Kombinationsleistungen – was ist das?

Die Kombinationsleistungen der Pflegeversicherung sind nicht allen bekannt, die eigentlich Anspruch darauf haben. Dabei können einige Menschen mit Pflegegrad über die Regelungen zu Kombinationsleistungen zusätzlich Geld bekommen.

Kombinationsleistungen von der Pflegeversicherung bedeuten, dass man sowohl Pflegegeld als auch Pflegesachleistungen bekommt – die beiden Leistungen also kombiniert. Das funktioniert, wenn Angehörige einige Pflegeaufgaben selbst übernehmen und andere von einem Pflegedienst durchgeführt werden.

Was sind ambulante Pflegesachleistungen und Pflegegeld?

Pflegesachleistungen sind alle Leistungen durch einen ambulanten Pflegedienst durchgeführt werden – man kann sich merken „Leistungen in Sachen Pflege“.

Pflegegeld ist ein monatlicher Betrag, den ein Pflegebedürftiger Mensch bekommen kann, wenn seine Angehörigen ihn oder sie pflegen. Das Geld soll sie für ihren zusätzlichen Aufwand entschädigen können.

Jeder pflegebedürftige Mensch bekommt einen Pflegegrad – je mehr Hilfe er oder sie benötigt, desto höher der Pflegegrad. Und je höher der Pflegegerad, desto höher die Ansprüche.

Bei Pflegegrad 1 gibt es nur Anspruch auf den Entlastungsbetrag und Beratung. Danach gilt:

  • Pflegegrad 2: 689 Euro oder 316 Euro Pflegegeld
  • Pflegegrad 3: 1298 Euro oder 545 Euro Pflegegeld
  • Pflegegrad 4: 1612 Euro oder 728 Euro Pflegegeld
  • Pflegegrad 5: 1995 Euro oder 901 Euro Pflegegeld

 

Kombinationspflege durch Kombinationsleistungen

Kombinationsleistungen bedeuten: Man muss sich nicht eindeutig zwischen Pflegesachleistungen und Pflegegeld entscheiden, sondern kann beides kombinieren.

Wer nur 75 % der Pflegesachleistungen in Anspruch nimmt, kann noch 25 % vom Pflegegeld bekommen.

Beispiel: Frau A. hat Pflegegrad 2. Ihre Familie teilt sich die Aufgaben mit dem Pflegedienst, deswegen arbeitet der Pflegedienst für 482,30 €. Frau A. nimmt also 70 % des ihr zustehenden Betrags für Pflegesachleistungen in Anspruch.
Wenn sie einen Antrag auf Kombinationspflege stellt, erhält sie 30 % vom Pflegegeld: monatlich 94,80 €.

Wie Sie Kombinationspflege beantragen

Jetzt wo Sie wissen, was Kombinationsleistungen der Pflegeversicherungen sind, bleibt nur noch, die Kombinationspflege zu beantragen. Wenn Sie nicht genau wissen, ob Sie die Pflegesachleistungen voll ausschöpfen, fragen Sie bei Ihrem ambulanten Pflegedienst nach!

Wenn Sie gerade keine Auskunft erhalten können, oder die Leistungen monatlich stark schwanken, können Sie die Kombinationspflege trotzdem beantragen. Wenn die Pflegesachleistungen voll ausgeschöpft werden, erhalten sie dann einfach kein Pflegegeld.

Dazu müssen Sie beiden Krankenkassen einen einfachen Antrag stellen. Dafür genügt ein relativ formloses Schreiben, in dem Sie erwähnen:

  • Name, Adresse, Pflegeversicherungsnummer und Geburtsdatum des Versicherten
  • Bitte stellen Sie mit sofortiger Wirkung die Pflegeregelung auf Kombinationsleistungen um.
  • Monatlich werden zurzeit ___ Euro für Pflegesachleistungen eingesetzt.“ ODER „Ich kann nicht abschätzen, wie genau das Verhältnis zwischen Pflegesachleistungen und Pflegegeld aussieht.

Sie können Kombinationspflege bei vielen Versicherungen auch telefonisch beantragen. Halten Sie dann die oben genannten Informationen einfach bereit.

Hilfe bei Kombinationspflege

Manchmal überlegen Patienten auch andersrum. Sie erhalten bisher nur Pflegegeld und möchten jetzt zusätzlich die Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch nehmen. Das Pflegegeld setzen Sie bis jetzt ein, damit ein Angehöriger an drei Tagen in der Woche die Fahrtkosten bezahlen kann, es bleibt aber etwas übrig. Jetzt suchen sie Unterstützung, die sie von diesem übrigen Betrag bezahlen können.

Ein Pflegedienst kann Ihnen dabei helfen, diese Rechnung ohne Risiko durchzuführen. Sind Sie gerade auf der Suche nach einem Pflegedienst, der Ihnen hilft? Sprechen Sie uns gerne an. Wir gehen mit Ihnen und Ihren Angehörigen alle Möglichkeiten durch und beraten Sie dazu, welche Leistungen Sie von uns in Anspruch nehmen wollen.

Ambulante Pflege: Das ändert sich 2019

Mit Beginn des neuen Jahres stehen einige Änderungen an, die die Pflege betreffen. Große, positive Änderungen sind noch nicht in Sicht – aber viele Kleinigkeiten, die viel Einfluss haben könnten.

Pflegestärkungsgesetz mit Reformen für Pflegeheime und Krankenhäuser

Die Bundesregierung konzentriert sich in ihren Reformen zunächst auf Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen – und wir sind noch skeptisch gegenüber Behauptungen, diese Änderungen liefen nicht zu Lasten der ambulanten Pflege. Beispielsweise gibt es in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zukünftig verbindliche Untergrenzen für den Pflegeschlüssel, der diese Einrichtungen dazu bringen wird, unbedingt Pflegepersonal anziehen zu müssen (und gleichzeitig aller Voraussicht nach trotzdem nichts nützt).

Änderungen für die ambulante Krankenpflege

Vorerst verlautet von offizieller Seite zu Änderungen für die ambulante Krankenpflege  allerdings nur: Wegezeiten sollen besser honoriert werden und Krankenkassen müssen Tariflöhne in der häuslichen Krankenpflege akzeptieren.

Außerdem sollen Pflegekräfte leichter an Kinderbetreuungsplätze kommen können, die zu ihren Arbeitszeiten passen und beispielsweise auch Nachtschichten abdecken. Konkrete Förderung gibt es auch hier aber nur für Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen.

Erhöhte Beiträge in die Pflegekasse

Die Beiträge zur Pflegeversicherung steigen 2019 um 0,3 Prozent – also auf 2,85 % des Bruttoeinkommens. Auch dieser Anstieg soll helfen, die steigenden Kosten der Pflege zu decken. Wie üblich werden die Beträge zwischen Arbeitnehmer und -geber aufgeteilt.

Gleichzeitig sinken übrigens geplant die Beiträge für Arbeitslosen- und Krankenversicherung, sodass insgesamt für viele Arbeitnehmer mehr vom Bruttogehalt übrigbleibt.

Mehr Digitalisierung

Die Bundesregierung möchte außerdem die „Digitalisierung“ der Pflege weiter vorantreiben. Da Digitalisierung zur Zeit ein Lieblings-Schlagwort der Politik ist, und auch alles Mögliche andere „digitalisiert“ werden soll, weiß man noch nicht, was genau das wohl heißen soll.

Einige Möglichkeiten der Digitalisierung der Pflege hatten wir im Blog ja bereits angesprochen. Ausgereift ist davon noch keine, aber vorerst geht es wohl auch darum, mehr Energie in den Ausbau zu stecken. Inwiefern die Einsparung von Verwaltungsschritten tatsächlich die Pflegedienste so stark entlastet, dass fehlende 100 000 Stellen aufgefangen werden können, wird sich zeigen.

Der Entlastungsbetrag: Wieviel, wozu und wie?

In Kürze: Den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich können Pflegebedürftige (Pflegestufe 1-5) für Pflegeleistungen nutzen. Er kann mit Beträgen für Pflegesachleistungen kombiniert werden und kann bis zum Juni des Folgejahres angespart werden.

Wer bekommt den Entlastungsbetrag?

Jede Person mit Pflegestufe 1 bis 5 bekommt den Entlastungsbetrag.

Dafür müssen Sie zunächst Pflege beantragen, um eine Pflegestufe zu erhalten. Wir erklären Ihnen hier, wie Sie den Antrag auf Pflege stellen.

Wie hoch ist der Entlastungsbetrag?

Der Entlastungsbetrag beträgt 125 €.

In einigen Ausnahmefällen können Ansprüche fortgesetzt werden, die vor der Umstellung auf Pflegestufen bestanden. Dann bekommen Betroffene 208 Euro, wenn Sie durch den Wechsel in die Pflegestufen nicht mindestens 83 Euro mehr erhalten als zuvor.

Wie funktioniert der Entlastungsbetrag?

Der Entlastungsbetrag steht Pflegebedürftigen ohne besonderen Antrag zu. Sie können also jeden Monat Leistungen über 125 € in Anspruch nehmen und dadurch bezahlen.

Meistens funktioniert das so, dass Patienten eine Leistung erst selbst bezahlen und dann die Rechnung an Ihre Pflege-/Krankenkasse schicken. Die erstattet den Betrag dann.

Viele Pflegedienste (oder andere Anbieter) können auch direkt mit den Pflegekassen abrechnen. Dann müssen Sie als Patient eine Abtretungserklärung unterschreiben. Die erlaubt dem Anbieter, die Rechnung direkt an die Pflegekasse zu schicken.

Bei uns funktioniert das auch – fragen Sie einfach nach!

Kann man sich den Entlastungsbetrag auszahlen lassen?

Nein, der Entlastungsbetrag ist nur für Leistungen vorgesehen. Die werden damit bezahlt.

Wenn man aber selbst eine Leistung bezahlt und die Rechnung einreicht, bekommt man das Geld von der Pflegekasse erstattet und direkt überwiesen. Deswegen sagen manche Menschen, dass sie den Entlastungsbetrag auf ihr Konto erhalten.

Wozu gibt es den Entlastungsbetrag?

Was kann man mit dem Entlastungsbetrag also bezahlen? Sie können nicht einfach alle Rechnungen einreichen, sondern nur die für bestimmte Leistungen.

Dazu zählen:

  • Tages- und Nachtpflege
    • Dabei insbesondere auch die sogenannten „Hotelkosten“, also die Kosten für Unterkunft, Mahlzeiten und Investitionskosten
  • Kurzzeitpflege
  • Angebote zur Unterstützung im Alltag. Dazu zählen insbesondere:
    • Haushaltsnahe Dienstleistungen
    • Gruppenangebote zum gemeinsamen Singen oder Basteln
    • Bewegungsangebote
    • Gemeinsame Spaziergänge
    • Begleitung zum Arzt, zu Behörden oder zu anderen Terminen

Für Patienten mit Pflegestufe 1 (nicht für alle anderen!) kann der Entlastungsbetrag auch für körperbezogene Pflegeleistungen wie Waschen und Anziehen eingesetzt werden. Denn sie bekommen ja keine andere finanzielle Unterstützung für diese Leistungen.

Wie kann man den Entlastungsbetrag ansparen?

Der Entlastungsbetrag wird automatisch „angespart“: Wenn Sie in einem Monat keine 125 Euro verbrauchen, sondern nur 100, stehen die restlichen 25 Euro weiter zur Verfügung.

Das gilt bis zum Juni des Folgejahres.

Sie können also jeden Monat 125 € verbrauchen, abwechselnd 50 und 200 oder Sie sparen alle 18 Beträge an, um im Juni eines Jahres 2250 Euro zur Verfügung zu haben, wenn beispielsweise dann Angehörige im Urlaub sind.

Allgemein sollten Sie darauf achten, dass von Januar bis Juni zunächst alte Restbeträge verbraucht werden. Für gewöhnlich sollte ihre Pflegekasse das selbst erledigen. Sie können aber zur Sicherheit auch nachfragen. Sie können auch erfragen, welche Beträge Sie schon verbraucht haben und welche Ihnen noch zur Verfügung stehen.

Kann ich den Entlastungsbetrag für … nutzen?

Wenn Sie noch Fragen zum Entlastungsbetrag haben, beraten wir Sie gern – auch bevor Sie Pflegeleistungen von uns in Anspruch nehmen. Dann können Sie vor Ihrer Entscheidung sehen, was bestimmte Leistungen Sie kosten werden und wie Sie diese Leistungen finanzieren können.

Kontaktieren Sie uns bei Facebook, telefonisch oder über unser Kontaktformular!

 

Gewalt in der Pflege – Was können Pflegekräfte dagegen tun?

Gewalt gegen ältere Menschen und in der Pflege ist ein ernstzunehmendes Problem und gleichzeitig oft ein Tabu. Gerade bei Patienten mit psychischen Problemen kommt es oft auch zu Gewalt gegenüber den Pflegenden. In diesem Artikel soll es allerdings darum gehen, wie Pflegende damit umgehen können, wenn Sie Gewalt in der Pflege mitbekommen.

Gewalt ist in der stationären Pflege nach Statistiken ein größeres Problem als in der ambulanten Pflege. Sie kommt in der ambulanten Pflege oft aber gerade auch durch Angehörige vor. Der häufigste Grund dafür ist Überlastung – die Pflegenden werden gereizt, ungeduldig oder aggressiv, weil sie erschöpft sind. Manchmal werden pflegebedürftige Menschen aber auch von Angehörigen misshandelt, die aus anderen Gründen zu Gewalt neigen.

Professionelle Pflegekräfte vom Pflegedienst bemerken diese Situationen vielleicht. Auch wenn es sozial schwierig ist: hinsehen, ansprechen und helfen gehören zu unseren Pflichten!

Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen erscheint in vielen Formen

Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen kommt in vielen Formen vor. Unter dem Titel „Gewalt fängt nicht beim Schlagen an“ läuft die Kampagne #pflegeohnegewalt – zwar zur Zeit nicht mehr sehr aktiv, aber immer noch aktuell.

Gewalt in der Pflege kann sich auf folgende Arten äußern:

  • Körperliche Gewalt und Schmerzen – Auch dabei gilt nicht erst Schlagen als Gewalt. Auch Waschen mit zu heißem oder kaltem Wasser kann Schmerzen verursachen, ebenso wie ruppige Bewegungen.
  • Vernachlässigen und unterlassene Hilfe – Pflegebedürftige werden nicht ausreichend versorgt und leiden zum Beispiel an Hunger oder Durst, werden medizinisch nicht ausreichend versorgt oder werden nicht gewaschen.
  • Psychische Gewalt – Pflegende nutzen ihre Machtposition und behandeln die pflegebedürftige Person wie ein Kind, ignorieren sie, reden betont „von oben herab“ mit ihnen oder gleich über ihren Kopf. Es kann auch zu Beschimpfungen und Streit kommen.
  • Freiheitsentziehende Maßnahmen – besonders oft kommt es vor, dass pflegebedürftige eingesperrt oder ruhig gestellt werden. Durch Fesselung oder Medikamente.
  • Finanzielle Gewalt – Wenn der pflegebedürftigen Person jede finanzielle Eigenständigkeit entzogen wird, verschafft sich der Pflegende damit mehr Macht und der Patient oder die Patientin wird hilflos.

Gewalt erkennen

Pflegekräfte sind oft in Familien zu Gast. Sie besuchen als ambulante Pflegekräfte allein lebende Patienten, Paare und Familien. Dabei versuchen wir im Allgemeinen, nicht zu stören – die Privatsphäre von Patienten und ihren Angehörigen soll erhalten bleiben, auch wenn der regelmäßige Besuch notwendig ist.

Dabei kann es sein, dass Pflegekräfte vom Pflegedienst Spuren von Gewalt sehen: am Körper des Patienten oder im Verhalten zwischen Patient und Angehörigen. Auch wenn diese Anzeichen nicht eindeutig scheinen, muss jede Pflegekraft sie unbedingt beachten.

Wer Gewalt direkt beobachtet, ist verpflichtet, die Pflegedienstleitung unverzüglich zu informieren und Maßnahmen zum Schutz der Pflegebedürftigen zu ergreifen. Bei schweren Fällen sollten professionelle Pflegekräfte auch unverzüglich die Verletzungen dokumentieren (auf der Seite findet sich auch ein Bogen, um auffällige Befunde bei der Pflege zu dokumentieren). In einer akut bedrohlichen Situation rufen Sie die Polizei!

Wer Gewalt befürchtet, sollte seine Beobachtungen ebenfalls festhalten. Jeder Mitarbeiter eines Pflegedienstes kann sich immer an die Pflegedienstleitung wenden und seine Beobachtungen schildern. Der Pflegedienst ist verpflichtet, diesen Hinweisen nachzugehen.

Kein schlechtes Gewissen

Auch wenn Sie die Gründe für Gewalt verstehen oder sehen können: Die Gewalt zu beenden hat oberste Priorität. Die Scham einer Person, die Gewalt anwendet, „entdeckt“ zu werden, ist nicht schlimmer als die Gewalt, die eine pflegebedürftige Person sonst weiter erleiden muss.

Manchmal sind sich Angehörige gar nicht bewusst, dass sie etwas „falsch“ machen. Manchmal wissen sie aber auch, dass etwas schiefläuft und wissen nicht, wie sie etwas ändern können. Als Pflegedienst können wir helfen und auf Hilfsangebote hinweisen. Wenn pflegende Angehörige gewalttätig werden, haben sie oft ein schlechtes Gewissen. Sie sind für die Ansprache und Hilfsangebote aber meist auch sehr dankbar.

Bleibt jemand uneinsichtig, wissen Sie erst recht, dass es dringend Zeit ist, Hilfe zu holen.

 

 

Zeit für gute Pflege: Bei uns im Alltag verankert

Zeit für gute Pflege – das ist eine Forderung, die Pflegedienste seit Jahren an Krankenkassen und das Gesundheitsministerium stellen. Denn viele Anbieter von Pflege wissen, dass gute Pflege Zeit kostet. Sie wissen aber nicht, wie sie diese Zeit finanzieren sollen.

Auch wir können nicht behaupten, dass die Kalkulationen dazu, wie lange Pflegeschritte dauern dürfen, in der Realität wirklich zum Ideal von Pflege mit Zeit und Herz passen. Mal eben schnell den Verband wechseln und schnell wieder los sprinten zum nächsten Patienten? Wie soll das funktionieren – und langfristig Spaß machen?

Denn Pflege ohne Zeit ist ein unerträglich anstrengender Job. Gute Bezahlung wäre super, aber viel wichtiger ist uns die Zeit, Pflege wirklich gut durchführen zu können.

Trotzdem: Zeit für Pflege muss sein

Im Born Gesundheitsnetzwerk legen wir in allen Pflegediensten Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter genug Zeit für die Pflege haben. Zum Wohl unserer Patienten, ihrer Familien und natürlich aller Pflegekräfte.

Auch wenn eine routinierte Pflegekraft eine Aufgabe in Minuten oder Sekunden durchführe könnte – ein Gefühl von Eile oder Stress gehört nicht in die Pflege. Stattdessen sollte Zeit da sein, damit die Aufgabe in Ruhe durchgeführt werden kann.

Wir finden, es muss Zeit da sein, damit Patienten oder Angehörige Fragen stellen können. Natürlich hat der Arzt schon bei 100 Patienten ein neues Medikament verschrieben, natürlich haben wir den Wechsel schon hunderte Male begleitet. Aber für jeden Patienten geht es um eine neue Erfahrung. Keine Erklärungen zu bieten macht Angst, und Angst verhindert jede Besserung.

Zeit muss auch da sein, damit man sich mal unterhalten kann – mit Patienten und Kollegen. Einerseits, damit alle wichtigen Informationen ausgetauscht werden können – gibt es was Neues? Gab es Vorfälle? -, andererseits aber auch, damit man sich persönlich begegnet. Unsere Pflege führen keine Roboter durch, sondern echte Menschen. Und die Begegnung miteinander darf Zeit kosten.

Wie funktioniert das?

Zeit für Pflege ist wie erwähnt knapp bemessen. Die Vorgaben auf dem Papier lassen manchmal glauben, es ginge um Zirkeltraining-Ideen und nicht die Pflege von kranken oder alten Menschen.

Im Born Gesundheitsnetzwerk können wir aber etwas mehr Zeit für gute Pflege bieten. Denn das Netzwerk ist groß und die Pflegedienste sind gut verknüpft. Wir verfügen über eine eigene IT-Abteilung, die allen Mitarbeitenden das Leben erleichtert. Die Verwaltungsstruktur im Netzwerk entlastet die einzelnen Pflegedienste – Teamleiter müssen nicht gleichzeitig IT-Genies, Verwaltungskünstler und Notfall-Pflegekräfte sein, sondern können sich auf ihre Arbeit konzentrieren. Dieses Prinzip setzt sich für jede Pflegekraft fort:

Wir haben Teams, in denen nicht mit „Mut zur Lücke“ geplant werden muss, sondern Luft zum Atmen.

Also alles Super?

Wir können auch nicht behaupten, durch diesen kleinen Puffer alle Probleme des Gesundheitssystems und der schlechten Finanzierung der Pflege zu lösen. Das sehen wir auch nicht als unsere Aufgabe.

Aber das Netzwerk spannt sich wie ein schützender Schirm über alle Mitarbeiter und verhilft ihnen so zumindest zu etwas mehr Zeit. Damit der Pflegejob (wieder) Spaß macht und man endlich in einem Team ankommt, in dem man bleiben möchte.

Lust auf Pflege mit Zeit?

Lust, auch wieder den Spaß an der Pflege zu entdecken? Wir freuen uns immer über neue Mitglieder im Team. Denn: Je mehr wir sind, desto leichter können wir füreinander einspringen und desto lauter ist unsere Stimme, wenn wir gemeinsam bessere Bedingungen erstreiten.

Wir haben viele freie Stellen auf unserer Webseite gesammelt, freuen uns aber auch über deine Nachricht per E-Mail oder auf Facebook oder natürlich einen Anruf!

 

Telemedizin als Zukunftsperspektive für die Pflege?

Eng verwandt mit dem Thema ist auch der Bereich Telemedizin. Sachsen ist dabei momentan ein besonders weit fortgeschritten arbeitendes Bundesland. Hier sind seit dem 1. September Ärztesprechstunden über das Internet möglich.

Die Vorteile des Checks aus der Ferne sind gerade in Sachsen und anderen Regionen außerhalb von Ballungszentren, dass Patienten aus ländlichen Regionen sich nicht immer zum Arzt kämpfen müssen.

In der Pflege könnten Fern-Besuche von Ärzten auch helfen, die Zusammenarbeit mit Fachärzten einfacher zu gestalten. Gerade für Intensivpflege-Patienten könnte Telemedizin eine Möglichkeit bieten, mehr Kontakt zu Ärzten bei weniger Aufwand für alle zu schaffen.

Entwicklung der Telemedizin

Telemedizin, also Medizin „aus der Ferne“ umfasst eine Reihe von Möglichkeiten. Dazu zählen beispielsweise Diagnose und Behandlungsverfahren.

Die ersten Ansätze der Telemedizin waren eher für Krisengebiete gedacht. Roboter sollten helfen, wo Menschen nicht hinkommen konnten. Beispielsweise zu Verschütteten in eingestürzten Gebäuden, aber auch zu Menschen, die in Kriegsgebieten isoliert sind.

Dabei bedeutete Telemedizin oft, dass ein Roboter vor Ort „Augen und Ohren“ eines Arztes sein konnte und der Patient oder ein Helfer die notwendige Erstversorgung vornehmen konnten. Manche der entsandten Roboter, die zum Beispiel vom Flugzeug abgeworfen werden sollten oder sich den Weg durch Geröll bahnen konnten, hatten auch Ausrüstung zur Versorgung vor Ort dabei.

Heute umfasst Telemedizin gerade in Europa und Nordamerika eher Ansätze, bei denen Ärzte aus der Ferne Patienten betreuen und nur in geringem Maße behandeln. Dabei können Ärzte andere Ärzte bei der Behandlung unterstützen: Beispielsweise kann ein auf bestimmte Krankheiten spezialisierter Hautarzt aus der Ferne konsultieren, wenn er einen Ausschlag über Videoübertragung ansehen kann.

In der aktuellsten Form geht es meist vor allem um „Fernsprechstunden“ von Ärzten für Patienten, die sie nicht erreichen können. Über Video-Telefonie können Ärzte ein Beratungsgespräch anbieten und eine erste Diagnose oder Behandlungsempfehlung geben.

Möglichkeiten der Telemedizin in der Pflege

In der Pflege kann Telemedizin natürlich nicht die Versorgung durch eine Pflegekraft ersetzen, genauso wenig wie eine vollständige körperliche Untersuchung durch einen Arzt durch Telemedizin ersetzt werden kann.

Es bestehen aber Möglichkeiten zur Verbindung von Telemedizin und Pflege.

In der ambulanten (Intensiv)pflege arbeiten wir beispielsweis eng mit Ärzten zusammen, die nicht mobile Patienten oft zuhause besuchen müssen. Diese Hausbesuche sind manchmal aus akuten Gründen nötig, oft aber routinemäßig angesetzt. Wenn kein besonderer Bedarf zu einer genauen körperlichen Untersuchung besteht, könnten Ärzte auch über Videotelefonie einige dieser Termine erledigen.

Durch die Anwesenheit von Pflegekräften beim Patienten könnten Ärzte sich auf ausgebildete Fachkräfte verlassen, die Fragen beantworten oder bei Untersuchungen helfen können.

Telemedizin und Pflege: Mehr als nur Datenschutz

In der Diskussion um Telemedizin in der Pflege wird erstaunlich häufig vor allem die Kontrolle über die eigenen Daten in den Vordergrund gestellt. Wichtig sei, dass Patienten die Kontrolle über ihre Daten behalten und selbst entscheiden, was mit der elektronischen Patientenakte passiert.

Sicherlich ist das ein entscheidender Punkt, aber die Diskussion geht dadurch an anderen Aspekten der Telemedizin vorbei. Die umfasst wesentlich mehr als die digitalisierte Verwaltung und Weitergabe von Patientendaten, über die so viel diskutiert wird.

Telemedizin kann eben auch die Versorgung von Patienten durch entfernt ansässige Ärzte bedeuten. Klar müssen dafür Daten weitergegeben werden. Aber der entscheidende Punkt ist die Diagnostik aus der Ferne.

 

Mehr als nur Zeitersparnis

Ja, Ärzte sparen durch diese Form der Konsultation Zeit – der Weg zum und vom Patienten entfällt beispielsweise. Aber auch für viele Patienten ist ein Arztbesuch Aufruhe und nicht immer notwendiger Stress.

Für Pflegekräfte kann die zusätzliche Aufgabe, bei der Untersuchung zu helfen, zusätzlich Zeit kosten. Andererseits können sie aber auch viel Zeit sparen und leichter Entscheidungen treffen.

Denn Ärzte, die via Telemedizin konsultieren, können dann auch bei konkreten Fragen kontaktiert werden. Wenn eine Pflegekraft eine gesundheitliche Veränderung bemerkt, könnte sie zukünftig direkt einen Arzt befragen: Muss die Medikation angepasst oder die Versorgung umgestellt werden? Statt zu warten, bis der Patient einen Termin hatte und von diesem die richtigen Antworten mitbringt, könnten Pflegekräfte sich mit Ärzten absprechen, ohne dass beide physisch am gleichen Ort sein müssen.

Gesetzgebung blockiert

Ein Hindernis, das der Telemedizin im Moment noch im Weg steht, sind uneinheitliche Vorgaben. Deutschland ist zwar bekannt für besonders viele Regelungen und Regelwerke. In der Vergangenheit ließ sich das Rechtssystem aber meist auf die betroffenen Bereiche gut anwenden: Industrie, Arbeitsrecht und selbst das Bildungssystem sind keine echten „Neuerungen“ für die Gesetzgeber. Auch in Sachsen gibt es bisher keine Erfolgsmeldungen, sondern eher Unzufriedenheit mit der Umsetzung.

Telemedizin und anderen Formen digitaler Medizin scheinen aber in eine andere Kategorie zu fallen. Aus der Entscheidungsschwäche entsteht ein Hin und Her, das zunächst moderne Formen der Versorgung in Begriffskonstrukte zwängen möchte. Bevor die Einteilung aller Innovationen in altbekannte Begriffe erfolgt ist, bleibt die Gesetzgebung wohl behäbig – und damit auch die Innovationsleistung.

Telemedizin in der Pflege hat noch einen langen Weg vor sich

Auch in der Pflege liegt dementsprechend noch ein langer Weg vor der Entwicklung der Telemedizin. Wir hier immer wieder betont, darf der Mangel an Fachkräften nicht kaschiert werden, indem weniger qualifizierte Menschen oder überhaupt nicht taugliche „Computerlösungen“ eingesetzt werden.

Trotzdem sehen wir gespannt in die Zukunft. Da, wo Technologie unsere Mitarbeiter entlasten kann, ohne an der Qualität der Pflege zu rühren, sind wir gern bereit, sie einzusetzen.

 

Haustiere für Pflegebedürftige Menschen

Haustiere gehören auch für viele pflegebedürftige Menschen zum Leben dazu. Und zwar nicht nur irgendein Haustier, sondern ihr eigenes – ein Hund, eine Katze, ein Vogel oder ein anderer treuer Begleiter. Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird und sich selbst nicht mehr so wie vorher um das Tier kümmern kann, muss das nicht das Ende der jahrelangen Freundschaft bedeuten.

Auch Ihr Haustier wird weiterhin versorgt, wenn Sie pflegebedürftig werden!

Tiere helfen dementen und pflegebedürftigen Menschen

Es gibt eine Reihe von Gründen dafür, wieso Tiere pflegebedürftigen Menschen allgemein und dementen Personen insbesondere helfen:

Auch wenn eine pflegebedürftige Person selbst nicht mehr alle Aufgaben rund um die Tierpflege übernehmen kann: Ein Tier hält aktiv. Wenn es nur darum geht, morgens aufzustehen und dem Tier sein Futter zu geben, statt lange liegen zu bleiben. Aber Tiere spielen auch gern oder sind gewohnte Ansprechpartner im Alltag – auch wenn der Dialog einseitig bleibt, erhalten Haustiere oft Aktivität und soziales Verhalten. Gleichzeitig kommunizieren Tiere oft auch nonverbal auf eine Art, die auch für demente Menschen lange zugänglich bleibt.

Neben ihrer anregenden Wirkung haben Tiere oft auch einen beruhigenden Effekt auf Menschen. Sie entspannen und bieten eine Konstante im Leben, auf die sich ihre Besitzer oft seit Jahren verlassen. Selbst ein neues Haustier kann den beruhigenden Effekt auf jemanden haben, der Tiere liebt.

Kürzlich wurde sogar ein Pflegeheim dafür ausgezeichnet, dass es den dementen Bewohnern die Möglichkeit gibt, mit Tieren umzugehen und einen hauseigenen „Streichelzoo“ betreibt.

Behalten Sie Ihr Tier – es wird versorgt!

In einigen Städten gibt es zusätzliche Aktionen als Unterstützung für ältere Menschen: Sie helfen ihnen, Haustiere solang wie möglich behalten zu können. Ein Beispiel dafür sind die Silberpfoten aus Berlin, bei der sich Freiwillige engagieren, indem Sie Hunde ausführen oder sich um die Haustierpflege zuhause kümmern.

Wer zuhause und nicht im Pflegeheim lebt, hat selten einen eigenen kleinen Zoo. Aber das geliebte Haustier sollte natürlich weiter dableiben – auch bei Patienten mit Demenzerkrankungen. Dafür kümmern wir uns um viele Aufgaben: Futter kaufen, Tierarztbesuche, Fellpflege, Katzenklo oder Stall reinigen. Sprechen Sie uns auf die Möglichkeiten an, die Versorgung Ihres Haustiers über den Entlastungsbetrag zu finanzieren.

Pflege zuhause bei Demenz

Die Pflege zuhause ist nicht nur für viele Menschen ein wichtiges Anliegen, die ihre Angehörigen zuhause pflegen möchten. Sie ist auch ein großes Thema für die Politik, die in häuslicher Pflege einen wichtigen Lösungsansatz für die möglichen Probleme durch den demographischen Wandel sieht.

Wenn der Mensch, der auf Pflege angewiesen ist, zusätzlich dement ist oder es langsam wird, dann bedeutet das auch für Angehörige und Pflegekräfte eine zusätzliche Herausforderung. Demente Menschen erleben enorme Schwierigkeiten in ihrem Alltag und es ist für andere psychisch und physisch nicht leicht, damit umzugehen.

Was Pflege bei Demenz bedeutet

Die Pflege zuhause für demenzkranke Patienten bedeutet, dass sie länger ihre emotionalen und sozialen Beziehungen in gewohnter Weise aufrecht erhalten können. Sie bleiben in vertrauter Umgebung und haben vertraute Bezugspersonen – das hilft.

Gleichzeitig ist das perfide an Demenz gerade auch das Vergessen: Auch jemand, der sein ganzes Leben in Dortmund verbracht hat und vielleicht die letzten 50 Jahre sogar in ein und der selben Wohnung gelebt hat, vergisst vielleicht mal den Weg nach Hause. Das kann gefährlich sein, aber es ist vor allem auch erschreckend und für viele Patienten peinlich.

Deswegen wird oft auch die Pflege zu einem Navigations-Kunststück. Viele Patienten mit Demenz haben wegen ihrer Gedächtnislücken Angst und werden wütend – auf die Krankheit, auf sich selbst und auf Bezugspersonen. Es wird schwierig, Probleme oder Hilfsbedürftigkeit anzusprechen, wenn jemand nicht zugeben möchte, dass er immer mehr Fehler macht.

Das ist gerade für Angehörige zuhause anstrengend. Sie sollten sich deswegen früh mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigen, sich von einem Pflegedienst unterstützen zu lassen.

Demenz früh erkennen und bei der Pflege berücksichtigen

Häufig erkennt man eine beginnende Demenz an bestimmten Symptomen, die als Vorzeichen gelten. Dabei gibt es natürlich Unterschiede – eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit beispielsweise kann auch bei Patienten auftreten, die starke Schmerzen haben.

Trotzdem bemerken pflegende Angehörige die ersten Zeichen einer Demenz meist als erstes. Sie haben viel mit dem Patienten zu tun und erkennen, wenn sich beispielsweise die Persönlichkeit einer geliebten Person verändert.

Ist diese Veränderung stark oder wird sie von starken Stimmungsschwankungen oder Teilnahmslosigkeit begleitet, sollten pflegende Angehörige unbedingt mit einem Arzt sprechen.

Ein anderes, meist von Demenz betroffenes Feld ist die Erinnerung der Patienten: Sie verlieren alltägliche Gegenstände (angefangen bei normaler „Schussligkeit“), vergessen dann Namen, Verabredungen oder sogar Personen und ihre Gesichter. Manchmal überschneiden sich alte und neue Erinnerungen und Patienten glauben sich in ihrer Lebenswelt als Kind.

Ein letzter wichtiger Bereich ist die kognitive Leistungsfähigkeit: Einfache Rechenaufgaben, aber auch Sprach- und Stimmverarbeitung bereiten den Patienten Schwierigkeiten.

Pflege für an Demenz erkrankte Menschen

Wer einen Angehörigen pflegt, bringt immer viel Zeit und Mühe für diese Aufgabe auf. Demenzerkrankungen stellen aber an alle Beteiligten zusätzliche Anforderungen. Beispielsweise weil Patienten wichtige Gegenstände „verstecken“ – sie legen sie beiseite und wissen dann nicht mehr wohin. Oder weil sie wütend reagieren, wenn man Probleme anspricht. Im fortgeschrittenen Stadium „wissen“ sie manchmal gar nicht mehr, dass sie etwas nicht alleine können. Einige Patienten beschimpfen auch diejenigen, die ihnen helfen wollen.

Bei der Pflege von an Demenz erkrankten Menschen ist vor allem viel Geduld gefragt. Einerseits, weil man häufig Dinge immer wieder wiederholen muss oder sich auch darauf einstellen muss, den immer gleichen „Fehler“ neu zu beheben. Andererseits, weil es von Seiten der Patienten nicht viel Einsichtsvermögen gibt. Gerade deswegen zermürbt die Pflege häufig Angehörige, die sich der Aufgabe angenommen haben.

Angehörige halten diese Belastung oft viel länger als nötig alleine aus.

Hilfe bei der Pflege von demenzkranken Patienten zuhause

Als Angehöriger können Sie sich jederzeit an uns wenden, um zu erfahren, wie wir Sie bei der Pflege unterstützen können. Egal, ob mit Demenz oder ohne, dauerhaft oder zur Vertretung. Oder auch, wenn Sie gern einfach noch jemanden hätten, der regelmäßig mit dem Patienten zu tun hat und Ihre Eindrücke bestätigen kann.

Kontaktieren Sie uns einfach über unser Kontaktformular oder gleich telefonisch unter 0231 555 78 40.

Langfristig finanzierbare Intensivpflege in Dortmund

Über die Intensivpflege wird auch in letzter Zeit wieder viel diskutiert. Während einerseits Standards hoch sein sollen, fehlt andererseits – wie so oft – das Geld. Auch Patienten und Angehörige fragen sich oft, wie sie Intensivpflege finanzieren sollen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten für intensivpflegebedürftige Patienten. In Dortmund bieten wir neben der Intensivpflege bei Patienten zuhause auch Plätze in unseren Intensivpflege-WGs an. Kurz „WoKo“ genannt sind mittlerweile zwei große Patienten-WGs in Dortmund etabliert. Wir kommen aber auch gern zu Ihnen nach Hause und übernehmen da die Pflege rund um die Uhr.

Welches Angebot für einen Patienten und seine Angehörigen das Richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab: Zeit, Raum und Persönlichkeit. Die Wahl ist also nicht einfach – muss aber nicht davon abhängen, wie viel Geld Sie haben.

Intensivpflege ist finanzierbar

Wenn Sie auf der Suche nach Intensivpflege sind, sorgen Sie sich eventuell auch um die Finanzierung – wer soll die Rundumbetreuung bezahlen, die Hilfsmittel und die Medikamente?

Wer gesetzlich versichert ist, wendet sich an die Kranken- und Pflegeversicherung. Die Leistungen werden kombiniert von beiden übernommen, weil zwischen Grund- und Behandlungspflege sowie hauswirtschaftlicher Versorgung unterschieden wird. Hier gibt es bestimmte Standards und vor allem auch viel Erfahrung auf unserer Seite. Wenn Sie möchten, helfen wir Ihnen von Anfang an dabei, die richtigen Anträge zur richtigen Zeit an die richtigen Empfänger zu schicken.

Wenn Sie privatversichert sind, ist die Finanzierung meist individueller ausgestaltet – auch hier helfen wir Ihnen gerne beim Organisieren der Intensivpflege in Dortmund, indem wir Sie bei der Verhandlung mit Ihrer Krankenkasse unterstützen oder die direkt übernehmen.

Entsteht der Bedarf nach Intensivpflege durch einen Unfall, gibt es oft weitere Ansprechpartner: Die Haftpflichtversicherung, eine Unfallkasse oder eine Berufsgenossenschaft. Der Formularwust kann groß sein, aber wir sind auf jeden Fall für Sie da und helfen Ihnen, alle Ansprechpartner zu erreichen.

Neue Gesetze gegen Intensivpflege-WGs?

Im Juni hatte die Landesregierung in NRW Vorstöße unternommen, die Finanzierung von Intensivpflege-WGs umzustrukturieren. Das Zusatzangebot zur Pflege in der bisherigen Wohnung oder im Heim sollte aufgeweicht und über den gleichen Kamm wie große Heime oder Krankenhäuser geschert werden.

Vielen Patienten würde das ein wichtiges Zwischenangebot rauben: Sie müssen entweder die Pflege zuhause in einer (Familien-)wohnung organisieren oder in ein Pflegeheim. Das setzt auch Familien unter Druck, deren Wohnung eigentlich zu klein für ein extra Schlafzimmer für den Patienten ist.

Patienten-WGs bieten intensivpflegebedürftigen Jugendlichen und Erwachsenen eigene Zimmer in kleinen Wohngruppen. So treffen sie ein Mittelmaß aus Unabhängigkeit und der notwendigen Rund-um-die-Uhr-Versorgung.

Intensivpflege-WGs bleiben in Dortmund

Die Überlegung der Regierung zu der Vereinheitlichung von Pflegeheimen und Intensivpflege-WGs war, dass Patienten, die beispielsweise im Wachkoma liegen, üblicherweise nicht selbstbestimmt in einer WG leben und sich mit anderen austauschen. Diese Überlegung trifft allerdings viel zu kurz: Nicht jeder intensivpflegebedürftige Patient liegt im Wachkoma.

Deswegen sind die Pläne auch ins Schwanken geraten. Intensiv-WGs sind eben doch etwas anderes als Pflegeheime.

In Dortmund werden wir auch weiterhin das Angebot für Patienten beibehalten. Denn Intensivpflege-WGs bleiben ein wichtiges Angebot für unsere Patienten und ihre Familien. Deswegen vertrauen wir auch das Wohnkonzept.

Wenn Sie auf der Suche nach Intensivpflege in Dortmund sind und Hilfe bei der Finanzierungsplanung benötigen, sich zwischen Pflege zuhause oder in einer Intensivpflege-WG entscheiden müssen oder andere, spezielle Fragen haben: kontaktieren Sie uns gern.

Wir unterstützen Sie bei Ihrer Suche nach der für Sie besten Lösung!

Pflegeroboter in Deutschland?

Pflegeroboter in jedem Heim und auch bei allen Patienten zuhause – das scheint die Zukunft der Pflege. Bisher war der Widerstand gegen solche Systeme gerade in Deutschland eher groß. Jetzt scheint sich die Meinung aber langsam zu ändern.

So äußerten sich eine Reihe von Befragten in einer Studie der TK positiv zur Idee, Roboter in der Pflege einzusetzen. Und einige Unternehmen denken bis hin zu eingepflanzten Chips, die die geistige Leistungsfähigkeit von Menschen verändern sollen. Pflege verändert sich immer wieder und bleibt dadurch spannend – bald also auch durch Roboter?

Datenschutz in Gesundheit und Pflege: Viele Deutsche bleiben skeptisch

Die Welt stellte kürzlich in einem Artikel eine Studie zum Thema vor, in der die Eindrücke der Deutschen zum Thema „digitale Medizin“ zusammengefasst werden. Obwohl der Artikel mit dem Eindruck überschrieben ist, mehr Deutsche denn je zögen die Pflege durch Roboter in Erwägung, gibt es vor allem Skepsis im Bereich des Datenschutzes.

Auch in der Pflege werden Roboter zukünftig vermutlich Daten sammeln – das müssen sie ja, um ihre Funktion zu erfüllen. Gerade an ihre Krankenkasse möchten die meisten Deutschen diese Daten aber nicht schicken.

Was können Pflegeroboter?

Es gibt immer wieder Berichte zu verschiedenen Robotern, die in der Pflege eingesetzt werden könnten. Dabei ist es wichtig, sich die Spannbreite vor Augen zu halten: Manche meinen mit „Pflegerobotern“ tatsächlich Roboterwesen, die Pflegekräfte ersetzen. Die müssten künstliche Intelligenz, Pflegewissen und auch menschliches Verhalten imitieren können. Andere sprechen von kleinen Helfern: Roboter, die Hilfsmittel von einem Raum in den nächsten bringen. Oder fortgeschrittene Notrufgeräte, die auf Sprachbefehle reagieren.

Seit diesem Jahr arbeiten in Garmisch-Partenkirchen Roboter in der Pflege mit – zwei sehr einfache Helfer. Einer ist ein automatischer „Lieferant“ von Gegenständen wie Pillendosen. Er kann ferngesteuert werden und ermöglicht auch Angehörigen so, kleine Hilfen aus der Ferne zu leisten. Der andere kann von Patienten selbst eingesetzt werden, um einfache Bewegungen durchzuführen – beispielsweise ihre Bettdecke hochschlagen oder runterziehen.

Die Zustimmung zur Idee wird größer

Die TK führte jüngst eine Studie dazu durch, wie sehr Roboter in der Pflege akzeptiert würden. Immerhin 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich im Pflegefall von einem Roboter unterstützen lassen würden. Etwas anders sieht das bei Patienten aus, die schon heute Einschränkungen erleben: nur 51 % der chronisch Kranken können sich die Pflegehilfe vorstellen.

Theoretisch sind viele Menschen also offen für Pflegeroboter – in der Praxis könnte sich die Akzeptanz aber nur langsam durchsetzen.

Anders sieht es aus bei nicht als „Roboter“ deklarierten Helfern. Sensoren, die beispielsweise Stürze registrieren oder wenn jemand nicht aufsteht, würden von 90 % der Befragten akzeptiert. Ziel sollte sein, durch den Einsatz der Technologie länger selbstständig im eigenen Haushalt leben zu können.