Pflegeroboter in Deutschland?

Pflegeroboter in jedem Heim und auch bei allen Patienten zuhause – das scheint die Zukunft der Pflege. Bisher war der Widerstand gegen solche Systeme gerade in Deutschland eher groß. Jetzt scheint sich die Meinung aber langsam zu ändern.

So äußerten sich eine Reihe von Befragten in einer Studie der TK positiv zur Idee, Roboter in der Pflege einzusetzen. Und einige Unternehmen denken bis hin zu eingepflanzten Chips, die die geistige Leistungsfähigkeit von Menschen verändern sollen. Pflege verändert sich immer wieder und bleibt dadurch spannend – bald also auch durch Roboter?

Datenschutz in Gesundheit und Pflege: Viele Deutsche bleiben skeptisch

Die Welt stellte kürzlich in einem Artikel eine Studie zum Thema vor, in der die Eindrücke der Deutschen zum Thema „digitale Medizin“ zusammengefasst werden. Obwohl der Artikel mit dem Eindruck überschrieben ist, mehr Deutsche denn je zögen die Pflege durch Roboter in Erwägung, gibt es vor allem Skepsis im Bereich des Datenschutzes.

Auch in der Pflege werden Roboter zukünftig vermutlich Daten sammeln – das müssen sie ja, um ihre Funktion zu erfüllen. Gerade an ihre Krankenkasse möchten die meisten Deutschen diese Daten aber nicht schicken.

Was können Pflegeroboter?

Es gibt immer wieder Berichte zu verschiedenen Robotern, die in der Pflege eingesetzt werden könnten. Dabei ist es wichtig, sich die Spannbreite vor Augen zu halten: Manche meinen mit „Pflegerobotern“ tatsächlich Roboterwesen, die Pflegekräfte ersetzen. Die müssten künstliche Intelligenz, Pflegewissen und auch menschliches Verhalten imitieren können. Andere sprechen von kleinen Helfern: Roboter, die Hilfsmittel von einem Raum in den nächsten bringen. Oder fortgeschrittene Notrufgeräte, die auf Sprachbefehle reagieren.

Seit diesem Jahr arbeiten in Garmisch-Partenkirchen Roboter in der Pflege mit – zwei sehr einfache Helfer. Einer ist ein automatischer „Lieferant“ von Gegenständen wie Pillendosen. Er kann ferngesteuert werden und ermöglicht auch Angehörigen so, kleine Hilfen aus der Ferne zu leisten. Der andere kann von Patienten selbst eingesetzt werden, um einfache Bewegungen durchzuführen – beispielsweise ihre Bettdecke hochschlagen oder runterziehen.

Die Zustimmung zur Idee wird größer

Die TK führte jüngst eine Studie dazu durch, wie sehr Roboter in der Pflege akzeptiert würden. Immerhin 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich im Pflegefall von einem Roboter unterstützen lassen würden. Etwas anders sieht das bei Patienten aus, die schon heute Einschränkungen erleben: nur 51 % der chronisch Kranken können sich die Pflegehilfe vorstellen.

Theoretisch sind viele Menschen also offen für Pflegeroboter – in der Praxis könnte sich die Akzeptanz aber nur langsam durchsetzen.

Anders sieht es aus bei nicht als „Roboter“ deklarierten Helfern. Sensoren, die beispielsweise Stürze registrieren oder wenn jemand nicht aufsteht, würden von 90 % der Befragten akzeptiert. Ziel sollte sein, durch den Einsatz der Technologie länger selbstständig im eigenen Haushalt leben zu können.