Pflege hat Zukunft: Ausbildung und Arbeit

Vor einer Weile haben wir eine kleine Checkliste zur Berufswahl Pflege veröffentlicht. Jetzt steht für einige vielleicht der Berufswunsch fest. Trotzdem sind Eignung und Leidenschaft für ein Thema nicht immer genug – es stellt sich ja auch die Frage, ob eine Berufswahl tatsächlich Zukunft verspricht.

Ist eine Ausbildung in der Pflege sinnvoll?

Ganz spontan neigt man natürlich dazu, der Ausbildung in der Pflege viel Zukunftspotenzial zuzuschreiben. Immerhin gibt es den festen Begriff des „Pflegenotstands“ und Landes- und Bundesregierung diskutieren nicht ohne Grund viel über Finanzierung und Organisation der Pflege der Zukunft. Der Arbeitsmarkt scheint genau auf Pflegekräfte ausgelegt.

Andererseits sind Roboter und Digitalisierung im Gespräch und sollen die Pflege von Grund auf verändern. Ist da wirklich noch so viel Bedarf an Pflegekräften?

Außerdem muss Pflege auch für jede Fachkraft persönlich Perspektive haben: Werden die Arbeitsbedingungen langfristig gut genug sein, auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch in der Pflege arbeiten zu wollen?

Zahl der Auszubildenden in der Pflege steigt …

Die Werbetrommel zu rühren hat für die Ausbildungsberufe in der Pflege tatsächlich einen spürbaren Effekt gehabt. Es gibt einen Anstieg gerade in der Altenpflege: Von 2015 auf 2016 beispielsweise um 2,1 Prozent auf 24 130 Personen, die ihre Ausbildung begonnen haben. Insgesamt waren im Schuljahrgang 2016 dann 140 639 Pflegeschüler (in allen Bereichen) für den Schuljahrgang 2016 eingeschrieben (und 68 260 davon in der Altenpflege).

Insgesamt waren 2015 schon etwa 1,1 Millionen Personen in der Pflege beschäftigt – zusammengesetzt aus denjenigen, die in ambulanten Pflegediensten arbeiten und denjenigen, die in stationären Pflegeeinrichtungen tätig sind. In der Altenpflege sind davon etwa 310 000 Menschen tätig (ca. 28 %).

Insgesamt gab es 2015 schon 74 Prozent mehr Pflegekräfte als 1999 – die Zahl hat sich also schon fast verdoppelt.

… nicht genug

Aber der Bedarf ist noch lange nicht gedeckt – und wird es vielleicht auch für einige Zeit nicht sein.

Jüngst veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Studie, die den Pflegebedarf für 2035 abschätzt. Das liegt 17 Jahre in der Zukunft – wer heute über eine Ausbildung in der Pflege nachdenkt, wird dann selbst in den Dreißigern oder Vierzigern sein und vielleicht eine Familie (mit)ernähren. Nach dieser Studie steigt die Zahl der Pflegebedürftigen bis dahin um ein Drittel auf vier Millionen an. Gerade in Nordrhein-Westfalen wird sogar ein Anstieg um 34 % erwartet. Um den Bedarf zu decken, müssten gleichzeitig 44 % mehr Pflegekräfte bis 2035 arbeiten.

Die Lösung liegt in Ausbildung und ambulanter Pflege

Von der Bertelsmannstiftung gibt es dazu eine Studie, die als Lösungsansatz vor allem den Ausbau der Pflege zuhause sieht: Die Hälfte der zu erwartenden Versorgungslücke kann so aufgefangen werden.

Dazu sollen einerseits Menschen gestärkt werden, die Angehörige zuhause pflegen. Dazu soll die Organisation verbessert werden, aber auch die Hilfsangebote für pflegende Angehörige.

Andererseits sollen vor allem die Ausbildung in der Pflege zugänglicher und attraktiver gemacht werden. Denn nur, wenn die ambulanten Pflegedienste in Zukunft viele Aufgaben übernehmen, können die anstehenden Probleme gelöst werden.

Ausbildung in der Pflege: Zum Preis von Rückenschmerzen?

Der Bedarf an Pflegekräften ist also lange noch nicht gedeckt. Und keine seriöse Studie geht davon aus, dass in Zukunft der Bedarf plötzlich zu 50 % durch Roboter oder ähnliches gedeckt werden könnte. Deswegen kann sich jeder, der heute eine Ausbildung in der Pflege absolviert, wohl recht sicher sein, auch in 30 Jahren noch sicher einen Job zu finden.

Die persönliche Perspektive ist einerseits abhängig von der eigenen Eignung für den Job. Die Arbeit in der Pflege verlang einem vieles ab. Andererseits ist die Zukunftstauglichkeit der Pflege aber auch von der Entwicklung der Arbeitsbedingungen abhängig. Junge Pflegekräfte sehen heute, dass ihre erfahrenen Kollegen nach vielen Jahren in der Pflege mit Problemen zu kämpfen haben: Rücken, Beine oder Psyche sind am Ende. Darauf wollen sie sich nicht mehr einlassen – zu Recht!

Gute Pflegedienste sind der Schlüssel

Die Ausbildung in der Pflege kann nur langfristig eine gute Lösung sein, wenn sie in einem guten Pflegedienst eingebettet ist. Auch die Qualität der späteren Arbeit hängt davon ab, wie gut ein Pflegedienst schon heute seine Möglichkeiten nutzt. Zum Beispiel, um das Leben der Pflegekräfte einfacher zu machen.

Faire Schichtpläne und gute Bezahlung fließen ebenso ein wie der Umgang mit der Digitalisierung, dem Bewusstsein für körperliche und psychische Gesundheit der Angestellten und nicht zuletzt die Stimmung im Unternehmen.

Wertschätzung für Pflegekräfte vom Pflegedienst aus macht eine Ausbildung in der Pflege attraktiver – und einfacher!

Pflege als Zukunftsperspektive

Deswegen laden wir beispielsweise alle ein, die interessiert daran sind, wirklich gute Pflege leisten zu können – mit Zeit für die Pflege und mit Freizeit für sich selbst.

Neben Auszubildenden sind auch Umsteiger und Wiedereinsteiger uns herzlich willkommen. Ein kurzer Kontakt genügt: Über unser Formular gleich hier online, per E-Mail an jobs@born-gesundheitsnetzwerk.de oder telefonisch unter 0800 000 1493.

Welche Perspektiven gibt es nach der Ausbildung in der Pflege?

Wenn die Entscheidung zur Ausbildung in der Pflege gefallen ist, sind damit noch nicht alle Fragen beantwortet. In welche Richtung soll es gehen und was möchte man langfristig arbeiten?

Drei Ausbildungsberufe in der Pflege

Neben den drei Ausbildungsberufen in der Pflege gibt es auch zwei Assistenzberufe in der Pflege sowie immer mehr Studiengänge. Hier wollen wir uns aber die Ausbildungen ansehen und die Möglichkeiten, die man danach hat. Möglich sind für alle nach der Ausbildung in den Assistenzberufen der Pflege oder abgeschlossener zehnjähriger Schulbildung:

  • die Ausbildung zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger
  • in der Gesundheits- und Krankenpflege
  • oder in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

Jeder der Ausbildungen dauert drei Jahre und besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der praktische Teil der Altenpflege-Ausbildung findet in Pflegediensten statt – wir bieten zum Beispiel Ausbildungsplätze in Altenpflege in Kamen an. Auch der praktische Teil der Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege ist in Pflegediensten möglich – oder in Altenheimen oder Krankenhäusern. Der praktische Teil der Ausbildung in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege findet in Krankenhäusern mit Kinderstation (Pädiatrie) statt.

Nach Ausbildungsende: Aus-gelernt?

In der Pflege gehört „lebenslanges Lernen“ zu einem der Vorteile (oder Nachteile), die jeder und jede Auszubildende erwarten sollten. Auch wenn die Theoriestunden in der Schule irgendwann geschafft sind, gibt es noch viele Möglichkeiten offiziell und inoffiziell dazuzulernen. Im Beruf ergibt sich durch neue Patienten immer wieder etwas Neues und das bedeutet alltägliches Lernen.

Dazu kommen weitere Möglichkeiten. Fort- und Weiterbildungen zum Beispiel. Auch wenn beides oft in einem Atemzug genannt wird, gibt es da einen kleinen Unterschied: In Fortbildungen frischt man sein Wissen auf oder erweitert es, um auf dem aktuellen Stand im aktuellen Beruf zu bleiben. In einer Weiterbildung lernt man dagegen etwas, das eine weitere berufliche Qualifikation bedeuten – zum Beispiel durch ein Zertifikat, das neue Tätigkeiten erlaubt.

In den meisten Pflegeunternehmen werden Fort- und Weiterbildungen angeboten. Ein großer Unterschied zwischen den Unternehmen ist, wer wann diese Kurse belegen und sich so weiter entwickeln darf. Bei uns gilt: Fortbildungen für alle – aus gutem Grund.

Der richtige Arbeitgeber nach der Ausbildung

Wenn man seine Ausbildung in der Pflege beendet hat, kann man oft bei dem Unternehmen bleiben, bei dem man auch den praktischen Teil seines neuen Handwerks gelernt hat. Manchmal ist es aber auch Zeit für einen Wechsel oder etwas Neues. Wer beispielsweise die Ausbildung im Krankenhaus absolviert hat, möchte vielleicht auch mal rausfinden, wie es so in einem ambulanten Pflegedienst läuft und umgekehrt.

Eine andere Möglichkeit ist, in spezielle Pflegebereiche vorzustoßen. Beispielsweise die ambulante Intensivpflege oder die Pflege in Patienten-WGs. In unseren Patienten-WGs im WoKo I und II in Dortmund beispielsweise. Hier steht vor dem Start in die Arbeit noch eine Weiterbildung zur Fachkraft für Intensivpflege. Die bieten wir allen in unseren Teams auch gerne an.

Die dritte Option ist vor allem auch für Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger interessant: Bei Peggy Blue bieten wir ganz besondere Stellen in der ambulanten Kinderintensivpflege im Ruhrgebiet an.

Ein Start im Born Gesundheitsnetzwerk

Egal, ob Sie Ihre Ausbildung in einem der Pflegedienste des Gesundheitsnetzwerks gemacht haben oder neu zu uns kommen würden: Wir freuen uns auf Sie! Wir haben freie Stellen in unterschiedlichen Bereichen für ausgebildete Pflegende aus allen drei Ausbildungsberufen.