Entlastungsbetrag nutzen: Ansprüche aus 2015, 2016 und 2017 rückwirkend ausschöpfen

Durch den Entlastungsbetrag in Höhe von in der Regel 125 € monatlich können alle Pflegebedürftigen (Stufe 1-5) Angebote zur Unterstützung im Alltag finanzieren.

Wichtig und noch ganz aktuell: Sie können den Entlastungsbetrag jeweils rückwirkend im nächsten Kalenderhalbjahr noch nutzen. Das bedeutet, dass Sie bis zum 30.6.2018 noch bis zu 1500 € aus 2017 verwenden können.

Dazu kommt bis Ende 2018 die Ausnahmeregelung, dass Sie auch rückwirkend die Beträge aus 2015 und 2016 noch verbrauchen können: Jeweils 1 250 €.

Wenn Sie noch keine Leistungen durch den Entlastungsbetrag finanziert haben, könnten Sie im ersten Halbjahr 2018 insgesamt also Leistungen für 4 000 € rückwirkend aufbrauchen und zusätzlich 750 € für die aktuellen Monate verwenden.

Wozu ist der Entlastungsbetrag da?

Diese Unterstützung im Alltag kann aus ganz unterschiedlichen Angeboten bestehen. Wichtig ist, dass sie anerkannt sind – dazu können Sie sich mit uns absprechen und wir beraten Sie jederzeit!

  • Pflegebegleitung
  • Alltagsbegleitung
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen (Waschen, Putzen, Einkaufen)
  • Familienentlastende Dienste
  • Bezahlung von Agenturen, die Pflegeleistungen vermitteln
  • Tagesbetreuung oder Einzelbetreuung auch speziell für Patienten mit Demenzerkrankung

Zusätzlich zu diesen Angeboten zur „Unterstützung im Alltag“ im eigentlichen Sinne finanzieren Sie über den Entlastungsbetrag auch folgende Leistungen:

  1. Tages- oder Nachtpflege, die die ambulante Pflege mit stationären Angeboten ergänzt.
  2. Leistungen der Kurzzeitpflege. Das ist Pflege in „besonderen“ Situationen, in denen erhöhter Bedarf besteht (nicht zu verwechseln mit der Verhinderungspflege).
  3. Pflegesachleistungen, die Sie nicht bereits in Anspruch nehmen.

Wer hat Anspruch auf den Entlastungsbetrag?

Jeder Patient mit Pflegestufe 1-5 hat Anspruch auf den Entlastungsbetrag.

Woher weiß ich, ob ich noch „Guthaben“ vom Entlastungsbetrag habe?

Sie können bei Ihrer Pflegekasse nachfragen und sich die verbleibenden Guthaben der einzelnen Jahre (2015, 2016, 2017 und 2018) mitteilen lassen.

Wie beantrage ich Leistungen, die durch den Entlastungsbetrag finanziert werden?

Sie können die Leistungen jederzeit in Anspruch nehmen und die Rechnungen dann bei der Pflegekasse einreichen – das Einreichen ist dann automatisch Ihr „Antrag“.

Sprechen Sie vorab mit dem Anbieter – also zum Beispiel mit uns – wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine Leistung durch den Entlastungsbetrag finanziert werden kann oder nicht. Wir helfen Ihnen dann auch gerne dabei, das Schreiben an Ihre Pflegekasse aufzusetzen.

 

 

Finanzierung der Pflege: Wo soll das noch hingehen?

Die Kosten für Pflege steigen auch in Deutschland. Wieso steigen die Kosten für Pflege? Weil es immer mehr pflegebedürftige Menschen gibt zum Beispiel. Und weil die Kosten für Versorgungsmittel steigen – so wie für Butter, Lebensmittel oder viele Dienstleistungen. Ein Grund, wieso die Kosten für Pflege in Deutschland definitiv nicht steigen, ist die Bezahlung der Pflegedienste. Hier passiert nicht viel, das den Preisanstieg, den wir auch erleben, ausgleichen könnte.

Im Gegenteil: Krankenkassen zeigen sich nicht williger, Rechnungen pünktlich zu begleichen und bei Privatpersonen sitzt das Geld auch nicht plötzlich so locker, dass sie die Pflege privat bezahlen könnten.

Statt nur darüber zu „jammern“ wie schlecht es uns damit geht, möchten wir eine andere Frage in den Mittelpunkt des heutigen Artikels – eine Woche vor dem neuen Jahr – stellen: Wohin soll das führen?

Bisherige Lösungen bringen uns nicht weiter

Es werden immer wieder Lösungen diskutiert, um dem Pflege(kräfte)mangel zu begegnen. Da kommen die interessantesten Ideen auf den Tisch, während gleichzeitig sehr einfache Lösungen (ein so anstrengender, anspruchsvoller Beruf sollte beispielsweise angemessen bezahlt werden) außen vor bleiben.

Stattdessen wird an anderen Stellschrauben gedreht: Wenn es nicht mehr Pflegekräfte gibt, weil zu wenig junge Leute in die Ausbildung starten wollen, dann gibt es eben weniger Zeit pro Patient. Oder mehr Patienten pro Pflegekraft.

Das führt zu fatalen Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte, Unterversorgung der einzelnen Patienten und vor allem eine Entmenschlichung in der Pflege, die viele Pflegekräfte immer wieder auf Jobsuche schickt, in der Hoffnung, ein Unternehmen zu finden, in dem es anders läuft. Wir versuchen, diese Belastung aufzufangen – ein Vorteil von unserem „großen Netzwerk“ ist dann doch, dass im Notfall mehr helfende Hände bereitstehen. Also halten wir dem Druck als Gemeinschaft im Moment noch gut stand.

Lange können die Pflegedienste in Deutschland aber nicht mehr unter diesem Dauerdruck arbeiten. Manchmal hangeln wir uns monatelang durch eine „momentane Krise“, weil wieder ein Pflegedienst aufgeben und andere einspringen mussten, oder weil die Bezahlung für erbrachte Leistungen einfach nicht ankommt.

Die Zukunft sieht grausig aus: Roboter und Pflege per Sprachausgabe

Was sind also die alternativen Lösungen? Im Moment sieht es auch da teilweise eher schaurig aus. Eins der neusten Projekte der Kategorie „Pflege entmenschlichen“ (Link zum englischen Artikel) ist gerade in England gestartet. Da versucht ein Unternehmen, die Kosten für die Betreuung älterer Menschen zu senken. Messerscharf analysiert entstehen die teilweise dadurch, dass die Patienten von ihrer Pflegekraft nicht nur medizinische Versorgung, sondern oft auch menschlichen Kontakt wollen. Ein paar Minuten Plaudern kann den Tag retten. Aber fürs Plaudern wird niemand bezahlt.

Andersrum müssen einsame Menschen öfter in die Notaufnahme oder sitzen beim Arzt. Sie haben echte Probleme – die Atemnot, die sie spüren bilden sie sich nicht ein -, aber die Ursache für diese Symptome ist nicht rein körperlich. Wer allein ist, kann sich schlecht selbst aus einer Panikattacke führen.

Die technische Lösung von care.coach: Eine App. Hier sprechen alte Menschen mit einer Katze oder einem Hund auf dem Bildschirm. Ihre Sätze nimmt die Sprachverarbeitung auf, schickt sie ans andere Ende der Welt und die Anfragen werden rund um die Uhr beantwortet: Der Mitarbeiter auf den Philippinen tippt sie ein und das Katzenprogramm liest sie vor. Klar spart das Kosten – diese Mitarbeiter kann das Unternehmen aus Großbritannien immerhin so schlecht bezahlen, wie es möchte.

Aber immerhin: Dieser Austausch bedeutet ja fast schon menschlichen Kontakt! Wenn die ganze App nicht darauf ausgelegt wäre, den zu reduzieren. Patienten dürfen mit dem Avatar am Bildschirm interagieren, wenn sie unruhig sind – dann gibt die Katze beispielsweise Anleitungen für Atemübungen. Und sonst? Für Gespräche steht die Katze nicht zur Verfügung, dazu ist auch sie zu beschäftigt. Aber sie spielt Musik ab, wenn der Patient selbst das Radio nicht anmachen kann.

Die bisherigen Tests laufen übrigens positiv. Nicht überraschend könnte man meinen, wenn man liest, dass die Patienten wissen, dass sie ihre kleinen Hilfen gegen Einsamkeit solange behalten dürfen, wie es ihnen gut geht und sie nicht wieder in der Notaufnahme landen.

 

So kann es nicht weitergehen

Das kann aber doch nicht unsere Perspektive auf die Zukunft sein? Ältere Menschen mit kleinen digitalen Begleitern abspeisen und das Problem für geklärt halten?

Pflege muss Geld kosten dürfen. Pflege muss Zeit brauchen dürfen. Pflege muss menschlich bleiben.

Daran können wir als Pflegedienst nur so viel machen, wie im Rahmen unserer Möglichkeiten gerade mit einer halben freien Hand noch geht. Wir versuchen, den Druck auf unsere Pflegekräfte durch einige Zwischenstufen abzufangen. Unsere IT hilft durch technische Lösungen, in der Verwaltung wird so viel Papierkram wie möglich erledigt, die GL verhandelt fleißig mit Kostenträgern und auch Politikern und die Stimmung im Unternehmen, wenn wir Pause oder Party machen, hilft bei der Entspannung. Danke an alle dafür!

Aber wir haben alle Hände voll zu tun und eigentlich kaum Kapazitäten frei, nebenbei Druck auszuüben auf Entscheider. Und wenn Sie warten, bis das Thema Pflege für Sie akut wird, kann das auch zu spät sein. Unsere älteren Patienten, die in Rente sind, können nicht mehr streiken, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Wer auf ständige Beatmung angewiesen ist oder ans Bett gefesselt ist, kann nicht auf die Straße gehen und protestieren.

Da sind wir auf die Hilfe von anderen angewiesen, die für uns mit laut sind.

Ein lautes neues Jahr

Nächste Woche bricht schon das neue Jahr an. Und wir können uns alle noch ein paar Punkte auf die Liste der guten Vorsätze schreiben. Etwas weniger rumbrüllen, wenn mal was schief geht oder uns eine Laus über die Leber gelaufen ist, zum Beispiel.

Oder sehr laut schreien, wenn die Dinge wirklich schieflaufen und andere oder wir die laute Stimme gut brauchen können.

So geht das doch nicht weiter, oder?

 

–  Simon Born

Wann ist häusliche Pflege notwendig?

Ab wann braucht jemand Pflege – und wann wird sie von den Krankenkassen bewilligt? Das sind die zwei häufigsten Überlegungen von Angehörigen und Patienten, bevor sie zum ersten Mal häusliche Pflege beantragen. Wir widmen uns hier der ersten Frage, die wir oft gerade bei der ambulanten Pflege in Dortmund hören:  Wann ist Pflege zu Hause durch einen Pflegedienst nötig?

Wir bieten ambulante Pflege in Dortmund und vielen anderen Städten an. Der medizinische Pflegedienst AuK bietet ambulante Pflege in Kamen und Umgebung und Lazarus arbeitet von Bergkamen aus. Dabei hören wir oft, dass Patienten und Angehörige vor dem Antrag auf Pflege noch Bedenken haben. Was viele Angehörige mit der Frage nach der Notwendigkeit meinen ist oft: „Ist es in Ordnung, wenn ich Hilfe hole?“. Für Patienten bedeutet die Frage „Geht es mir schon so schlecht?“. Beide können wir beruhigen.

Ambulante Pflege hilft, damit nicht mehr nötig wird

Wenn ambulante Pflege durch Experten nötig wird, bedeutet das nicht, dass Angehörige die Pflege nicht schaffen könnten oder Patienten zu krank sind. Pflege zu Hause hilft manchmal, das zu verhindern. Angehörige werden nicht zu müde oder erschöpft. Und Patienten werden nicht krank, weil sie sich überanstrengen. Die Pflegeleistung durch einen Pflegedienst entlastet und nimmt so den Druck.

Hilfe annehmen: Pflege vom Arzt empfohlen

Wenn ein Arzt also die Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst empfiehlt, ist es immer eine gute Idee, die Empfehlung anzunehmen. Auch wenn Sie jetzt noch keine Unterstützung von außen brauchen, können Sie Pflegegeld beantragen. Falls Sie dann doch mal Kurzzeitpflege oder andere Pflegeleistungen in Anspruch nehmen wollen, geht das noch leichter.

Selbst Pflege organisieren

Wenn kein Arzt bis jetzt den Vorschlag gemacht hat, aber Sie merken, dass die Unterstützung gut täte – können Sie sich auch direkt bei Ihrer Krankenkasse melden. Die beraten sie – allerdings oft aus der Perspektive der Kostenträger. Eine andere Anlaufstelle bietet das bundesweite Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit.

Oder rufen Sie uns an (0231 555 78 40). Wir beraten Sie unverbindlich telefonisch und kommen auf Wunsch auch vorbei – dann helfen wir Ihnen beim Antrag bei der Krankenkasse.

 

Pflegegrade verstehen

Wer pflegebedürftig ist, bekommt Pflegegeld – das klingt einfach und wir versuchen hier im Blog immer mehr der Themen dazu zu erklären, damit das Thema Pflege auch wirklich einfach wird. Aber ganz so schnell geht es in der Realität dann doch nicht.

Wenn Sie für sich oder einen Angehörigen Pflege beantragen wollen, funktioniert das über die Krankenkasse. Bei einem Begutachtungstermin wird der sogenannte „Pflegegrad“ bestimmt – eine Zahl, mit der beschrieben wird, wie viel Unterstützung jemand im Alltag braucht. Je höher der Pflegegrad, desto mehr Unterstützung ist nötig.

Pflegegrad abhängig davon, was jemand noch kann

Der Pflegegrad soll zeigen, das noch funktioniert, und was nicht. Also wenn jemand sich selbst anziehen und waschen kann, kann er oder sie mehr als jemand, der das nicht kann. Alles, was die Person selbst kann, muss kein Pflegedienst oder Angehöriger übernehmen.

Diese Einschätzung kann die Pflegebedürftige Person zusammen mit ihren Angehörigen natürlich theoretisch selbst treffen. Sie wird aber von einem Beauftragten der Krankenkassen geprüft, um sicher zu stellen, dass niemand betrügt oder einfach Dinge vergisst. Manchmal ist es vollkommen normal geworden, dass zum Beispiel ein Angehöriger alle Mahlzeiten für eine pflegebedürftige Person vorbereitet und zurechtlegt. Dann fällt den Betroffenen gar nicht mehr auf, dass auch das als „Mehraufwand“ zählt und für einen Pflegeantrag wichtig sein kann.

Beurteilungstermin Pflegegrad

Wir haben einen Beitrag dazu, wie Sie Pflege beantragen, geschrieben. Darin finden Sie auch Tipps zum Termin bei der Beurteilung für den Pflegegrad. Wichtig ist, nichts zu beschönigen: Auch wenn sich jemand vielleicht dafür schämt, dass er nicht mehr allein essen kann, darf man das nicht verheimlichen. Als Angehöriger sollten Sie lieber einen kleinen Streit riskieren, als für den Stolz einer pflegebedürftigen Person die Unterstützung zu riskieren.

Die Beurteilung zum Pflegegrad

Der Pflegegrad bestimmt sich nach einem Punktesystem. Für jeden Bereich, in dem jemand auf Hilfe angewiesen ist, bekommt er Punkte – je mehr am Ende zusammen kommen, desto höher der Pflegegrad. Es sind zwischen 0 und 100 Punkte möglich, die aus fünf Bereichen gesammelt werden:

  • Mobilität – also ob sich jemand selbst bewegen kann, gut laufen kann und so weiter.
  • Selbstversorgung – kann eine Person für ihren eigenen Haushalt sorgen? Dieser Punkt ist sehr wichtig. Wer kein Essen mehr einkaufen oder kochen kann, braucht auf jeden Fall Hilfe.
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte – kann jemand Freundschaften aufrecht halten, sich mit Hobbies beschäftigen und allgemein einen angenehmen Alltag für sich schaffen?
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen – Dieser (lang formulierte) Punkt beschreibt, ob und wie jemand mit gesundheitlichen Anforderungen umgeht – zum Beispiel Meidkamente nimmt, sich an Insulin-Spritzen erinnert oder körperliche Übungen schafft.
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten ODER Verhaltensweisen und psychische Problemlagen – Dieser Punkt besteht aus zwei „Modulen“ aber nur der höhere Wert fließt ein. Wenn jemand also kognitive oder kommunikative Schwierigkeiten hat – zum Beispiel vergisst, etwas zu tun oder sich nicht mit anderen unterhalten kann, ist das ein Punkt. Der andere Bereich beschreibt psychische Probleme: Wenn jemand zum Beispiel depressiv ist oder aggressiv wird und dadurch für sich und andere Belastungen auslöst.

In jedem dieser Bereiche notiert ein Begutachter im Gespräch Punkte. Die werden nicht direkt addiert, sondern unterschiedlich gewichtet. Eine Übersicht finden Sie auch auf der Webseite zum Pflegestärkungsgesetz.

 

Sie müssen mit dieser Beurteilung übrigens nicht allein zurecht kommen! Wenn Sie uns anrufen, kommen wir gern auch schon bevor der Pflegegrad bewilligt ist, vorbei. Wir beraten Sie dann in Ruhe, welche Pflegeleistungen wir Ihnen oder für Ihren Angehörigen empfehlen würden. Und wir sind dann bei dem Beurteilungstermin dabei – so haben Sie einen „Experten“ an Ihrer Seite.

Rufen Sie uns an (0231 555 78 40) oder schreiben Sie uns!

Pflegewissen: Welche finanzielle Unterstützung gibt es?

Wer Pflege braucht, bekommt von der Pflegekasse und Krankenkasse Geld. Wie viel Geld jemand für Pflege bekommt, hängt vom Pflegegrad ab. In einem früheren Beitrag haben wir einen Überblick darüber gegeben, wie der Pflegegrad bestimmt wird.

Heute wollen wir einen Eindruck davon vermitteln, was für finanzielle Leistungen es genau gibt. Die spalten sich im Wesentlichen in vier große Kategorien: Geldleistungen, Sachleistungen, den Entlastungsbetrag und den Leistungsbetrag.

Für Menschen mit Pflegegrad 1 stehen der Entlastungsbetrag und der Leistungsbetrag zur Verfügung. Ab Pflegegrad 2 kommen Geldleistungen oder Sachleistungen hinzu.

Entlastungsbetrag

Der Entlastungsbetrag beträgt für alle Pflegegrade 125 Euro im Monat. Er ist dazu da, pflegende Angehörige und andere nahestehende Personen zu entlasten. Mit dem Betrag können zum Beispiel für einzelne Tage Pflegezeiten bezahlt werden. Die Kurzzeitpflege wird ebenfalls aus diesem „Topf“ finanziert, aber auch zum Beispiel der Besuch einer Demenzgruppe am Tag oder ähnliches.

Die Beträge können teilweise in den nächsten Monat übertragen werden, sodass eine Person beispielsweise Geld „sammeln“ kann, um eine Kurzzeitpflege im Urlaub oder zu einem Wochenend-Trip zu finanzieren.

Leistungsbetrag

Der Leistungsbetrag wird für vollstationäre Pflege gezahlt. Hier unterscheiden sich die Beträge stark nach Pflegegrad:

  • Für Pflegegrad 1 stehen 125 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 2 stehen 770 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 3 stehen 1262 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 4 stehen 1775 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 5 stehen 2005 € zur Verfügung.

Mit diesen Beträgen werden die Kosten der vollstationären Pflege getragen – beispielsweise in unseren Wohngruppen und der Intensivpflege.

Geldleistung

Geldleistungen erhalten Patienten ab dem zweiten Pflegegrad. Geld und Sachleistungen können beliebig kombiniert werden – wir haben in unserem Artikel zu Pflegesachleistungen bereits etwas darüber geschrieben.

Die Geldleistungen in Form von „Pflegegeld“ können Angehörige bekommen. Auch hier richtet sich der Betrag nach dem Pflegegrad:

  • Für Pflegegrad 2 stehen 316 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 3 stehen 545 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 4 stehen 728 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 5 stehen 901 € zur Verfügung.

 

Sachleistung

Neben unserem ausführlichen Artikel zum Thema Pflegesachleistungen hier noch eine kurze Übersicht über die Beträge:

  • Für Pflegegrad 2 stehen 689 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 3 stehen 1298 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 4 stehen 1612 € zur Verfügung.
  • Für Pflegegrad 5 stehen 1995 € zur Verfügung.

 

Wir helfen Ihnen gern, diese Beträge zu beantragen oder zu entscheiden, wie sie am besten verteilt werden können. Kontaktieren Sie uns einfach!

Herr Laumann, es gibt noch immer viel zu tun!

Der bpa bildet mit mehr als 9.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Die Interessenvertretung kann also mit geballter Macht für ihre Mitglieder Verhandlungen, z.B. mit den Kostenträgern aufnehmen oder aktiv die Gesundheitspolitik auf Bundes- und Länderebene mitgestalten. Beim jährlichen Neujahrsempfang sprechen Experten vor dem Publikum und miteinander über aktuelle Themen zum Beispiel aus der Pflege.

 

Wichtige Redner beim Neujahrsempfang des bpa

Auch in diesem Jahr hat der traditionelle Neujahrsempfang des bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.) in der Landesgeschäftsstelle in Düsseldorf stattgefunden. Eingeladen waren ca. 250 Gäste aus den verschiedenen Fachrichtungen (Stationäre Einrichtungen, ambulante Pflegedienste, Juristen, Politiker, Pflegekassen etc.)

Der bpa Landesvorsitzende Christof Beckmann äußerte in seiner Ansprache zum Neujahrsempfang deutliche Kritik an zu viel Regulierung durch die Bundes- und Landespolitik. Anschließend äußerte sich der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann. Er warf der Landesregierung vor, dass sie der Pflege in NRW derzeit „Knüppel zwischen die Beine werfe“. Auch der bpa Präsident Bernd Meurer ergriff das Wort und warnte in seiner Rede davor, die Regeln von Markt und Wettbewerb in der Pflege immer weiter einzuschränken.

 

Ein Beitrag aus der Pflegerealität

Nach Einschätzung von Simon Born vom Born Gesundheitsnetzwerk, ging die Kritik nicht weit genug. Es gab einen netten Schlagabtausch auf der Bühne zwischen Herrn Laumann und Herrn Meurer, der von den unterschiedlichen Absichten geprägt war – aber auch der Bereitschaft, über diese Unterschiede zu reden. Auch in diesem kam allerdings nach Herr Borns Einschätzung die ambulante Pflege zu kurz.

Natürlich machen die Kolleginnen und Kollegen in den stationären Einrichtungen einen sehr guten Job – nur wir eben auch! Nicht erwähnt wurden also die ambulanten Pflegedienste, die außerklinische Intensivpflege, Palliativ- und Hospizpflege. Leider wurde der Fachkräftemangel – und wie diesem zu begegnen ist – nicht zielführend thematisiert. Auch die Schwierigkeiten, mit denen die Unternehmen in der ambulanten Pflege täglich konfrontiert werden, z.B. die schlechte Zahlungsmoral einiger Kostenträger waren kein Thema in der großen Runde.

 

Einsatz für die Kollegen in der ambulanten Pflege

bpa Neujahrsempfang

Beim bpa Neujahrsempfang Staatssekretär Karl-Josef Laumann und Simon Born

Bei späteren Tischgesprächen nutzte Simon Born die Gelegenheit und sprach Herrn Meurer und auch Herrn Laumann auf die Problematiken persönlich an – von der Basis in die Politik.

Uns liegt die Qualität der Versorgung unserer Kunden sehr am Herzen. Dafür benötigen wir allerdings auch die erforderlichen Rahmenbedingungen, damit unsere Vorstellung von Pflege möglich bleibt und wird. Dazu gehört z.B. auch eine angemessen Entlohnung, um Fachkräfte fort- und weiterbilden zu können – eine gerechte Bezahlung mal vorausgesetzt.

Es müssen Antworten auf die Frage gefunden werden, warum Handwerker für ihre Dienste einen doppelt so hohen Stundenlohn auf dem Markt fordern und erhalten können wie Pflegekräfte. Ist die Pflege von Menschen an Menschen nur 50% davon wert? Diese und andere Punkte trug Herr Born persönlich vor. Beide Herren nahmen sich der Sichtweise und Argumentation an und versicherten, sich damit auseinander zu setzen.

Wir sind gespannt. Herr Laumann, es gibt noch sehr viel zu tun!