Wiedereinstieg in den Pflegeberuf?

Der Arbeitsmarkt in der Pflege ist und bleibt ein aktuelles und heiß diskutiertes Thema.

Ein Teil der Lösung soll die Motivation zum Wiedereinstieg sein – durch die Politik ist ein Prämienmodell vorgesehen. Aber sind Prämien der richtige Weg, alte Kollegen neu zu begeistern?

Aussteiger haben meist nicht nur finanzielle Gründe. Ihnen fehlen bessere Arbeitsbedingungen und mehr Kollegen in der Pflege!

Bessere Arbeitsbedingungen statt Prämien

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, möchte Pflegekräfte durch ein Prämiensystem zurückgewinnen: Pflegekräfte, die in ihren Beruf zurückkehren oder die Arbeitszeit aufstocken, sollen nach diesem Modell bis zu 5000 Euro Prämie erhalten. Und wer nach der Ausbildung direkt in den Beruf einsteigt, bekommt eine Prämie in Höhe von 3 000 Euro.

Daran sehen wir: grundsätzlich ist der Staat durchaus bereit, ordentliche Summen in die Bekämpfung des Fachkräftemangels im Bereich der Pflege zu stecken. Warum also nicht in die richtigen Maßnahmen investieren? Beispielsweise solche, die es engagierten Arbeitgebern ermöglichen, den Pflege-Rückkehrern ein Comeback mit Freude zu erleichtern?

Vor allem Schulungen und Trainings sowie Schnuppertage sind laut den Befragten der oben erwähnten Studie ein wichtiges Mittel, um den Wiedereinstieg zu erleichtern. Der Punkt „bessere Bezahlung“ ist zwar für rund 30 % der Befragten ein Argument, hat damit aber die niedrigste Priorität.

Aussteiger selten glücklicher

Laut der „#PflegeComeback-Studie“ sind die meisten Aussteiger in ihrem neuen Arbeitsfeld gar nicht glücklicher, als in ihrem ursprünglichen Beruf. Einer absoluten Zufriedenheit von 63 % bei Einstieg in den Pflegeberuf steht laut der Studie eine Zufriedenheit von 44 % der Befragten im neuen Job gegenüber.

Was sich Politik und Pflegedienste klar machen müssen: Die Aussteiger sind nicht gegangen, weil sie woanders glücklicher werden. Sondern „weniger unglücklich“.

Fast jede zweite ehemalige Pflegekraft würde gern zurück in den alten Beruf, wenn das unter besseren Bedingungen möglich ist. Für ein bisschen Geld zurück in die alte Tortur – dafür lohnt der Umstieg nicht. Neubeginn in einem Team, faire Arbeitsbedingungen und wieder Spaß bei der Arbeit? Dazu laden wir ein.

Die Gelegenheit nutzen

Wir möchten uns das Ergebnis zu Herzen nehmen. Denn wir glauben, dass richtig gute Pflege nur möglich ist, wenn wir unseren Kollegen und Kolleginnen richtig gute Arbeitsbedingungen bieten.

Und das heißt für uns vor allem: Drei Sorten „Zeit haben“: Zeit für gute Pflege, Zeit für Arbeitsplanung und Zeit für sich.

  • Wir arbeiten in festen Teams, die groß genug sind, dass ein Krankheitsausfall nicht zu Chaos führt und in denen jeder in fest eingeplanten Teamsitzungen an der Terminplanung Teil hat.
  • Wir geben jedem Mitarbeiter die Möglichkeit, an Fortbildungen teilzunehmen, um sein Wissen aufzufrischen oder zu erweitern. Denn wir wollen keine Fließbandarbeiter, sondern Mitarbeiter, die auf ihre Arbeit stolz sein können.
  • Wir geben unseren Mitarbeitern die nötige Freizeit, um sich von den Strapazen des täglichen Pflegealltags zu erholen. Das heißt für uns: 32 Tage Urlaub und freie Tage, an denen garantiert niemand von der Arbeit anruft.

Natürlich verlassen auch uns einmal Kolleginnen oder Kollegen aus den verschiedensten Gründen. Wir freuen uns auch, wenn solche Aussteiger zu uns zurückkehren wollen.

Und das nicht durch das Locken einer Geldprämie vom Gesetzgeber, sondern durch die Bereitschaft, über Strukturen und Arbeitsbedingungen zu sprechen. Damit unsere Mitarbeiter gerne bleiben möchten.

Sie sind Pflegeaussteiger? Bei uns sind Rückkehrer willkommen!