Telemedizin als Zukunftsperspektive für die Pflege?

Eng verwandt mit dem Thema ist auch der Bereich Telemedizin. Sachsen ist dabei momentan ein besonders weit fortgeschritten arbeitendes Bundesland. Hier sind seit dem 1. September Ärztesprechstunden über das Internet möglich.

Die Vorteile des Checks aus der Ferne sind gerade in Sachsen und anderen Regionen außerhalb von Ballungszentren, dass Patienten aus ländlichen Regionen sich nicht immer zum Arzt kämpfen müssen.

In der Pflege könnten Fern-Besuche von Ärzten auch helfen, die Zusammenarbeit mit Fachärzten einfacher zu gestalten. Gerade für Intensivpflege-Patienten könnte Telemedizin eine Möglichkeit bieten, mehr Kontakt zu Ärzten bei weniger Aufwand für alle zu schaffen.

Entwicklung der Telemedizin

Telemedizin, also Medizin „aus der Ferne“ umfasst eine Reihe von Möglichkeiten. Dazu zählen beispielsweise Diagnose und Behandlungsverfahren.

Die ersten Ansätze der Telemedizin waren eher für Krisengebiete gedacht. Roboter sollten helfen, wo Menschen nicht hinkommen konnten. Beispielsweise zu Verschütteten in eingestürzten Gebäuden, aber auch zu Menschen, die in Kriegsgebieten isoliert sind.

Dabei bedeutete Telemedizin oft, dass ein Roboter vor Ort „Augen und Ohren“ eines Arztes sein konnte und der Patient oder ein Helfer die notwendige Erstversorgung vornehmen konnten. Manche der entsandten Roboter, die zum Beispiel vom Flugzeug abgeworfen werden sollten oder sich den Weg durch Geröll bahnen konnten, hatten auch Ausrüstung zur Versorgung vor Ort dabei.

Heute umfasst Telemedizin gerade in Europa und Nordamerika eher Ansätze, bei denen Ärzte aus der Ferne Patienten betreuen und nur in geringem Maße behandeln. Dabei können Ärzte andere Ärzte bei der Behandlung unterstützen: Beispielsweise kann ein auf bestimmte Krankheiten spezialisierter Hautarzt aus der Ferne konsultieren, wenn er einen Ausschlag über Videoübertragung ansehen kann.

In der aktuellsten Form geht es meist vor allem um „Fernsprechstunden“ von Ärzten für Patienten, die sie nicht erreichen können. Über Video-Telefonie können Ärzte ein Beratungsgespräch anbieten und eine erste Diagnose oder Behandlungsempfehlung geben.

Möglichkeiten der Telemedizin in der Pflege

In der Pflege kann Telemedizin natürlich nicht die Versorgung durch eine Pflegekraft ersetzen, genauso wenig wie eine vollständige körperliche Untersuchung durch einen Arzt durch Telemedizin ersetzt werden kann.

Es bestehen aber Möglichkeiten zur Verbindung von Telemedizin und Pflege.

In der ambulanten (Intensiv)pflege arbeiten wir beispielsweis eng mit Ärzten zusammen, die nicht mobile Patienten oft zuhause besuchen müssen. Diese Hausbesuche sind manchmal aus akuten Gründen nötig, oft aber routinemäßig angesetzt. Wenn kein besonderer Bedarf zu einer genauen körperlichen Untersuchung besteht, könnten Ärzte auch über Videotelefonie einige dieser Termine erledigen.

Durch die Anwesenheit von Pflegekräften beim Patienten könnten Ärzte sich auf ausgebildete Fachkräfte verlassen, die Fragen beantworten oder bei Untersuchungen helfen können.

Telemedizin und Pflege: Mehr als nur Datenschutz

In der Diskussion um Telemedizin in der Pflege wird erstaunlich häufig vor allem die Kontrolle über die eigenen Daten in den Vordergrund gestellt. Wichtig sei, dass Patienten die Kontrolle über ihre Daten behalten und selbst entscheiden, was mit der elektronischen Patientenakte passiert.

Sicherlich ist das ein entscheidender Punkt, aber die Diskussion geht dadurch an anderen Aspekten der Telemedizin vorbei. Die umfasst wesentlich mehr als die digitalisierte Verwaltung und Weitergabe von Patientendaten, über die so viel diskutiert wird.

Telemedizin kann eben auch die Versorgung von Patienten durch entfernt ansässige Ärzte bedeuten. Klar müssen dafür Daten weitergegeben werden. Aber der entscheidende Punkt ist die Diagnostik aus der Ferne.

 

Mehr als nur Zeitersparnis

Ja, Ärzte sparen durch diese Form der Konsultation Zeit – der Weg zum und vom Patienten entfällt beispielsweise. Aber auch für viele Patienten ist ein Arztbesuch Aufruhe und nicht immer notwendiger Stress.

Für Pflegekräfte kann die zusätzliche Aufgabe, bei der Untersuchung zu helfen, zusätzlich Zeit kosten. Andererseits können sie aber auch viel Zeit sparen und leichter Entscheidungen treffen.

Denn Ärzte, die via Telemedizin konsultieren, können dann auch bei konkreten Fragen kontaktiert werden. Wenn eine Pflegekraft eine gesundheitliche Veränderung bemerkt, könnte sie zukünftig direkt einen Arzt befragen: Muss die Medikation angepasst oder die Versorgung umgestellt werden? Statt zu warten, bis der Patient einen Termin hatte und von diesem die richtigen Antworten mitbringt, könnten Pflegekräfte sich mit Ärzten absprechen, ohne dass beide physisch am gleichen Ort sein müssen.

Gesetzgebung blockiert

Ein Hindernis, das der Telemedizin im Moment noch im Weg steht, sind uneinheitliche Vorgaben. Deutschland ist zwar bekannt für besonders viele Regelungen und Regelwerke. In der Vergangenheit ließ sich das Rechtssystem aber meist auf die betroffenen Bereiche gut anwenden: Industrie, Arbeitsrecht und selbst das Bildungssystem sind keine echten „Neuerungen“ für die Gesetzgeber. Auch in Sachsen gibt es bisher keine Erfolgsmeldungen, sondern eher Unzufriedenheit mit der Umsetzung.

Telemedizin und anderen Formen digitaler Medizin scheinen aber in eine andere Kategorie zu fallen. Aus der Entscheidungsschwäche entsteht ein Hin und Her, das zunächst moderne Formen der Versorgung in Begriffskonstrukte zwängen möchte. Bevor die Einteilung aller Innovationen in altbekannte Begriffe erfolgt ist, bleibt die Gesetzgebung wohl behäbig – und damit auch die Innovationsleistung.

Telemedizin in der Pflege hat noch einen langen Weg vor sich

Auch in der Pflege liegt dementsprechend noch ein langer Weg vor der Entwicklung der Telemedizin. Wir hier immer wieder betont, darf der Mangel an Fachkräften nicht kaschiert werden, indem weniger qualifizierte Menschen oder überhaupt nicht taugliche „Computerlösungen“ eingesetzt werden.

Trotzdem sehen wir gespannt in die Zukunft. Da, wo Technologie unsere Mitarbeiter entlasten kann, ohne an der Qualität der Pflege zu rühren, sind wir gern bereit, sie einzusetzen.

 

Haustiere für Pflegebedürftige Menschen

Haustiere gehören auch für viele pflegebedürftige Menschen zum Leben dazu. Und zwar nicht nur irgendein Haustier, sondern ihr eigenes – ein Hund, eine Katze, ein Vogel oder ein anderer treuer Begleiter. Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird und sich selbst nicht mehr so wie vorher um das Tier kümmern kann, muss das nicht das Ende der jahrelangen Freundschaft bedeuten.

Auch Ihr Haustier wird weiterhin versorgt, wenn Sie pflegebedürftig werden!

Tiere helfen dementen und pflegebedürftigen Menschen

Es gibt eine Reihe von Gründen dafür, wieso Tiere pflegebedürftigen Menschen allgemein und dementen Personen insbesondere helfen:

Auch wenn eine pflegebedürftige Person selbst nicht mehr alle Aufgaben rund um die Tierpflege übernehmen kann: Ein Tier hält aktiv. Wenn es nur darum geht, morgens aufzustehen und dem Tier sein Futter zu geben, statt lange liegen zu bleiben. Aber Tiere spielen auch gern oder sind gewohnte Ansprechpartner im Alltag – auch wenn der Dialog einseitig bleibt, erhalten Haustiere oft Aktivität und soziales Verhalten. Gleichzeitig kommunizieren Tiere oft auch nonverbal auf eine Art, die auch für demente Menschen lange zugänglich bleibt.

Neben ihrer anregenden Wirkung haben Tiere oft auch einen beruhigenden Effekt auf Menschen. Sie entspannen und bieten eine Konstante im Leben, auf die sich ihre Besitzer oft seit Jahren verlassen. Selbst ein neues Haustier kann den beruhigenden Effekt auf jemanden haben, der Tiere liebt.

Kürzlich wurde sogar ein Pflegeheim dafür ausgezeichnet, dass es den dementen Bewohnern die Möglichkeit gibt, mit Tieren umzugehen und einen hauseigenen „Streichelzoo“ betreibt.

Behalten Sie Ihr Tier – es wird versorgt!

In einigen Städten gibt es zusätzliche Aktionen als Unterstützung für ältere Menschen: Sie helfen ihnen, Haustiere solang wie möglich behalten zu können. Ein Beispiel dafür sind die Silberpfoten aus Berlin, bei der sich Freiwillige engagieren, indem Sie Hunde ausführen oder sich um die Haustierpflege zuhause kümmern.

Wer zuhause und nicht im Pflegeheim lebt, hat selten einen eigenen kleinen Zoo. Aber das geliebte Haustier sollte natürlich weiter dableiben – auch bei Patienten mit Demenzerkrankungen. Dafür kümmern wir uns um viele Aufgaben: Futter kaufen, Tierarztbesuche, Fellpflege, Katzenklo oder Stall reinigen. Sprechen Sie uns auf die Möglichkeiten an, die Versorgung Ihres Haustiers über den Entlastungsbetrag zu finanzieren.

Pflege zuhause bei Demenz

Die Pflege zuhause ist nicht nur für viele Menschen ein wichtiges Anliegen, die ihre Angehörigen zuhause pflegen möchten. Sie ist auch ein großes Thema für die Politik, die in häuslicher Pflege einen wichtigen Lösungsansatz für die möglichen Probleme durch den demographischen Wandel sieht.

Wenn der Mensch, der auf Pflege angewiesen ist, zusätzlich dement ist oder es langsam wird, dann bedeutet das auch für Angehörige und Pflegekräfte eine zusätzliche Herausforderung. Demente Menschen erleben enorme Schwierigkeiten in ihrem Alltag und es ist für andere psychisch und physisch nicht leicht, damit umzugehen.

Was Pflege bei Demenz bedeutet

Die Pflege zuhause für demenzkranke Patienten bedeutet, dass sie länger ihre emotionalen und sozialen Beziehungen in gewohnter Weise aufrecht erhalten können. Sie bleiben in vertrauter Umgebung und haben vertraute Bezugspersonen – das hilft.

Gleichzeitig ist das perfide an Demenz gerade auch das Vergessen: Auch jemand, der sein ganzes Leben in Dortmund verbracht hat und vielleicht die letzten 50 Jahre sogar in ein und der selben Wohnung gelebt hat, vergisst vielleicht mal den Weg nach Hause. Das kann gefährlich sein, aber es ist vor allem auch erschreckend und für viele Patienten peinlich.

Deswegen wird oft auch die Pflege zu einem Navigations-Kunststück. Viele Patienten mit Demenz haben wegen ihrer Gedächtnislücken Angst und werden wütend – auf die Krankheit, auf sich selbst und auf Bezugspersonen. Es wird schwierig, Probleme oder Hilfsbedürftigkeit anzusprechen, wenn jemand nicht zugeben möchte, dass er immer mehr Fehler macht.

Das ist gerade für Angehörige zuhause anstrengend. Sie sollten sich deswegen früh mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigen, sich von einem Pflegedienst unterstützen zu lassen.

Demenz früh erkennen und bei der Pflege berücksichtigen

Häufig erkennt man eine beginnende Demenz an bestimmten Symptomen, die als Vorzeichen gelten. Dabei gibt es natürlich Unterschiede – eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit beispielsweise kann auch bei Patienten auftreten, die starke Schmerzen haben.

Trotzdem bemerken pflegende Angehörige die ersten Zeichen einer Demenz meist als erstes. Sie haben viel mit dem Patienten zu tun und erkennen, wenn sich beispielsweise die Persönlichkeit einer geliebten Person verändert.

Ist diese Veränderung stark oder wird sie von starken Stimmungsschwankungen oder Teilnahmslosigkeit begleitet, sollten pflegende Angehörige unbedingt mit einem Arzt sprechen.

Ein anderes, meist von Demenz betroffenes Feld ist die Erinnerung der Patienten: Sie verlieren alltägliche Gegenstände (angefangen bei normaler „Schussligkeit“), vergessen dann Namen, Verabredungen oder sogar Personen und ihre Gesichter. Manchmal überschneiden sich alte und neue Erinnerungen und Patienten glauben sich in ihrer Lebenswelt als Kind.

Ein letzter wichtiger Bereich ist die kognitive Leistungsfähigkeit: Einfache Rechenaufgaben, aber auch Sprach- und Stimmverarbeitung bereiten den Patienten Schwierigkeiten.

Pflege für an Demenz erkrankte Menschen

Wer einen Angehörigen pflegt, bringt immer viel Zeit und Mühe für diese Aufgabe auf. Demenzerkrankungen stellen aber an alle Beteiligten zusätzliche Anforderungen. Beispielsweise weil Patienten wichtige Gegenstände „verstecken“ – sie legen sie beiseite und wissen dann nicht mehr wohin. Oder weil sie wütend reagieren, wenn man Probleme anspricht. Im fortgeschrittenen Stadium „wissen“ sie manchmal gar nicht mehr, dass sie etwas nicht alleine können. Einige Patienten beschimpfen auch diejenigen, die ihnen helfen wollen.

Bei der Pflege von an Demenz erkrankten Menschen ist vor allem viel Geduld gefragt. Einerseits, weil man häufig Dinge immer wieder wiederholen muss oder sich auch darauf einstellen muss, den immer gleichen „Fehler“ neu zu beheben. Andererseits, weil es von Seiten der Patienten nicht viel Einsichtsvermögen gibt. Gerade deswegen zermürbt die Pflege häufig Angehörige, die sich der Aufgabe angenommen haben.

Angehörige halten diese Belastung oft viel länger als nötig alleine aus.

Hilfe bei der Pflege von demenzkranken Patienten zuhause

Als Angehöriger können Sie sich jederzeit an uns wenden, um zu erfahren, wie wir Sie bei der Pflege unterstützen können. Egal, ob mit Demenz oder ohne, dauerhaft oder zur Vertretung. Oder auch, wenn Sie gern einfach noch jemanden hätten, der regelmäßig mit dem Patienten zu tun hat und Ihre Eindrücke bestätigen kann.

Kontaktieren Sie uns einfach über unser Kontaktformular oder gleich telefonisch unter 0231 555 78 40.

Langfristig finanzierbare Intensivpflege in Dortmund

Über die Intensivpflege wird auch in letzter Zeit wieder viel diskutiert. Während einerseits Standards hoch sein sollen, fehlt andererseits – wie so oft – das Geld. Auch Patienten und Angehörige fragen sich oft, wie sie Intensivpflege finanzieren sollen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten für intensivpflegebedürftige Patienten. In Dortmund bieten wir neben der Intensivpflege bei Patienten zuhause auch Plätze in unseren Intensivpflege-WGs an. Kurz „WoKo“ genannt sind mittlerweile zwei große Patienten-WGs in Dortmund etabliert. Wir kommen aber auch gern zu Ihnen nach Hause und übernehmen da die Pflege rund um die Uhr.

Welches Angebot für einen Patienten und seine Angehörigen das Richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab: Zeit, Raum und Persönlichkeit. Die Wahl ist also nicht einfach – muss aber nicht davon abhängen, wie viel Geld Sie haben.

Intensivpflege ist finanzierbar

Wenn Sie auf der Suche nach Intensivpflege sind, sorgen Sie sich eventuell auch um die Finanzierung – wer soll die Rundumbetreuung bezahlen, die Hilfsmittel und die Medikamente?

Wer gesetzlich versichert ist, wendet sich an die Kranken- und Pflegeversicherung. Die Leistungen werden kombiniert von beiden übernommen, weil zwischen Grund- und Behandlungspflege sowie hauswirtschaftlicher Versorgung unterschieden wird. Hier gibt es bestimmte Standards und vor allem auch viel Erfahrung auf unserer Seite. Wenn Sie möchten, helfen wir Ihnen von Anfang an dabei, die richtigen Anträge zur richtigen Zeit an die richtigen Empfänger zu schicken.

Wenn Sie privatversichert sind, ist die Finanzierung meist individueller ausgestaltet – auch hier helfen wir Ihnen gerne beim Organisieren der Intensivpflege in Dortmund, indem wir Sie bei der Verhandlung mit Ihrer Krankenkasse unterstützen oder die direkt übernehmen.

Entsteht der Bedarf nach Intensivpflege durch einen Unfall, gibt es oft weitere Ansprechpartner: Die Haftpflichtversicherung, eine Unfallkasse oder eine Berufsgenossenschaft. Der Formularwust kann groß sein, aber wir sind auf jeden Fall für Sie da und helfen Ihnen, alle Ansprechpartner zu erreichen.

Neue Gesetze gegen Intensivpflege-WGs?

Im Juni hatte die Landesregierung in NRW Vorstöße unternommen, die Finanzierung von Intensivpflege-WGs umzustrukturieren. Das Zusatzangebot zur Pflege in der bisherigen Wohnung oder im Heim sollte aufgeweicht und über den gleichen Kamm wie große Heime oder Krankenhäuser geschert werden.

Vielen Patienten würde das ein wichtiges Zwischenangebot rauben: Sie müssen entweder die Pflege zuhause in einer (Familien-)wohnung organisieren oder in ein Pflegeheim. Das setzt auch Familien unter Druck, deren Wohnung eigentlich zu klein für ein extra Schlafzimmer für den Patienten ist.

Patienten-WGs bieten intensivpflegebedürftigen Jugendlichen und Erwachsenen eigene Zimmer in kleinen Wohngruppen. So treffen sie ein Mittelmaß aus Unabhängigkeit und der notwendigen Rund-um-die-Uhr-Versorgung.

Intensivpflege-WGs bleiben in Dortmund

Die Überlegung der Regierung zu der Vereinheitlichung von Pflegeheimen und Intensivpflege-WGs war, dass Patienten, die beispielsweise im Wachkoma liegen, üblicherweise nicht selbstbestimmt in einer WG leben und sich mit anderen austauschen. Diese Überlegung trifft allerdings viel zu kurz: Nicht jeder intensivpflegebedürftige Patient liegt im Wachkoma.

Deswegen sind die Pläne auch ins Schwanken geraten. Intensiv-WGs sind eben doch etwas anderes als Pflegeheime.

In Dortmund werden wir auch weiterhin das Angebot für Patienten beibehalten. Denn Intensivpflege-WGs bleiben ein wichtiges Angebot für unsere Patienten und ihre Familien. Deswegen vertrauen wir auch das Wohnkonzept.

Wenn Sie auf der Suche nach Intensivpflege in Dortmund sind und Hilfe bei der Finanzierungsplanung benötigen, sich zwischen Pflege zuhause oder in einer Intensivpflege-WG entscheiden müssen oder andere, spezielle Fragen haben: kontaktieren Sie uns gern.

Wir unterstützen Sie bei Ihrer Suche nach der für Sie besten Lösung!

Pflegeroboter in Deutschland?

Pflegeroboter in jedem Heim und auch bei allen Patienten zuhause – das scheint die Zukunft der Pflege. Bisher war der Widerstand gegen solche Systeme gerade in Deutschland eher groß. Jetzt scheint sich die Meinung aber langsam zu ändern.

So äußerten sich eine Reihe von Befragten in einer Studie der TK positiv zur Idee, Roboter in der Pflege einzusetzen. Und einige Unternehmen denken bis hin zu eingepflanzten Chips, die die geistige Leistungsfähigkeit von Menschen verändern sollen. Pflege verändert sich immer wieder und bleibt dadurch spannend – bald also auch durch Roboter?

Datenschutz in Gesundheit und Pflege: Viele Deutsche bleiben skeptisch

Die Welt stellte kürzlich in einem Artikel eine Studie zum Thema vor, in der die Eindrücke der Deutschen zum Thema „digitale Medizin“ zusammengefasst werden. Obwohl der Artikel mit dem Eindruck überschrieben ist, mehr Deutsche denn je zögen die Pflege durch Roboter in Erwägung, gibt es vor allem Skepsis im Bereich des Datenschutzes.

Auch in der Pflege werden Roboter zukünftig vermutlich Daten sammeln – das müssen sie ja, um ihre Funktion zu erfüllen. Gerade an ihre Krankenkasse möchten die meisten Deutschen diese Daten aber nicht schicken.

Was können Pflegeroboter?

Es gibt immer wieder Berichte zu verschiedenen Robotern, die in der Pflege eingesetzt werden könnten. Dabei ist es wichtig, sich die Spannbreite vor Augen zu halten: Manche meinen mit „Pflegerobotern“ tatsächlich Roboterwesen, die Pflegekräfte ersetzen. Die müssten künstliche Intelligenz, Pflegewissen und auch menschliches Verhalten imitieren können. Andere sprechen von kleinen Helfern: Roboter, die Hilfsmittel von einem Raum in den nächsten bringen. Oder fortgeschrittene Notrufgeräte, die auf Sprachbefehle reagieren.

Seit diesem Jahr arbeiten in Garmisch-Partenkirchen Roboter in der Pflege mit – zwei sehr einfache Helfer. Einer ist ein automatischer „Lieferant“ von Gegenständen wie Pillendosen. Er kann ferngesteuert werden und ermöglicht auch Angehörigen so, kleine Hilfen aus der Ferne zu leisten. Der andere kann von Patienten selbst eingesetzt werden, um einfache Bewegungen durchzuführen – beispielsweise ihre Bettdecke hochschlagen oder runterziehen.

Die Zustimmung zur Idee wird größer

Die TK führte jüngst eine Studie dazu durch, wie sehr Roboter in der Pflege akzeptiert würden. Immerhin 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich im Pflegefall von einem Roboter unterstützen lassen würden. Etwas anders sieht das bei Patienten aus, die schon heute Einschränkungen erleben: nur 51 % der chronisch Kranken können sich die Pflegehilfe vorstellen.

Theoretisch sind viele Menschen also offen für Pflegeroboter – in der Praxis könnte sich die Akzeptanz aber nur langsam durchsetzen.

Anders sieht es aus bei nicht als „Roboter“ deklarierten Helfern. Sensoren, die beispielsweise Stürze registrieren oder wenn jemand nicht aufsteht, würden von 90 % der Befragten akzeptiert. Ziel sollte sein, durch den Einsatz der Technologie länger selbstständig im eigenen Haushalt leben zu können.

Vorsorgevollmacht und Pflege: Was Sie jetzt klären können

Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie einen Bevollmächtigten, der für Sie Entscheidungen treffen soll, wenn Sie dazu nicht in der Lage sind. Beispielsweise, weil Sie durch Krankheit oder Unfall nicht klar denken können oder so krank sind, dass Sie vielleicht gar nicht sprechen können.

Eine Vorsorgevollmacht kann sich auch auf Entscheidungen zum Thema Pflege beziehen. Deswegen ist sie besonders wichtig für alle, die regeln möchten, wie sie später gepflegt werden.

Vorsorgevollmacht vs. Patientenverfügung: Nicht verwechseln!

Zunächst einmal müssen wir eine wichtige Abgrenzung treffen: Eine Patientenverfügung ist nicht das gleiche wie eine Vorsorgevollmacht.

In einer Patientenverfügung können Sie Ihre Wünsche dazu festlegen, wie Sie in bestimmten medizinischen Situationen behandelt werden möchten. Beispielsweise, ob Sie künstlich ernährt werden möchten, oder nicht. Dabei sollte jeder Hinweis so genau wie möglich sein und soll Ärzten und Ihren Angehörigen helfen, Entscheidungen zu treffen, wenn Sie dazu nicht mehr in der Lage sind.

Sie werden sicherlich nicht alle medizinisch denkbaren Möglichkeiten in Ihrer Vollmacht abhandeln können.  Also geben Sie Ärzten eher eine möglichst klare Richtung und Beschreibung vor.

Eine Vorsorgevollmacht ist dagegen wesentlich breiter gefasst.

Was regelt die Vorsorgevollmacht

In einer Vorsorgevollmacht legen Sie eine Person fest, die für Sie Entscheidungen treffen und handeln soll, wenn Sie dazu nicht in der Lage sind. Das gilt beispielsweise, wenn Sie im Koma liegen oder psychisch so krank, dass Sie keine Entscheidungen treffen können.

Sie halten fest, was die benannte Person entscheiden darf. Außerdem können Sie Vorgaben machen: Beispielsweise, dass bestimmte Besitztümer nur im Notfall verkauft werden dürfen oder ähnliches.

Die Person, die Sie festlegen, entscheidet für Sie über finanzielle Angelegenheiten und kann für Sie Verträge abschließen. Das ist wichtig, wenn beispielsweise eine Wohnung verkauft werden soll, um von dem Ertrag eine neue Unterkunft zu bezahlen. Oder wenn eine Wohnung gekündigt wird, weil Sie voraussichtlich lange im Krankenhaus liegen.

Außerdem kann eine Bevollmächtigte sich zum Beispiel darum kümmern, wenn Versicherungen Prämien ausschütten oder ähnliches. Gerade Banken erwarten oft allerdings noch eine zusätzliche explizite Vollmacht für den Zugriff auf Konten.

Was bedeutet die Vorsorgevollmacht für die Pflege?

In Ihrer Vorsorgevollmacht können Sie für den oder die Bevollmächtigte/-n einige Dinge festlegen. Beispielsweise, wann und wie Sie in ein Pflegeheim einziehen möchten – gibt es bestimmte Dinge, die Sie mitnehmen wollen, oder die Ihnen wichtig sind?

Sie können auch festlegen, dass Sie möglichst lang zuhause gepflegt werden möchten. Auch intensivpflegebedürftige Patienten pflegen wir beispielsweise zuhause. Sie können auch festlegen, dass Sie in eine Intensivpflege-WG ziehen möchten.

Außerdem können Sie der bevollmächtigten Person Hinweise dafür geben, was Sie sich für den Fall wünschen, dass Sie aller Wahrscheinlichkeit nach in kurzer Zeit sterben werden. Wünschen Sie sich Palliativpflege in einem Hospiz oder zuhause?

Natürlich kann Ihr Bevollmächtigter nicht in jedem Fall all Ihre Wünsche erfüllen. Er oder Sie wird Ihnen aber für alle Informationen darüber, welche Entscheidungen Sie sich wünschen, dankbar sein.

Pflege hat Zukunft: Ausbildung und Arbeit

Vor einer Weile haben wir eine kleine Checkliste zur Berufswahl Pflege veröffentlicht. Jetzt steht für einige vielleicht der Berufswunsch fest. Trotzdem sind Eignung und Leidenschaft für ein Thema nicht immer genug – es stellt sich ja auch die Frage, ob eine Berufswahl tatsächlich Zukunft verspricht.

Ist eine Ausbildung in der Pflege sinnvoll?

Ganz spontan neigt man natürlich dazu, der Ausbildung in der Pflege viel Zukunftspotenzial zuzuschreiben. Immerhin gibt es den festen Begriff des „Pflegenotstands“ und Landes- und Bundesregierung diskutieren nicht ohne Grund viel über Finanzierung und Organisation der Pflege der Zukunft. Der Arbeitsmarkt scheint genau auf Pflegekräfte ausgelegt.

Andererseits sind Roboter und Digitalisierung im Gespräch und sollen die Pflege von Grund auf verändern. Ist da wirklich noch so viel Bedarf an Pflegekräften?

Außerdem muss Pflege auch für jede Fachkraft persönlich Perspektive haben: Werden die Arbeitsbedingungen langfristig gut genug sein, auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch in der Pflege arbeiten zu wollen?

Zahl der Auszubildenden in der Pflege steigt …

Die Werbetrommel zu rühren hat für die Ausbildungsberufe in der Pflege tatsächlich einen spürbaren Effekt gehabt. Es gibt einen Anstieg gerade in der Altenpflege: Von 2015 auf 2016 beispielsweise um 2,1 Prozent auf 24 130 Personen, die ihre Ausbildung begonnen haben. Insgesamt waren im Schuljahrgang 2016 dann 140 639 Pflegeschüler (in allen Bereichen) für den Schuljahrgang 2016 eingeschrieben (und 68 260 davon in der Altenpflege).

Insgesamt waren 2015 schon etwa 1,1 Millionen Personen in der Pflege beschäftigt – zusammengesetzt aus denjenigen, die in ambulanten Pflegediensten arbeiten und denjenigen, die in stationären Pflegeeinrichtungen tätig sind. In der Altenpflege sind davon etwa 310 000 Menschen tätig (ca. 28 %).

Insgesamt gab es 2015 schon 74 Prozent mehr Pflegekräfte als 1999 – die Zahl hat sich also schon fast verdoppelt.

… nicht genug

Aber der Bedarf ist noch lange nicht gedeckt – und wird es vielleicht auch für einige Zeit nicht sein.

Jüngst veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Studie, die den Pflegebedarf für 2035 abschätzt. Das liegt 17 Jahre in der Zukunft – wer heute über eine Ausbildung in der Pflege nachdenkt, wird dann selbst in den Dreißigern oder Vierzigern sein und vielleicht eine Familie (mit)ernähren. Nach dieser Studie steigt die Zahl der Pflegebedürftigen bis dahin um ein Drittel auf vier Millionen an. Gerade in Nordrhein-Westfalen wird sogar ein Anstieg um 34 % erwartet. Um den Bedarf zu decken, müssten gleichzeitig 44 % mehr Pflegekräfte bis 2035 arbeiten.

Die Lösung liegt in Ausbildung und ambulanter Pflege

Von der Bertelsmannstiftung gibt es dazu eine Studie, die als Lösungsansatz vor allem den Ausbau der Pflege zuhause sieht: Die Hälfte der zu erwartenden Versorgungslücke kann so aufgefangen werden.

Dazu sollen einerseits Menschen gestärkt werden, die Angehörige zuhause pflegen. Dazu soll die Organisation verbessert werden, aber auch die Hilfsangebote für pflegende Angehörige.

Andererseits sollen vor allem die Ausbildung in der Pflege zugänglicher und attraktiver gemacht werden. Denn nur, wenn die ambulanten Pflegedienste in Zukunft viele Aufgaben übernehmen, können die anstehenden Probleme gelöst werden.

Ausbildung in der Pflege: Zum Preis von Rückenschmerzen?

Der Bedarf an Pflegekräften ist also lange noch nicht gedeckt. Und keine seriöse Studie geht davon aus, dass in Zukunft der Bedarf plötzlich zu 50 % durch Roboter oder ähnliches gedeckt werden könnte. Deswegen kann sich jeder, der heute eine Ausbildung in der Pflege absolviert, wohl recht sicher sein, auch in 30 Jahren noch sicher einen Job zu finden.

Die persönliche Perspektive ist einerseits abhängig von der eigenen Eignung für den Job. Die Arbeit in der Pflege verlang einem vieles ab. Andererseits ist die Zukunftstauglichkeit der Pflege aber auch von der Entwicklung der Arbeitsbedingungen abhängig. Junge Pflegekräfte sehen heute, dass ihre erfahrenen Kollegen nach vielen Jahren in der Pflege mit Problemen zu kämpfen haben: Rücken, Beine oder Psyche sind am Ende. Darauf wollen sie sich nicht mehr einlassen – zu Recht!

Gute Pflegedienste sind der Schlüssel

Die Ausbildung in der Pflege kann nur langfristig eine gute Lösung sein, wenn sie in einem guten Pflegedienst eingebettet ist. Auch die Qualität der späteren Arbeit hängt davon ab, wie gut ein Pflegedienst schon heute seine Möglichkeiten nutzt. Zum Beispiel, um das Leben der Pflegekräfte einfacher zu machen.

Faire Schichtpläne und gute Bezahlung fließen ebenso ein wie der Umgang mit der Digitalisierung, dem Bewusstsein für körperliche und psychische Gesundheit der Angestellten und nicht zuletzt die Stimmung im Unternehmen.

Wertschätzung für Pflegekräfte vom Pflegedienst aus macht eine Ausbildung in der Pflege attraktiver – und einfacher!

Pflege als Zukunftsperspektive

Deswegen laden wir beispielsweise alle ein, die interessiert daran sind, wirklich gute Pflege leisten zu können – mit Zeit für die Pflege und mit Freizeit für sich selbst.

Neben Auszubildenden sind auch Umsteiger und Wiedereinsteiger uns herzlich willkommen. Ein kurzer Kontakt genügt: Über unser Formular gleich hier online, per E-Mail an jobs@born-gesundheitsnetzwerk.de oder telefonisch unter 0800 000 1493.

Der große Vorteil von Pflege-WGs

Pflege-WGs wie unsere Wohnkonzepte werden immer beliebter. Es gibt überall in Deutschland eine größere Nachfrage nach WGs für pflegebedürftige Patienten. Sie bieten eine echte Alternative zum Pflegeheim – und haben einen großen Vorteil.

Pflege-WGs als Alternative zum Pflegeheim

Patienten, die auf Pflege angewiesen sind, haben grundsätzlich drei Möglichkeiten: Sie können sich zuhause ambulant pflegen lassen, in ein Pflege- oder Altenheim ziehen oder in einer Pflege-WG leben.

Letztere werden zurzeit beliebter und häufiger in Deutschland. Dabei gibt es unterschiedliche Ausrichtungen: Patienten-WGs für intensivpflegebedürftige Menschen (die oft auch Beatmungs-WG genannt werden, weil viele der Patienten auf künstliche Beatmung angewiesen sind), Alten-WGs mit Pflege, WGs für junge pflegebedürftige Menschen oder Wohngemeinschaften, in denen der Fokus auf der Betreuung von Patienten mit geistigen Behinderungen liegt.

Jeder Bewohner hat in der WG ein eigenes Zimmer und es gibt oft gemeinsame, geteilte Räume: Küche, Bad und Aufenthaltsräume.

Viele Patienten ziehen die Wohngemeinschaften vor, weil sie hier selbstständiger leben können und in kleineren Gruppen.

Der entscheidende Vorteil von Pflege-WGs

Patienten-WGs haben einen großen Vorteil gegenüber Pflegeheimen: In der ambulanten Pflege gibt es wesentlich weniger Beschwerden über schlimme Zustände der Pflege.

In Pflegeheimen wird immer wieder über schreckliche Zustände berichtet – von Schimmel bis vollkommen vernachlässigten Patienten. In der ambulanten Pflege, zu der auch Beatmungs-WGs gehören, gibt es diese Probleme wesentlich seltener. Man kann nicht behaupten, dass sie nicht existieren, aber sie sind längst nicht so häufig.

 

Leben in einer Beatmungs-WG

In unseren Beatmungs-WGs in Dortmund leben intensivpflegebedürftige Patienten. Sie haben eigene Zimmer gemietet und werden rund um die Uhr von Pflegekräften versorgt – bei einem Pflegeschlüssel von 1:3. Das kommt nicht nur Patienten zugute, sondern auch unseren Mitarbeitern.

Jeder einzelne hat genügend Zeit bei der Arbeit und kann seine Ideen einbringen. Das wiederum spiegelt sich wieder in der Pflege und im Erleben der Bewohner. Sie merken, dass ihr Wohlergehen wichtig ist.

So gibt es eine gute Kombination, die sich wechselseitig bestätigt: Die Belastung für Pflegekräfte ist wesentlich geringer als in einem Pflegeheim. Sie müssen sich nicht um hunderte von Patienten im Akkord kümmern, sondern um eine feste, kleine Gruppe. Die Patienten fühlen sich dagegen gut aufgehoben und sehen feste Bezugspersonen.

Die außerklinische Intensivpflege in Dortmund

In Dortmund organisieren wir dieses besondere Pflegeanbot, das wir gerne ausbauen, in bisher zwei Wohngemeinschaften. Das Wohnkonzept eins und zwei bietet Patienten Raum, die intensivpflegebedürftig sind.

Wir haben zuerst eine WG eröffnet und langsam aufgebaut, und später eine zweite. Dafür wurden die Räumlichkeiten der beiden Wohngemeinschaften in Dortmund von Grund auf renoviert: Alle Zimmer wurden neu mit Böden, Tapeten und Möbeln ausgestattet. Angefangen bei der Beleuchtung bis hin zur Verteilung der Steckdosen sind die Zimmer auf die Bedürfnisse der Intensivpflege ausgelegt.

So eine Mühe fließt zwar nicht in jede Pflege-WG, aber es gibt sie und uns liegt sie besonders am Herzen. Auch das ist sicher einer der Gründe für das gute Feedback, das Pflege-WGs im Vergleich zu Pflegeheimen bekommen.

 

 

Keine Neuigkeit: Pflege wird nicht gut bezahlt

Liebe Kolleginnen und Kollegen, haltet euch fest: Der Gesundheitsminister hat kürzlich verlauten lassen, Pflegekräfte seien zu schlecht bezahlt.

Donnerwetter, denkt man sich da. Eine ziemliche Neuigkeit. Wir würden so weit gehen, etwas mehr zu verraten: Pflege wird zu schlecht bezahlt. Und zwar nicht erst seit gestern.

Etabliertes Wissen: Pflegekräfte verdienen im Schnitt sehr wenig

Dieses Jahr zeigt sich die schlechte Bezahlung von Pflegekräften im Vergleich aber auch mal wieder besonders deutlich. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen einer Vollzeitpflegekraft liegt in einigen Bundesländern bei gerade einmal 21 500 € – kein Wunder, dass Pflegekräfte es 2018 auf Platz 9 der schlechtbezahltesten Berufe in Deutschland geschafft haben.

Besser sieht es meist in Pflegediensten aus, die etwas größer sind oder sich mit anderen zusammengeschlossen haben. Denn so kann man auffangen, wenn die Zahlung einer Rechnung mal wieder lange ausbleibt.

Das Problem dabei: Wachstum ist oft mit Fremdinvestoren verbunden.

Gewinn-zentrierte Pflege?

Ein größeres Unternehmen muss sich neuen Herausforderungen stellen. Regelungen und Vorschriften, die ein kleiner Pflegedienst noch nicht erlebt. Das endet nicht mit neuen Datenschutzregelungen, die verschärft greifen, wenn mehr Mitarbeiter im Unternehmen sind.

Eine der Herausforderungen ist auch die Finanzierung von neuen Projekten. Und in diesem Moment entscheidet sich oft, ob ein Pflegedienst in Familienhand bleibt oder zum reinen Investitionsobjekt wird.

Die Welt empfiehlt die Investition in Pflegeimmobilien als sichere Anlage. Das bedeutet, dass jede Menge „Shareholder“ (Leute, deren Interessen berücksichtig werden müssen) in die Pflege kommen, die keine Ahnung von Pflege, aber viel Geld haben. Sie erhoffen sich Renditen und investieren dafür in den Bau von Immobilien, die auch für ältere Menschen gut bewohnbar sind. Oder eben gleich in Pflegeheime.

Das Problem ist auch bei der Bundesregierung angekommen: Man denkt zur Zeit über eine Begrenzung der Rendite durch Pflegeprojekte nach. Wiederum die Welt zeigt sich davon wenig begeistert – wenn es keine Prozente in zweistelliger Höhe mehr geben darf, wer soll dann noch investieren? Die großen Unternehmen und Immobilien-Hedgefonds-Manager nicht.

Stellschrauben für wirtschaftliche Pflege

Wenn Zeitungen wie die Welt Pflegedienste vorstellen, die wirtschaftlich arbeiten, nehmen sie als Beispiel ein Pflegeheim, das seinen Gewinn neben der Pflege vor allem auch über die Vermietung der Räume erwirtschaftet und von der privaten Zuzahlung der Bewohner finanziert. Dann schieben sie die Faktoren nach, an denen das Unternehmen spart: Kopierpapier zum Beispiel. Naja, und die Miete für Gebäude, die das Pflegeheim nutzt, denn die Immobilien sei längst in Hand des Unternehmens.

Ein wichtiger Punkt aus einem Beisatz: „Zudem spart er sich die Kosten für die Verhandlungen mit den Pflege- und Sozialkassen.“ – der Beispielbetreiber eines Pflegeheims kann auf Verträge zurückgreifen und sich scheinbar auch darauf verlassen, dass die Kassen zahlen. Das ist unglücklicherweise aus mancher Perspektive auch ein besonderer Luxus.

Lösungsvorschläge – „Jemand muss mehr bezahlen“

Die Lösungsvorschläge zum Thema sind interessant. Sie lassen sich – natürlich – zusammenfassen unter dem Zitat von Gesundheitsminister Spahn: „Pflegekräfte müssen besser verdienen“. Was für eine Erkenntnis …

Es fehlen allerdings die weiteren Schritte. Denn in allen Zitaten aus Interviews mit Herr Spahn fällt auf, dass er zwar von Milliardeninvestitionen spricht („Am Ende müssen auch Milliarden investiert werden“), aber auffällig offen lässt, wer die Milliarden investiert – und wann „Am Ende“ sein wird.

Auch sonst bedient sich der Minister indirekter Formulierungen und passiver Ausdrücke. Er hätte gern weniger Leiharbeit in der Pflege und mehr Festangestellte. Hätten wir auch gern.

Wenn wir aber dabei sind, eine Liste zu machen: Wir hätten auch gern klarere Ansagen und zuverlässige, bedeutende Versprechen. Dann können Pflegedienste Einstellungen auf einer sicheren Grundlage verstärken. Und mit etwas mehr Unterstützung für die Pflegeseite im ewigen Seilziehen zwischen Pflegediensten und Krankenkassen können wir mehr Energie in das stecken, was wir eigentlich tun wollen: Für Menschen da sein.

Immer neue Anforderungen an die Pflege

In der Pflege gibt es immer neue Herausforderungen und Anforderungen – das macht den Beruf so spannend und interessant. Gleichzeitig ist er manchmal auch anstrengend und fordert viel. Wer sich für eine Ausbildung in der Pflege entscheidet, muss – im Guten wie im Schlechten – zur Zeit auf einiges gefasst sein.

Unter unserem Dach sind im Born Gesundheitsnetzwerk verschiedene Pflegedienste und damit hunderte Angestellte vereint. Diese große Team-Familie pflegt wiederum hunderte von Patienten in unterschiedlichen Bereichen:  Von der Kinderintensivpflege bis zur ambulanten Altenpflege.

Wir freuen uns über neue Mitarbeiter im Team – weil Pflege immer wieder Neues bedeutet und deswegen auch unsere Teams immer Raum für Veränderung und neue Kolleginnen und Kollegen haben.

Pflege wächst: Seit der Pflegereform sogar noch mehr

Jedes Jahr gibt es mehr pflegebedürftige Menschen. Immer mehr Familien beantragen Pflegeleistungen für einen Patienten oder eine Patientin. Das liegt natürlich einerseits daran, dass die Gesellschaft altert – es also im Verhältnis mehr alte Menschen gibt.

Außerdem steigt das Bewusstsein dafür, dass es Pflegeangebote gibt. Immer mehr Menschen suchen bewusst früh nach Hilfe durch einen Pflegedienst, statt es so lange wie möglich allein zu versuchen. Das Bewusstsein von Angehörigen, dass sie nicht allein pflegen müssen, steigt – zum Glück.

Auch durch die Pflegereform ist die Zahl der beantragten Pflegeleistungen stark gestiegen. Der Grund ist der Wechsel auf die neuen Pflegegrade, die die Pflegestufen ersetzt haben. Viele Patienten, die vorher keine Pflegestufeeinschätzung bekommen hätten, bekommen jetzt einen Pflegegrad.

Der Umstieg hat auch noch mal für mehr Aufmerksamkeit gesorgt: Mehr Angehörige und Patienten haben die Idee bekommen, sich mit dem Thema Pflegestufe auseinanderzusetzen. Insgesamt sind die Antragszahlen beim medizinischen Dienst der Krankenkassen enorm gestiegen: 2017 haben etwa 25 % mehr Menschen als im Vorjahr einen Antrag gestellt.

Mehr Aufmerksamkeit für Demenzkranke

Andererseits gibt es aber auch immer mehr Aufgaben, die wir in der Pflege übernehmen. Dazu gehört seit der Pflegereform insbesondere auch mehr die Arbeit mit demenzkranken Menschen. Auch wenn viele ältere Menschen körperlich relativ gesund sind, ist dann ihre mentale Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Dadurch wird auch der Anspruch an die Pflege größer.

Bei Patienten ohne körperliche Einschränkungen besteht Pflegebedarf durch Betreuungsleistungen. Die bestehen zum Beispiel aus dem gemeinsamen Erledigen von Alltagsaufgaben, um größtmögliche Selbstständigkeit zuhause zu erhalten. Oder es geht um Gesellschaft – jemand, der zum gemeinsamen Lesen, Spielen oder unterhalten zu Besuch kommt.

Bei Patienten mit körperlichem Pflegebedarf bedeutet eine Demenzerkrankung oft, dass die Behandlung etwas schwieriger wird. Menschen, die nicht verstehen, was passiert, kooperieren natürlich auch nicht so leicht. Hier ist von Angehörigen und Pflegekräften immer etwas mehr Zeit und Geduld gefragt.

Mehr Aufgaben für Pflegedienste

In unseren Pflegediensten müssen wir diesen neuen Anforderungen begegnen. Eine Herausforderung ist gerade in einer bevölkerungsstarken Region wie dem Ruhrgebiet viele neue Anfragen zu bewältigen. Hier liegt auch ein offensichtlicher Grund dafür, dass wir immer viele Stellen in der Pflege ausschreiben: Wir möchten gern neue Teams aufbauen oder Teams erweitern, um mehr Anfragen annehmen zu können.

Außerdem stellen wir uns durch Fortbildungen immer wieder auf neue Anforderungen ein. Wir lernen, wie Pflege in modernen Familienkonstellationen funktioniert oder welche neuen Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Dadurch bleiben Experten in der Pflege auch in Zukunft Experten.

In Zukunft stehen außerdem auch neue Konzepte zur Debatte: Für die Betreuung und als Gesellschafter müssen nicht immer ausgebildete Pflegekräfte eingesetzt werden. So ergeben sich viele neue Möglichkeiten, über die wir sorgfältig nachdenken.