Unterstützung für pflegende Kinder und Jugendliche

Aktuelle Befragungen zeigen, dass rund 6 Prozent der 10- bis 18-jährigen Kinder und Jugendlichen in der Pflege eines Angehörigen aktiv sind. Das bedeutet, dass schon in einer Klasse mit 20 Kindern im Schnitt mindestens eins in der Pflege aktiv ist.

Pflege ist für viele Erwachsene anstrengend oder belastend – wir haben uns im letzten Monat mit Depressionen als Folge für Pflegekräfte beschäftigt. Auch sonst fühlen sich viele pflegende Angehörige sehr belastet. Für Kinder und Jugendliche ist diese Belastung wesentlich größer, zumal sie aktuell noch keine angemessene Unterstützung erfahren.

Dass Kinder und Jugendliche pflegen, ist Normalität

Die aktuellen Zahlen von 6,1 % der Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren, die in der Pflege aktiv sind, basieren auf einer Umfrage unter Gymnasiasten aus den Jahren 2015 bis 2017. Hier wurden die Kinder direkt dazu befragt, wie sie in die Pflege in der Familie eingebunden sind.

Diese Zahl ist recht groß – zum Vergleich: Auch schwarze Haare haben rund 6 % der Menschen in Deutschland.

Zu große Aufgaben für junge Menschen

Die Aufgaben der Kinder und Jugendlichen reichen von Hilfsleistungen im Haushalt bis zur Körper- und Intimpflege. Hier hört die Normalität auf. Denn Kinder dürfen und sollen zwar in Familien alltägliche Mithilfe leisten – je nach Alter beim Einkauf, Putzen oder Waschen helfen -, aber müssen keine pflegerischen Aufgaben übernehmen.

Die Belastung ist wie bei Erwachsenen einerseits körperlich und andererseits seelisch. Sie kann aber gerade bei jungen Menschen sehr schnell zu groß werden. Wer pflegt, trägt viel Verantwortung für einen anderen Menschen. Mit dieser Anforderung umzugehen, muss man lernen. Nicht umsonst dauert die Ausbildung zur Pflegekraft Jahre und nicht bloß ein paar Wochen.

Und Kinder (und auch Jugendliche) hatten schlicht noch keine Zeit in ihrem Leben zu lernen, mit besonderen Belastungen umzugehen. Sie sollten stattdessen Zeit haben, sich zu entwickeln: Spielen, Lernen, Freunde treffen.

Kinder und Jugendliche müssen nicht pflegen

Keine Familie sollte auf die Hilfe von Kindern oder Jugendlichen in der Pflege angewiesen sein. Diese Aufgaben können von Erwachsenen übernommen werden: Entweder anderen Familienmitgliedern oder einem Pflegedienst.

Viele Familien schrecken aber davor zurück, sich Hilfe zu suchen. Sie erwähnen nicht, wie viel Unterstützung durch Kinder oder Jugendliche geleistet wird. Die Kinder oder Jugendlichen selbst werden oft gar nicht gehört – sie sind bei Gesprächen mit dem Arzt oder Pflegedienst nicht dabei. Und Erwachsene schämen sich manchmal, weil sie viele Aufgaben an die Kinder abgeben müssen. In einigen Fällen haben Familien auch Angst, dass sie auseinandergerissen werden, wenn sie zugeben, dass die Kinder bisher viele Aufgaben in der Pflege übernommen haben.

Hilfe für pflegende Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche, die ein Elternteil oder andere Angehörige oder Freunde der Familie pflegen, sollen nicht aus ihrer Beziehung zur pflegebedürftigen Person gerissen werden. Die Zeit mit einem kranken Angehörigen ist ihnen oft selbst wichtig und sie möchten sich „nützlich“ fühlen.

Deswegen sollte niemand einfach in das Familienleben einfallen und die Aufgaben übernehmen. Wir dürfen auch nicht die Betroffenen ohne Frage aus der Pflege werfen.

Stattdessen sollten verschiedene Gruppen ein Auge auf die Pflege haben und bei Bedarf ein Gespräch beginnen. Lehrer, die bemerken, dass ihre Schüler oft müde sind, immerzu besorgt wirken oder sich nicht an sozialen Aktivitäten beteiligen, können ihre Schüler an Beratungsangebote vermitteln. Familien können sich auch direkt an Beratungsstellen wenden – leider gibt es noch nicht überall spezialisierte Ansprechpartner. Aber oft können Pflegedienste ganz praktisch und pragmatisch helfen, weil sie wissen, wie mehr Pflegeaufgaben durch Erwachsene übernommen werden können.

Auch für uns als Anbieter von Pflege gilt gerade in Familien mit Kindern: Wir müssen ein Auge darauf haben, wer überlastet ist und wen die Pflege besonders strapaziert. Gerade wenn das Kinder sind, müssen wir allen in der Familie Beratung und auch mehr Unterstützung bei der Pflege anbieten. Dabei geht es nicht um Verkaufsgespräche, um mehr Pflege „zu verkaufen“. Es geht darum, dass jeder Patient und alle Angehörigen wissen sollten, welche Unterstützung sie haben könnten.

Wenn Sie Beratung möchten und nicht wissen, an welche Beratungsstelle Sie sich wenden könnten, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns hier oder über Facebook. Dann sprechen wir mit Ihnen darüber, welche Pflegeaufgaben wir in Ihrer Familie übernehmen können.

Zusatzrente für pflegende Angehörige: Wissenswertes für mehr Geld

Pflegende Angehörige können zusätzliche Ansprüche für ihre eigene Rente aufbauen. Das ist wertvolles Wissen für die vielen Menschen, die ganz oder teilweise die Pflege von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn übernehmen. Denn anders als in anderen Fällen gelten hier nicht so scharfe Grenzen zur Beziehung zwischen Pflegepersonen und Patienten.

Pflegende Angehörige können höhere Rentenansprüche aufbauen

Wer regelmäßig relativ viel Zeit mit der Pflege einer Person verbringt und nebenbei nicht Vollzeit arbeitet, kann Rentenansprüche erwerben.

Einerseits in Form von „Wartezeit“, also Jahren, die als Arbeitszeit gelten. So können auch Menschen, die vorübergehend ihre normale Arbeit aussetzen, um ein Familienmitglied zu pflegen, weiter Rentenansprüche sammeln. Wer früher ein Jahr bei der Arbeit pausiert hat, um ein Familienmitglied zu pflegen, das durch Unfall, Krankheit oder Alter pflegebedürftig geworden ist, hat dieses Jahr für seine Rentenansprüche verloren – statt mit 65 konnte die Person also erst mit 66 volle Altersrente bekommen. Jetzt zählt die Pflegezeit wie Arbeitszeit.

Der zweite Bonus ist ein kleiner Beitrag zur Altersrente: Je nach Pflegegrad wird angenommen, dass die Pflege einer Tätigkeit mit einer Entlohnung von 562,28 bis 2 975 Euro entspricht, und die pflegende Person verdient die entsprechenden Rentenbezüge. Je höher der Pflegegrad, desto höher die Ansprüche. Am meisten gibt es, wenn die pflegende Person die Pflege allein übernimmt.

Die Voraussetzungen für Rentenansprüche für Pflegende

Pflegende, die die Zuschüsse „verdienen“ möchten, müssen einige Voraussetzungen erfüllen. Die beziehen sich teilweise auf sie selbst, teilweise auf den Patienten oder die Patientin.

  • Die pflegebedürftige Person hat mindestens Pflegerad 2 und deswegen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung.
  • Die pflegebedürftige Person darf von einem Pflegedienst oder rein privat gepflegt werden – das hat nur Auswirkungen auf die Höhe der Ansprüche.
  • Die pflegende Person ist nicht beruflich, erwerbsmäßig mit der Pflege der pflegebedürftigen Person beschäftigt. (Pflegekräfte dürfen aber außerhalb ihrer Tätigkeit „ehrenamtlich“ (also ohne Bezahlung) eigene Freunde, Familie oder Nachbarn pflegen)
  • Die Pflege umfasst mindestens 10 Stunden pro Woche in häuslicher Umgebung.
  • Sie passiert an mindestens zwei Tagen in der Woche.
  • Die Pflege dauert mindestens 2 Monate im Jahr.
  • Die Pflegende Person arbeitet in ihrem Beruf maximal 30 Stunden in der Woche.
  • Die Pflegende Person lebt in Deutschland, in der EU oder in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz.

Ausnahmen von der Rentenversicherung

Es gibt auch freiwillige Pflegende, die die Regelung nicht in Anspruch nehmen können. Das sind insbesondere Kinder unter 15 Jahren (sie können noch nicht arbeiten, also können sie die Pflege auch nicht auf Kosten ihrer Arbeitszeit ausüben). Außerdem alle, die die freiwillige Pflege im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres, des Bundesfreiwilligendienstes oder wegen einer Ordenszugehörigkeit ausüben – hier gelten andere Regelungen.

Eine weitere Gruppe, die grundsätzlich von der Regelung ausgenommen wäre, sind Pensionäre und Rentner, die selbst bereits die volle Altersrente beziehen. Auch sie sind von der Regelung ausgenommen, weil sie keine Arbeitszeit haben, von der die Pflegezeit abgeht.

Es gibt aber auch für Rentner die Möglichkeit, von der Pflege während der Rente zu profitieren und weitere Ansprüche zu sammeln – dazu mehr in zwei Wochen!

Der Weg zur Zusatzrente

Die Anrechnung der Ansprüche funktioniert fast automatisch – es genügt, sich bei der Pflegekasse zu melden. Weitere Fragen beantwortet auch die Rentenversicherung unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1000 4800.

Wenn Sie bei der Pflege Hilfe benötigen, planen wir mit Ihnen gemeinsam auch gern, wie Sie die Pflege am besten gestalten. Wie viele Stunden pro Woche können und wollen Sie pflegen? Was möchten Sie dabei tun und welche Aufgaben können Sie uns überlassen?

Egal, ob wir schon für Sie tätig sind, oder Sie gerade noch nach einem Pflegedienst suchen: Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir finden mit Ihnen die beste Lösung für Sie!

 

Depression durch Überlastung – pflegende Angehörige sind oft überfordert

Die Pflege der eigenen Angehörigen ist nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch eine außerordentliche Belastung für pflegende Angehörige. Von den rund 3,3 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden weniger als ein Viertel stationär gepflegt. Und über 90 % der ambulant betreuten Pflegefälle werden – teilweise oder ausschließlich – vom größten „Pflegedienst“ der Nation versorgt: den eigenen Angehörigen.

Eine Situation, die das Leben der Angehörigen oft auf dramatische Art und Weise schlagartig verändert. Zum einen durch die enorme körperliche Belastung, zum anderen auf der seelischen Ebene: durch großen psychischen Druck, radikale Veränderung des Alltagslebens und fehlender Unterstützung in der Pflegesituation. Die Folge ist oft ein Burn-Out oder Depressionen.

 

Weniger Selbstbestimmung im Alltag

Wird plötzlich oder schleichend ein Familienmitglied pflegebedürftig, ändert sich für die pflegenden Angehörigen viel. In besonders extremen Fällen bestimmt die Pflege bei den Angehörigen „das ganze Leben“.
Während Angehörige durch die emotionale Bindung zur pflegebedürftigen Person auf der einen Seite besonders hingebungsvolle Pflege verüben, leidet der Job und das Familienleben unter dem Zeitmangel.

Viele müssen ihre Arbeit reduzieren oder sogar ganz aufgeben, nur etwa 20 % der pflegenden Angehörigen arbeitet zusätzlich noch in Vollzeit. Denn rund die Hälfte der pflegenden Angehörigen investiert mehr als zwölf Stunden am Tag in die Pflege.

 

Depression rechtzeitig erkennen

Weltweit leiden rund 350 Millionen Menschen an Depressionen – und pflegende Angehörige werden etwa um zehn Prozent häufiger wegen psychischer Leiden behandelt als die übliche Bevölkerung. Der schleichende Beginn einer Depression wird von ihnen oft nicht bemerkt, da meist der Patient im Mittelpunkt steht und weniger der Pflegende.

Meist empfinden Angehörige die Zeichen der Depression als „Nebenwirkung“ der Gesamtsituation. Schließlich leiden sie „aus gutem Grund“ an Schlafmangel, fühlen starken Druck und leiden an Überforderung. Die Folgen, Müdigkeit, Hoffnungslosigkeit oder Traurigkeit, scheinen nicht wie eine „Krankheit“, sondern die passenden Gefühle zur Situation. Das sind sie auch.

Eine Depression ist keine „verrückte“ oder absurde Reaktion auf eine belastende Situation. Genausowenig ist eine Erkältung eine „verrückte“ Reaktion auf Kälte, Bakterien und Stress.

Depression oder „nur Stress“?

Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob eine Situation noch „nur Stress“ oder schon Depressionen auslöst. Die Betroffenen sind in einer belastenden Situation. Sie sehen „per Definition“ nicht unbedingt klar.

Ein erstes Kriterium ist Zeit: Wer für eine Woche besonders gestresst ist und sich danach wieder erholt, hat eher „nur“ Stress erlebt. Die Erholung ist wichtig und notwendig. Eine Depression ist meist längerfristig und Erholung scheint kaum noch zu helfen. Selbst wenn Betroffene einige Tage auf der Couch liegen oder durchschlafen können, fühlen sie sich dadurch nicht erholter oder besser.

Oft erkennen andere die Anzeichen eher. Denn viele depressive Menschen „verlernen das Lachen“ oder wirken dabei freudlos. Oder auch ständig unruhig aber ziellos. Viele Betroffene unternehmen erst dann etwas, wenn sie durch die Menschen in ihrem Umfeld aktiv auf Veränderungen und die möglichen Zusammenhänge zu einer Depression aufmerksam gemacht werden.

Hilfsangebote durch Pflegekurse

So mahnte die Präsidentin des deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Professor Christel Bienstein, in einer Stellungnahme zum aktuellen Pflegereport mehr Entlastung und Unterstützung für pflegende Angehörige an. Auch Krankenkassen zeigen sich engagiert. So bietet die DAK neuerdings einen kostenlosen online-Pflegekurs an, um es den Angehörigen im hektischen Alltag einfacher zu gestalten, an Unterstützung zu gelangen.

In Zukunft sollen außerdem überflüssige bürokratische Hürden verringert werden, um Angehörige frühzeitig zu entlasten.

Dabei soll die Last der Pflege weiterhin voll auf den Schultern der Angehörigen bleiben?

Über sieben Prozent der pflegenden Angehörigen denken darüber nach, die Pflege einzustellen. Weitere sechs Prozent wollen nur bei Erhalt zusätzlicher Unterstützung weiter pflegen. Auf der anderen Seite greifen aktuell nur die wenigsten auf existierende Hilfsangebote, wie z.B. kostenlose Pflegekurse, zurück. Maßgeblich, weil ihnen die Zeit dazu fehlt. In den meisten Fällen kümmern sich die pflegenden Angehörigen daher erst dann um Entlastungsmöglichkeiten, wenn es ihnen selbst durch die psychische Belastung bereits schlecht geht.

 

Echte Hilfe bei der Pflege

Alle Angehörigen können bei der Pflege echte Hilfe in Anspruch nehmen. Pflegedienste „übernehmen“ nicht einfach die gesamte Pflege.

Wir besprechen mit Ihnen genau, welche Aufgaben Sie gern abgeben möchten und welche Sie weiterhin selbst übernehmen können. Und wir sind flexibel: Bevor Sie richtig krank werden, können Sie die eigene Pflege auch für einige Wochen auf ein Minimum reduzieren. Wenn Sie erholt sind und Zeit hatten, die Pflege neu zu überdenken, können Sie wieder mehr Aufgaben übernehmen.

Pflege zuhause bei Demenz

Die Pflege zuhause ist nicht nur für viele Menschen ein wichtiges Anliegen, die ihre Angehörigen zuhause pflegen möchten. Sie ist auch ein großes Thema für die Politik, die in häuslicher Pflege einen wichtigen Lösungsansatz für die möglichen Probleme durch den demographischen Wandel sieht.

Wenn der Mensch, der auf Pflege angewiesen ist, zusätzlich dement ist oder es langsam wird, dann bedeutet das auch für Angehörige und Pflegekräfte eine zusätzliche Herausforderung. Demente Menschen erleben enorme Schwierigkeiten in ihrem Alltag und es ist für andere psychisch und physisch nicht leicht, damit umzugehen.

Was Pflege bei Demenz bedeutet

Die Pflege zuhause für demenzkranke Patienten bedeutet, dass sie länger ihre emotionalen und sozialen Beziehungen in gewohnter Weise aufrecht erhalten können. Sie bleiben in vertrauter Umgebung und haben vertraute Bezugspersonen – das hilft.

Gleichzeitig ist das perfide an Demenz gerade auch das Vergessen: Auch jemand, der sein ganzes Leben in Dortmund verbracht hat und vielleicht die letzten 50 Jahre sogar in ein und der selben Wohnung gelebt hat, vergisst vielleicht mal den Weg nach Hause. Das kann gefährlich sein, aber es ist vor allem auch erschreckend und für viele Patienten peinlich.

Deswegen wird oft auch die Pflege zu einem Navigations-Kunststück. Viele Patienten mit Demenz haben wegen ihrer Gedächtnislücken Angst und werden wütend – auf die Krankheit, auf sich selbst und auf Bezugspersonen. Es wird schwierig, Probleme oder Hilfsbedürftigkeit anzusprechen, wenn jemand nicht zugeben möchte, dass er immer mehr Fehler macht.

Das ist gerade für Angehörige zuhause anstrengend. Sie sollten sich deswegen früh mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigen, sich von einem Pflegedienst unterstützen zu lassen.

Demenz früh erkennen und bei der Pflege berücksichtigen

Häufig erkennt man eine beginnende Demenz an bestimmten Symptomen, die als Vorzeichen gelten. Dabei gibt es natürlich Unterschiede – eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit beispielsweise kann auch bei Patienten auftreten, die starke Schmerzen haben.

Trotzdem bemerken pflegende Angehörige die ersten Zeichen einer Demenz meist als erstes. Sie haben viel mit dem Patienten zu tun und erkennen, wenn sich beispielsweise die Persönlichkeit einer geliebten Person verändert.

Ist diese Veränderung stark oder wird sie von starken Stimmungsschwankungen oder Teilnahmslosigkeit begleitet, sollten pflegende Angehörige unbedingt mit einem Arzt sprechen.

Ein anderes, meist von Demenz betroffenes Feld ist die Erinnerung der Patienten: Sie verlieren alltägliche Gegenstände (angefangen bei normaler „Schussligkeit“), vergessen dann Namen, Verabredungen oder sogar Personen und ihre Gesichter. Manchmal überschneiden sich alte und neue Erinnerungen und Patienten glauben sich in ihrer Lebenswelt als Kind.

Ein letzter wichtiger Bereich ist die kognitive Leistungsfähigkeit: Einfache Rechenaufgaben, aber auch Sprach- und Stimmverarbeitung bereiten den Patienten Schwierigkeiten.

Pflege für an Demenz erkrankte Menschen

Wer einen Angehörigen pflegt, bringt immer viel Zeit und Mühe für diese Aufgabe auf. Demenzerkrankungen stellen aber an alle Beteiligten zusätzliche Anforderungen. Beispielsweise weil Patienten wichtige Gegenstände „verstecken“ – sie legen sie beiseite und wissen dann nicht mehr wohin. Oder weil sie wütend reagieren, wenn man Probleme anspricht. Im fortgeschrittenen Stadium „wissen“ sie manchmal gar nicht mehr, dass sie etwas nicht alleine können. Einige Patienten beschimpfen auch diejenigen, die ihnen helfen wollen.

Bei der Pflege von an Demenz erkrankten Menschen ist vor allem viel Geduld gefragt. Einerseits, weil man häufig Dinge immer wieder wiederholen muss oder sich auch darauf einstellen muss, den immer gleichen „Fehler“ neu zu beheben. Andererseits, weil es von Seiten der Patienten nicht viel Einsichtsvermögen gibt. Gerade deswegen zermürbt die Pflege häufig Angehörige, die sich der Aufgabe angenommen haben.

Angehörige halten diese Belastung oft viel länger als nötig alleine aus.

Hilfe bei der Pflege von demenzkranken Patienten zuhause

Als Angehöriger können Sie sich jederzeit an uns wenden, um zu erfahren, wie wir Sie bei der Pflege unterstützen können. Egal, ob mit Demenz oder ohne, dauerhaft oder zur Vertretung. Oder auch, wenn Sie gern einfach noch jemanden hätten, der regelmäßig mit dem Patienten zu tun hat und Ihre Eindrücke bestätigen kann.

Kontaktieren Sie uns einfach über unser Kontaktformular oder gleich telefonisch unter 0231 555 78 40.

Zuhause pflegen: Pausen einbauen

Wer Angehörige, Partner oder Freunde zuhause pflegt, übernimmt viel Verantwortung und anspruchsvolle Aufgaben. Pausen sind bei der Pflege zuhause wichtig und sollten immer im Pflegealltag eingebaut werden.

Dieser Artikel ist eine kleine Erinnerung an alle pflegenden Angehörigen, regelmäßig kleine oder größere Pausen einzubauen.

Vor allem, wenn Sie jemanden pflegen, mit dem Sie zusammenleben, kann die Pflege auch mal zu einer 24-Stunden-Aufgabe werden. Gefühlt ist man selbst im Schlaf ständig verfügbar und wartet nur auf den nächsten „Notfall“.

So angespannt „funktionieren“ Sie nicht nur irgendwann nicht mehr – viel früher schon fühlen Sie sich einfach nicht mehr gut. Bauen Sie Pausen unterschiedlicher Größe ein und achten Sie auf sich und Ihre Bedürfnisse.

Die 5-Minuten-Pause: Ruhe zwischendurch

Eine kleine 5-Minuten-Pause kann manchmal Wunder bewirken. Wenn Sie bewusst für fünf Minuten alle Pflege-Verantwortung ausblenden können, entspannt Sie das häufig für den ganzen Tag.

Je nachdem, wie es Ihrem „Patienten“ geht, kann natürlich auch so eine winzige Pause schon eine Herausforderung darstellen.

Wenn möglich, nutzen Sie aber bewusst kleine Pausenmöglichkeiten auch für sich. Viele Pflegende Angehörige versuchen, zum Beispiel während einer Schlafpause oder Fernsehstunde viel zu erledigen: Abwasch, Wäsche, Putzen, Telefonate, Briefe, Formulare, … – es gibt immer viel zu tun. Fünf Minuten Ruhe machen die übrigen Aufgaben leichter, also legen Sie die Pause in diese Zeit.

Wenn Sie zuhause pflegen und das Gefühl haben, da keine Ruhe zu finden – vielleicht ruft gleich jemand, vielleicht geht das Telefon -, bauen Sie Pausen unterwegs ein: Setzen Sie sich auf dem Rückweg vom Einkaufen einige Minuten auf eine Parkbank. Gehen Sie für ein paar Minuten spazieren.

Wenn Sie nicht mehr das Gefühl haben, für auch nur fünf Minuten verzichtbar zu sein und ständig auf Abruf bleiben müssen, sollten Sie sich Unterstützung von anderen holen. Die Pflege zuhause ist zwar immer viel Arbeit, aber sie sollte kein 24-Stunden-Job sein. Wenn Sie die Pflegeaufgaben selbst nicht anderen überlassen möchten, können Sie auch Unterstützung im Haushalt bekommen. Rufen Sie uns an und wir sprechen mit Ihnen unverbindlich darüber, wie wir helfen können.

Ein paar Stunden unterwegs: Kleine Oasen im Alltag

Einmal ausführlich einkaufen, ein paar Stunden spazieren gehen, ein Kaffee mit einer Freundin oder ein Theater- oder Kinobesuch – solche kleinen Ausflüge sind für pflegende Angehörige manchmal mit sehr viel Organisationsaufwand verbunden.

Sie sollten sich diese Unternehmungen aber trotzdem gönnen! Für die Zeit, in der Sie nicht verfügbar sind, gibt es das Angebot der Verhinderungspflege.

Auch wenn Sie regelmäßig Unterstützung von einem Pflegedienst bekommen, können Sie so zusätzliche Hilfe von jemandem bekommen, der während Ihrer Abwesenheit zu Ihnen nach Hause kommt und die Pflege für ein paar Stunden übernimmt.

Dadurch ist weiterhin Raum für Ausflüge, Unternehmungen oder einfach kleine Ruhepausen.

Kurztrips oder Urlaub

Auch längere Pausen sind nicht nur okay – sie sind gut für pflegebedürftige Patienten und ihre Angehörigen. Beide können in den Urlaub fahren und entspannter zurückkommen – das tut allen gut!

Viele Patienten haben sogar ein schlechtes Gewissen, weil sie das Gefühl haben, ihre Angehörigen vom Urlaub abzuhalten. Andersrum sorgen sich pflegende Angehörige, wie ihre Partner, Freunde oder Familienmitglieder im Urlaub zuhause gepflegt werden können.

In dieser Zeit können Sie über die Pflegekassen Pflege beantragen: Die schon angesprochene Verhinderungspflege, während der ein Pflegedienst die Pflege zuhause übernimmt. Oder eine Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung, die pflegebedürftige Menschen für einige Tage oder Wochen besuchen können.

Auszeit von der Pflege gesucht?

Wenn Sie Pause machen möchten oder das Gefühl haben, sie sollten dringend Pause machen, kontaktieren Sie uns gern.

Vielleicht hilft Ihnen Unterstützung im Haushalt mehr als Hilfe bei der Grundpflege, vielleicht ist dauerhafte Hilfe bei der Pflege für Sie das Richtige oder eine geplante Auszeit durch Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege.

Wenn Sie uns eine E-Mail schreiben oder anrufen, helfen wir Ihnen, das passende Angebot für Sie zu finden.

Urlaub trotz Pflege? Kein Problem

Pflege und Urlaub – das kann für alle Beteiligten schwierig sein. Patienten, Angehörige und auch die Pflegekräfte sehen oft den Weg zu einem richtigen Urlaub nicht vor sich.

Dabei gibt es für jeden die Chance auf Urlaub. Wichtig ist ein guter und verlässlicher Pflegedienst als Kooperationspartner. Solche Pflegedienste finden im Born Gesundheitsnetzwerk ihren Platz und wir können deswegen – mit Vorsprung auf die Sommerferien – einige Möglichkeiten für Urlaub präsentieren.

Urlaub für Patienten: Mit Pflegestufe verreisen

Wer eine Pflegestufe hat, ist auf tägliche Unterstützung angewiesen. Das scheint erst mal der Urlaubsreise komplett zu wiedersprechen: Man kann ja schlecht den Pflegedienst mit in den Urlaub nehmen?!

Doch! Wir fahren auch mit unseren Patienten und ihren Familien in den Urlaub. Entweder als Team mit einzelnen Patienten, als Begleitung für eine Familie mit intensivpflegebedürftigen Mitgliedern oder mit einer Gruppe von Patienten, die gemeinsam Urlaub machen können. Und es sind bei Weitem nicht nur Tagesausflüge oder Städtetrips möglich: Wir waren schon am Meer und in den Bergen.

Solche Ausflüge sind möglich, weil wir tolle Mitarbeiter haben, die vollen Einsatz zeigen. Außerdem übernehmen die Krankenkasse die Kosten für die Pflege auch unterwegs. Und wir haben mittlerweile Übung in der Organisation vom „Drumherum“ – das macht es leichter. Sprechen Sie uns an, wenn Sie mit einem pflegebedürftigen Menschen in den Urlaub fahren möchten oder für einen Angehörigen eine Urlaubsreise organisieren möchten.

Urlaub für Angehörige: Auszeit von der Pflege

Auch wer andere pflegt, braucht mal eine Auszeit oder will einfach Urlaub machen. Das geht wie er wähnt mit der pflegebedürftigen Person, aber auch alleine und unabhängig.

In der Zwischenzeit wird der Pflegebedarf zuhause dann durch den Pflegedienst gedeckt. Das gilt für Familien, die sonst keinen Pflegedienst beauftragen, aber auch Patienten, die durch zusätzliche Termine oder Leistungen in der Zeit den Mehrbedarf ausgleichen.

Für die Pflege während des Urlaubs gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und Modelle – Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege und Ergänzungsangebote. Wenn Sie gerne in den Urlaub fahren möchten und sicherstellen wollen, dass ein pflegebedürftiger Angehöriger in der Zeit gut versorgt ist, rufen Sie uns an.

Urlaub für Pflegekräfte: Wirklich frei haben

In einem aktuellen Kurzfilm zum Notstand in der Pflege, den wir auch auf Facebook geteilt haben, geht es auch darum, wie viele Pflegekräfte „immer flexibel“ und „immer auf Abruf“ sein müssen. Auch wenn vermutlich die meisten Pflegedienste vermeiden, ihre Kollegin ausgerechnet vor dem Traualtar anzurufen, haben gerade kleine Pflegedienste durch fehlendes Personal oft keine andere Wahl.

Bei uns kann sich jeder auf viele Kollegen und Kolleginnen verlassen, sodass wirklich gilt: frei ist frei.

Das passt auch für den Urlaub: Wenn Urlaub ist, dann ist frei. Und mit den Jahren im Team wächst sogar der Urlaubsanspruch: Immer um einen Tag.

Wenn Sie Lust haben, unter den Bedingungen vor oder nach Ihrem nächsten Urlaub in unserem Team einzusteigen, melden Sie sich!

Pflegekräfte und Angehörige: Mit Vorwürfen umgehen

Pflegekräfte sind in Familien zu Besuch oder betreuen Patienten rund um die Uhr in einer unserer Patienten-WGs. Angehörige reagieren mit vielen unterschiedlichen Gefühlen auf die Situation, die Umgebung und die Anforderungen. Sehr oft sehen wir: Wut. Die sich beispielsweise im Meckern über eine Situation äußert, in Vorwürfen oder sogar in Beschwerden.

Nicht immer fühlen sich diese Vorwürfe tatsächlich gerechtfertigt an – und nicht immer sind sie es. Oft ist das Problem wesentlich kleiner als die enorme Wut-Menge, die uns entgegenschwappt. Woher kommt Wut und wie gehen wir damit um?

Kritik an Pflegekräften

Wer in der Pflege arbeitet, hat garantiert schon mal Kritik abbekommen. Von Kollegen oder Patienten und vor allem von Angehörigen. Manchmal ist die Kritik gerechtfertigt, manchmal nicht. Sehr oft ist sie viel heftiger und lauter, als der Anlass eigentlich auslösen „sollte“. Wie kommt das?

Bei Angehörigen mischt sich oft viel „Wut“ in die Kritik.

  • Aus der berechtigten Frage „Wann kommen Sie vorbei?“ wird dann plötzlich „Sind Sie eigentlich auch mal pünktlich?“.
  • Statt „Haben Sie die Medikamente schon vorbereitet?“ hört man „Wieso haben Sie die Medikamente verschlampt?“.
  • Auch berechtigte Kritik („Ich hatte letzte Woche eine schriftliche Aufstellung der Leistungen gebeten. Die fehlt noch!“) wird schnell zu heftigen Vorwürfen („Sie wollen uns doch nur ausnehmen!“).

Der Ton macht die Musik. Gleichzeitig ist die Formulierung der Vorwürfe oft ziemlich verwirrend oder irreführend: Der Angehörige will ja nicht wirklich über betrügerische Absichten des Pflegediensts reden, sondern einfach nur die Auflistung, die noch fehlt. Das zu raten ist aber oft extrem schwierig.

Wieso Angehörige wütend werden

Wut wirft unseren Verteidigungs- und Angriffsmechanismus an. Meistens gehen wir von „Verteidigung“ zu „Angriff“ über, ohne es so richtig zu merken. Sicherer ist die Position allemal. Wieso also Verteidigung? In den seltensten Fällen hat die Pflegekraft oder der Pflegedienst ja wohl „angegriffen“.

Wir verteidigen uns aber auch, wenn wir uns hilflos fühlen. Viele Angehörige möchten den Patienten natürlich gerne selbst helfen – es sind immerhin ihre geliebten Partner, Eltern, Freunde oder Kinder! –, und fühlen sich nutzlos oder hilflos, weil sie das nicht können.

Einen Pflegedienst im Haus zu haben, bedeutet immer, etwas Kontrolle abzugeben. So sehr wir auch versuchen, rücksichtsvolle Gäste zu sein, sind wir immer „Fremde“. Zum Ausgleich möchten sie wenigstens alles kontrollieren, was sie beeinflussen können: Wann und wie passieren Dinge?

Hilflosigkeit und Kontrollverluste führen zu Angst – vor der man sich verteidigen möchte.

Ein dritter häufiger Grund ist Trauer um eine gesunde Partnerin, ein Elternteil, das früher alles selbst geschafft hat oder einen Freund, der nicht mehr so fit ist, dass er an allem teilnehmen kann. Die Anwesenheit des Pflegediensts macht deutlich, dass eben nicht mehr alles so ist, wie es mal war. Der Pflegedienst ist zwar eigentlich die Lösung eines Problems, aber das Problem ist nicht angreifbar oder lösbar. Traurigkeit wird oft zu Wut.

Zuletzt kann es natürlich immer sein, dass die Wut des Angehörigen schlicht aufgebaut wurde, weil es in letzter Zeit mehrere Fehler gab. Das kann passieren – jeder macht Fehler und selbst wenn es eigentlich kein großes Problem gibt, können die sich zufällig alle bei einem Patienten häufen.

Wie man wütenden Angehörigen begegnen kann

Den unterschiedlichen Formen von Wut kann man unterschiedlich begegnen.

Wenn man als Pflegekraft einen Fehler gemacht hat, dann sollte man den immer eingestehen. Es ist nicht nur unhöflich, sondern herabwürdigend, in so einer Situation die berechtigte Wut als Hilflosigkeit oder Angst vor einem Kontrollverlust abzutun. Deswegen lohnt es sich immer, erst einmal kurz zu überlegen, ob tatsächlich etwas schiefgelaufen ist. Wer sich ehrlich für Fehler entschuldigt, nimmt einem wütenden Angriff viel Wind aus den Segeln.

Die anderen Motive können dann immer noch mitspielen.

Hilflosen Angehörige und solchen, die sich schwer damit tun, Kontrolle abzugeben, kann man oft mit Informationen helfen. Wer versteht, was passiert, hat weniger Angst. Und auch wenn wir als Pflegeexperten „Profis“ in unserem Job sind, sollten wir als Gäste immer erklären, warum wir etwas tun. Statt „Ich habe die Medikamente nur an einen besseren Ort geräumt“: „Wir haben die Medikamente in diesen Schrank geräumt, damit sie nicht in der Sonne liegen.“ Vorab vermeiden kann man die Gefühle, indem man die Erklärungen auch schon vor der ersten Nachfrage gibt – im Zweifel als höfliche Frage formuliert („Mir ist aufgefallen, dass die Medikamente hier in der Sonne liegen. Ist in diesem Schrank vielleicht Platz für sie?“).

Gegen Trauer um alte Möglichkeiten können wir nicht viel tun – das ist auch nicht unsere Aufgabe. Wir können aber Hilfen anbieten: Eine Familie ermutigen, gemeinsam spazieren zu gehen, auch wenn jemand langsamer geworden ist. Hilfsmittel erwähnen, die alte Tätigkeiten leichter machen (zum Beispiel Kartenhalter zum Skat spielen). Oder Alternativen vorschlagen: Wer nicht mehr im Garten arbeiten kann, kann Pflanzen im Balkonkasten pflegen.

Hilfe bei ständigen Problemen

Wenn die Kritik sehr häufig kommt und sich immer wieder auf beliebige Dinge konzentriert, kann es Zeit sein, das zugrunde liegende Problem zu lösen. Vielleicht gibt es einen ungelösten Konflikt in der Vergangenheit, vielleicht gibt es auch Sorgen um formale Aspekte (Rechnungen, Krankenkassenleistungen, …) und so weiter.

Mitarbeiter im Born Gesundheitsnetzwerk können an Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen teilnehmen. Einige davon beziehen sich auf die familienzentrierte Pflege. Inhalt ist auch der Umgang mit Konflikten.

Bei konkreten Problemen kann es helfen, sich mit anderen Pflegekräften auszutauschen oder mit Vorgesetzten zu sprechen: Vielleicht hilft ein vermittelndes Gespräch, vielleicht ein Tausch mit einer anderen Pflegekraft.

Menschen mit Demenz zu Hause pflegen

Alzheimer und andere Formen von Demenz sind sehr häufige Erkrankungen bei älteren Menschen. Sie sind im Alltag unterschiedlich spürbar und viele Menschen können und wollen in frühen und mittleren Stadien der Krankheiten zu Hause leben. Die vertraute Umgebung ist für viele Menschen nicht nur ein wichtiger Teil ihres Wohlbefindens. Sie hilft auch, weil es viele Erinnerungsstücke und Punkte gibt, durch die jemand zurückfinden kann, wenn er kurzfristig verwirrt ist.

Dabei unterstützen sie oft ihre Familien. Aber durch die Reform der Pflegedienste wird der geistigen Einschränkungen mehr Bedeutung eingeräumt und viele Familien schöpfen nicht alle Unterstützungsmöglichkeiten aus.

Auch wenn die Entscheidung zwischen Pflege zu Hause und in einem Heim schon gefallen ist, bleiben noch viele Fragen offen. Unsere Pflegedienste unterstützen Sie auf Ihrem Weg und bei allen Entscheidungen.

Demenz macht Angst

Für viele Patienten und ihre Angehörigen ist Alzheimer etwas Unheimliches. Plötzlich verschwinden Erinnerungen an Menschen oder sogar Bewegungsabläufe. Das Gehirn, auf das man sich immer verlassen konnte, lässt einen hängen. Viele Menschen versuchen, die ersten Symptome zu ignorieren oder zu vertuschen. Sie hoffen, dass es sich um normale Alterserscheinungen handelt, mit denen sie sich arrangieren werden.

Oft reagieren Patienten auch wütend, wenn ihre Angehörigen sie das erste Mal auf ihr nachlassendes Gedächtnis oder ihre Desorientierung ansprechen. Sie fürchten, Respekt zu verlieren oder nicht mehr ernst genommen zu werden, wenn sie die Schwächen eingestehen. Andererseits ist es für viele Familien und gerade Kinder manchmal sehr schwierig, mit den Gedächtnislücken einer geliebten Person umzugehen.

Es hilft, dass es mittlerweile für alle Beteiligten – Betroffene und Angehörige, Gesprächsgruppen und Beratungsstellen gibt. Hier kann man mit anderen Erlebnisse besprechen, Sorgen teilen und zum Beispiel sehen, dass andere Probleme bereits erlebt und bewältigt haben.

Pflege bei Demenz: Wir unterstützen Sie

Wir helfen auch gern, indem wir bei der Pflege an Ihrer Seite sind. Wir haben Erfahrung mit Patienten mit Demenzerkrankungen und können Ihnen Tipps dazu geben, wie Sie mit den Herausforderungen im Alltag umgehen können.

Unsere Mitarbeiter kennen sich auch in der Pflege von Demenzpatienten aus. In Dortmund, Kamen, Bergkamen und vielen umliegenden Städten betreuen wir Patienten mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen. Wir gehen nicht nur wegen eines Leitbildes, an das wir uns bei unserer Arbeit erinnern, sondern aus Gewohnheit und ganz selbstverständlich immer auf jeden einzelnen Patienten und seine Familie ein.

Wenn Sie Pflege für jemanden mit Demenz im Raum Dortmund, Kamen oder Bergkamen suchen, rufen Sie uns an. Wenn Sie weiter entfernt leben, können Sie uns auch ansprechen und wir sehen, wie wir Sie unterstützen können.

Und wir bieten auch Pflege im Urlaub für Demenzkranke Patienten und fahren mit Ihnen oder organisieren den Urlaub!

Tagespflege und Verhinderungspflege

Neben der täglichen, ambulanten Pflege für Demenzkranke gibt es weitere Möglichkeiten für Familien, die Pflege zu Hause mit ihren anderen Verpflichtungen und Wünschen zu verbinden. Wir unterstützen Sie beispielsweise täglich aber können mit Ihnen auch besondere Pflege zu bestimmten Terminen vereinbaren. Die sogenannte Verhinderungspflege springt ein, wenn Sie etwas vorhaben oder dringend zu einem Termin müssen. Dann kommen wir zum Beispiel nicht nur wie gewohnt vormittags, sondern bleiben am Abend für einige Stunden.

Wer tagsüber regelmäßig weg ist – zum Beispiel zur Arbeit oder, weil Kinder zur Schule gebracht und Einkäufe erledigt werden müssen – kann auch über Tagespflege nachdenken. Hier besuchen Patienten mit Demenz, die nicht gut den Tag allein Zuhause verbringen können, tagsüber eine Wohngruppe oder Pflegeeinrichtung. Nachmittags fahren sie nach Hause und nehmen abends wie bisher am Familienleben teil.

Wenn Sie Beratung zum Thema Pflege bei Demenz suchen oder direkt Pflege für Demenzkranke in Dortmund, Bergkamen und Umgebung möchten, rufen Sie uns an (0231-5557840) oder schreiben Sie uns.

Pflege zu Hause oder im Heim?

Bei der Entscheidung zwischen ambulanter Pflege und dem Umzug in ein Pflege- oder Altenheim spielen viele Faktoren eine Rolle.

Im Born Gesundheitsnetzwerk finden sich Pflegedienste mit unterschiedlichem Fokus:

  • Ambulante Pflege, die zum Beispiel der AuK anbietet. Auk steht für „Alten- und Krankenpflegedienst“ in Bergkamen und die meisten unserer Patienten sind ältere Menschen. Die können oft viel in ihrem Alltag selbst organisieren und tun, aber sie brauchen Unterstützung bei einigen Alltagshandlungen oder medizinische Versorgung. Ambulante Pflege ist eine Alternative zum Umzug in ein Heim.
  • Intensivpflege für Erwachsene. Die meisten von ihnen müssen rund um die Uhr beatmet werden oder bekommen eine andere Form von intensiver Unterstützung durch unsere Pflegedienste – wie die ipo –, sodass rund um die Uhr ein Mitarbeiter des Pflegediensts in der Wohnung anwesend ist.
  • Intensivpflege für Kinder, die zusätzlich zu ihren Eltern weitere Schutzengel zur Seite gestellt bekommen und zu Hause, im Kindergarten und in der Schule von PeggyBlue betreut werden.
  • Patienten, die in den Wohngruppen Intensivpflege bekommen und hier selbstbestimmt weiterleben.

Viele Patienten und ihre Familien haben zunächst die Entscheidung zwischen der Pflege zu Hause und der Pflege in einer Wohngruppe, einem Alten- oder einem Pflegeheim treffen müssen. Diese Entscheidung ist oft schwierig. Wir haben einige Aspekte gesammelt, die dabei helfen können.

Ambulante Pflege vs. Heim – Was bedeutet der Umzug?

Wenn die Frage ansteht: „Pflege im Heim oder zu Hause?“, ist zum Beispiel wichtig, was Pflege für Familien bedeutet. Die Ansprüche an Zeit, Emotionen und Geld sind oft hoch und jede Familie muss für sich entscheiden, welche Variante – die Pflege zu Hause oder im Heim – sie insgesamt weniger belastet. Dabei zählen natürlich die Wünsche des Patienten. Wo kann er oder sie am besten leben?

Die gewohnte Umgebung zu Hause ist für viele der wichtigste Aspekt einer Entscheidung für die Pflege zu Hause. Ein Umzug bedeutet vor allem eine Veränderung und vielleicht einen Abschied von einem gewohnten Leben. So eine Veränderung hat Nachteile – aber sie hat auch Vorteile. Manchmal ist ein Neuanfang etwas Gutes: Neue Dinge sind aufregend, wecken vielleicht neue Interessen und sind eine Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen.

Ein Heim hat außerdem den Vorteil, dass garantiert immer jemand da ist. Für Patienten, die größtenteils selbstständig leben, aber gelegentlich hinfallen oder akute Hilfe brauchen, kann das ein enormer Vorteil sein. Eine Rund-um-die-Uhr-Pflege zu Hause ist schwieriger einzurichten. Deswegen entscheiden sich oft auch Pflegebedürftige für einen Umzug, die in vielen Bereichen absolut fit sind. Hier kommt es sehr auf die richtige Wahl des Heims an: Gibt es viele Patienten, die noch ähnlich aktiv sind, bedeutet das all die Vorteile des letzten Abschnitts.

Irgendwann ist aber auch die Machbarkeit eines Unterfangens der entscheidende Faktor. Weniger technisch ausgedrückt: Nicht jeder Patient kann zu Hause gut gepflegt werden. Wenn die Wohnung nicht passt, nicht genug Raum ist oder auch andere Mitglieder der Familie pflegebedürftig sind, kann das Schwierigkeiten bedeuten. Schwierigkeiten, die unsere Experten für ambulante Pflege vielleicht mit Ihnen überwinden können.

Unterstützung auf dem Weg und bei der Entscheidung

Es beruhigt, Experten bei der Entscheidung an Ihrer Seite zu wissen. Auch wenn Sie die besten Experten für Ihre Familie und ihre Bedürfnisse sind, sind wir die besten Ansprechpartner bei der Entscheidung zwischen Pflegeheim und Pflege zu Hause.

Vielleicht kennen Sie noch nicht alle Optionen bei der Pflege zu Hause, vielleicht brauchen Sie eine gute Übersicht zur finanziellen Seite? Rufen Sie uns an und wir besprechen mit Ihnen persönlich Ihre nächsten Schrit

Familien und Pflege: Was Pflege für Familien bedeutet

Pflege ist ein Thema, das mehr als nur eine Person betrifft. Familien sind davon betroffen und neben der famlienzentrierten Pflege ist vor allem Wissen als Ressource für Angehörige und Pflegekräfte ein entscheidender Faktor.

Sie sollten wissen, dass Pflege auch für andere kein einfaches Thema ist und sie mit ihren Problemen nicht allein sind. Es gibt Experten für Pflege, die ihnen helfen können – auch wenn die Entscheidung letztlich immer bei den Familien selbst liegt.

Kein Patentrezept

Auch wenn wir als Experten für Pflege Tipps für viele Bereiche der Pflege haben, gibt es kein Patentrezept, dass wir allen Familien anbieten können. Einigen Patienten und Familien geht es am besten, wenn sie wissen, dass die sich Experten um alle Bereiche der Pflege kümmern. Andere Familien fühlen sich wohler, wenn sie möglichst viel selbst kontrollieren können.

Deswegen beginnen wir die Pflege auch mit einem Gespräch mit dem Patienten und seinen Angehörigen – natürlich dann, wenn dafür Zeit ist. Manchmal muss alles ganz schnell gehen und wir beginnen mit der Pflege und stimmen danach schrittweise Details mit Ihnen ab. Pflege ist neben vielem Anderen vor allem pragmatisch: Wenn wir gebraucht werden, sind wir da.

Die Entscheidung treffen Sie – und sie ist auch nicht immer endgültig. Wenn für Sie Rundum-Pflege zunächst die beste Lösung ist, um erst einmal Raum zum Nachdenken zu schaffen, können Sie später neu überlegen.

Wie Pflege Familien beeinflussen kann

 

  • Pflege benötigt Zeit – eine unserer wichtigsten Grundsätze für unsere Mitarbeiter. Auch Angehörige müssen mindestens die gleiche Zeit für die Pflege aufbringen und sind natürlich nicht so routiniert wie unsere Mitarbeiter. Ein wichtiger Aspekt der Entscheidung ist also Zeit: Haben Angehörige oder Freunde genug Zeit für die Pflege.
    Oder möchten Sie und Ihre Familie lieber ihre ganze gemeinsame Zeit mit anderen Dingen verbringen – Unterhaltungen, Erledigungen, Spiele oder einfach gemeinsamem Fernsehen? Keine Lösung ist allgemein besser als die andere! Es gibt nur gute Möglichkeiten für Sie und Ihre Angehörigen oder Freunde.
  • Pflege ist oft körperlich anstrengend – Viele Aufgaben sind anstrengend. Um einen Patienten im Bett umzudrehen braucht man Technik und Kraft. Um jemanden auf dem Weg irgendwohin zu stützten, braucht man Kraft. Selbst einen Rollstuhl zu schieben – auch wenn er sehr leichtgängig ist – kostet Kraft. Aber auch einfach viele Aufgaben immer wieder erledigen zu müssen, ist ermüdend. Es ist in Ordnung, dass nicht jeder diese Kraft hat.
  • Pflege ist auch emotional anstrengend – Das gilt für Pflegekräfte, die sich jeden Tag auf ihre Patienten einlassen und gleichzeitig Abstand halten müssen. Wenn ein Familienmitglied oder ein Freund pflegebedürftig wird, bedeutet das intensive Pflege einer Person, mit der man sich normalerweise auch mal streitet, deren Schmerz doppelt trifft und die umgekehrt auch eine Stütze ist. Wenn jemand plötzlich pflegebedürftig wird, ist dieser Übergang besonders schwer. Unterstützung durch einen Pflegedienst zu Hause kann diese Belastung reduzieren.
  • Pflege kostet Geld – Die Finanzierung von Pflege ist ein Thema, das anfangs sehr kompliziert aussieht. Es gibt Pflegegrade und die Wahl zwischen Sachleistungen und Pflegegeld. Ein Pflegedienst bietet auch dabei Unterstützung – wir zumindest. Bei Fragen rufen Sie uns gerne an und wir besprechen mit Ihnen Möglichkeiten.

Pflege mit der ganzen Familie besprechen

Wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig wird, hat das oft Einfluss auf alle anderen Familienmitglieder: in der gleichen Wohnung oder weiter entfernt lebend, voll in die Pflege integriert oder nur Angehöriger von der pflegenden Person. Das gilt auch, wenn ein Pflegedienst mit der Pflege beauftragt wurde.

Diese Einflüsse sind nicht alle schlecht – und sie sind nicht die „Schuld“ des Pflegebedürftigen. Sie können sich trotzdem schlecht anfühlen. Beispielsweise für Kinder, wenn eine Mutter viel Zeit damit verbringt, die Großmutter zu pflegen und weniger Zeit für andere Unternehmungen hat. Kinder können dadurch aber auch den Zusammenhalt einer Familie sehen. Mit ihnen zu sprechen und auch erste Gefühle wie Wut, Frust oder Angst zu erlauben, kann den Unterschied machen.

Erwachsene halten sich gern für rationaler. Niemand ist aber gegen Stress, Angst, Wut, Frust, Ungeduld und Müdigkeit immun. Auch diese Gefühle zu erlauben und damit nicht immer allein umgehen zu müssen, ist wichtig.

Sprechen Sie in der Familie miteinander. Und wenn Sie allein sind oder nicht wissen, wie Sie das Gespräch beginnen sollen, können Sie auch an anderen Stellen Hilfe finden. Sprechen Sie mit uns über Möglichkeiten, Sie bei der Pflege zu unterstützen und etwas Druck aus der Situation zu nehmen.