Immer neue Anforderungen an die Pflege

In der Pflege gibt es immer neue Herausforderungen und Anforderungen – das macht den Beruf so spannend und interessant. Gleichzeitig ist er manchmal auch anstrengend und fordert viel. Wer sich für eine Ausbildung in der Pflege entscheidet, muss – im Guten wie im Schlechten – zur Zeit auf einiges gefasst sein.

Unter unserem Dach sind im Born Gesundheitsnetzwerk verschiedene Pflegedienste und damit hunderte Angestellte vereint. Diese große Team-Familie pflegt wiederum hunderte von Patienten in unterschiedlichen Bereichen:  Von der Kinderintensivpflege bis zur ambulanten Altenpflege.

Wir freuen uns über neue Mitarbeiter im Team – weil Pflege immer wieder Neues bedeutet und deswegen auch unsere Teams immer Raum für Veränderung und neue Kolleginnen und Kollegen haben.

Pflege wächst: Seit der Pflegereform sogar noch mehr

Jedes Jahr gibt es mehr pflegebedürftige Menschen. Immer mehr Familien beantragen Pflegeleistungen für einen Patienten oder eine Patientin. Das liegt natürlich einerseits daran, dass die Gesellschaft altert – es also im Verhältnis mehr alte Menschen gibt.

Außerdem steigt das Bewusstsein dafür, dass es Pflegeangebote gibt. Immer mehr Menschen suchen bewusst früh nach Hilfe durch einen Pflegedienst, statt es so lange wie möglich allein zu versuchen. Das Bewusstsein von Angehörigen, dass sie nicht allein pflegen müssen, steigt – zum Glück.

Auch durch die Pflegereform ist die Zahl der beantragten Pflegeleistungen stark gestiegen. Der Grund ist der Wechsel auf die neuen Pflegegrade, die die Pflegestufen ersetzt haben. Viele Patienten, die vorher keine Pflegestufeeinschätzung bekommen hätten, bekommen jetzt einen Pflegegrad.

Der Umstieg hat auch noch mal für mehr Aufmerksamkeit gesorgt: Mehr Angehörige und Patienten haben die Idee bekommen, sich mit dem Thema Pflegestufe auseinanderzusetzen. Insgesamt sind die Antragszahlen beim medizinischen Dienst der Krankenkassen enorm gestiegen: 2017 haben etwa 25 % mehr Menschen als im Vorjahr einen Antrag gestellt.

Mehr Aufmerksamkeit für Demenzkranke

Andererseits gibt es aber auch immer mehr Aufgaben, die wir in der Pflege übernehmen. Dazu gehört seit der Pflegereform insbesondere auch mehr die Arbeit mit demenzkranken Menschen. Auch wenn viele ältere Menschen körperlich relativ gesund sind, ist dann ihre mentale Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Dadurch wird auch der Anspruch an die Pflege größer.

Bei Patienten ohne körperliche Einschränkungen besteht Pflegebedarf durch Betreuungsleistungen. Die bestehen zum Beispiel aus dem gemeinsamen Erledigen von Alltagsaufgaben, um größtmögliche Selbstständigkeit zuhause zu erhalten. Oder es geht um Gesellschaft – jemand, der zum gemeinsamen Lesen, Spielen oder unterhalten zu Besuch kommt.

Bei Patienten mit körperlichem Pflegebedarf bedeutet eine Demenzerkrankung oft, dass die Behandlung etwas schwieriger wird. Menschen, die nicht verstehen, was passiert, kooperieren natürlich auch nicht so leicht. Hier ist von Angehörigen und Pflegekräften immer etwas mehr Zeit und Geduld gefragt.

Mehr Aufgaben für Pflegedienste

In unseren Pflegediensten müssen wir diesen neuen Anforderungen begegnen. Eine Herausforderung ist gerade in einer bevölkerungsstarken Region wie dem Ruhrgebiet viele neue Anfragen zu bewältigen. Hier liegt auch ein offensichtlicher Grund dafür, dass wir immer viele Stellen in der Pflege ausschreiben: Wir möchten gern neue Teams aufbauen oder Teams erweitern, um mehr Anfragen annehmen zu können.

Außerdem stellen wir uns durch Fortbildungen immer wieder auf neue Anforderungen ein. Wir lernen, wie Pflege in modernen Familienkonstellationen funktioniert oder welche neuen Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Dadurch bleiben Experten in der Pflege auch in Zukunft Experten.

In Zukunft stehen außerdem auch neue Konzepte zur Debatte: Für die Betreuung und als Gesellschafter müssen nicht immer ausgebildete Pflegekräfte eingesetzt werden. So ergeben sich viele neue Möglichkeiten, über die wir sorgfältig nachdenken.

Zwischenstand: Neue Ausbildungen für die Pflege

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde das neue Pflegeberufegesetz verabschiedet. Jetzt folgte die Verabschiedung der Ausbildungspläne.

Ein wichtiger Teil davon ist ein neues Ausbildungskonzept, das sich in drei Teile gliedert. Wer sich für Pflege interessiert, entscheidet sich nicht mehr unbedingt von Anfang an zwischen Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege. Stattdessen lernen alle zwei Jahre das gleiche und können sich dann für eine Spezialisierung entscheiden.

Die Bundesregierung hatte die Reform der Pflegeberufe letztes Jahr entschieden. Neben den Veränderungen im Aufbau der Ausbildung gab es für Auszubildende in vielen Bereichen vor allem eine wichtige Neuerung: die Ausbildung sollte ab sofort kostenlos sein und das bisherige „Schulgeld“ der Krankenpflegeschulen fällt weg.

In einer abschließenden Abstimmung wurden die Pläne verabschiedet – trotz vieler Einwände und Bedenken aus unterschiedlichen Fraktionen und von externen Experten.

Nach ungefähr einem Jahr gibt es immer noch mehrere Perspektiven auf die neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung, nach der 2020 die ersten Ausbildungen beginnen werden.

Generalisierung auf Kosten der Qualität?

Ein wichtiger Kritikpunkt vieler Experten ist, dass das neue Ausbildungskonzept durch fehlende Spezialisierung insbesondere in der Alten- und der Kinderkrankenpflege einfach nicht gut genug ausbildet und wichtige Qualifikationen fehlen.

In beiden Bereichen soll das neue Ausbildungskonzept die bisherigen Anforderungen aktualisieren. In beiden wird der Anspruch eher verringert – Altenpfleger müssen formal beispielsweise keine Vorbehaltstätigkeiten mehr ausüben. Das bedeutet einerseits, dass sie nur mit Pflegefachkräften gemeinsamen arbeiten können. Und andererseits die Personen, die selbst die Pflege übernehmen, nicht an der Koordinierung der Aufgaben beteiligt wären. Dieser Wegfall von einem wesentlichen Aufgabenbereich in der Altenpflege wird auch nicht durch einen größeren Fokus auf Bewältigungsstrategien oder Gesundheit für Pflegekräfte aufgewogen.

In der Kinderkrankenpflege ist das Problem zweischneidig: Einerseits sollen zukünftig alle Auszubildenden in der Pflege einen Pflichteinsatz in der Kinderkrankenpflege absolvieren. Dabei gibt es dafür kaum ausreichend Einsatzstellen. Bisher war diese Ausbildung für einen Bruchteil der Auszubildenden in der Pflege relevant (etwa 6600 Auszubildende in der Kinderkrankenpflege machen keine 5 % der Auszubildenden in der Pflege insgesamt aus).

Andererseits sehen Experten in der Kinderkrankenpflege die Ausbildung selbst als nicht ausreichend an: Wer in der Kinderkrankenpflege arbeitet, ist durch einen Pflichteinsatz in der Pädiatrie längst nicht ausreichend qualifiziert – die selbstständige Arbeit in der Kinderkrankenpflege wird nach Ansicht einiger Experten nur nach zusätzlicher Qualifikation nach der Ausbildung möglich sein.

Pflege soll offener werden

Auf der entgegengesetzten Seite stehen immer mehr Bemühungen, den Pflegeberuf weiter zu öffnen. Vertreter von Arbeitgeberverbänden monieren, die Anforderungen seien schlicht überzogen – ein Nebeneffekt der Akademisierung der Pflege. Während mehr Studiengänge entstehen, wird auch die Pflege theoretischer: Pflegekräfte sollen Methoden selbstständig vergleichen und wissenschaftlich beurteilen können.

Diese Notwendigkeit von besonderen akademischen Fähigkeiten sieht man beispielsweise in Hessen nicht: Hier soll die Ausbildung zum Pflegehelfer auch ohne Hauptschulabschluss möglich sein. Dabei handelt es sich allerdings um ein Modellprojekt, das insbesondere auch auf Flüchtlinge abzielt. Vor allem die, die (noch) keinen in Deutschland anerkannten Schulabschluss haben. Während der Pflegeausbildung soll gleichzeitig der Hauptschulabschluss verfolgt werden.

Differenzierung eines komplexen Bereichs

Pflege ist anspruchsvoll und besteht aus vielen unterschiedlichen Aufgaben. Die Pflege eines intensivpflegebedürftigen Kindes unterscheidet sich enorm von der eines Erwachsenen, der nach einer OP kurzfristig gepflegt werden muss.

Innerhalb des Born Gesundheitsnetzwerks ist der Wechsel von einem Pflegebereich in einen anderen für unsere Pflegekräfte möglich. Das passiert aber nach genauer Absprache mit allen Beteiligten. Außerdem gibt es natürlich eine „Umlernzeit“. Entweder durch eine Fortbildung zum Beispiel für die Intensivpflege. Oder einfach durch Neuorientierung im neuen Gebiet.

Gleichzeitig gibt es rund um die Pflege Aufgaben, die klar in den akademischen Bereich fallen. Sie müssen aber genauso wenig von jeder Pflegekraft durchgeführt werden, wie nicht jeder Mitarbeiter bei einem Automobilhersteller Maschinenbau studiert haben muss. Und genau wie studierte Maschinenbauer nicht unbedingt mit der anspruchsvollen Umsetzung betraut werden sollten, nur weil sie die Theorie kennen, ist nicht jeder studierte Pflegeexperte die richtige Person am Krankenbett.

Wir versuchen, für alle Mitarbeitenden die richtigen Aufgaben zu finden – passend zu ihrer Ausbildung, ihrer Persönlichkeit und ihren Wünschen. Es bleibt abzuwarten, ob die Reform der Ausbildungsplätze dieses Anliegen einfacher oder schwerer machen wird.

Zusammenarbeit mit Apothekern für gute Pflege

Bei der Pflege arbeiten wir mit Apotheken zusammen. Manchmal fragen sich Außenstehende, wozu ein Pflegedienst groß Kontakt mit Apothekern braucht – der eine liefert die Medikamente, der andere verabreicht sie? Natürlich könnte man da aufhören. Medikamente haben aber nicht immer die gewünschte Wirkung und Apotheker sind ausgebildete Experten dafür, die Probleme einschätzen und oft auch beheben zu können.

Apotheker als Ansprechpartner zu Medikamenten

Für gewöhnlich verschreibt ein Arzt ein Medikament und als Patient lässt man sich das entsprechende Mittel vom Apotheker „nur aushändigen“. Dadurch unterschätzen viele Menschen das Fachwissen von Apothekern, die sich besonders gut mit Medikamenten auskennen.

Pharmazeuten sind Experten für Wirkweisen

Anders als Ärzte haben Apotheker Pharmazie studiert – sich also expliziert mit den Wirkmechanismen und Wechselwirkungen von Medikamenten beschäftigt. Sie haben die chemischen Prozesse untersucht, die die Verarbeitung einer Tablette im Körper von der eines Safts oder einer Salbe unterscheiden.

Apotheker kennen Wechselwirkungen

Ärzte diagnostizieren Krankheiten und kennen die passenden Wirkstoffe zur Behandlung. Apotheker können oft im Detail aber noch viel wertvolles Wissen beitragen. Beispielsweise auch zu Wechselwirkungen von Medikamenten, die Fachärzte verschreiben.

Ein Mittel, dass der Herz-Spezialist verschreibt, kann gefährliche Nebenwirkungen haben, wenn ein Patient schon Medikamente gegen Lungenprobleme, Verdauungsschwierigkeiten oder Stimmungsschwankungen bekommt.

Apotheker können bei der Pflege helfen

Eine Studie der AOK Rheinland/Hamburg und des Apothekerverbands Nordrhein hat gezeigt, dass die Kooperation mit Apothekern Pflege spürbar verbessern kann: Gut ein Drittel der Probleme mit Medikamenten konnten die Apotheker direkt lösen.

Beispielsweise, indem sie eine Anpassung der Dosierung vorschlagen – manchmal reagieren Menschen sehr empfindlich oder sehr wenig auf Medikamente. Die Anpassung sollte man aber nie selbst vornehmen, weil einige Medikamente in zu hoher oder niedriger Dosis gefährlich sein können. Apotheker haben hier den Überblick.

Oder, indem die Darreichungsform geändert wird. Man kann also zum Beispiel manchmal von Tabletten zu Saft oder von Injektionen zu Zäpfchen wechseln. Das kann manchmal einfach einer persönlichen Vorliebe entsprechen – manche Menschen mögen Tropfen lieber, andere schlucken eher Tabletten. Oder es kann auch mit der Aufnahme im Körper zu tun haben. Der gleiche Wirkstoff wird über die Haut (durch eine Salbe) anders verteilt als durch den Magen (in einer Tablette).

Manchmal helfen auch Kleinigkeiten: Die Mittel mit einem bestimmten Essen oder Getränk einzunehmen beispielsweise. Oder den Zeitpunkt der Einnahme zu ändern: Statt eine Tablette morgens zu nehmen, die müde machen kann, wird die Einnahme auf den Abend verlegt.

All diese Entscheidungen können Apotheker gut beurteilen und ergänzen damit sehr wertvoll die Behandlungsentscheidungen.

Wir kooperieren mit Apothekern für gute Pflege

Auch deswegen kooperieren wir mit Apothekern für gute Pflege für unsere Patienten. Neben Ärzten sind sie wichtige Ansprechpartner für alle Behandlungsformen und -mittel.

Unsere Kooperation geht also darüber hinaus, dass wir uns von einem Apotheker fest beliefern lassen. Auch dieser Teil der Kooperation ist für unsere Patienten natürlich wertvoll. Wir haben die benötigten Medikamente und Pflegehilfsmittel immer dabei, weil wir uns auf unsere Apotheken-Partner verlassen können.

Außerdem haben wir in unseren Apotheker-Kollegen feste Ansprechpartner, wenn es mal Fragen zu Medikamenten oder Nebenwirkungen gibt. Dadurch sind auch unsere Patienten nicht mit Fragen allein und können auch zwischen Arztbesuchen beispielsweise erfahren, ob eine Nebenwirkung typisch oder eher unüblich ist.

 

Die Kooperation mit Apothekern, Ärzten und Therapeuten bedeutet, dass die Pflege durch uns unseren Patienten mehr bringt. Sie müssen nicht selbst eine weitere Gruppe koordinieren, sondern haben einen Partner an ihrer Seite, der die Koordination der Pflege für sie übernimmt.

 

 

Für Angehörige: Eine Hand halten lindert Schmerz

Angehörige von pflegebedürftigen Menschen fühlen sich oft überfordert, weil sie nicht wissen, wie sie einem geliebten Menschen helfen können. Viele Aufgaben in der Pflege erfordern Zeit, Wissen oder körperliche und seelische Kraft, die nicht jeder hat.

Angehörige schaffen die Pflege selten allein

Wenn ein geliebter Mensch pflegebedürftig wird, möchte man natürlich helfen. Oft geht das auch und in vielen Familien gibt es schnell eingespielte Teams, die gewisse Pflegeaufgaben „einfach so“ erledigen.

Es gibt aber auch Aufgaben, die Angehörige nicht allein stemmen können. Dafür gibt es viele mögliche Gründe. Für die Intensivpflege werden selbst examinierte Pflegekräfte noch mal extra ausgebildet – kein Angehöriger kann also einfach so wissen, wie er mit einer Trachealkanüle umgehen soll. Manche Aufgaben kosten auch für einige Leute einfach enorme Überwindung. Nicht jeder kann locker Insulinspritzen setzen und sich dabei wohl fühlen. Andere haben viele andere Verpflichtungen und nicht genug Zeit für die aufwändige Betreuung. Und dann gibt es noch Aufgaben, für die man viel körperliche Kraft braucht – ältere Leute können ihrem Partner beispielsweise oft nicht beim Aufstehen helfen, ohne sich selbst damit in Gefahr zu bringen.

All diese Gründe sind sehr gute Gründe und „logisch“. Logisch hilft aber nicht immer, wenn man sich überflüssig oder nutzlos fühlt und eigentlich doch so gern einem Freund, Partner, Elternteil oder Kind helfen möchte.

Wie Angehörige Pflegebedürftigen immer helfen können

Dabei können Angehörige eine enorme Hilfe für Pflegebedürftige sein – egal, ob sie viel Zeit, Kraft oder Kenntnisse haben. Eine Studie, die im März 2018 von der University of Colorado at Boulder veröffentlicht wurde, zeigt, dass der einfachste Körperkontakt sogar Schmerzen lindern kann: Wenn ein Mensch Schmerzen hat, werden die dadurch gelindert, dass sein Partner seine Hand hält.

In der Studie hat ein Forscherteam gezeigt, dass die Gehirnwellen der beiden sich aneinander angleichen – sie konnten das „Mitfühlen“ also sichtbar machen. Wenn im Experiment einer der beiden Partner Schmerzen hatte, hat das ihre „Verbindung“ in dem Moment geschwächt – außer sie konnten einander berühren.

Jeder weiß, dass kleine Aufmerksamkeiten von geliebten Menschen und ihr Mitfühlen uns beruhigen und helfen kann. Der kleine Körperkontakt – eine Hand zu halten, einen Kopf stützen oder jemanden zu umarmen – verringert sogar das Schmerzempfinden.

Jeder kann geliebten Menschen helfen

Auch wer also keine besonderen Kenntnisse hat, kann einem anderen helfen, der Schmerzen hat oder sich unwohl fühlt. Durch „Händchenhalten“ werden bestimmte Schmerzen gelindert.

Das soll auf keinen Fall heißen, das „Handauflegen“ oder ähnliches gute Pflege und gute Versorgung ersetzen kann. Die ist in jedem Fall nötig, damit es einem Patienten körperlich so gut wie möglich geht.

Aber jeder kann einem geliebten Menschen helfen, wenn der Schmerzen hat oder sich unwohl fühlt. Dafür reicht eine einfache Berührung, auch wenn einem in schwierigen Situationen mal die Worte fehlen.

Pflegekräfte und Angehörige: Mit Vorwürfen umgehen

Pflegekräfte sind in Familien zu Besuch oder betreuen Patienten rund um die Uhr in einer unserer Patienten-WGs. Angehörige reagieren mit vielen unterschiedlichen Gefühlen auf die Situation, die Umgebung und die Anforderungen. Sehr oft sehen wir: Wut. Die sich beispielsweise im Meckern über eine Situation äußert, in Vorwürfen oder sogar in Beschwerden.

Nicht immer fühlen sich diese Vorwürfe tatsächlich gerechtfertigt an – und nicht immer sind sie es. Oft ist das Problem wesentlich kleiner als die enorme Wut-Menge, die uns entgegenschwappt. Woher kommt Wut und wie gehen wir damit um?

Kritik an Pflegekräften

Wer in der Pflege arbeitet, hat garantiert schon mal Kritik abbekommen. Von Kollegen oder Patienten und vor allem von Angehörigen. Manchmal ist die Kritik gerechtfertigt, manchmal nicht. Sehr oft ist sie viel heftiger und lauter, als der Anlass eigentlich auslösen „sollte“. Wie kommt das?

Bei Angehörigen mischt sich oft viel „Wut“ in die Kritik.

  • Aus der berechtigten Frage „Wann kommen Sie vorbei?“ wird dann plötzlich „Sind Sie eigentlich auch mal pünktlich?“.
  • Statt „Haben Sie die Medikamente schon vorbereitet?“ hört man „Wieso haben Sie die Medikamente verschlampt?“.
  • Auch berechtigte Kritik („Ich hatte letzte Woche eine schriftliche Aufstellung der Leistungen gebeten. Die fehlt noch!“) wird schnell zu heftigen Vorwürfen („Sie wollen uns doch nur ausnehmen!“).

Der Ton macht die Musik. Gleichzeitig ist die Formulierung der Vorwürfe oft ziemlich verwirrend oder irreführend: Der Angehörige will ja nicht wirklich über betrügerische Absichten des Pflegediensts reden, sondern einfach nur die Auflistung, die noch fehlt. Das zu raten ist aber oft extrem schwierig.

Wieso Angehörige wütend werden

Wut wirft unseren Verteidigungs- und Angriffsmechanismus an. Meistens gehen wir von „Verteidigung“ zu „Angriff“ über, ohne es so richtig zu merken. Sicherer ist die Position allemal. Wieso also Verteidigung? In den seltensten Fällen hat die Pflegekraft oder der Pflegedienst ja wohl „angegriffen“.

Wir verteidigen uns aber auch, wenn wir uns hilflos fühlen. Viele Angehörige möchten den Patienten natürlich gerne selbst helfen – es sind immerhin ihre geliebten Partner, Eltern, Freunde oder Kinder! –, und fühlen sich nutzlos oder hilflos, weil sie das nicht können.

Einen Pflegedienst im Haus zu haben, bedeutet immer, etwas Kontrolle abzugeben. So sehr wir auch versuchen, rücksichtsvolle Gäste zu sein, sind wir immer „Fremde“. Zum Ausgleich möchten sie wenigstens alles kontrollieren, was sie beeinflussen können: Wann und wie passieren Dinge?

Hilflosigkeit und Kontrollverluste führen zu Angst – vor der man sich verteidigen möchte.

Ein dritter häufiger Grund ist Trauer um eine gesunde Partnerin, ein Elternteil, das früher alles selbst geschafft hat oder einen Freund, der nicht mehr so fit ist, dass er an allem teilnehmen kann. Die Anwesenheit des Pflegediensts macht deutlich, dass eben nicht mehr alles so ist, wie es mal war. Der Pflegedienst ist zwar eigentlich die Lösung eines Problems, aber das Problem ist nicht angreifbar oder lösbar. Traurigkeit wird oft zu Wut.

Zuletzt kann es natürlich immer sein, dass die Wut des Angehörigen schlicht aufgebaut wurde, weil es in letzter Zeit mehrere Fehler gab. Das kann passieren – jeder macht Fehler und selbst wenn es eigentlich kein großes Problem gibt, können die sich zufällig alle bei einem Patienten häufen.

Wie man wütenden Angehörigen begegnen kann

Den unterschiedlichen Formen von Wut kann man unterschiedlich begegnen.

Wenn man als Pflegekraft einen Fehler gemacht hat, dann sollte man den immer eingestehen. Es ist nicht nur unhöflich, sondern herabwürdigend, in so einer Situation die berechtigte Wut als Hilflosigkeit oder Angst vor einem Kontrollverlust abzutun. Deswegen lohnt es sich immer, erst einmal kurz zu überlegen, ob tatsächlich etwas schiefgelaufen ist. Wer sich ehrlich für Fehler entschuldigt, nimmt einem wütenden Angriff viel Wind aus den Segeln.

Die anderen Motive können dann immer noch mitspielen.

Hilflosen Angehörige und solchen, die sich schwer damit tun, Kontrolle abzugeben, kann man oft mit Informationen helfen. Wer versteht, was passiert, hat weniger Angst. Und auch wenn wir als Pflegeexperten „Profis“ in unserem Job sind, sollten wir als Gäste immer erklären, warum wir etwas tun. Statt „Ich habe die Medikamente nur an einen besseren Ort geräumt“: „Wir haben die Medikamente in diesen Schrank geräumt, damit sie nicht in der Sonne liegen.“ Vorab vermeiden kann man die Gefühle, indem man die Erklärungen auch schon vor der ersten Nachfrage gibt – im Zweifel als höfliche Frage formuliert („Mir ist aufgefallen, dass die Medikamente hier in der Sonne liegen. Ist in diesem Schrank vielleicht Platz für sie?“).

Gegen Trauer um alte Möglichkeiten können wir nicht viel tun – das ist auch nicht unsere Aufgabe. Wir können aber Hilfen anbieten: Eine Familie ermutigen, gemeinsam spazieren zu gehen, auch wenn jemand langsamer geworden ist. Hilfsmittel erwähnen, die alte Tätigkeiten leichter machen (zum Beispiel Kartenhalter zum Skat spielen). Oder Alternativen vorschlagen: Wer nicht mehr im Garten arbeiten kann, kann Pflanzen im Balkonkasten pflegen.

Hilfe bei ständigen Problemen

Wenn die Kritik sehr häufig kommt und sich immer wieder auf beliebige Dinge konzentriert, kann es Zeit sein, das zugrunde liegende Problem zu lösen. Vielleicht gibt es einen ungelösten Konflikt in der Vergangenheit, vielleicht gibt es auch Sorgen um formale Aspekte (Rechnungen, Krankenkassenleistungen, …) und so weiter.

Mitarbeiter im Born Gesundheitsnetzwerk können an Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen teilnehmen. Einige davon beziehen sich auf die familienzentrierte Pflege. Inhalt ist auch der Umgang mit Konflikten.

Bei konkreten Problemen kann es helfen, sich mit anderen Pflegekräften auszutauschen oder mit Vorgesetzten zu sprechen: Vielleicht hilft ein vermittelndes Gespräch, vielleicht ein Tausch mit einer anderen Pflegekraft.

Schlechtes Gewissen wegen Pflege?

Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, steht die Entscheidung an: Zuhause selbst pflegen, einen Pflegedienst beauftragen oder einen Platz in einem Pflegeheim oder einer Patienten-WG suchen? Statistiken zufolge werden etwa 2/3 aller Pflegebedürftigen zuhause von ihren Angehörigen (mit-)gepflegt.

Die Entscheidung, zusätzlich einen Pflegedienst zu beauftragen, fällt vielen eher schwer. Das liegt auch daran, dass sie ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht selbst alles übernehmen.

Pflege ist kein einfacher Job

Eine einfache Überlegung: Wenn man Pflege wirklich neben einem anderen Vollzeitjob nebenbei erledigen könnte, dann gäbe es nicht den riesigen Mangel an Pflegekräften in Deutschland. Pflege ist ein anstrengender Job und verlangt den Pflegenden viel ab. Das gilt für ausgebildete Fachkräfte, aber für Angehörige umso mehr.

Wir haben in einem ausführlichen Artikel beschrieben, was Pflege für Familien bedeutet und welche Belastungen auftreten können. Zeit, Geld, emotionale Kapazitäten und körperliche Energie können sich schnell erschöpfen, wenn man neben dem „ganz normalen Alltag“ – egal ob mit Job außer Haus oder Haushaltsführung – die Arbeit als Pflegekraft erledigen möchte.

Hilfe bei der Pflege ohne schlechtes Gewissen

Deswegen gibt es auch keinen Grund für ein schlechtes Gewissen, wenn Sie die Pflege nicht allein „schaffen“ – es macht Ihnen ja auch niemand Vorwürfe, wenn Sie neben dem Job tagsüber im Finanzamt die Nacht über nicht noch als Tankstellenwärter arbeiten können. Oder den Schichtdienst als Eisenbahner nicht mit einem Job in einer Bäckerei vereinen können.

Pflege kann genauso fordernd und aufwändig sein, wie ein zusätzlicher Job. Und natürlich gibt es immer Beispiele von Leuten, die zwei Jobs, Familie und Hobby oder eben Alltag und Pflege mühelos und ohne jede Hilfe von außen vereinen können (scheinbar). Aber eine andere wichtige Frage wäre: Wieso sollten Sie das tun müssen?

Sie können sich immer an einen Pflegedienst wenden und Unterstützung bekommen, wenn Sie bei der Pflege Hilfe haben möchten, einfach Pausen machen oder auch überlegen, ob eine Patienten-WG vielleicht das Richtige für Ihre Familie ist.

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns!

Weiter- und Fortbildung: Mitarbeiter- oder Arbeitgeber-Sache?

Wer profitiert von der Fortbildung einer Pflegekraft: Der, der sie macht und „in der Tasche hat“, oder der Arbeitgeber, der sich auf einen Mitarbeiter mit neuen Fähigkeiten verlassen kann? Beide – keine Frage.

Fortbildungen sind aber auch immer wieder Streitthema – sogar bis (kurz vor) Gericht. Dabei geht es nicht nur darum, wer Fortbildungen machen kann, darf oder soll, sondern auch, wer zahlt.

Und gerade in der Pflegebranche gibt es auf beiden Seiten mittlerweile ziemlich anstrengende bis miese Praktiken – einige Infos zum Thema und meine Meinung zum „Stand der Branche“.

Fortbildungen in der Pflege: Wieso wir als Arbeitgeber gerne zahlen

Fort- und Weiterbildungen sind ein viel diskutiertes Thema unter Pflegekräften und bei Pflegediensten. Ohne Weiterbildungen könnten wir zum Beispiel keine Intensivpflege anbieten – denn hier sind besondere Qualifikationen nötig, um die besonderen Geräte bedienen zu können und die Beatmung der Patienten neben der „normalen“ Pflege sicher zu stellen.

Ohne Fortbildungen in der Familienzentrierten Pflege hätten unsere Pflegekräfte vermutlich auch erheblich mehr Stress, weil ihnen wichtige Kompetenzen für die Problemlösung vor Ort fehlen würden.

Haben Pflegekräfte ein Recht auf Weiterbildung?

In vielen Unternehmen in der Pflegebranche sind Fort- und Weiterbildungen eine Art Auszeichnung – manche Angestellte dürfen sich die Qualifikationen rauspicken und werden so besonders belohnt. Eine echte, in ganz Deutschland gültige „Verpflichtung“ der Arbeitgeber, die Fortbildung jedem zu bewilligen, gibt es auch nicht.

Wer bezahlt die Pflege-Fortbildung?

Und nirgends ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Weiterbildung zu bezahlen. Einzige Ausnahme: Wenn der Arbeitgeber die Fortbildung anordnet, muss er auch für die Kosten aufkommen und den Arbeitsausfall ausgleichen. Auch wenn sich viele Arbeitgeber darum drücken möchten – und natürlich jeder am liebsten „voll ausgebildete“ Pflegekräfte mit allen Extras einstellen möchte.

Das sieht bei uns schon anders aus: Wir bieten die Fortbildungen nicht nur allen Angestellten an, sondern veranstalten viele sogar direkt im Haus. Dadurch geht weniger Zeit verloren, die auf allen Seiten Anstrengungen bedeuten würde. Die Kosten für die Weiterbildung, zum Beispiel zur Intensivpflegekraft, übernehmen wir.

„Die Fortbildung nehm‘ ich noch mit – dann bin ich hier weg“?

Ein Problem, das dabei schnell auftritt: Wenn man als Arbeitgeber die Kosten für eine Fortbildung übernimmt, investiert man erst mal eine Menge Geld und kann auf den „Profit“ nur hoffen. Immerhin hängt er davon ab, ob ein Mitarbeiter wirklich Lust hat, etwas Neues zu lernen, Energie und Anstrengung investiert und das Gelernte später auch anwenden will.

Wer die Fortbildung zu Familienzentrierter Pflege mitmacht, aber eigentliche keine Lust auf die Inhalte hat, wird später auch nicht viel an seiner Herangehensweise an Pflege und Konflikte im Arbeitsalltag ändern. Das ist dann mindestens ärgerlich.

Fataler und erstaunlich häufig: Kollegen, die die Fortbildung oder Weiterbildung mitmachen und sich gerne weiterqualifizieren – und dann abhauen. Mit der Weiterbildung in der Tasche sind sie natürlich auf dem Arbeitsmarkt umso gefragter. Und wenn dann ein anderer Pflegedienst näher am Wohnort ist, mit Begrüßungsprämien wirbt oder auch irgendwas am alten Job störte und nicht angesprochen wurde oder geklärt werden konnte, dann springt die ein oder andere ab. Die Motive dafür können sehr verständlich sein. Vor allem, wenn man vom Arbeitgeber als „die da oben“ denkt und denkt, dass der Absprung ja niemandem wirklich wehtut.

Der Arbeitgeber, der nicht nur die Fortbildung bezahlt, sondern auch den Arbeitsausfall aufgefangen hat, steht da natürlich erst mal „doof da“.

Rückzahlungsklauseln und Bleibe-Verpflichtungen

Die übliche Vorgehensweise von Arbeitgebern, um sich gegen diese „Jetzt hab ich’s, dann bin ich weg“-Phänomene zu schützen, besteht in Rückzahlungsklauseln und Verpflichtungen, nach der Fortbildung für eine gewisse Zeit beim Unternehmen zu bleiben. Wer innerhalb der vereinbarten Zeit normal kündigt, muss dann die Kosten der Fortbildung selbst zahlen.

Diese Klauseln im Vertrag gibt es auch bei uns und sie sind abhängig von der Art und den Kosten der Fortbildung. Grob gesagt: Je umfangreicher die Fortbildung war, desto länger wollen wir die Mitarbeiter danach an uns binden.

Dabei gibt es aber Einschränkungen: Erstens dürfen wir nicht beliebige Phantasie-Zeiten festlegen oder Strafzahlungen von den Mitarbeitern einfordern. Die „Bleibeverpflichtung“ nach einer einmonatigen Fortbildung liegt beispielsweise bei etwa sechs Monaten und nicht vier Jahren. Außerdem zahlt der Mitarbeiter nur die Kosten für die Fortbildung, die er oder sie absolviert hat – nicht zusätzlich einen Ausgleich für die ausgefallene Arbeitszeit.

Streitigkeiten vor Gericht oft „vorprogrammiert“

Das kann trotzdem bitter für Mitarbeiter sein, die aus persönlichen Gründen gerne den Arbeitsplatz wechseln würden, aber sich die Fortbildung aus eigener Tasche nicht leisten können. Ein Beispiel: Sie wollen nach Bayern ziehen – klar ist dann der Pflegejob in Dortmund eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Gleichzeitig kostet aber schon der Umzug Geld und es ist nichts übrig für die Fortbildung. So entsteht das Gefühl, „eingesperrt“ zu sein im alten Job. Und Frust beim Arbeitgeber, der nur sieht, dass jemand versucht, „einfach abzuhauen“.

Immer öfter landen diese Vereinbarungen dadurch auch vor Gericht. Mitarbeiter kündigen und wollen die Fortbildungskosten trotzdem nicht zahlen. Dabei geht es manchmal um recht hohe, oft aber auch vergleichsweise geringe Beträge.

Vor Gericht scheitern Pflegedienste

Die Gerichte sind von dem Thema oft eher gelangweilt oder genervt – denn aus ihrer Sicht gibt es immer die einfache Möglichkeit, sich zu einigen. Oft geben sie auch dem Arbeitnehmer Recht und die Kosten bleiben beim Arbeitgeber. Das kann an Klauseln liegen, die nicht mehr „angemessen“ waren. Oft werden aber auch scheinbar wasserdichte Vereinbarungen zugunsten der Pflegekräfte gekippt.

Das Ergebnis: Die Pflegekraft geht zum neuen Arbeitgeber und der alte schaut in die Röhre. Und: Er wird skeptischer, wenn wieder jemand eine Fortbildung machen möchte. Ist das echtes Interesse am Thema oder nur die Aussicht auf ein paar Extras, die jemand noch mitnehmen will? Vor dem Hintergrund einiger dieser Streitigkeiten kann ich mittlerweile manchmal verstehen, wieso in anderen Pflegediensten Fortbildungen gehütet werden wie das Geheimrezept von Coca Cola.

Fair bleiben – auf beiden Seiten

Ich möchte aber nicht, dass sich die Pflegedienste im Born Gesundheitsnetzwerk auch so entwickeln. Denn ich sehe den großen Vorteil, den Fort- und Weiterbildungen in der Pflege allgemein haben und speziell für unsere Pflegedienste und die Mitarbeiter. Und ich will nicht, dass wir aufhören, die Fortbildungen jeder Kollegin und jedem Kollegen anzubieten – ohne Loyalitätscheck oder Gesinnungsprüfung.

Aber ich bin auch die Streitigkeiten im Nachhinein leid. Einfacher und schöner wäre doch, das ganze ohne Anwälte und zusätzlichen Stress zu regeln. Beispielsweise, indem ein neuer Arbeitgeber sich an den Kosten des neuen, fertig ausgebildeten Arbeitnehmers beteiligt.

Das würde ich auch, garantiert. Neue Pflegekräfte, die eine Fortbildung in der Tasche habe und bei uns anfangen möchten? Super. Und wenn diese Leute nicht mehr an den alten Arbeitgeber gebunden sind, ist das perfekt. Wenn Sie es aber doch sind, nehmen wir mit Kusshand Leute, die ihrem alten und neuen Arbeitgeber das faire Angebot unterbreiten: Der neue übernimmt die Fortbildungskosten und profitiert direkt.

 

Simon Born

Pflege im Advent und zu Weihnachten

Heute ist Nikolaus und das bedeutet für viele Familien ein kleines Fest. In anderen steht die Vorbereitung auf Weihnachten im Vordergrund. Und wieder andere feiern gar kein Weihnachten und stecken bloß im allgemeinen Trubel des heranbrechenden Winters.

Pflegebedürftige Angehörige werden dabei natürlich nicht vergessen. Manchmal bedeutet die Aussicht auf Weihnachten aber auch mehr Stress oder Sorge – ein paar Punkte wollen wir dazu kurz ansprechen, damit Pflege und Weihnachten gut zusammenpassen.

Weniger Stress in der Adventszeit und im Winter

Die Zeit vor Weihnachten ist manchmal stressig und manchmal extrem stressig. Wer ein Weihnachtsfest vorbereiten muss, oder die Fahrt zu einem anderen Teil der Familie oder einfach nur Geschenke organisieren will, ist im Advent vielbeschäftigt. Viele Angehörige, die sonst zu Hause einen Großteil der Pflege übernehmen, wissen nicht, wie sie einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt am Abend oder den „notwendigen“ Einkaufsbummel unterbringen sollen. Vergessen Sie nicht, dass Sie nicht nur in dramatischen Notfällen Kurzzeitpflege beantragen können: Auch ganz normale Termine und Unternehmungen sind natürlich „erlaubt“.

Keine Angst vor Advent bei der Pflege zu Hause

Eine andere Sorge für viele Familien sind ältere, pflegebedürftige Menschen, die in der Adventszeit allein zu Hause sind. Tatsächlich passiert auch mal der ein oder andere Unfall beim Dekorieren oder weil jemand eine Kerze auf dem Tisch vergisst. Eine einfache Abhilfe: Gemeinsam schmücken und LED-Kerzen aufstellen. Lauter Kleinigkeiten beruhigen oft aufgewühlte Geister und verschönern den Advent.

Wenn Sie gerade nicht weiterwissen, weil Pflege und Advent zu viel werden: Rufen Sie uns an. Wir finden eine Lösung für Kurzzeitpflege, Hilfe bei Stress und Chaos in der Vorbereitung und vielleicht auch beim guten Vorsatz, ab dem nächsten Jahr etwas mehr Hilfe von außen dazuzuholen. Für mehr entspannte gemeinsame Stunden. Sie können uns auch erst mal eine Nachricht schreiben, oder eben direkt anrufen: 0231 555 78 40

Wir freuen uns auf Sie und wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit mit vielen bunten Lichtern im Dunklen!

Kurzzeitpflege in Bergkamen und Kamen: Schnelle Lösungen

Manchmal springen wir schnell ein: Mit Kurzzeitpflege in Bergkamen oder Kamen (oder natürlich in der Umgebung). Eine wichtige Anmerkung zu Beginn: Die Kurzzeitpflege kann auch einspringen, wenn Sie bis jetzt keine Pflege in Anspruch genommen haben, sondern der Pflegegrad gerade erst genehmigt wurde. Verhinderungspflege ist die Lösung für pflegende Angehörige, die kurzfristig ausfallen.

In jedem Fall können Sie sich für kurzfristige Pflegelösungen in Kamen, Bergkamen und Umgebung an uns wenden: Sie erreichen uns telefonisch und per E-Mail. Wir beraten Sie direkt am Telefon, machen mit Ihnen einen Termin aus oder kommen gleich vorbei. Wieso das so schnell geht? Weil es manchmal schnell gehen muss.

Kurzzeitpflege bei einem Gefühl von „am Rande des Abgrunds“

Ziemlich oft beantragen Angehörige oder Pateinten die Pflegeleistungen der Krankenkasse erst sehr spät. Sie versuchen, so lange wie irgendwie möglich alleine „durchzuhalten“. Dann kommt irgendwann der Zusammenbruch: Weil der Aufwand durch eine Krankheit größer wird. Oder weil die Pflegenden selbst krank werden. Dann gibt es plötzlich ein Loch in der Versorgung – und wir bekommen einen Anruf.

Ab dann geht es schnell sehr erleichternd weiter: Wir organisieren die Pflege in rund um Kamen oder Bergkamen – und zwar sofort oder in kürzester Zeit. Durch Kurzzeitpflege haben pflegende Angehörige Pause – der Patient kann kurzfristig in die stationäre Pflege oder wird ambulant versorgt. Verhinderungspflege schafft Raum für andere Termine und Verpflichtungen. Was zu Ihren Bedürfnissen passt, finden wir schnell gemeinsam raus.

 Notfall-Pflege in Bergkamen oder Kamen – und dann ein langfristiger Plan

Wenn der konkrete Notfall abgewandt ist, kümmern wir uns mit Ihnen um einen langfristigen Plan. Wie passt die ambulante Pflege am besten in Ihren Tagesablauf? Welche Pflegeleistungen sollen ab sofort von außen kommen und welche übernehmen die Angehörigen weiterhin selbst? Das vereinbaren wir gemeinsam.

Wenn Sie noch keine Pflegestufe beantragt haben, helfen wir auch dabei. Dann steht ab sofort die Finanzierung der ambulanten Pflege auf sicheren Beinen – keine Sorge.

Zukunft der Pflege: Neue Geräte und Technologien

Dieser Text ist der erste Teil einer Kooperation mit epharmainsider.com zum Thema Zukunft der Pflege. In unserem Artikel werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Gadgets und Entwicklungen, die aus der IT-Welt in Zukunft zu uns kommen werden. Im zweiten Teil zum Thema können Sie auf epharmainsider.com nachlesen, wie sich in Zukunft die Kommunikation in der Pflege verändern wird.

In jedem Bereich unseres Lebens halten neue Technologien Einzug und verändern die Art, wie wir privat leben oder arbeiten. Ganz alltäglich hat heute fast jeder ein Smartphone und ein Navi im Auto – teilweise ist das Navi direkt im Smartphone integriert. Statt Fernsehen für alle sieht man „Video on demand“ – das, was einen persönlich interessiert zur persönlich gewählten Zeit.

Auch in der Pflege sieht das ähnlich aus: Die gleichen Geräte helfen im Pflegealltag. Navis in den Autos unserer Mitarbeiter helfen, die richtige Route zu finden und die Termine organisiert zu halten. Über Smartphone oder Laptop koordinieren wir Termine und teilen Patienteninformationen mit der nächsten Schicht. So wird die Versorgung lückenloser und ist besser auf den einzelnen Patienten abgestimmt.

Geräte zur Unterstützung der Pflege

Unterschiedliche Geräte könnten schon bald die Pflege noch weiter unterstützen. Erinnern Sie sich an Google Glass? Die Brillen mit eingebauten Kameras und Bildschirmen sollten alltäglich wie Smartphones werden. Jetzt sieht es eher danach aus, dass sie Profis in der Behandlung und Pflege von Patienten unterstützen könnten. Beispielsweise können erfahrene Pflegekräfte dabei „Neulingen“ zur Seite stehen – auch wenn sie gar nicht im gleichen Raum sind. Das ersetzt natürlich nicht die Ausbildung Seite an Seite, aber kann in ein paar Jahren jedem Pflegeexperten vor Ort die Möglichkeit bieten, in Zweifelsfällen einen Arzt oder anderen Experten zu Rate zu ziehen – ohne, dass ein Patient zu einem Besuch kommen muss.

Auch die Versorgung mit notwendigen Medikamenten und Pflegehilfsmitteln erfolgt in der Zukunft der Pflege vielleicht anders: Drohnen könnten benötigte Versorgung liefern und damit zum Beispiel auch am Ende einer langen Route noch frische Versorgungsmittel liefern. Bei der Planung der Termine helfen künstliche Intelligenzen.

Das Internet of Things in der Pflege der Zukunft

Auch wenn einem Patienten nicht rund um die Uhr eine Pflegekraft zur Seite steht, sorgen Pflegekräfte oder Angehörige oft mit für den ganzen Tag vor. Beispielsweise, indem Tabletten vorsortiert werden und für die Woche in die richtigen Fächer einer Dose gelegt werden. Das nützt wenig, wenn ein Patient vergisst, die sortierten Tabletten dann zu nehmen. Pharmaunternehmen entwickeln bereits Pillendosen, die bei Vergessen eine Erinnerung abschicken. Das kann eine konsistentere Versorgung der Patienten sichern.

Einen anderen riesigen Einfluss hat bald vermutlich das sogenannte „Internet of Things“ auf die Zukunft der Pflege. Schon jetzt gibt es eine Reihe von Geräten, die mit zusätzlicher „Intelligenz“ ausgestattet sind: Sie enthalten kleine Chips mit Informationen oder reagieren auf Nutzerverhalten. Zum Beispiel kann eine Zahnbürste nicht nur mitmessen, wie lange sie benutzt wird. Sie kann diese Zeit auch speichern und an ein Smartphone schicken. Die Verknüpfung all dieser Geräte ist das „Internet of Things“.

Die Geräte werden in einigen Studien bereits eingesetzt, um die gesundheitswerte und Symptome von Patienten zu protokollieren. In Zukunft müssen Pflegekräfte beispielsweise vermutlich seltener Werte messen – von Blutzucker bis Körpertemperatur werden diese Informationen über den Tagesverlauf festgehalten. So entsteht ein genaueres Bild und die Aufgabe der Pflegekraft ändert sich: Während das Messen unwichtig wird, muss man für die Auswertung mit neuen Geräten umgehen können.

Geräte zur Kommunikation in der Zukunft der Pflege

Und auch die Art der Kommunikation wird sich ändern – mit Patienten, Angehörigen, Arbeitgeber, Ärzten und Therapeuten. Das geht noch über die Arbeit mit dem Smartphone hinaus. Genauer können Sie das im zweiten Teil zum Thema „Zukunft der Pflege“ auf epharma-Insider nachlesen.