Noch in der Rente für die Rente pflegen und Flexirente nutzen

Rentnerinnen und Rentner sind von den Regelungen zu erhöhten Rentenansprüchen durch ehrenamtliche Pflege eigentlich ausgenommen – sie können die Pflege ja nicht „neben der Arbeit“ erbringen. Deswegen sieht es zunächst so aus, als könnten Menschen in voller Altersrente auch nicht davon profitieren, dass durch die sogenannte ehrenamtliche Pflege Rentenansprüche entstehen können.

Tatsächlich gibt es durch die Flexirente aber doch Möglichkeiten, die vor allem Rentner und Rentnerinnen mit niedrigem Einkommen nutzen sollten.

Flexirente bringt Möglichkeiten

Das Modell der sogenannten Flexi-Rente ermöglicht seit 2017 Rentnern und Rentnerinnen, neben der Rente zu arbeiten. Dafür wird mindestens 1 % der Rente gekürzt.

Durch die Arbeit verdienen „Flexirentner“ natürlich einerseits direkt Geld. Andererseits erhöhen sie durch diese Arbeit auch wieder ihre Rentenansprüche, denn in einem regulären Job zahlen sie weiterhin in die Rentenkasse ein. Sinn der Einführung der Flexirente war es, einen weicheren Übergang zwischen Arbeit und Rente zu ermöglichen. Wer sich noch fit fühlt, kann auch noch arbeiten und damit länger vorsorgen. So können ältere Menschen auch noch einige Lücken schließen, die sich vielleicht in ihrer Vorsorge ergeben haben.

Neu erworbene Ansprüche gelten jeweils ab sofort auch für die laufende Altersrente, werden aber nur jährlich aktualisiert (und rückwirkend ausgezahlt).

Pflegen in der Rente

Wer bereits in Altersrente ist, kann auf die Flexirente umsteigen und durch Pflege Ansprüche sammeln. Dazu müssen dann die gleichen Bedingungen erfüllt sein, wie bei anderen Pflegenden, die Rentenansprüche durch „ehrenamtliche“ Pflege sammeln.

Kurz gefasst: Die Pflege muss regelmäßig (mindestens 10 Stunden in der Woche in mindestens 2 Monaten im Jahr), unentgeltlich (also nicht beruflich) und für eine pflegebedürftige Person (mit Pflegegrad 2 oder höher) erfolgen. Die vollen Bedingungen finden Sie in unserem Artikel zu Rentenansprüchen durch Pflege.

Typisch ist der Fall einer Frau, die selbst keine hohe Altersrente bezieht. Sie pflegt ihren Mann, Nachbarn oder einen guten Freund. Weil sie dafür nicht bezahlt wird, kann sie überlegen, auf 1 % ihrer Rente zu verzichten und dafür höhere Rentenansprüche zu erwerben.

Rentenansprüche in der Flexirente erhöhen

Der große Vorteil des Modells ist, dass man höhere Rentenbeiträge sammelt. Wird man zum „Flexirentner“, hat man ja wieder „Arbeitszeit“, die durch Pflege aufgefressen werden kann. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden also von der Pflegekasse gezahlt und erhöhen die monatlichen Rentenansprüche.

In der Praxis werden die aufgehäuften neuen Rentenansprüche jeweils im Juni eines Jahres für die letzten zwölf Monate ausgezahlt. Der Stand der Rente wird aber auch aktualisiert und ab sofort wird der höhere Betrag monatlich ausgezahlt. Wer weiter pflegt, erhöht auch im nächsten Jahr wieder seine Ansprüche und kann sich auf ähnliche Auszahlungen und Erhöhungen freuen.

Die Beträge sind zwar nicht enorm – zwischen 5 und 30 Euro pro Monat – aber können gerade für Menschen mit geringer Rente einen großen Unterschied ausmachen.

Für wen lohnt sich Pflegen in Flexi-Rente?

Für das laufende Jahr „lohnt“ sich der Umstieg, wenn die mögliche Erhöhung der Rentenansprüche mehr als ein Prozent der aktuellen Altersrente beträgt.

Insgesamt kann sich der Umstieg aber auch lohnen, wenn die Beträge sich nur knapp unterscheiden. Denn die zusätzlich erworbenen Ansprüche gelten lebenslang.

Ein Beispiel:

Herr Müller aus Dortmund bekommt eine Altersrente in Höhe von 710 €. Seine alte Nachbarin hat Pflegegrad 2 und Herr Müller teilt sich die Pflege mit einem Pflegedienst. Die Leistungen der Pflegekasse werden auch aufgeteilt in Pflegesachleistungen und Pflegegeld. Er pflegt seine Nachbarin für fünf Jahre. Danach zieht sie in ein Pflegeheim.

Wir ignorieren hier Veränderungen der Rente aus anderen Gründen.

Herr Müller bleibt bei seiner Rente

Wenn er weiterhin nur Rentner bleibt, bleiben seine Ansprüche jedes Jahr bei 710 €.

Herr Müller wird Flexirentner

Wenn Herr Müller Flexirentner wird und auf 1 % seiner Bruttorente verzichtet, sind das 7,10 €. Für die Pflege erwirbt er allerdings nur Rentenansprüche in Höhe von 7,09 €.

Trotzdem entscheidet er sich für das Modell. Wenn wir ignorieren, dass die erworbenen Ansprüche auch rückwirkend für das Jahr ausgerechnet und ausgezahlt werden, bekommt er im ersten Jahr nur 702,90 pro Monat. Im zweiten Jahr sind es allerdings schon 709,91 €, im dritten 716,94 €, im vierten 730,98, im fünften 730,98 und nach fünf Jahren hat Herr Müller seine Rentenansprüche auf 745,45 erhöht.

Rentenansprüche durch Pflege

Für viele kann sich der Umstieg auf die Flexirente vor allem langfristig lohnen. Wer absehen kann, dass er noch für eine Weile pflegen wird oder auch danach noch länger Rente bezieht, sollte das Modell auf jeden Fall für sich durchrechnen.

Ansprechpartner dafür sind die Rentenversicherung und die Pflegeversicherung. Bei der Planung von geteilter Pflege oder Übernahme aller Pflegesachleistungen durch uns, sind wir aber auch gerne für Sie da!

 

Crowdfunding: Gemeinschaft außerhalb vom Gesundheitssystem?

Crowdfunding könnte auch in der Pflege immer mehr Raum einnehmen. Denn das Gesundheitssystem ist nicht nur an vielen Stellen überlastet, es hat vor allem auch den Ruf eines überlasteten Systems: Viele Menschen erwarten keine schnelle Reaktion oder gute Entscheidung mehr von ihrer Krankenkasse. Auch der Zweifel an der Kompetenz von Ärzten und anderen Experten der Gesundheits- und Pflegebranche steigt.

Crowdfunding als Reaktion auf Gesundheits- und Bankensysteme

Die Folge: Viele Menschen wenden sich für schnelle Hilfe an die „Community“ oder „Crowd“ – also die Gesellschaft. Aber nicht über das klassische System der Krankenkassen, in die alle einzahlen, die können, und von der alle profitieren, die müssen. Sondern über Spendenaufrufe im Internet, bei denen Geld für die Therapien von Privatleuten gesammelt wird. In Amerika, wo kranke Menschen sich auf gar kein System verlassen können, ist dieser Trend noch ausgeprägter.

Eine andere Form von Crowdfunding betrifft die Entwicklung von medizinischen Geräten oder Hilfen zur Pflege. Dabei geht es den Unternehmern meist darum, die Finanzierung für ein Projekt zu sichern, für das sie sonst einen Kredit bei einer Bank aufnehmen würden. Während die Beurteilung der Tragfähigkeit von Projekten durch Banken langsam und oft sehr kritisch erfolgt, lassen sich private Investoren leichter durch schöne Videos überzeugen.

Risiken und Folgen von Crowdfundingprojekten

Crowdfunding läuft gerade in der Gesundheitsbranche nicht immer gut. In Amerika gibt es eine ganze Reihe von Beispielen für Crowdfundingaufrufe, die sich auf Therapien beziehen, die nicht oder nur in den wenigsten Fällen funktionieren. Das vergeudet Geld und unterstützt gleichzeitig Irrvorstellungen. Viele Menschen werden von den Spendenaufrufen, die beispielsweise homöopathische Therapien für ernsthafte Erkrankungen wie Krebs beschwören, beeinflusst. Auch wenn sie selbst nichts spenden, glauben sie den Versprechungen der Spendensammler. Sie wenden sich mit ihrer ernsthaften Krankheit dann nicht mehr an echte medizinische Experten.

Auch besteht natürlich ein größeres Risiko für Investoren bei Finanzierungsprojekten im Gesundheitsbereich. Unternehmen, die keine Finanzierung von Banken bekommen, haben oft kein überzeugendes Konzept ausgearbeitet. Sie wollen eine Idee verfolgen, aber nicht viel Zeit in die Vorbereitung investieren. Oder sie sind mit ihrem Konzept bereits bei Banken gescheitert.

Viele der Projekte scheitern auch im Crowdfunding – auch wenn es um Pflege-Themen geht.

Crowdfunding in der Pflege kann funktionieren

Diverse Medizinprojekte werden erfolgreich Crowd-finanziert und dann durchgeführt. Anlageprojekte gibt es nicht nur auf Indie-Finanzierungsseiten wie kickstarter, sondern auch Seiten aus Deutschland, die sich auf klare Finanzierungsprojekte spezialisiert haben. Unter den Angeboten von kapilendo.de finden sich viele Projekte – darunter einige in der Pflege, im Medizintechnikbereich und für Gesundheitsvorsorge.

Crowdfunding für die Pflege kann aber auch funktionieren! Dabei muss nicht immer das Internet die wichtigste Rolle spielen. 2016 haben beispielsweise Pflegekräfte aus unserem Pflegedienst gemeinsam mit einer Familie eine Spendenaktion aufgebaut, um Geld für eine winterfeste Rampe für eine Patientin zu sammeln.

Depression durch Überlastung – pflegende Angehörige sind oft überfordert

Die Pflege der eigenen Angehörigen ist nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch eine außerordentliche Belastung für pflegende Angehörige. Von den rund 3,3 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden weniger als ein Viertel stationär gepflegt. Und über 90 % der ambulant betreuten Pflegefälle werden – teilweise oder ausschließlich – vom größten „Pflegedienst“ der Nation versorgt: den eigenen Angehörigen.

Eine Situation, die das Leben der Angehörigen oft auf dramatische Art und Weise schlagartig verändert. Zum einen durch die enorme körperliche Belastung, zum anderen auf der seelischen Ebene: durch großen psychischen Druck, radikale Veränderung des Alltagslebens und fehlender Unterstützung in der Pflegesituation. Die Folge ist oft ein Burn-Out oder Depressionen.

 

Weniger Selbstbestimmung im Alltag

Wird plötzlich oder schleichend ein Familienmitglied pflegebedürftig, ändert sich für die pflegenden Angehörigen viel. In besonders extremen Fällen bestimmt die Pflege bei den Angehörigen „das ganze Leben“.
Während Angehörige durch die emotionale Bindung zur pflegebedürftigen Person auf der einen Seite besonders hingebungsvolle Pflege verüben, leidet der Job und das Familienleben unter dem Zeitmangel.

Viele müssen ihre Arbeit reduzieren oder sogar ganz aufgeben, nur etwa 20 % der pflegenden Angehörigen arbeitet zusätzlich noch in Vollzeit. Denn rund die Hälfte der pflegenden Angehörigen investiert mehr als zwölf Stunden am Tag in die Pflege.

 

Depression rechtzeitig erkennen

Weltweit leiden rund 350 Millionen Menschen an Depressionen – und pflegende Angehörige werden etwa um zehn Prozent häufiger wegen psychischer Leiden behandelt als die übliche Bevölkerung. Der schleichende Beginn einer Depression wird von ihnen oft nicht bemerkt, da meist der Patient im Mittelpunkt steht und weniger der Pflegende.

Meist empfinden Angehörige die Zeichen der Depression als „Nebenwirkung“ der Gesamtsituation. Schließlich leiden sie „aus gutem Grund“ an Schlafmangel, fühlen starken Druck und leiden an Überforderung. Die Folgen, Müdigkeit, Hoffnungslosigkeit oder Traurigkeit, scheinen nicht wie eine „Krankheit“, sondern die passenden Gefühle zur Situation. Das sind sie auch.

Eine Depression ist keine „verrückte“ oder absurde Reaktion auf eine belastende Situation. Genausowenig ist eine Erkältung eine „verrückte“ Reaktion auf Kälte, Bakterien und Stress.

Depression oder „nur Stress“?

Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob eine Situation noch „nur Stress“ oder schon Depressionen auslöst. Die Betroffenen sind in einer belastenden Situation. Sie sehen „per Definition“ nicht unbedingt klar.

Ein erstes Kriterium ist Zeit: Wer für eine Woche besonders gestresst ist und sich danach wieder erholt, hat eher „nur“ Stress erlebt. Die Erholung ist wichtig und notwendig. Eine Depression ist meist längerfristig und Erholung scheint kaum noch zu helfen. Selbst wenn Betroffene einige Tage auf der Couch liegen oder durchschlafen können, fühlen sie sich dadurch nicht erholter oder besser.

Oft erkennen andere die Anzeichen eher. Denn viele depressive Menschen „verlernen das Lachen“ oder wirken dabei freudlos. Oder auch ständig unruhig aber ziellos. Viele Betroffene unternehmen erst dann etwas, wenn sie durch die Menschen in ihrem Umfeld aktiv auf Veränderungen und die möglichen Zusammenhänge zu einer Depression aufmerksam gemacht werden.

Hilfsangebote durch Pflegekurse

So mahnte die Präsidentin des deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Professor Christel Bienstein, in einer Stellungnahme zum aktuellen Pflegereport mehr Entlastung und Unterstützung für pflegende Angehörige an. Auch Krankenkassen zeigen sich engagiert. So bietet die DAK neuerdings einen kostenlosen online-Pflegekurs an, um es den Angehörigen im hektischen Alltag einfacher zu gestalten, an Unterstützung zu gelangen.

In Zukunft sollen außerdem überflüssige bürokratische Hürden verringert werden, um Angehörige frühzeitig zu entlasten.

Dabei soll die Last der Pflege weiterhin voll auf den Schultern der Angehörigen bleiben?

Über sieben Prozent der pflegenden Angehörigen denken darüber nach, die Pflege einzustellen. Weitere sechs Prozent wollen nur bei Erhalt zusätzlicher Unterstützung weiter pflegen. Auf der anderen Seite greifen aktuell nur die wenigsten auf existierende Hilfsangebote, wie z.B. kostenlose Pflegekurse, zurück. Maßgeblich, weil ihnen die Zeit dazu fehlt. In den meisten Fällen kümmern sich die pflegenden Angehörigen daher erst dann um Entlastungsmöglichkeiten, wenn es ihnen selbst durch die psychische Belastung bereits schlecht geht.

 

Echte Hilfe bei der Pflege

Alle Angehörigen können bei der Pflege echte Hilfe in Anspruch nehmen. Pflegedienste „übernehmen“ nicht einfach die gesamte Pflege.

Wir besprechen mit Ihnen genau, welche Aufgaben Sie gern abgeben möchten und welche Sie weiterhin selbst übernehmen können. Und wir sind flexibel: Bevor Sie richtig krank werden, können Sie die eigene Pflege auch für einige Wochen auf ein Minimum reduzieren. Wenn Sie erholt sind und Zeit hatten, die Pflege neu zu überdenken, können Sie wieder mehr Aufgaben übernehmen.

Wiedereinstieg in den Pflegeberuf?

Der Arbeitsmarkt in der Pflege ist und bleibt ein aktuelles und heiß diskutiertes Thema.

Ein Teil der Lösung soll die Motivation zum Wiedereinstieg sein – durch die Politik ist ein Prämienmodell vorgesehen. Aber sind Prämien der richtige Weg, alte Kollegen neu zu begeistern?

Aussteiger haben meist nicht nur finanzielle Gründe. Ihnen fehlen bessere Arbeitsbedingungen und mehr Kollegen in der Pflege!

Bessere Arbeitsbedingungen statt Prämien

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, möchte Pflegekräfte durch ein Prämiensystem zurückgewinnen: Pflegekräfte, die in ihren Beruf zurückkehren oder die Arbeitszeit aufstocken, sollen nach diesem Modell bis zu 5000 Euro Prämie erhalten. Und wer nach der Ausbildung direkt in den Beruf einsteigt, bekommt eine Prämie in Höhe von 3 000 Euro.

Daran sehen wir: grundsätzlich ist der Staat durchaus bereit, ordentliche Summen in die Bekämpfung des Fachkräftemangels im Bereich der Pflege zu stecken. Warum also nicht in die richtigen Maßnahmen investieren? Beispielsweise solche, die es engagierten Arbeitgebern ermöglichen, den Pflege-Rückkehrern ein Comeback mit Freude zu erleichtern?

Vor allem Schulungen und Trainings sowie Schnuppertage sind laut den Befragten der oben erwähnten Studie ein wichtiges Mittel, um den Wiedereinstieg zu erleichtern. Der Punkt „bessere Bezahlung“ ist zwar für rund 30 % der Befragten ein Argument, hat damit aber die niedrigste Priorität.

Aussteiger selten glücklicher

Laut der „#PflegeComeback-Studie“ sind die meisten Aussteiger in ihrem neuen Arbeitsfeld gar nicht glücklicher, als in ihrem ursprünglichen Beruf. Einer absoluten Zufriedenheit von 63 % bei Einstieg in den Pflegeberuf steht laut der Studie eine Zufriedenheit von 44 % der Befragten im neuen Job gegenüber.

Was sich Politik und Pflegedienste klar machen müssen: Die Aussteiger sind nicht gegangen, weil sie woanders glücklicher werden. Sondern „weniger unglücklich“.

Fast jede zweite ehemalige Pflegekraft würde gern zurück in den alten Beruf, wenn das unter besseren Bedingungen möglich ist. Für ein bisschen Geld zurück in die alte Tortur – dafür lohnt der Umstieg nicht. Neubeginn in einem Team, faire Arbeitsbedingungen und wieder Spaß bei der Arbeit? Dazu laden wir ein.

Die Gelegenheit nutzen

Wir möchten uns das Ergebnis zu Herzen nehmen. Denn wir glauben, dass richtig gute Pflege nur möglich ist, wenn wir unseren Kollegen und Kolleginnen richtig gute Arbeitsbedingungen bieten.

Und das heißt für uns vor allem: Drei Sorten „Zeit haben“: Zeit für gute Pflege, Zeit für Arbeitsplanung und Zeit für sich.

  • Wir arbeiten in festen Teams, die groß genug sind, dass ein Krankheitsausfall nicht zu Chaos führt und in denen jeder in fest eingeplanten Teamsitzungen an der Terminplanung Teil hat.
  • Wir geben jedem Mitarbeiter die Möglichkeit, an Fortbildungen teilzunehmen, um sein Wissen aufzufrischen oder zu erweitern. Denn wir wollen keine Fließbandarbeiter, sondern Mitarbeiter, die auf ihre Arbeit stolz sein können.
  • Wir geben unseren Mitarbeitern die nötige Freizeit, um sich von den Strapazen des täglichen Pflegealltags zu erholen. Das heißt für uns: 32 Tage Urlaub und freie Tage, an denen garantiert niemand von der Arbeit anruft.

Natürlich verlassen auch uns einmal Kolleginnen oder Kollegen aus den verschiedensten Gründen. Wir freuen uns auch, wenn solche Aussteiger zu uns zurückkehren wollen.

Und das nicht durch das Locken einer Geldprämie vom Gesetzgeber, sondern durch die Bereitschaft, über Strukturen und Arbeitsbedingungen zu sprechen. Damit unsere Mitarbeiter gerne bleiben möchten.

Sie sind Pflegeaussteiger? Bei uns sind Rückkehrer willkommen!

 

Altersdepression: frühzeitig erkennen, richtig pflegen

Depressionen im Alter bedeuten eine enorme Belastung – einerseits natürlich für Pflegebedürftige, andererseits für Pflegende. Zwar sinkt die Chance, an Depressionen zu erkranken, mit steigendem Alter. Die Ausprägungen und Einschränkungen sind, wenn sie sich zu bereits vorhandenen körperlichen Gebrechen hinzugesellen, allerdings eine starke zusätzliche Einschränkung der Lebensqualität.

Nachlassende körperliche Gesundheit, mangelnde Bewegungsfreiheit, Vereinsamung oder der Umzug in eine neue Wohnumgebung laden geradezu ein, sich depressiven Verstimmungen hinzugeben und können Auslöser einer Depression werden, oder bestehende Symptome drastisch verstärken. Gerade eine radikale Veränderung der Umgebung bei einer stationären Versorgung, oder der Verlust geliebter Menschen können die Seele von einem auf den anderen Tag schwer erkranken lassen.

In anderen Fällen hingegen werden schleichende Symptome auch von Angehörigen oft erst sehr spät im Sinne einer Depression ernst genommen, da die Umstände eine depressive Verstimmung absolut verständlich machen.

 

Depression im Alter erkennen

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, sinkt im Alter. Dennoch ist die häufigste psychische Erkrankung im Alter die Altersdepression. Gleichzeitig ist es für Ärzte oft nicht leicht, die Erkrankung zu diagnostizieren. Erleichtert wird die Diagnose, wenn die Symptome bereits von Angehörigen als alarmierend wahrgenommen werden.

Der Teufelskreis der „verdeckten Depression“ sieht so aus: In den meisten Fällen suchen die Betroffenen nicht den Arzt auf, weil sie fürchten, an einer Depression erkrankt zu sein. Vielmehr werden Symptome geschildert, wie zum Beispiel Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gliederschmerzen oder Konzentrationsstörungen.

Ein Allgemeinmediziner, der keine Fachbildung im Bereich der Geriatrie hat, übersieht häufig die subtilen Anzeichen der Altersdepression. Denn die gravierenden Alarmzeichen, wie ein Gefühl von Wertlosigkeit, Nachdenken über den Tod oder Selbstmordgedanken, zeigen sich oft erst dann, wenn der Betroffene bereits in eine tiefe Depression verfallen ist. Außerdem verschweigen viele Patienten diese Überlegungen einem Arzt gegenüber.

 

Behandlungsmöglichkeiten der Altersdepression

So wie das Erkennen einer Depression bei alten Menschen meist viel schwieriger ist, als bei jüngeren, ist auch die Behandlung der Erkrankung weitaus komplizierter.

Eine medikamentöse Therapie ist im Alter meist nur eingeschränkt möglich. Viele pflegebedürftige Menschen erhalten oft bereits eine Menge von anderen Medikamenten. So sind oft unerwünschte Wechselwirkungen möglich, die eine medikamentöse Therapie erschweren.

Ein weiterer wichtiger Faktor zur Linderung von Depressionssymptomen ist ein sicheres soziales Umfeld, das Halt und Aussicht auf Besserung gibt. So ein fester Kontakt ist je nach Pflegeform nicht immer einfach aufrecht zu erhalten. Besonders in der stationären Pflege, fern des gewohnten Umfelds, ist es oft schwierig, einem depressiven Menschen eine Basis für positive Aussichten zu bieten. Es ist einfach, sich von Aktivitäten und sozialen Kontakten zurückzuziehen. Das Pflegepersonal wechselt und nicht zu jedem Pfleger besteht ein „guter Draht“, wodurch ein Wechselbad der Gefühle entsteht. Hier liegt es an den Angehörigen, möglichst regelmäßigen und intensiven Kontakt aufrecht zu erhalten.

Motivation für den Alltag – Pflegen bei Depression

Unabhängig von der notwendigen Behandlung der eigentlichen Depression: Altersdepressive Pflegebedürftige benötigen spezielle Pflege. Dazu können Pflegende – Angehörige und Profis – hilfreiche Tipps geben.

Auch kann man bei häuslicher Pflege viel durch kleine Aspekte ändern

  • Ein geregelter Tagesablauf für die Woche durchbricht das Rückzugs-Schema depressiver Senioren. Neben festen Uhrzeiten für den Besuch des Pflegediensts kann es auch andere Treffen oder Aktivitäten geben. Dazu sollte der Plan gemeinsam besprochen werden und auf vielfältige Beschäftigung ausgelegt sein.
  • Besuche helfen – auch wenn sie nur kurz oder selten möglich sind, sollte die Zeit dafür dann auch für eine echte Begegnung reichen. Gespräche, einfühlsames Zuhören, tröstender Körperkontakt (Umarmungen) helfen.
  • Bewegung hilft gegen Antriebslosigkeit. Für ältere oder eingeschränkt bewegliche Menschen sind Spaziergänge und andere aktivierende Tätigkeiten schon im Kleinen hilfreich.
  • Gegen Appetitlosigkeit hilft das gemeinsame Zubereiten von Mahlzeiten, wo möglich. Eine gemeinsame Mahlzeit pro Woche kann ein sozialer Höhepunkt sein und Lust auf mehr Experimente machen.

Depressionen im Alter sind eine ernstzunehmende Krankheit und eine enorme Belastung für Pflegebedürftige, Pflegekräfte und Angehörige. Daher ist es umso wichtiger, Symptome früh zu erkennen und Ärzte und Pflegepersonal gezielt auf diese anzusprechen. Mit gezielter Therapie und Pflege kann die Lebensqualität in vielen Fällen gesteigert werden, was den Pflegealltag für alle Beteiligten erträglicher macht.

Ambulante Pflege: Das ändert sich 2019

Mit Beginn des neuen Jahres stehen einige Änderungen an, die die Pflege betreffen. Große, positive Änderungen sind noch nicht in Sicht – aber viele Kleinigkeiten, die viel Einfluss haben könnten.

Pflegestärkungsgesetz mit Reformen für Pflegeheime und Krankenhäuser

Die Bundesregierung konzentriert sich in ihren Reformen zunächst auf Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen – und wir sind noch skeptisch gegenüber Behauptungen, diese Änderungen liefen nicht zu Lasten der ambulanten Pflege. Beispielsweise gibt es in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zukünftig verbindliche Untergrenzen für den Pflegeschlüssel, der diese Einrichtungen dazu bringen wird, unbedingt Pflegepersonal anziehen zu müssen (und gleichzeitig aller Voraussicht nach trotzdem nichts nützt).

Änderungen für die ambulante Krankenpflege

Vorerst verlautet von offizieller Seite zu Änderungen für die ambulante Krankenpflege  allerdings nur: Wegezeiten sollen besser honoriert werden und Krankenkassen müssen Tariflöhne in der häuslichen Krankenpflege akzeptieren.

Außerdem sollen Pflegekräfte leichter an Kinderbetreuungsplätze kommen können, die zu ihren Arbeitszeiten passen und beispielsweise auch Nachtschichten abdecken. Konkrete Förderung gibt es auch hier aber nur für Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen.

Erhöhte Beiträge in die Pflegekasse

Die Beiträge zur Pflegeversicherung steigen 2019 um 0,3 Prozent – also auf 2,85 % des Bruttoeinkommens. Auch dieser Anstieg soll helfen, die steigenden Kosten der Pflege zu decken. Wie üblich werden die Beträge zwischen Arbeitnehmer und -geber aufgeteilt.

Gleichzeitig sinken übrigens geplant die Beiträge für Arbeitslosen- und Krankenversicherung, sodass insgesamt für viele Arbeitnehmer mehr vom Bruttogehalt übrigbleibt.

Mehr Digitalisierung

Die Bundesregierung möchte außerdem die „Digitalisierung“ der Pflege weiter vorantreiben. Da Digitalisierung zur Zeit ein Lieblings-Schlagwort der Politik ist, und auch alles Mögliche andere „digitalisiert“ werden soll, weiß man noch nicht, was genau das wohl heißen soll.

Einige Möglichkeiten der Digitalisierung der Pflege hatten wir im Blog ja bereits angesprochen. Ausgereift ist davon noch keine, aber vorerst geht es wohl auch darum, mehr Energie in den Ausbau zu stecken. Inwiefern die Einsparung von Verwaltungsschritten tatsächlich die Pflegedienste so stark entlastet, dass fehlende 100 000 Stellen aufgefangen werden können, wird sich zeigen.

Gewalt in der Pflege – Was können Pflegekräfte dagegen tun?

Gewalt gegen ältere Menschen und in der Pflege ist ein ernstzunehmendes Problem und gleichzeitig oft ein Tabu. Gerade bei Patienten mit psychischen Problemen kommt es oft auch zu Gewalt gegenüber den Pflegenden. In diesem Artikel soll es allerdings darum gehen, wie Pflegende damit umgehen können, wenn Sie Gewalt in der Pflege mitbekommen.

Gewalt ist in der stationären Pflege nach Statistiken ein größeres Problem als in der ambulanten Pflege. Sie kommt in der ambulanten Pflege oft aber gerade auch durch Angehörige vor. Der häufigste Grund dafür ist Überlastung – die Pflegenden werden gereizt, ungeduldig oder aggressiv, weil sie erschöpft sind. Manchmal werden pflegebedürftige Menschen aber auch von Angehörigen misshandelt, die aus anderen Gründen zu Gewalt neigen.

Professionelle Pflegekräfte vom Pflegedienst bemerken diese Situationen vielleicht. Auch wenn es sozial schwierig ist: hinsehen, ansprechen und helfen gehören zu unseren Pflichten!

Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen erscheint in vielen Formen

Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen kommt in vielen Formen vor. Unter dem Titel „Gewalt fängt nicht beim Schlagen an“ läuft die Kampagne #pflegeohnegewalt – zwar zur Zeit nicht mehr sehr aktiv, aber immer noch aktuell.

Gewalt in der Pflege kann sich auf folgende Arten äußern:

  • Körperliche Gewalt und Schmerzen – Auch dabei gilt nicht erst Schlagen als Gewalt. Auch Waschen mit zu heißem oder kaltem Wasser kann Schmerzen verursachen, ebenso wie ruppige Bewegungen.
  • Vernachlässigen und unterlassene Hilfe – Pflegebedürftige werden nicht ausreichend versorgt und leiden zum Beispiel an Hunger oder Durst, werden medizinisch nicht ausreichend versorgt oder werden nicht gewaschen.
  • Psychische Gewalt – Pflegende nutzen ihre Machtposition und behandeln die pflegebedürftige Person wie ein Kind, ignorieren sie, reden betont „von oben herab“ mit ihnen oder gleich über ihren Kopf. Es kann auch zu Beschimpfungen und Streit kommen.
  • Freiheitsentziehende Maßnahmen – besonders oft kommt es vor, dass pflegebedürftige eingesperrt oder ruhig gestellt werden. Durch Fesselung oder Medikamente.
  • Finanzielle Gewalt – Wenn der pflegebedürftigen Person jede finanzielle Eigenständigkeit entzogen wird, verschafft sich der Pflegende damit mehr Macht und der Patient oder die Patientin wird hilflos.

Gewalt erkennen

Pflegekräfte sind oft in Familien zu Gast. Sie besuchen als ambulante Pflegekräfte allein lebende Patienten, Paare und Familien. Dabei versuchen wir im Allgemeinen, nicht zu stören – die Privatsphäre von Patienten und ihren Angehörigen soll erhalten bleiben, auch wenn der regelmäßige Besuch notwendig ist.

Dabei kann es sein, dass Pflegekräfte vom Pflegedienst Spuren von Gewalt sehen: am Körper des Patienten oder im Verhalten zwischen Patient und Angehörigen. Auch wenn diese Anzeichen nicht eindeutig scheinen, muss jede Pflegekraft sie unbedingt beachten.

Wer Gewalt direkt beobachtet, ist verpflichtet, die Pflegedienstleitung unverzüglich zu informieren und Maßnahmen zum Schutz der Pflegebedürftigen zu ergreifen. Bei schweren Fällen sollten professionelle Pflegekräfte auch unverzüglich die Verletzungen dokumentieren (auf der Seite findet sich auch ein Bogen, um auffällige Befunde bei der Pflege zu dokumentieren). In einer akut bedrohlichen Situation rufen Sie die Polizei!

Wer Gewalt befürchtet, sollte seine Beobachtungen ebenfalls festhalten. Jeder Mitarbeiter eines Pflegedienstes kann sich immer an die Pflegedienstleitung wenden und seine Beobachtungen schildern. Der Pflegedienst ist verpflichtet, diesen Hinweisen nachzugehen.

Kein schlechtes Gewissen

Auch wenn Sie die Gründe für Gewalt verstehen oder sehen können: Die Gewalt zu beenden hat oberste Priorität. Die Scham einer Person, die Gewalt anwendet, „entdeckt“ zu werden, ist nicht schlimmer als die Gewalt, die eine pflegebedürftige Person sonst weiter erleiden muss.

Manchmal sind sich Angehörige gar nicht bewusst, dass sie etwas „falsch“ machen. Manchmal wissen sie aber auch, dass etwas schiefläuft und wissen nicht, wie sie etwas ändern können. Als Pflegedienst können wir helfen und auf Hilfsangebote hinweisen. Wenn pflegende Angehörige gewalttätig werden, haben sie oft ein schlechtes Gewissen. Sie sind für die Ansprache und Hilfsangebote aber meist auch sehr dankbar.

Bleibt jemand uneinsichtig, wissen Sie erst recht, dass es dringend Zeit ist, Hilfe zu holen.

 

 

Zeit für gute Pflege: Bei uns im Alltag verankert

Zeit für gute Pflege – das ist eine Forderung, die Pflegedienste seit Jahren an Krankenkassen und das Gesundheitsministerium stellen. Denn viele Anbieter von Pflege wissen, dass gute Pflege Zeit kostet. Sie wissen aber nicht, wie sie diese Zeit finanzieren sollen.

Auch wir können nicht behaupten, dass die Kalkulationen dazu, wie lange Pflegeschritte dauern dürfen, in der Realität wirklich zum Ideal von Pflege mit Zeit und Herz passen. Mal eben schnell den Verband wechseln und schnell wieder los sprinten zum nächsten Patienten? Wie soll das funktionieren – und langfristig Spaß machen?

Denn Pflege ohne Zeit ist ein unerträglich anstrengender Job. Gute Bezahlung wäre super, aber viel wichtiger ist uns die Zeit, Pflege wirklich gut durchführen zu können.

Trotzdem: Zeit für Pflege muss sein

Im Born Gesundheitsnetzwerk legen wir in allen Pflegediensten Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter genug Zeit für die Pflege haben. Zum Wohl unserer Patienten, ihrer Familien und natürlich aller Pflegekräfte.

Auch wenn eine routinierte Pflegekraft eine Aufgabe in Minuten oder Sekunden durchführe könnte – ein Gefühl von Eile oder Stress gehört nicht in die Pflege. Stattdessen sollte Zeit da sein, damit die Aufgabe in Ruhe durchgeführt werden kann.

Wir finden, es muss Zeit da sein, damit Patienten oder Angehörige Fragen stellen können. Natürlich hat der Arzt schon bei 100 Patienten ein neues Medikament verschrieben, natürlich haben wir den Wechsel schon hunderte Male begleitet. Aber für jeden Patienten geht es um eine neue Erfahrung. Keine Erklärungen zu bieten macht Angst, und Angst verhindert jede Besserung.

Zeit muss auch da sein, damit man sich mal unterhalten kann – mit Patienten und Kollegen. Einerseits, damit alle wichtigen Informationen ausgetauscht werden können – gibt es was Neues? Gab es Vorfälle? -, andererseits aber auch, damit man sich persönlich begegnet. Unsere Pflege führen keine Roboter durch, sondern echte Menschen. Und die Begegnung miteinander darf Zeit kosten.

Wie funktioniert das?

Zeit für Pflege ist wie erwähnt knapp bemessen. Die Vorgaben auf dem Papier lassen manchmal glauben, es ginge um Zirkeltraining-Ideen und nicht die Pflege von kranken oder alten Menschen.

Im Born Gesundheitsnetzwerk können wir aber etwas mehr Zeit für gute Pflege bieten. Denn das Netzwerk ist groß und die Pflegedienste sind gut verknüpft. Wir verfügen über eine eigene IT-Abteilung, die allen Mitarbeitenden das Leben erleichtert. Die Verwaltungsstruktur im Netzwerk entlastet die einzelnen Pflegedienste – Teamleiter müssen nicht gleichzeitig IT-Genies, Verwaltungskünstler und Notfall-Pflegekräfte sein, sondern können sich auf ihre Arbeit konzentrieren. Dieses Prinzip setzt sich für jede Pflegekraft fort:

Wir haben Teams, in denen nicht mit „Mut zur Lücke“ geplant werden muss, sondern Luft zum Atmen.

Also alles Super?

Wir können auch nicht behaupten, durch diesen kleinen Puffer alle Probleme des Gesundheitssystems und der schlechten Finanzierung der Pflege zu lösen. Das sehen wir auch nicht als unsere Aufgabe.

Aber das Netzwerk spannt sich wie ein schützender Schirm über alle Mitarbeiter und verhilft ihnen so zumindest zu etwas mehr Zeit. Damit der Pflegejob (wieder) Spaß macht und man endlich in einem Team ankommt, in dem man bleiben möchte.

Lust auf Pflege mit Zeit?

Lust, auch wieder den Spaß an der Pflege zu entdecken? Wir freuen uns immer über neue Mitglieder im Team. Denn: Je mehr wir sind, desto leichter können wir füreinander einspringen und desto lauter ist unsere Stimme, wenn wir gemeinsam bessere Bedingungen erstreiten.

Wir haben viele freie Stellen auf unserer Webseite gesammelt, freuen uns aber auch über deine Nachricht per E-Mail oder auf Facebook oder natürlich einen Anruf!

 

Teamzusammenhalt in der Pflege

Die alltägliche Arbeit in der Pflege ist von Teamwork geprägt. Alleine funktioniert wenig – zum Glück ist aber auch niemand alleine. Dass man sich auf sein Team verlassen kann, ist ein gutes Gefühl. Sowohl, wenn alles gut läuft und man sich über den reibungslosen Ablauf freuen kann, also auch wenn mal etwas schief läuft und andere einspringen.

Im Born Gesundheitsnetzwerk weiß jeder – ob in der Pflege oder Verwaltung – wie wichtig Teams sind. Deswegen arbeitet jeder einzelne in seinem Team und die Struktur aller Zweige jedes Pflegedienstes ist voll auf Teamwork ausgelegt.

Teamwork in der Pflege

In der Pflege gibt es eine sehr unterschiedliche Landschaft an Möglichkeiten zur Organisation. Manchmal erfolgt die Pflege durch einzelne Angehörige oder Pflegekräfte, manchmal durch ein Team, das sich abwechselt und in festen Organisationen wie Pflegeheimen oft durch wechselnde Gruppen, die je nach Schichtplan anders aussehen.

Wir setzen auf zuverlässige Teams, die einander kennen und fest miteinander arbeiten. In der 1:1-Intensivpflege arbeiten die Teams im Wechsel mit bestimmten Kunden, die dadurch rund um die Uhr betreut sind. In der ambulanten Pflege sieht jede Pflegekraft täglich mehrere Patienten oder Patientinnen auf festen Routen.

Die richtige Teamgröße

Die Teamgröße ist dabei ein wichtiger Faktor: In zu kleinen Teams ist ein Ausfall durch Krankheit oder Urlaub schwer zu kompensieren. In zu großen Teams kennt man sich nicht mehr – weder die Patienten, noch die Pflegekräfte untereinander.

Deswegen haben wir uns gut überlegt, wie groß unsere Teams sein sollten und für alle Bereiche – von der ambulanten Pflege bis zur Intensivpflege-WG – Teams aufgebaut, die groß und klein genug sind.

Dadurch können wir für jeden Patienten nicht nur eine zuverlässige Versorgung anbieten, die auch gesichert ist, wenn mal jemand krank oder im Urlaub ist. Wir bieten sowohl Pflegekräften als auch Patienten durch unser System zuverlässige Kontaktpersonen. Unsere Patienten müssen sich nicht ständig an neue Gesichter gewöhnen – ein Team ist zuständig und zuverlässig da. Und unsere Pflegekräfte haben Zeit, mit Patienten eine echte Beziehung aufzubauen, statt jede Woche neue Persönlichkeiten kennenzulernen.

Kennenlernen und Organisation – alles im Team

Teamwork in der Pflege fördern wir nicht nur durch „Zahlen“. Denn das Team kann die beste Größe haben und sich trotzdem nie zu Gesicht bekommen. Dann entwickelt sich kein Zusammenhalt und die Arbeit macht nur halb so viel Spaß.

Deswegen sehen sich alle Teams bei uns bei regelmäßigen Teamsitzungen – egal ob ambulant und sonst allein unterwegs oder aus der Intensivpflege in den Pflege-WGs in Dortmund.

Neben dem Kennenlernen und Austauschen steht dabei die Terminplanung im Vordergrund. Jeder hat an der Planung seiner Schichten teil. Das sorgt nicht nur für mehr Zufriedenheit, sondern auch weniger Ausfällen.

Spaß im Team

Wichtig für den Spaß im Team sind auch explizit spaßige Veranstaltungen – beispielsweise die großen Feste, an denen jeder im Born Gesundheitsnetzwerk teilhat, oder auch die kleinen gemeinsamen Aktionen, die sich oft ergeben.

Unsere ambulanten Teams haben die jeweilige „Basisstation“ ihres Pflegedienstes zu richtigen Zuhause gemacht. In jeder Zentrale gibt es auch mindestens einen Ort, um gemütlich zusammenzusitzen. Wenn es halt wird sicher eher drinnen, im Sommer auch gern beim gemeinsamen Grillen.

Als Team Teil eines großen Netzwerks sein

Und dann gibt es noch unsere Klassenfahrten: Große Ausflüge, zu denen jeder im Born Gesundheitsnetzwerk eingeladen ist. Denn bei uns weiß jeder, dass er nicht nur Teil eines Teams ist, sondern eines großen Netzwerks.

Das ist im Zweifel für die einzelnen da – damit kein Ausfall zu echten Problemen führt. Und natürlich einfach, damit die Teams sich auf gute Pflege konzentrieren können, statt zusätzlich Organisationsaufgaben bewältigen zu müssen.

 

Auch Lust auf Teamwork in der Pflege? Wir haben oft freie Stellen, die genau zu Ihnen passen!

Zuhause pflegen: Pausen einbauen

Wer Angehörige, Partner oder Freunde zuhause pflegt, übernimmt viel Verantwortung und anspruchsvolle Aufgaben. Pausen sind bei der Pflege zuhause wichtig und sollten immer im Pflegealltag eingebaut werden.

Dieser Artikel ist eine kleine Erinnerung an alle pflegenden Angehörigen, regelmäßig kleine oder größere Pausen einzubauen.

Vor allem, wenn Sie jemanden pflegen, mit dem Sie zusammenleben, kann die Pflege auch mal zu einer 24-Stunden-Aufgabe werden. Gefühlt ist man selbst im Schlaf ständig verfügbar und wartet nur auf den nächsten „Notfall“.

So angespannt „funktionieren“ Sie nicht nur irgendwann nicht mehr – viel früher schon fühlen Sie sich einfach nicht mehr gut. Bauen Sie Pausen unterschiedlicher Größe ein und achten Sie auf sich und Ihre Bedürfnisse.

Die 5-Minuten-Pause: Ruhe zwischendurch

Eine kleine 5-Minuten-Pause kann manchmal Wunder bewirken. Wenn Sie bewusst für fünf Minuten alle Pflege-Verantwortung ausblenden können, entspannt Sie das häufig für den ganzen Tag.

Je nachdem, wie es Ihrem „Patienten“ geht, kann natürlich auch so eine winzige Pause schon eine Herausforderung darstellen.

Wenn möglich, nutzen Sie aber bewusst kleine Pausenmöglichkeiten auch für sich. Viele Pflegende Angehörige versuchen, zum Beispiel während einer Schlafpause oder Fernsehstunde viel zu erledigen: Abwasch, Wäsche, Putzen, Telefonate, Briefe, Formulare, … – es gibt immer viel zu tun. Fünf Minuten Ruhe machen die übrigen Aufgaben leichter, also legen Sie die Pause in diese Zeit.

Wenn Sie zuhause pflegen und das Gefühl haben, da keine Ruhe zu finden – vielleicht ruft gleich jemand, vielleicht geht das Telefon -, bauen Sie Pausen unterwegs ein: Setzen Sie sich auf dem Rückweg vom Einkaufen einige Minuten auf eine Parkbank. Gehen Sie für ein paar Minuten spazieren.

Wenn Sie nicht mehr das Gefühl haben, für auch nur fünf Minuten verzichtbar zu sein und ständig auf Abruf bleiben müssen, sollten Sie sich Unterstützung von anderen holen. Die Pflege zuhause ist zwar immer viel Arbeit, aber sie sollte kein 24-Stunden-Job sein. Wenn Sie die Pflegeaufgaben selbst nicht anderen überlassen möchten, können Sie auch Unterstützung im Haushalt bekommen. Rufen Sie uns an und wir sprechen mit Ihnen unverbindlich darüber, wie wir helfen können.

Ein paar Stunden unterwegs: Kleine Oasen im Alltag

Einmal ausführlich einkaufen, ein paar Stunden spazieren gehen, ein Kaffee mit einer Freundin oder ein Theater- oder Kinobesuch – solche kleinen Ausflüge sind für pflegende Angehörige manchmal mit sehr viel Organisationsaufwand verbunden.

Sie sollten sich diese Unternehmungen aber trotzdem gönnen! Für die Zeit, in der Sie nicht verfügbar sind, gibt es das Angebot der Verhinderungspflege.

Auch wenn Sie regelmäßig Unterstützung von einem Pflegedienst bekommen, können Sie so zusätzliche Hilfe von jemandem bekommen, der während Ihrer Abwesenheit zu Ihnen nach Hause kommt und die Pflege für ein paar Stunden übernimmt.

Dadurch ist weiterhin Raum für Ausflüge, Unternehmungen oder einfach kleine Ruhepausen.

Kurztrips oder Urlaub

Auch längere Pausen sind nicht nur okay – sie sind gut für pflegebedürftige Patienten und ihre Angehörigen. Beide können in den Urlaub fahren und entspannter zurückkommen – das tut allen gut!

Viele Patienten haben sogar ein schlechtes Gewissen, weil sie das Gefühl haben, ihre Angehörigen vom Urlaub abzuhalten. Andersrum sorgen sich pflegende Angehörige, wie ihre Partner, Freunde oder Familienmitglieder im Urlaub zuhause gepflegt werden können.

In dieser Zeit können Sie über die Pflegekassen Pflege beantragen: Die schon angesprochene Verhinderungspflege, während der ein Pflegedienst die Pflege zuhause übernimmt. Oder eine Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung, die pflegebedürftige Menschen für einige Tage oder Wochen besuchen können.

Auszeit von der Pflege gesucht?

Wenn Sie Pause machen möchten oder das Gefühl haben, sie sollten dringend Pause machen, kontaktieren Sie uns gern.

Vielleicht hilft Ihnen Unterstützung im Haushalt mehr als Hilfe bei der Grundpflege, vielleicht ist dauerhafte Hilfe bei der Pflege für Sie das Richtige oder eine geplante Auszeit durch Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege.

Wenn Sie uns eine E-Mail schreiben oder anrufen, helfen wir Ihnen, das passende Angebot für Sie zu finden.