für alle, die regeln möchten, wie sie später gepflegt werden.

Vorsorgevollmacht vs. Patientenverfügung: Nicht verwechseln!

Zunächst einmal müssen wir eine wichtige Abgrenzung treffen: Eine Patientenverfügung ist nicht das gleiche wie eine Vorsorgevollmacht.

In einer Patientenverfügung können Sie Ihre Wünsche dazu festlegen, wie Sie in bestimmten medizinischen Situationen behandelt werden möchten. Beispielsweise, ob Sie künstlich ernährt werden möchten, oder nicht. Dabei sollte jeder Hinweis so genau wie möglich sein und soll Ärzten und Ihren Angehörigen helfen, Entscheidungen zu treffen, wenn Sie dazu nicht mehr in der Lage sind.

Sie werden sicherlich nicht alle medizinisch denkbaren Möglichkeiten in Ihrer Vollmacht abhandeln können.  Also geben Sie Ärzten eher eine möglichst klare Richtung und Beschreibung vor.

Eine Vorsorgevollmacht ist dagegen wesentlich breiter gefasst.

Was regelt die Vorsorgevollmacht

In einer Vorsorgevollmacht legen Sie eine Person fest, die für Sie Entscheidungen treffen und handeln soll, wenn Sie dazu nicht in der Lage sind. Das gilt beispielsweise, wenn Sie im Koma liegen oder psychisch so krank, dass Sie keine Entscheidungen treffen können.

Sie halten fest, was die benannte Person entscheiden darf. Außerdem können Sie Vorgaben machen: Beispielsweise, dass bestimmte Besitztümer nur im Notfall verkauft werden dürfen oder ähnliches.

Die Person, die Sie festlegen, entscheidet für Sie über finanzielle Angelegenheiten und kann für Sie Verträge abschließen. Das ist wichtig, wenn beispielsweise eine Wohnung verkauft werden soll, um von dem Ertrag eine neue Unterkunft zu bezahlen. Oder wenn eine Wohnung gekündigt wird, weil Sie voraussichtlich lange im Krankenhaus liegen.

Außerdem kann eine Bevollmächtigte sich zum Beispiel darum kümmern, wenn Versicherungen Prämien ausschütten oder ähnliches. Gerade Banken erwarten oft allerdings noch eine zusätzliche explizite Vollmacht für den Zugriff auf Konten.

Was bedeutet die Vorsorgevollmacht für die Pflege?

In Ihrer Vorsorgevollmacht können Sie für den oder die Bevollmächtigte/-n einige Dinge festlegen. Beispielsweise, wann und wie Sie in ein Pflegeheim einziehen möchten – gibt es bestimmte Dinge, die Sie mitnehmen wollen, oder die Ihnen wichtig sind?

Sie können auch festlegen, dass Sie möglichst lang zuhause gepflegt werden möchten. Auch intensivpflegebedürftige Patienten pflegen wir beispielsweise zuhause. Sie können auch festlegen, dass Sie in eine Intensivpflege-WG ziehen möchten.

Außerdem können Sie der bevollmächtigten Person Hinweise dafür geben, was Sie sich für den Fall wünschen, dass Sie aller Wahrscheinlichkeit nach in kurzer Zeit sterben werden. Wünschen Sie sich Palliativpflege in einem Hospiz oder zuhause?

Natürlich kann Ihr Bevollmächtigter nicht in jedem Fall all Ihre Wünsche erfüllen. Er oder Sie wird Ihnen aber für alle Informationen darüber, welche Entscheidungen Sie sich wünschen, dankbar sein.

Zuhause pflegen: Pausen einbauen

Wer Angehörige, Partner oder Freunde zuhause pflegt, übernimmt viel Verantwortung und anspruchsvolle Aufgaben. Pausen sind bei der Pflege zuhause wichtig und sollten immer im Pflegealltag eingebaut werden.

Dieser Artikel ist eine kleine Erinnerung an alle pflegenden Angehörigen, regelmäßig kleine oder größere Pausen einzubauen.

Vor allem, wenn Sie jemanden pflegen, mit dem Sie zusammenleben, kann die Pflege auch mal zu einer 24-Stunden-Aufgabe werden. Gefühlt ist man selbst im Schlaf ständig verfügbar und wartet nur auf den nächsten „Notfall“.

So angespannt „funktionieren“ Sie nicht nur irgendwann nicht mehr – viel früher schon fühlen Sie sich einfach nicht mehr gut. Bauen Sie Pausen unterschiedlicher Größe ein und achten Sie auf sich und Ihre Bedürfnisse.

Die 5-Minuten-Pause: Ruhe zwischendurch

Eine kleine 5-Minuten-Pause kann manchmal Wunder bewirken. Wenn Sie bewusst für fünf Minuten alle Pflege-Verantwortung ausblenden können, entspannt Sie das häufig für den ganzen Tag.

Je nachdem, wie es Ihrem „Patienten“ geht, kann natürlich auch so eine winzige Pause schon eine Herausforderung darstellen.

Wenn möglich, nutzen Sie aber bewusst kleine Pausenmöglichkeiten auch für sich. Viele Pflegende Angehörige versuchen, zum Beispiel während einer Schlafpause oder Fernsehstunde viel zu erledigen: Abwasch, Wäsche, Putzen, Telefonate, Briefe, Formulare, … – es gibt immer viel zu tun. Fünf Minuten Ruhe machen die übrigen Aufgaben leichter, also legen Sie die Pause in diese Zeit.

Wenn Sie zuhause pflegen und das Gefühl haben, da keine Ruhe zu finden – vielleicht ruft gleich jemand, vielleicht geht das Telefon -, bauen Sie Pausen unterwegs ein: Setzen Sie sich auf dem Rückweg vom Einkaufen einige Minuten auf eine Parkbank. Gehen Sie für ein paar Minuten spazieren.

Wenn Sie nicht mehr das Gefühl haben, für auch nur fünf Minuten verzichtbar zu sein und ständig auf Abruf bleiben müssen, sollten Sie sich Unterstützung von anderen holen. Die Pflege zuhause ist zwar immer viel Arbeit, aber sie sollte kein 24-Stunden-Job sein. Wenn Sie die Pflegeaufgaben selbst nicht anderen überlassen möchten, können Sie auch Unterstützung im Haushalt bekommen. Rufen Sie uns an und wir sprechen mit Ihnen unverbindlich darüber, wie wir helfen können.

Ein paar Stunden unterwegs: Kleine Oasen im Alltag

Einmal ausführlich einkaufen, ein paar Stunden spazieren gehen, ein Kaffee mit einer Freundin oder ein Theater- oder Kinobesuch – solche kleinen Ausflüge sind für pflegende Angehörige manchmal mit sehr viel Organisationsaufwand verbunden.

Sie sollten sich diese Unternehmungen aber trotzdem gönnen! Für die Zeit, in der Sie nicht verfügbar sind, gibt es das Angebot der Verhinderungspflege.

Auch wenn Sie regelmäßig Unterstützung von einem Pflegedienst bekommen, können Sie so zusätzliche Hilfe von jemandem bekommen, der während Ihrer Abwesenheit zu Ihnen nach Hause kommt und die Pflege für ein paar Stunden übernimmt.

Dadurch ist weiterhin Raum für Ausflüge, Unternehmungen oder einfach kleine Ruhepausen.

Kurztrips oder Urlaub

Auch längere Pausen sind nicht nur okay – sie sind gut für pflegebedürftige Patienten und ihre Angehörigen. Beide können in den Urlaub fahren und entspannter zurückkommen – das tut allen gut!

Viele Patienten haben sogar ein schlechtes Gewissen, weil sie das Gefühl haben, ihre Angehörigen vom Urlaub abzuhalten. Andersrum sorgen sich pflegende Angehörige, wie ihre Partner, Freunde oder Familienmitglieder im Urlaub zuhause gepflegt werden können.

In dieser Zeit können Sie über die Pflegekassen Pflege beantragen: Die schon angesprochene Verhinderungspflege, während der ein Pflegedienst die Pflege zuhause übernimmt. Oder eine Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung, die pflegebedürftige Menschen für einige Tage oder Wochen besuchen können.

Auszeit von der Pflege gesucht?

Wenn Sie Pause machen möchten oder das Gefühl haben, sie sollten dringend Pause machen, kontaktieren Sie uns gern.

Vielleicht hilft Ihnen Unterstützung im Haushalt mehr als Hilfe bei der Grundpflege, vielleicht ist dauerhafte Hilfe bei der Pflege für Sie das Richtige oder eine geplante Auszeit durch Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege.

Wenn Sie uns eine E-Mail schreiben oder anrufen, helfen wir Ihnen, das passende Angebot für Sie zu finden.

Ambulante Pflege: Sich im Stress Zeit nehmen

Die ambulante Pflege bei Patienten zuhause ist oft eine stressreiche und belastende Tätigkeit – das gilt sowohl für Angehörige, die selbst die Pflege eines Familienmitglieds oder besonderen Menschen übernehmen, als auch für ausgebildete Pflegekräfte.

Die erste wichtige Botschaft für jeden, der Pflege als Stress empfindet, ist wohl, dass das Gefühl normal ist. Die Aufgaben sind anspruchsvoll – körperlich und emotional – und es ist kaum vorstellbar, dass jemand sie bewältigen kann, ohne sich je gestresst zu fühlen.

Es gibt aber Möglichkeiten, diesen Stress zu bewältigen und damit umzugehen – und gute Gründe, wieso alle Pflegenden sich aktiv Zeit nehmen sollten.

Wieso es wichtig ist, sich Zeit zu nehmen

Wer beruflich in der Pflege tätig ist, kann genauso ein Lied davon singen wie diejenigen, die „nur“ eine Person privat pflegen: Pflege kostet Zeit. Auch wenn Kataloge vorgeben, eine bestimmte Tätigkeit dauere nur fünf Minuten, vergessen diese Kataloge oft das Drumherum. Wer läuft beispielsweise zu einem pflegebedürftigen Menschen, grüßt nur beiläufig und wechselt blitzschnell einen Verband, während er sich gedanklich schon auf den nächsten Arbeitsschritt vorbereitet?

Die Antwort lautet: Alle, die unter Stress stehen und deswegen nicht viel Zeit für die Aufgabe haben. Pflegende Angehörige haben Verpflichtungen außerhalb der Pflege und Pflegekräfte müssen oft weiter zum nächsten Termin.

Ruhe bei der Pflege mitzubringen, ist aber ein essenzieller Bestandteil von guter Pflege, die mehr als nur die Abfolge von Tätigkeiten umschließt. Pflege sollte mit Empathie erfolgen und ist eine zwischenmenschliche Begegnung. Bei der ambulanten Pflege kommt eine Pflegekraft zu Besuch ins Haus eines Menschen. Dieser Besuch sollte nicht rein funktional sein. Jemand, der selbst zuhause pflegt, sollte ebenfalls nicht ausgerechnet bei der Pflege in einen „maschinellen“ Modus umschalten.

 Wieso alles länger dauert, als geplant

In der ersten Zeit dauern bestimmte Pflegeschritte noch etwas länger, weil jemand sie erst einüben muss. Später sitzen Handgriffe quasi automatisch und funktionieren routiniert. In dieser Zeit dauern die eigentlichen Tätigkeiten – das Wechseln von Verbänden, das Sortieren von Medikamenten, das Waschen oder Ankleiden – länger. Das gilt einerseits für die Lernphase der Pflegenden – ob als Pflegefachkraft oder als Angehörige –, aber andererseits auch für jedes „erste Mal“ mit neuen Patienten.

Später gehen Tätigkeiten in Routine über und das Zusammenspiel zwischen Patient und Pflegekraft lässt alles idealerweise schnell gelingen. Fern vom Ideal gibt es in der Realität aber oft verschiedene Gründe für „Verlängerungen“:

  • Das kann sein, weil jemand emotional belastet ist. Zum Beispiel, weil Pflegende in anderen Lebensbereichen Stress haben oder ein Patient morgens schlechte Nachrichten bekommen hat.
  • Manchmal liegt es auch am verwendeten Material – ein gerissener Handschuh oder ein abgebrochener Verschluss können enorm Zeit kosten.
  • Wenn jemand krank oder müde ist werden Pflegeaufgaben schwieriger.
  • Wer unter Zeitdruck ist, macht häufiger Fehler – die wiederum Zeit kosten.

 

Bei Pflege zuhause Ruhe bewahren und mitbringen

„Zu hastig und zu träge kommt gleich zu spät“, schrieb Shakespeare. Auch der Schlüssel zu mehr Zeit für Pflege ist weder, alles zu hetzen, noch sich einfach Zeit zu lassen und zu „trödeln“. Es lässt sich ja nicht leugnen, dass der nächste Termin ansteht und noch andere Pflichten warten.

Oft hilft es schon etwas, sich daran zu erinnern: Eile hilft kaum, Zeit zu sparen. Durch Hektik entstehen Fehler – die nur Zeit kosten. Viele Patienten sind durch Hast überfordert und haben Schwierigkeiten, wie gewünscht zu kooperieren.

Oft entsteht Hast aus dem Gefühl, sonst schneller zu sein – dann kann es helfen, die Zeit für verschiedene Aufgaben bewusst wahrzunehmen. Vielleicht dauert eine Aufgabe eigentlich immer zehn Minuten, egal, wie man sie tut. Dann sind zehn Minuten in Ruhe angenehmer, als zehn Minuten in Eile.

Manchmal hilft es auch, sich bewusst Zeit zu nehmen: Für eine Aufgabe, die „immer“ fünf Minuten dauert, werden zehn eingeplant. So gibt es Luft und weniger Druck, die Aufgabe in weniger als fünf Minuten zu erledigen.

Wenn der Stress in der Pflege überhandnimmt

Manchmal wird Pflege trotzdem zu viel – für Profis und für Angehörige. Wenn Sie merken, dass Sie bei der Pflege gestresst sind und keinen klaren Kopf mehr für Ihre Aufgabe haben, sollten Sie handeln.

Angehörige können sich Hilfe von Pflegediensten holen: Weitere Personen, die die Aufgaben teilen und dadurch entlasten.

Wenn professionelle Pflegekräfte merken, dass die ambulante Pflege zu viel Stress verursacht, können sie mit Teamleitern oder Arbeitgebern sprechen. Vielleicht wurde eine bestimmte Aufgabe bisher falsch eingeschätzt – die Arbeit bei manchen Patienten dauert länger als bei anderen und das ist keine Frage der Kompetenz der Pflegekraft. Vielleicht ist ein Plan auch falsch aufgestellt.

Wenn die ambulante Pflege bei Patienten nur gehetzt abläuft und es keine Aussicht auf Ruhe gibt, sehen Sie sich nach einem neuen Job um – zum Beispiel bei uns. Denn Zeit für gute Pflege ist eins unserer wichtigsten Prinzipien.

Für Angehörige: So früh wie möglich über Pflege informieren

Was tun, wenn ein Angehöriger bald vermutlich auf Pflege angewiesen sein wird – aber noch kein Antrag gestellt wurde? Nach streng ausgelegten Richtlinien zur Pflege haben Angehörige in dieser Situation keine Möglichkeiten. Wir empfehlen trotzdem: Informieren Sie sich so früh wie möglich!

Sie können sich dafür beispielsweise jederzeit telefonisch an uns wenden unter 0231 555 78 40.

 

Wenn Pflegebedarf absehbar ist

Pflegebedarf ist oft absehbar, bevor ein Mensch ins Krankenhaus kommt oder eine richtige Diagnose vom Arzt bekommt. Dann kann man aber noch nicht immer auch Pflegeleistungen beantragen.

Ein häufiges Beispiel ist ein geplanter Krankenhausaufenthalt. Bald steht eine OP oder Behandlung an, nach der jemand kurz- oder langfristig in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein wird. Es ist für diese Person und natürlich auch Angehörige absehbar, dass ein Pflegebedarf entstehen wird.

Manchmal erkennt man den weiteren Pflegebedarf auch erst im Krankenhaus. Wenn jemand sich nach einem Unfall oder einer Krankheit nur langsam erholt und – entgegen der Erwartungen – auch zuhause noch auf Hilfe angewiesen sein wird.

 

Wenn jemand langsam pflegebedürftig wird

Die wohl größte Gruppe „absehbarer Pflegefälle“ umfasst ältere Menschen, die langsam merken, dass sie nicht mehr ganz allein klar kommen. Oder Krankheiten haben, die schlimmer werden oder sich einfach häufen.

Oft gibt es eine Phase des Zögerns auf allen Seiten. Die Betroffenen schämen sich manchmal dafür, dass sie etwas nicht mehr allein schaffen. Oder wollen anderen keine Mühe bescheren. Angehörige möchten Schwächen nicht ansprechen und die „Zeichen der Zeit“ gern einfach übersehen. Das ist ganz normal.

Ratsam ist es aber trotzdem, früh über den Pflegebedarf zu sprechen. Und sich vielleicht auch schon einen Pflegedienst auszusuchen, bevor man zum ersten Mal mit der Pflegekasse spricht und Pflegeleistungen beantragt.

Pflege beantragen

Der Weg zur Pflege verläuft je nach Situation unterschiedlich – im Krankenhaus stehen andere Ansprechpartner zur Verfügung als zuhause. Wir sind in jeder Situation für Sie da und helfen Ihnen auch schon vor Beginn der Pflege, durch die richtigen Anträge alles Notwendige in die Wege zu leiten (0231 555 78 40).

In vergangenen Blogbeiträgen haben wir für Sie auch schon die wichtigsten formalen Informationen zusammengefasst:

Der Weg zur Pflege ist nicht immer leicht

Wenn Sie Pflege beantragen wollen, kommen eine Menge Antragsformulare auf Sie zu. Dabei müssen Sie manchmal genau aufpassen: Die richtigen Ansprechpartner erwischen, die richtigen Formulierungen wählen und sich auf die richtigen Paragraphen beziehen können.

Natürlich kann es gut sein, dass Ihre Krankenkasse Ihnen freundlich entgegenkommt! Viele Krankenkassen haben sogar spezielle Ansprechpartner rund ums Thema Pflege. Leider stecken die Krankenkassen oft aber nicht so viel Aufwand darein, es für Patienten und Angehörige leicht zu machen, Pflege zu organisieren.

Sie haben aber ein Recht auf Pflegeleistungen! Ob vom Arzt verschriebene medizinische Pflege oder die notwendige Grundpflege, ist dabei egal.

 

Sich früh informieren hilft

Wer sich früh Experten ins Boot holt, profitiert auf jeden Fall. Wenn alles von Anfang an glatt läuft – umso besser. Es gibt dann von Anfang an keine offenbleibenden Fragen. Beispielsweise „Wer übernimmt die Pflege?“ oder „Kann der Pflegedienst das auch?“ – wer von Anfang an dabei ist, ist ein guter Partner.

Und wenn es mal nicht so glatt läuft, gibt es einen Partner, der sich schon mit den Problemen auskennt. Neben der Hilfe über Stolpersteine oder bei anderen Schwierigkeiten ist dann von Anfang an jemand an Ihrer Seite, der Ihnen helfen kann, Ruhe zu bewahren und die Kämpfe durchzustehen.

Und wenn am Ende alles anders ausgeht und die Erholung nach der OP doch im Nu erfolgt oder entgegen aller Erwartungen eine Müdigkeit oder Krankheit wieder verschwindet? Dann können wir uns doch auch nur mit Ihnen freuen.

Scheuen Sie sich nicht, uns in jedem Fall zu kontaktieren – gern auch per E-Mail unter info@born-gesundheitsnetzwerk.de.