Mit (Fach-)Abi in die Pflege: Akademisch pflegen?

Für alle mit Abi und Fachabi stehen die Türen in der Pflege längt auch offen. Denn es gibt Positionen voller Anspruch – menschlich, organisatorisch und fachlich – für die man durch einen Schulabschluss sicher nicht überqualifiziert sein kann.

Im Gegenteil: Immer mehr Wege in die Pflege sind akademisch, führen also über ein Studium. Oft ist das Studium gekoppelt mit einer praktischen Ausbildung und die jungen „Allrounder“ sind in vielen Einrichtungen gefragte Führungskräfte in der Pflege. Ihr Weg mit Abi in der Pflege zu arbeiten, führt über die „Akademisierung der Pflege“.

Aber kann die Akademisierung der Pflege funktionieren? Im Born Gesundheitsnetzwerk freuen wir uns über Bewerber mit verschiedenem Hintergrund und ganz unterschiedlicher Ausbildung. Klappen kann es immer – wenn Teamwork und Freude an der Pflege gute Zusammenarbeit ermöglichen.

Mit Abi oder Fachabi in der Pflege arbeiten

Wer Fachabi oder Abi gemacht hat, kann natürlich immer eine Ausbildung in der Pflege machen. Sein Talent für Pflege einzusetzen, wenn man das möchte und kann, ist sicher keine Verschwendung. Verschwendet wäre Lebenszeit in einem Studium oder einem Job, den man gar nicht machen möchte.

Oft empfiehlt sich die Ausbildung aber auch für alle, die studieren möchten. Sie können so einen praktischen Einblick in die Pflege erlangen und wirklich verstehen, was in der Pflege passiert. Manchmal ist die aber sogar eine der Anforderungen an Studierende in der Pflege: Viele Hochschulen machen eine einschlägige Ausbildung zur Zulassungsvoraussetzung für Studiengänge in der Pflegewissenschaft.

Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement studieren?

Die Studiengänge zur Pflege etablieren sich in Deutschland momentan. Sie sind sehr unterschiedlich benannt: Es gibt schlicht den Studiengang „Pflege“ an der Hochschule für Gesundheit in Bochum, an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin studiert man dagegen „Pflege- und Gesundheitsmanagemeent“. Es gibt auch sehr spezialisierte Studiengänge wie Pflegepädagogik oder oder „erweiterte klinische Pflege“.

Es ist wichtig, sich bei der Auswahl nicht nur vom Namen leiten zu lassen. Wer Interesse an einem der Studiengänge hat, sollte sich über verschiedene Punkte informieren:

  • Zugangsvoraussetzungen – Beispielsweise, ob man eine Ausbildung absolviert haben muss.
  • Kosten des Studiums – Einige Hochschulen sind privat und das Studium kostet viel Geld.
  • Dauer und Zeitplan – Es gibt Studiengänge, die auch aus der Ferne absolviert werden können oder in Teilzeit neben dem Beruf. So lässt sich der Abschluss oft besser finanzieren, fordert aber auch mehr Disziplin.
  • Bewertungen – es gibt viele unabhängige Bewertungsportale. Hier kann man sich einen Überblick verschaffen.

Mehr Akademiker in Pflegedienste?

Wer mit Abi in die Pflege möchte, kann sich den Weg vielleicht nur schlecht vorstellen. Immerhin ist ein Uni-Absolvent selbst nach dem Master meist erst Ende 20. In den wenigsten Berufen kommt man dann direkt in eine Führungsposition.

Die Pflege-Studiengänge sind aber darauf ausgelegt, dass sie vor allem die Führungspositionen in Pflegediensten und auf Pflegestationen versorgen sollen. In Niedersachsen beispielsweise hat der Wissenschaftsrat eine Quote von 10 – 20 % Akademikern in der Pflege gefordert. Diese sollen Management- und Ausbildungspositionen innehaben.

Deswegen muss man zusätzlich zur akademischen Kompetenz eine große Portion menschlicher Fähigkeiten mitbringen. Dann kann die Zusammenarbeit in der Pflege auch funktionieren!

 

Zusammenarbeit im Pflegedienst

Im Pflegealltag zählt der gegenseitige Respekt voreinander: Vor Patienten, Kollegen und auch Vorgesetzten. Wer „Pflege studieren“ will, weil er sich einen einfachen Weg in eine gut bezahlte Führungsposition erhofft, ist mit BWL vermutlich besser bedient. Wer in der Pflege arbeitet muss – egal auf welcher Ebene – verstehen, dass er an einer sozialen, menschlichen Aufgabe beteiligt ist.

Wirklich wertvoll sind Mitarbeiter, die einen Blick für „kalte harte Fakten“ haben und verstehen, wie ein Schichtplan optimiert oder die Bestellung von Materialien organisiert werden muss, UND menschliche Talente haben: Ein Ohr für andere Mitarbeiter, ein Auge auf den Patienten und ein klares Bewusstsein dafür, wann Zahlen vorrübergehend in den Hintergrund rücken müssen.

Wer sich die anspruchsvolle Verknüpfung zutraut – oder einfach bereit ist, sie zu erlernen! – ist auch bei uns herzlich Willkommen. Für einen Job in der Pflege als Akademiker kontaktieren Sie uns gern auch direkt. Wir besprechen dann, welche Möglichkeiten wir zusammen haben.

Ältere Pflegekräfte durch demographischen Wandel

Im Zusammenhang mit der Zukunft der Pflege wird in Deutschland viel über den sogenannten demographischen Wandel in der Pflege gesprochen. Durch Veränderungen der Geburtenrate über die Zeit wird es bald in Deutschland viel mehr „alte“ Leute geben als „junge“. Weil beispielsweise 1965 wesentlich mehr Kinder geboren wurden, als 1995, gibt es heute wesentlich mehr 54-jährige als 24-jährige.

Dabei liegt ein Hauptaugenmerk in der Diskussion immer auf dem Punkt, dass deswegen bald ein wesentlich größerer Anteil der „jungen“ Menschen in der Pflege arbeiten müssen werden. Denn ein Grund für den demographischen Wandel ist auch, dass immer weniger Menschen „unsichtbar“ von jungen Verwandten gepflegt werden. Die gesamte Pflege muss durch professionelle Anbieter abgedeckt werden.

Ein anderer Aspekt ist aber auch, dass gleichzeitig Menschen, die in der Pflege arbeiten, im Schnitt älter werden. Der demographische Wandel in der Pflege trifft von zwei Seiten.

Die Pflege selbst wird älter

Wer im Moment in der Pflege arbeitet, scheidet – statistisch gesehen – mit etwa 60 aus dem Beruf aus und wechselt entweder zu einer anderen Tätigkeit oder geht in Rente. Nur rund 5 % der Pflegekräfte sind über 60.

Das bedeutet, dass viele Pflegekräfte, die wir heute noch haben, in 15 Jahren nicht mehr arbeiten werden. Die Landespflegekammer Niedersachen schätzt beispielsweise, dass bis 2033 schon 34 bis 43 % der heute aktiven Pflegekräfte nicht mehr berufstätig sein werden.

Auch in Rheinland-Pfalz gibt es entsprechende Statistiken. Und auch hier ist der Anteil derjenigen, die in den nächsten 15-20 Jahren ausscheiden werden, groß: Rund 30 % der Pflegekräfte sind über 50.

Der Nachwuchs wächst nicht gleichmäßig nach

Dass ältere Pflegekräfte ausscheiden ist kein Problem, wenn genug junge Leute ins Team kommen. Aber der Anteil der Über-50-Jährigen ist weitaus größer als der Anteil der jüngsten Mitarbeitenden.

Beispielsweise sind in Niedersachsen nur rund 27 % der Pflegekräfte zwischen 19 und 35. Rund 35 % der Pflegekräfte in Niedersachsen sind zurzeit zwischen 36 und 50. Wie erwähnt sind

Um das übersichtlicher zu machen: Von 100 Pflegekräften, die heute arbeiten, werden in 15 Jahren rund 35 aus der Pflege ausscheiden. 35 sind dann zwischen 50 und 65 – statistisch gesehen werden viele von ihnen auch nicht mehr berufstätig sein. Die verbleibenden 30 sind die heute „junge“ Generation unter 35. Man hofft, dass sie auch mit 35-50 noch in der Pflege arbeiten werden.

Damit aber auch in 15 Jahren wieder 100 Pflegekräfte arbeiten, müssen bis dahin 50 neue Pflegekräfte gewonnen werden: Halb so viele also, wie heute aktiv sind. Und das aus einer Generation, die wesentlich kleiner ist. (Und wie erwähnt: Auch das würde dem erhöhten Bedarf nicht gerecht.)

Pflegedienste wie im Born Gesundheitsnetzwerk können absehen, dass sie ihre älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lange halten müssen. Gleichzeitig müssen die Türen auch weit für den Nachwuchs offen stehen.

Einstieg in ein Miteinander gefällig?

Für alle, die Lust auf Pflege haben, finden wir einen Platz. Unabhängig vom Alter: Wenn Sie gemeinsam mit anderen ein Team für die Pflege von alten oder jungen Menschen sein wollen, freuen wir uns, von Ihnen zu hören.

Wir verstehen, dass sich die Pflege wandelt und arbeiten im gesamten Unternehmen jeden Tag daran, dass der Beruf für all unsere Kolleginnen und Kollegen attraktiv ist und bleibt. Auch wenn die Pflege eine Arbeit für Menschen ist, setzen wir uns dafür ein, dass die Menschen, die die Pflege leisten, nicht vergessen werden.

Wir begrüßen im Unternehmen gerne junge Einsteiger, ältere Quereinsteiger oder auch „alte Hasen“ mit viel Erfahrung, die sich gern noch mal in einem neuen Umfeld versuchen möchten. Und ob Führungskraft oder Profi in der Pflege am Bett: Sie werden ein wertvolles Teammitglied!

Kleiner Unterschied: Händewaschen rettet Leben

In einer kleinen Serie widmen wir uns den „Kleinigkeiten“, die im Pflegealltag einen großen Unterschied machen können. Diese Kleinigkeiten betreffen alle, die pflegen: Angehörige und professionelle Pflegekräfte.

Viele Details sind fast selbstverständlich, aber gerade deswegen vergisst man sie besonders leicht. Ein klarer Fokus auf die Kleinigkeiten soll helfen, sie im Kopf zu behalten. So werden sie im Alltag wieder häufiger umgesetzt und führen zu einer besseren Pflege.

 

Eine Kleinigkeit: Händewaschen in der Pflege

Händewaschen gehört zur Pflege dazu. Zwischen Arbeitsschritten oder Patienten sollten die Hände immer gründlich gewaschen werden:

  1. Legen Sie Schmuck und andere Gegenstände vor dem Händewaschen ab und legen Sie sie erst wieder an, wenn die Pflege beendet ist.
  2. Halten Sie Ihre Hände unter fließendes Wasser und seifen Sie sie dann für circa 30 Sekunden gründlich ein (dazu würden Sie im Kopf etwa 5 Mal „Happy Birthday to You“ singen, wenn Sie keine Uhr da haben). Achten Sie darauf, ihre Handinnenflächen, Handaußenflächen, Finger, Nägel und Hautfalten einzuseifen.
  3. Spülen Sie die Seifenreste gründlich ab.
  4. Trocknen Sie Ihre Hände ab. Verwenden Sie dazu entweder ein eigenes Handtuch, das Sie täglich wechseln (und bei mindestens 60 °C waschen), oder Einmalpapiertücher. Achten Sie darauf, dass Ihre Hände wirklich trocken sind: Restfeuchtigkeit ist ein guter Nährboden für Bakterien.

Verwenden Sie Seife, die für häufiges Händewaschen geeignet ist und halten Sie Ihre Haut gepflegt und gesund durch Eincremen außerhalb der Pflege.

Wenn Sie Gegenstände oder Hände desinfizieren, verwenden Sie geeignete Mittel und achten Sie auf den richtigen Einsatz: Meist erfolgt die Desinfektion erst nach 20 oder 30 Sekunden Einwirkzeit!

Warum Händewaschen in der Pflege so wichtig ist

Pflegekräfte und auch alle anderen, die in der Pflege aktiv sind, arbeiten vorwiegend mit ihren Händen. Sie berühren Patienten, Wunden, verschiedene medizinische Hilfsmittel, aber auch Speisen, Getränke und Alltagsgegenstände.

Stellen Sie sich einen normalen Arbeitsablauf vor: Wie viele Gegenstände berühren Sie? Was, wenn der erste dieser Gegenstände verschmutzt oder mit Krankheitserregern konterminiert war? Das Reinigen der Gegenstände oder die nur einmalige Verwendung von Hilfsmitteln ist eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung von Krankheitserregern.

Eine weitere ist das Händewaschen zwischen Patienten oder zwischen Arbeitsschritten. Dazu gehört die gewöhnliche Reinigung der Hände am Waschbecken mit Seife (und das gründliche Abtrocknen danach!), aber auch die Handdesinfektion.

Wichtig ist das Händewaschen immer einmal bevor die Pflege beginnt – Sie kommen „von draußen“ und bringen vielleicht Verunreinigungen mit. Danach immer bevor und nachdem Sie für jemanden Speisen oder Getränke zubereiten oder diese zu Essen geben, Körperpflege durchführen oder Wunden versorgen. Bei Unterstützung im Alltag – Aufstehen, Ankleiden oder Gehen – ist das Händewaschen nicht extra nötig.

Problem: Multiresistente Erreger in der Pflege

Viele von uns haben bereits oft von sogenannten multiresistenten Erregern gehört. Diese Erreger wurden meist in Krankenhäusern oder Altenheimen gemeldet und gelten als besonders bedrohlich, weil sie „multiresistent“, also resistent gegen die meisten Behandlungsmöglichkeiten sind.

Leider verbreiten sie sich immer mehr: Sie sind nicht mehr nur in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu finden, sondern auch bei vielen anderen Menschen. Die Viren finden sich auf der Haut oder in Wunden von je nach Studie 2 – 20 Prozent der Bevölkerung – aber das bedeutet nicht, dass jeder erkrankt. Gefährlich werden die Viren vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem – beispielsweise Patienten in der Pflege.

Auch wenn allein durch Vorbeugung MRSA nicht besiegt werden kann, ist die häufigste Übertragungsmethode auch für diese Erreger: Die Hände von Pflegepersonal. Deswegen sind Händewaschen und Handdesinfektion so enorm wichtig für Pflegekräfte.

Wie man sich das Händewaschen angewöhnt

Eine der wichtigsten Maßnahmen für Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten sind regelmäßige Fortbildungen zur Hygiene und Gefahrensituationen in der Pflege. Hier werden Gewohnheiten trainiert.

Für alle, die sich persönlich erinnern möchten: Gewohnheiten sind leichter zu lernen, wenn sie leicht umzusetzen sind. Halten Sie also alle notwendigen Materialien bereit:

  • Platzieren Sie Desinfektionsmittel gut erreichbar überall, wo Sie sie brauchen könnten.
  • Besorgen Sie Seife, die gut fürs häufige Händewaschen geeignet ist und die Hände nicht zu sehr austrocknet. Viele Drogeriemärkte verkaufen Arztseifen.
  • Wenn Sie keine Einmalhandtücher verwenden möchten, kaufen Sie einen Stapel günstiger kleiner Handtücher, die Sie jeweils einmal benutzen und dann waschen können. Weiße Baumwollhandtücher können besonders gut auch bei hohen Temperaturen häufig gewaschen werden.

Sprechen Sie auch mit der pflegebedürftigen Person darüber, wieso das Händewaschen wichtig ist und dass es dabei nicht um „Ekel“ geht oder die Idee, die Person wäre unsauber, sondern um den Schutz für alle. So erinnern sich schon zwei an die Maßnahme und pflegebedürftige Personen können das Händewaschen „einfordern“.

 

Was ist Palliativpflege?

Palliativ- oder Hospizpflege ist Pflege am Ende des Lebens eines Patienten mit einer unheilbaren, fortschreitenden Krankheit. Viele Menschen kennen die Palliativpflege auch unter dem Namen Hospizpflege – Hospize sind spezielle Pflegeheime, in denen Menschen die letzte Phase ihres Lebens verbringen können.

Palliativpflege ist eine Form von Pflege, die sich etwas von anderen Pflegearten unterscheidet. Ziel ist keine Heilung einer Krankheit, sondern das Lindern von Leid. Dabei kann es um körperliches oder seelisches Leid gehen. Die Verarbeitung des eigenen Tods ist keine einfache Aufgabe.

Außerdem bezieht die Palliativpflege noch weiter auch Angehörige oder Freunde mit ein. Egal, ob Patienten alt oder jung sind: Der Abschied soll für sie einfacher werden und weniger schmerzhaft.

 

Für wen ist Palliativpflege?

Palliativpflege ist nicht klar abgegrenzt von anderer Pflege. Intensivpflege und Palliativpflege können ebenso miteinander einhergehen wie Palliativpflege und die gleiche Wundversorgung wie in der Krankenpflege.

Patienten werden meist durch einen Palliativpflegedienst versorgt, wenn sie aufwendig versorgt werden müssen, weil sie eine nichtheilbare, fortschreitende und weit fortgeschrittene Erkrankung haben, durch die ihre Lebenserwartung stark beschränkt ist.

Dabei hängt von den individuellen Umständen ab, wann Palliativpflege beginnt und worin genau sie besteht.

Wer übernimmt die Kosten für Palliativpflege?

Palliativpflege ist meist besonders aufwändig und es muss erwähnt werden, dass in diesem Bereich viele Menschen ehrenamtlich arbeiten. Angehörige und Freunde ebenso wie engagierte Freiwillige unterstützen die Versorgung von Palliativpatienten.

Die Pflege durch den Pflegedienst teilt sich in die Kosten für die Grundpflege (übernommen von der Pflegekasse) und Kosten für spezielle Leistungen (die die Krankenkasse bezahlt).

Letztere umfassen die medizinische Versorgung durch Ärzte (meist beim Patienten zuhause), die Krankenpflege durch einen Palliativpflegedienst und oft die spezialisierte ambulante Palliativversorgung.

Wer bietet Palliativpflege an?

Es gibt Pflegedienste, die auf Palliativpflege spezialisiert sind. Dabei bieten einige Pflegedienste insbesondere die Palliativpflege von Kindern an. Andere versorgen Patienten jeden Alters.

Der Palliativpflegedienst im Born Gesundheitsnetzwerk heißt Lazarus Palliativ. Er versorgt Patienten jeden Alters und unterstützt sie und ihre Familien. Dazu gehört auch die Koordination aller an der Pflege Beteiligten: Ärzte, Therapeuten und Apotheker arbeiten miteinander zusammen. Dadurch, dass es eine zentrale Absprache gibt, wird die Familie so wenig wie möglich mit organisatorischen Aufgaben belastet.

Wer kann in der Palliativpflege arbeiten?

Wie erwähnt arbeiten in der Palliativpflege viele ehrenamtliche Helfer. Für sie gibt es Stellen über Hospize, in denen Patienten leben können.

Wer professionell in der Palliativpflege arbeiten möchte, sollte auch professionell pflegen können. Dazu gehört eine Ausbildung.

Eine weitere Voraussetzung für die Palliativpflege ist die Bereitschaft, viel mit Menschen in einer besonders emotionalen Situation umzugehen. Palliativpflegekräfte kommen nicht darum herum, eine persönliche Beziehung mit Menschen aufzubauen, die bald sterben werden. Auch wenn in der Pflege allgemein gilt „Man kann nicht jeden Tod mitsterben“, ist die Herausforderung für Palliativpflegekräfte besonders groß. Denn gleichzeitig ist viel Empathie nötig, um die Patienten und ihre Familien zu begleiten.

Wenn Sie gerne mehr über die Arbeit in der Palliativpflege erfahren möchten oder einen neuen Job in der Palliativpflege suchen, kontaktieren Sie uns oder den Pflegedienst Lazarus Palliativ direkt!

Der neue Pflege-TÜV: Wird jetzt alles besser?

Mit dem neuen Pflege-TÜV soll für Verbraucher, also Angehörige, alles einfacher werden. Auf einen Blick sollen sie einen guten von einem schlechten Pflegedienst unterscheiden können. Das war auch schon die Idee mit den Noten, die bisher vergeben wurden. Dieses Bewertungssystem hat sich allerdings als fehlerhaft herausgestellt.

Wie Pflegedienste bisher beurteilt wurden

Pflegedienste und Pflegeheime wurden bis jetzt mit Noten bewertet. Diese gab es in unterschiedlichen Kategorien und sie wurden zu einer Durchschnittsnote verrechnet. Diese galten jeweils als Bewertung für den Pflegedienst oder das Pflegeheim.

Ein offensichtliches Problem dabei stellte die Deutsche Stiftung Patientenschutz schnell heraus: So eine Durchschnittsnote ist nicht immer aussagekräftig. Sie ziehen den Vergleich: „Singen eins, Mathe sechs – in der Schule bleiben Sie damit hängen, im Bereich der Pflege erhalten Sie die Durchschnittsnote drei“. Was die Stiftung damit meint: Mathe hat in der Schule mehr Gewicht – und eine Sechs, egal in welchem Fach, führt dazu, dass man sitzen bleibt.

In der Bewertung der Pflegedienste gab es solche Zusatzbedingungen aber nicht: Wenn die hygienischen Bedingungen mit einer fünf beurteilt wurden, aber im Pflegeheim der gute Speiseplan eine eins erhalten hat, gab es die Durchschnittsnote drei: Nicht gut, aber auch nicht dramatisch. Dabei ist eine „fünf“ in Hygiene definitiv katastrophal.

Die Veränderung soll durch den Pflege-TÜV kommen

Eine erste Veränderung durch den Pflege-TÜV soll in der regelmäßigen Bewertung bestehen. Die Pflegedienste werden nicht mehr einmalig beurteilt, sondern immer wieder. Außerdem kommen die Daten aus mehreren unterschiedlichen Quellen: Prüfungen des medizinischen Diensts der Krankenkassen, Berichte der Heimaufsicht und Selbstangaben der Heime werden zusammengeführt. Die „Selbstangaben der Heime“ bestehen aus Zeitreihen für die einzelnen Patienten, in denen ihre Entwicklung festgehalten wird.

Außerdem werden keine Noten mehr vergeben, sondern Bewertungen, die am Durchschnitt orientiert sind: „weit über Durchschnitt“, „etwas über Durchschnitt“, „nah am Durchschnitt“, „etwas unter Durchschnitt“ oder „weit unter Durchschnitt“, außerdem sollen besonders schlechte oder gute Ergebnisse in der Übersicht gleich grafisch sichtbar gemacht werden.

Der Pflege-TÜV wird mit Begeisterung angenommen

Der Pflege-TÜV wird bis jetzt von vielen Seiten als gute Veränderung gelobt: Selbstverständlich steht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dahinter, aber auch viele andere Sprecher aus dem Gesundheitsbereich sind von der neuen Idee überzeugt.

Selbstständige in der Beratung von Pflegeunternehmen kündigen die Veränderungen bereits an und geben Handzettel dazu aus, welche Qualitätskriterien Pflegeheime bald berücksichtigen müssen. Das ist erstaunlich, denn so ausgefeilt ist der Plan noch nicht.

Das neue Konzept kommt aus der Selbstverwaltung und vom Bund der gesetzlichen Krankenkassen. Es wurde kürzlich sogar beschlossen und die ersten Bewertungsdurchläufe sind für November 2019 angekündigt. Eine Veröffentlichung erwartet der GKV zum Frühjahr 2020.

Fragen bleiben offen

Auch wenn der neue Kriterienkatalog mehr Kategorien umfasst, ist das bisherige Problem nicht automatisch gelöst. Ein Umstieg von Noten auf eine andere Skala löst nicht das Problem zu nachgiebiger Benotung.

Insbesondere lässt sich die Beurteilung anhand des Durchschnitts kaum vornehmen, bis der Durchschnitt bekannt ist. Vorrübergehend müssen alle Pflegedienste also zunächst wieder mit Noten oder Punkten beurteilt werden.

Ein weiteres Problem stellt die Prüfungsinstanz selbst dar: Wie Kurt-Michael Walter unter einem Beitrag der Ärztezeitung anmerkt, ist der Begriff „TÜV“ in Deutschland sehr beladen. Er vermittelt ein Vertrauen, dass eine Selbstkontrolle bisher nicht verdient.

Der TÜV selbst muss noch geprüft werden

Erst im Laufe der Zeit wird sich zeigen, ob der TÜV tatsächlich das gleiche Vertrauen verdienen wird, wie andere Prüfsiegel.

Insgesamt ist es wichtig, dass Pflege geprüft wird. Viele schwarze Schafe am Markt sind gefährlich: nicht nur für die Patienten, die sie pflegen, sondern auch für die Pflege durch andere Pflegedienste. Wenn der „Durchschnitt“ durch schlechte Pflegedienste niedrig liegt, sind auch andere nicht mehr angetrieben, sich darüber hinweg zu entwickeln.

Vor allem, weil der Fokus momentan auf Pflegeheimen liegt, ist auch die Frage wichtig, wie der Pflege-TÜV in ambulanten Pflegediensten eingesetzt werden kann. Ambulante Pflegedienste stehen in einer Verhandlungsposition gegenüber den Krankenkassen, die zukünftig zumindest mitverantwortlich für die Prüfung sind. Es wird sich unter anderem zeigen müssen, ob diese Einstellung die Verhandlungen beeinflussen wird.

Im Moment bleibt zunächst nur, bis zum Frühjahr abzuwarten.

E-Learning für Pflegekräfte – Eine Alternative zur klassischen Fortbildung?

Typischerweise lernen Pflegekräfte kein rein theoretisches Wissen – es geht um Handgriffe, Abfolgen und die richtige Reaktion in kritischen Situationen. So etwas kann man doch kaum am Computer lernen?

Trotzdem gibt es immer mehr E-Learning-Angebote auch für Pflegekräfte. Denn die können funktionieren und einen wertvollen Beitrag darstellen, wenn sie richtig eingesetzt werden. Die Wahl des Anbieters, Themas und der Zeit ist dabei entscheidend.

Wie E-Learning und klassische Fortbildungen sich unterscheiden

Eine klassische Fortbildung bedeutet meist, dass die Teilnehmer an einem festen Tag in einem bestimmten Raum untergebracht sind. Sie lernen von einem Trainer, Coach oder Experten und neben theoretischem Wissen gibt es oft auch praktische Übungen. In Gesprächen kann man konkrete Fragen stellen und klären.

In einem E-Learning-Kurs sind die Teilnehmer meist gar nicht zur gleichen Zeit mit dem Kurs beschäftigt. Sie gehen das Material wann sie wollen, wo sie wollen und auf beliebigen Geräten (am PC, übers Smartphone oder Tablet) durch. Sie lernen Wissen – durch Videos, Bilder oder Texte – und können sich testen, indem sie ein Quiz ausfüllen. Viele Anbieter setzen auch kleine Spiele oder Szenarien-Tests ein, damit das Lernen leichter fällt.

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile

E-Learning wird in der Pflege bis jetzt noch nicht besonders häufig eingesetzt. Die Nachteile von Online-Programmen scheinen offensichtlich:

  • Man kann keine praktischen Übungen unter Anleitung vornehmen.
  • Man kann keine Rückfragen stellen.
  • Jeder muss die Disziplin aufbringen, seine Zeit selbst zu organisieren.
  • Für viele ist das Lernen am Computer nicht greifbar – also bleibt weniger im Kopf.
  • Die Teilnehmer können sich nicht untereinander austauschen oder voneinander lernen.

Deswegen scheint die Fortbildung am Computer in der Pflege wenig Zukunft zu haben. Es spricht aber auch viel dafür, E-Learnings auch hier einzusetzen:

  • Es müssen sich nicht alle Teilnehmer zur gleichen Zeit frei nehmen.
  • Man braucht keinen Raum.
  • Jeder kann den Stoff in seinem eigenen Tempo durcharbeiten und alles so oft wiederholen wie nötig.
  • Die Inhalte können stärker individuell angepasst werden.
  • Weil der Kurs nur einmal erstellt werden muss und dann verkauft werden kann, ist das Angebot meist günstiger als ein „Live-Coach“.

E-Learning kommt in der Pflege an

Zur Einführung des digitalen Lernens in der Pflege gibt es verschiedene Perspektiven. Die meisten Kommentare lassen sich darauf zusammenfassen, dass der Einsatz digitaler Medien für die Pflege-Fortbildung zumindest überdacht werden sollte. Es gibt aber auch konkrete Beispiele dafür, wie E-Learning in der Pflege funktionieren kann – zum Beispiel in der Dekubitusprophylaxe.

In der Pflege gilt dabei das gleiche Grundprinzip wie für andere E-Learnings auch: Die Verknüpfung mit realen Situationen macht den Unterschied zwischen vergeudeter Zeit und wertvollem Informationsgewinn.

Gelungene E-Learning-Angebote für die Pflege

E-Learning muss sich nicht auf die Arbeit am Tablet beschränken. Das Lernen am Computer, Tablet oder Smartphone kann aber beispielsweise die Vorbereitung für einen Workshop darstellen. Zum Beispiel wenn es um die wichtige Fortbildung für Intensivpflegekräfte geht.

Es ist gut, wenn jede Pflegekraft erst mal grundsätzlich (also theoretisch) versteht, was bei der Beatmung passiert, wieso Beatmung notwendig sein kann und welche Notfälle auftreten können. Das kann ein Lehrer vermitteln, oder jeder Teilnehmer an einer Fortbildung lernt für sich am Tablet. Videos, 3D-Animationen und sogar kleine „Reisen durch die Luftröhre“ in Form von Spielen oder Informationen kann man einzeln über einige Tage oder Wochen durchsehen. Die Teilnehmer prüfen ihr Wissen ins Tests zu den einzelnen Themen und Fragen.

Ausgerüstet mit diesem Grundwissen treffen sich alle Teilnehmer zu einem kürzeren Fortbildungstag. Dabei gibt es jetzt live an der Puppe und den Geräten nur noch eine Auffrischung des Wissens. Man spricht im Kontext darüber und alle können sich auf die praktische Anwendung konzentrieren.

So bleibt mehr Energie für die Anwendung des Wissens. Außerdem bleibt das Wissen länger im Kopf, weil es über einen längeren Zeitraum gelernt wurde. Gute E-Learning-Programme bieten auch Optionen zur Nachbereitung: Jeder Teilnehmer kann in Ruhe das Wichtigste noch mal durchgehen, wenn Zeit ist.

Noch in der Rente für die Rente pflegen und Flexirente nutzen

Rentnerinnen und Rentner sind von den Regelungen zu erhöhten Rentenansprüchen durch ehrenamtliche Pflege eigentlich ausgenommen – sie können die Pflege ja nicht „neben der Arbeit“ erbringen. Deswegen sieht es zunächst so aus, als könnten Menschen in voller Altersrente auch nicht davon profitieren, dass durch die sogenannte ehrenamtliche Pflege Rentenansprüche entstehen können.

Tatsächlich gibt es durch die Flexirente aber doch Möglichkeiten, die vor allem Rentner und Rentnerinnen mit niedrigem Einkommen nutzen sollten.

Flexirente bringt Möglichkeiten

Das Modell der sogenannten Flexi-Rente ermöglicht seit 2017 Rentnern und Rentnerinnen, neben der Rente zu arbeiten. Dafür wird mindestens 1 % der Rente gekürzt.

Durch die Arbeit verdienen „Flexirentner“ natürlich einerseits direkt Geld. Andererseits erhöhen sie durch diese Arbeit auch wieder ihre Rentenansprüche, denn in einem regulären Job zahlen sie weiterhin in die Rentenkasse ein. Sinn der Einführung der Flexirente war es, einen weicheren Übergang zwischen Arbeit und Rente zu ermöglichen. Wer sich noch fit fühlt, kann auch noch arbeiten und damit länger vorsorgen. So können ältere Menschen auch noch einige Lücken schließen, die sich vielleicht in ihrer Vorsorge ergeben haben.

Neu erworbene Ansprüche gelten jeweils ab sofort auch für die laufende Altersrente, werden aber nur jährlich aktualisiert (und rückwirkend ausgezahlt).

Pflegen in der Rente

Wer bereits in Altersrente ist, kann auf die Flexirente umsteigen und durch Pflege Ansprüche sammeln. Dazu müssen dann die gleichen Bedingungen erfüllt sein, wie bei anderen Pflegenden, die Rentenansprüche durch „ehrenamtliche“ Pflege sammeln.

Kurz gefasst: Die Pflege muss regelmäßig (mindestens 10 Stunden in der Woche in mindestens 2 Monaten im Jahr), unentgeltlich (also nicht beruflich) und für eine pflegebedürftige Person (mit Pflegegrad 2 oder höher) erfolgen. Die vollen Bedingungen finden Sie in unserem Artikel zu Rentenansprüchen durch Pflege.

Typisch ist der Fall einer Frau, die selbst keine hohe Altersrente bezieht. Sie pflegt ihren Mann, Nachbarn oder einen guten Freund. Weil sie dafür nicht bezahlt wird, kann sie überlegen, auf 1 % ihrer Rente zu verzichten und dafür höhere Rentenansprüche zu erwerben.

Rentenansprüche in der Flexirente erhöhen

Der große Vorteil des Modells ist, dass man höhere Rentenbeiträge sammelt. Wird man zum „Flexirentner“, hat man ja wieder „Arbeitszeit“, die durch Pflege aufgefressen werden kann. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden also von der Pflegekasse gezahlt und erhöhen die monatlichen Rentenansprüche.

In der Praxis werden die aufgehäuften neuen Rentenansprüche jeweils im Juni eines Jahres für die letzten zwölf Monate ausgezahlt. Der Stand der Rente wird aber auch aktualisiert und ab sofort wird der höhere Betrag monatlich ausgezahlt. Wer weiter pflegt, erhöht auch im nächsten Jahr wieder seine Ansprüche und kann sich auf ähnliche Auszahlungen und Erhöhungen freuen.

Die Beträge sind zwar nicht enorm – zwischen 5 und 30 Euro pro Monat – aber können gerade für Menschen mit geringer Rente einen großen Unterschied ausmachen.

Für wen lohnt sich Pflegen in Flexi-Rente?

Für das laufende Jahr „lohnt“ sich der Umstieg, wenn die mögliche Erhöhung der Rentenansprüche mehr als ein Prozent der aktuellen Altersrente beträgt.

Insgesamt kann sich der Umstieg aber auch lohnen, wenn die Beträge sich nur knapp unterscheiden. Denn die zusätzlich erworbenen Ansprüche gelten lebenslang.

Ein Beispiel:

Herr Müller aus Dortmund bekommt eine Altersrente in Höhe von 710 €. Seine alte Nachbarin hat Pflegegrad 2 und Herr Müller teilt sich die Pflege mit einem Pflegedienst. Die Leistungen der Pflegekasse werden auch aufgeteilt in Pflegesachleistungen und Pflegegeld. Er pflegt seine Nachbarin für fünf Jahre. Danach zieht sie in ein Pflegeheim.

Wir ignorieren hier Veränderungen der Rente aus anderen Gründen.

Herr Müller bleibt bei seiner Rente

Wenn er weiterhin nur Rentner bleibt, bleiben seine Ansprüche jedes Jahr bei 710 €.

Herr Müller wird Flexirentner

Wenn Herr Müller Flexirentner wird und auf 1 % seiner Bruttorente verzichtet, sind das 7,10 €. Für die Pflege erwirbt er allerdings nur Rentenansprüche in Höhe von 7,09 €.

Trotzdem entscheidet er sich für das Modell. Wenn wir ignorieren, dass die erworbenen Ansprüche auch rückwirkend für das Jahr ausgerechnet und ausgezahlt werden, bekommt er im ersten Jahr nur 702,90 pro Monat. Im zweiten Jahr sind es allerdings schon 709,91 €, im dritten 716,94 €, im vierten 730,98, im fünften 730,98 und nach fünf Jahren hat Herr Müller seine Rentenansprüche auf 745,45 erhöht.

Rentenansprüche durch Pflege

Für viele kann sich der Umstieg auf die Flexirente vor allem langfristig lohnen. Wer absehen kann, dass er noch für eine Weile pflegen wird oder auch danach noch länger Rente bezieht, sollte das Modell auf jeden Fall für sich durchrechnen.

Ansprechpartner dafür sind die Rentenversicherung und die Pflegeversicherung. Bei der Planung von geteilter Pflege oder Übernahme aller Pflegesachleistungen durch uns, sind wir aber auch gerne für Sie da!

 

Crowdfunding: Gemeinschaft außerhalb vom Gesundheitssystem?

Crowdfunding könnte auch in der Pflege immer mehr Raum einnehmen. Denn das Gesundheitssystem ist nicht nur an vielen Stellen überlastet, es hat vor allem auch den Ruf eines überlasteten Systems: Viele Menschen erwarten keine schnelle Reaktion oder gute Entscheidung mehr von ihrer Krankenkasse. Auch der Zweifel an der Kompetenz von Ärzten und anderen Experten der Gesundheits- und Pflegebranche steigt.

Crowdfunding als Reaktion auf Gesundheits- und Bankensysteme

Die Folge: Viele Menschen wenden sich für schnelle Hilfe an die „Community“ oder „Crowd“ – also die Gesellschaft. Aber nicht über das klassische System der Krankenkassen, in die alle einzahlen, die können, und von der alle profitieren, die müssen. Sondern über Spendenaufrufe im Internet, bei denen Geld für die Therapien von Privatleuten gesammelt wird. In Amerika, wo kranke Menschen sich auf gar kein System verlassen können, ist dieser Trend noch ausgeprägter.

Eine andere Form von Crowdfunding betrifft die Entwicklung von medizinischen Geräten oder Hilfen zur Pflege. Dabei geht es den Unternehmern meist darum, die Finanzierung für ein Projekt zu sichern, für das sie sonst einen Kredit bei einer Bank aufnehmen würden. Während die Beurteilung der Tragfähigkeit von Projekten durch Banken langsam und oft sehr kritisch erfolgt, lassen sich private Investoren leichter durch schöne Videos überzeugen.

Risiken und Folgen von Crowdfundingprojekten

Crowdfunding läuft gerade in der Gesundheitsbranche nicht immer gut. In Amerika gibt es eine ganze Reihe von Beispielen für Crowdfundingaufrufe, die sich auf Therapien beziehen, die nicht oder nur in den wenigsten Fällen funktionieren. Das vergeudet Geld und unterstützt gleichzeitig Irrvorstellungen. Viele Menschen werden von den Spendenaufrufen, die beispielsweise homöopathische Therapien für ernsthafte Erkrankungen wie Krebs beschwören, beeinflusst. Auch wenn sie selbst nichts spenden, glauben sie den Versprechungen der Spendensammler. Sie wenden sich mit ihrer ernsthaften Krankheit dann nicht mehr an echte medizinische Experten.

Auch besteht natürlich ein größeres Risiko für Investoren bei Finanzierungsprojekten im Gesundheitsbereich. Unternehmen, die keine Finanzierung von Banken bekommen, haben oft kein überzeugendes Konzept ausgearbeitet. Sie wollen eine Idee verfolgen, aber nicht viel Zeit in die Vorbereitung investieren. Oder sie sind mit ihrem Konzept bereits bei Banken gescheitert.

Viele der Projekte scheitern auch im Crowdfunding – auch wenn es um Pflege-Themen geht.

Crowdfunding in der Pflege kann funktionieren

Diverse Medizinprojekte werden erfolgreich Crowd-finanziert und dann durchgeführt. Anlageprojekte gibt es nicht nur auf Indie-Finanzierungsseiten wie kickstarter, sondern auch Seiten aus Deutschland, die sich auf klare Finanzierungsprojekte spezialisiert haben. Unter den Angeboten von kapilendo.de finden sich viele Projekte – darunter einige in der Pflege, im Medizintechnikbereich und für Gesundheitsvorsorge.

Crowdfunding für die Pflege kann aber auch funktionieren! Dabei muss nicht immer das Internet die wichtigste Rolle spielen. 2016 haben beispielsweise Pflegekräfte aus unserem Pflegedienst gemeinsam mit einer Familie eine Spendenaktion aufgebaut, um Geld für eine winterfeste Rampe für eine Patientin zu sammeln.

Zusatzrente für pflegende Angehörige: Wissenswertes für mehr Geld

Pflegende Angehörige können zusätzliche Ansprüche für ihre eigene Rente aufbauen. Das ist wertvolles Wissen für die vielen Menschen, die ganz oder teilweise die Pflege von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn übernehmen. Denn anders als in anderen Fällen gelten hier nicht so scharfe Grenzen zur Beziehung zwischen Pflegepersonen und Patienten.

Pflegende Angehörige können höhere Rentenansprüche aufbauen

Wer regelmäßig relativ viel Zeit mit der Pflege einer Person verbringt und nebenbei nicht Vollzeit arbeitet, kann Rentenansprüche erwerben.

Einerseits in Form von „Wartezeit“, also Jahren, die als Arbeitszeit gelten. So können auch Menschen, die vorübergehend ihre normale Arbeit aussetzen, um ein Familienmitglied zu pflegen, weiter Rentenansprüche sammeln. Wer früher ein Jahr bei der Arbeit pausiert hat, um ein Familienmitglied zu pflegen, das durch Unfall, Krankheit oder Alter pflegebedürftig geworden ist, hat dieses Jahr für seine Rentenansprüche verloren – statt mit 65 konnte die Person also erst mit 66 volle Altersrente bekommen. Jetzt zählt die Pflegezeit wie Arbeitszeit.

Der zweite Bonus ist ein kleiner Beitrag zur Altersrente: Je nach Pflegegrad wird angenommen, dass die Pflege einer Tätigkeit mit einer Entlohnung von 562,28 bis 2 975 Euro entspricht, und die pflegende Person verdient die entsprechenden Rentenbezüge. Je höher der Pflegegrad, desto höher die Ansprüche. Am meisten gibt es, wenn die pflegende Person die Pflege allein übernimmt.

Die Voraussetzungen für Rentenansprüche für Pflegende

Pflegende, die die Zuschüsse „verdienen“ möchten, müssen einige Voraussetzungen erfüllen. Die beziehen sich teilweise auf sie selbst, teilweise auf den Patienten oder die Patientin.

  • Die pflegebedürftige Person hat mindestens Pflegerad 2 und deswegen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung.
  • Die pflegebedürftige Person darf von einem Pflegedienst oder rein privat gepflegt werden – das hat nur Auswirkungen auf die Höhe der Ansprüche.
  • Die pflegende Person ist nicht beruflich, erwerbsmäßig mit der Pflege der pflegebedürftigen Person beschäftigt. (Pflegekräfte dürfen aber außerhalb ihrer Tätigkeit „ehrenamtlich“ (also ohne Bezahlung) eigene Freunde, Familie oder Nachbarn pflegen)
  • Die Pflege umfasst mindestens 10 Stunden pro Woche in häuslicher Umgebung.
  • Sie passiert an mindestens zwei Tagen in der Woche.
  • Die Pflege dauert mindestens 2 Monate im Jahr.
  • Die Pflegende Person arbeitet in ihrem Beruf maximal 30 Stunden in der Woche.
  • Die Pflegende Person lebt in Deutschland, in der EU oder in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz.

Ausnahmen von der Rentenversicherung

Es gibt auch freiwillige Pflegende, die die Regelung nicht in Anspruch nehmen können. Das sind insbesondere Kinder unter 15 Jahren (sie können noch nicht arbeiten, also können sie die Pflege auch nicht auf Kosten ihrer Arbeitszeit ausüben). Außerdem alle, die die freiwillige Pflege im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres, des Bundesfreiwilligendienstes oder wegen einer Ordenszugehörigkeit ausüben – hier gelten andere Regelungen.

Eine weitere Gruppe, die grundsätzlich von der Regelung ausgenommen wäre, sind Pensionäre und Rentner, die selbst bereits die volle Altersrente beziehen. Auch sie sind von der Regelung ausgenommen, weil sie keine Arbeitszeit haben, von der die Pflegezeit abgeht.

Es gibt aber auch für Rentner die Möglichkeit, von der Pflege während der Rente zu profitieren und weitere Ansprüche zu sammeln – dazu mehr in zwei Wochen!

Der Weg zur Zusatzrente

Die Anrechnung der Ansprüche funktioniert fast automatisch – es genügt, sich bei der Pflegekasse zu melden. Weitere Fragen beantwortet auch die Rentenversicherung unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1000 4800.

Wenn Sie bei der Pflege Hilfe benötigen, planen wir mit Ihnen gemeinsam auch gern, wie Sie die Pflege am besten gestalten. Wie viele Stunden pro Woche können und wollen Sie pflegen? Was möchten Sie dabei tun und welche Aufgaben können Sie uns überlassen?

Egal, ob wir schon für Sie tätig sind, oder Sie gerade noch nach einem Pflegedienst suchen: Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir finden mit Ihnen die beste Lösung für Sie!

 

Depression durch Überlastung – pflegende Angehörige sind oft überfordert

Die Pflege der eigenen Angehörigen ist nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch eine außerordentliche Belastung für pflegende Angehörige. Von den rund 3,3 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden weniger als ein Viertel stationär gepflegt. Und über 90 % der ambulant betreuten Pflegefälle werden – teilweise oder ausschließlich – vom größten „Pflegedienst“ der Nation versorgt: den eigenen Angehörigen.

Eine Situation, die das Leben der Angehörigen oft auf dramatische Art und Weise schlagartig verändert. Zum einen durch die enorme körperliche Belastung, zum anderen auf der seelischen Ebene: durch großen psychischen Druck, radikale Veränderung des Alltagslebens und fehlender Unterstützung in der Pflegesituation. Die Folge ist oft ein Burn-Out oder Depressionen.

 

Weniger Selbstbestimmung im Alltag

Wird plötzlich oder schleichend ein Familienmitglied pflegebedürftig, ändert sich für die pflegenden Angehörigen viel. In besonders extremen Fällen bestimmt die Pflege bei den Angehörigen „das ganze Leben“.
Während Angehörige durch die emotionale Bindung zur pflegebedürftigen Person auf der einen Seite besonders hingebungsvolle Pflege verüben, leidet der Job und das Familienleben unter dem Zeitmangel.

Viele müssen ihre Arbeit reduzieren oder sogar ganz aufgeben, nur etwa 20 % der pflegenden Angehörigen arbeitet zusätzlich noch in Vollzeit. Denn rund die Hälfte der pflegenden Angehörigen investiert mehr als zwölf Stunden am Tag in die Pflege.

 

Depression rechtzeitig erkennen

Weltweit leiden rund 350 Millionen Menschen an Depressionen – und pflegende Angehörige werden etwa um zehn Prozent häufiger wegen psychischer Leiden behandelt als die übliche Bevölkerung. Der schleichende Beginn einer Depression wird von ihnen oft nicht bemerkt, da meist der Patient im Mittelpunkt steht und weniger der Pflegende.

Meist empfinden Angehörige die Zeichen der Depression als „Nebenwirkung“ der Gesamtsituation. Schließlich leiden sie „aus gutem Grund“ an Schlafmangel, fühlen starken Druck und leiden an Überforderung. Die Folgen, Müdigkeit, Hoffnungslosigkeit oder Traurigkeit, scheinen nicht wie eine „Krankheit“, sondern die passenden Gefühle zur Situation. Das sind sie auch.

Eine Depression ist keine „verrückte“ oder absurde Reaktion auf eine belastende Situation. Genausowenig ist eine Erkältung eine „verrückte“ Reaktion auf Kälte, Bakterien und Stress.

Depression oder „nur Stress“?

Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob eine Situation noch „nur Stress“ oder schon Depressionen auslöst. Die Betroffenen sind in einer belastenden Situation. Sie sehen „per Definition“ nicht unbedingt klar.

Ein erstes Kriterium ist Zeit: Wer für eine Woche besonders gestresst ist und sich danach wieder erholt, hat eher „nur“ Stress erlebt. Die Erholung ist wichtig und notwendig. Eine Depression ist meist längerfristig und Erholung scheint kaum noch zu helfen. Selbst wenn Betroffene einige Tage auf der Couch liegen oder durchschlafen können, fühlen sie sich dadurch nicht erholter oder besser.

Oft erkennen andere die Anzeichen eher. Denn viele depressive Menschen „verlernen das Lachen“ oder wirken dabei freudlos. Oder auch ständig unruhig aber ziellos. Viele Betroffene unternehmen erst dann etwas, wenn sie durch die Menschen in ihrem Umfeld aktiv auf Veränderungen und die möglichen Zusammenhänge zu einer Depression aufmerksam gemacht werden.

Hilfsangebote durch Pflegekurse

So mahnte die Präsidentin des deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Professor Christel Bienstein, in einer Stellungnahme zum aktuellen Pflegereport mehr Entlastung und Unterstützung für pflegende Angehörige an. Auch Krankenkassen zeigen sich engagiert. So bietet die DAK neuerdings einen kostenlosen online-Pflegekurs an, um es den Angehörigen im hektischen Alltag einfacher zu gestalten, an Unterstützung zu gelangen.

In Zukunft sollen außerdem überflüssige bürokratische Hürden verringert werden, um Angehörige frühzeitig zu entlasten.

Dabei soll die Last der Pflege weiterhin voll auf den Schultern der Angehörigen bleiben?

Über sieben Prozent der pflegenden Angehörigen denken darüber nach, die Pflege einzustellen. Weitere sechs Prozent wollen nur bei Erhalt zusätzlicher Unterstützung weiter pflegen. Auf der anderen Seite greifen aktuell nur die wenigsten auf existierende Hilfsangebote, wie z.B. kostenlose Pflegekurse, zurück. Maßgeblich, weil ihnen die Zeit dazu fehlt. In den meisten Fällen kümmern sich die pflegenden Angehörigen daher erst dann um Entlastungsmöglichkeiten, wenn es ihnen selbst durch die psychische Belastung bereits schlecht geht.

 

Echte Hilfe bei der Pflege

Alle Angehörigen können bei der Pflege echte Hilfe in Anspruch nehmen. Pflegedienste „übernehmen“ nicht einfach die gesamte Pflege.

Wir besprechen mit Ihnen genau, welche Aufgaben Sie gern abgeben möchten und welche Sie weiterhin selbst übernehmen können. Und wir sind flexibel: Bevor Sie richtig krank werden, können Sie die eigene Pflege auch für einige Wochen auf ein Minimum reduzieren. Wenn Sie erholt sind und Zeit hatten, die Pflege neu zu überdenken, können Sie wieder mehr Aufgaben übernehmen.