Gesunde Pflege – Sport als Ausgleich

Manche Jobs sind anstrengend, weil sie mental auslaugen – den ganzen Tag hochkonzentriert sein bedeutet für viele, dass abends Pause sein muss und Erholung durch flache Unterhaltung. Manche Jobs sind eher körperlich zermürbend und abends oder am Wochenende kann der passende „Ausgleich“ auch mental anstrengend sein – Schach spielen zur Entspannung beispielsweise. Es gibt auch Jobs, die seelisch müde machen, sodass man sich abends nach allem sehnt, was fröhlicher und entspannter macht.

Pflege kann auf all diese Arten anstrengend sein. Deswegen ist es manchmal schwierig, einen passenden Ausgleich zu finden. Der Job laugt seelisch aus – aber den Kopf mit Ausdauersport freimachen scheint nach vielen Stunden Arbeit unmöglich anstrengend. Tagsüber musste man die Ansprüche von Patienten, Angehörigen und Krankenkassen jonglieren und vereinbaren – abends noch andere Puzzle zu lösen, wäre auf eine ähnliche Art anstrengend. Und auch körperlich ist man wie erwähnt einfach zermürbt. Ist „auf der Couch liegen“ die einzige Entspannung nach einem langen Tag?

Körperliche Beanspruchung in der Pflege

Wer in der Pflege arbeitet, ist den ganzen Tag auf den Beinen und hat schwer zu tun. Manchmal ist „schwer“ auch genau das Problem, wenn Patienten bewegt werden müssen, die das allein nicht können und viel wiegen. Aber selbst kleine oder leichte Patienten, die im Bett liegen, bedeuten manchmal eine Belastung für den Rücken: Wer sich immer wieder vorbeugen oder runterbeugen muss, strapaziert seinen Rücken.

Auch die Art zu laufen und die Wege stressen nicht nur die Beine (von Krämpfen bis Muskelkater ist alles dabei), sondern auch den Rücken. Es ist anstrengend zu stehen und zu tragen. Deswegen ist „Rücken“ in allen Varianten eine der häufigsten Beschwerde-Kategorien für Pflegende.

Die anderen typischen Beschwerden von Pflegekräften sind oft eine Reihe von Stress-Symptomen: Kopfschmerzen, schlechte Blutzucker- und andere -werte, Müdigkeit oder unterschiedliche Schmerzen oder auch Hautkrankheiten, die bei Stress schlimmer werden.

Ausgleichssport: Hilft „gegen alles“

Auch wenn es wie erwähnt nicht sehr überzeugend wirkt: Ausgleichssport ist tatsächlich ein wichtiges Mittel, gegen alle Beschwerden anzugehen. Auch gegen die, die sich nach Müdigkeit und Erschöpfung anfühlen und eher nach „auf der Couch liegen“ schreien.

Trotz der vielen kurzen Strecken, die man am Tag in der Pflege zurücklegt: Laufen, Gehen, Walken oder Schwimmen, Ausdauersport also, sind die richtigen Sportarten für den Wiedereinstieg oder Neueinstieg in den Sport.

Diese Empfehlungen findet man vor allem für pflegende Angehörige, für die der Sport außerdem die Möglichkeit bedeutet „mal raus zu kommen“, aber sie gelten durch die ähnlichen Tätigkeiten für alle in der Pflege: Der Ausdauersport stärkt erst mal den Körper und hilft dabei, sich zu „beruhigen“ beziehungsweise den Kopf frei zu kriegen.

Rückentraining für Pflegekräfte

Wie erwähnt ist der Rücken ein großer „Schwachpunkt“ vieler Pflegenden. Das bedeutet nicht, dass sie hier keine Kraft haben – auch die (falsche) Belastung trainiert. Nur eben eventuell auch auf die falsche Art.

Besser ist, den Rücken gezielt zu kräftigen. Das geht zum Beispiel durch Übungen zuhause oder im Fitnessstudio. Und weil die Übungen speziell für Pflegekräfte so interessant sind, ist es besonders leicht, andere zu finden die mitmachen: Einfach mal Kolleginnen fragen.