Gesunde Arbeit: Weniger Stress in der Pflege

Überspringen wir die Frage nach dem Kater von Silvester, den guten Vorsätzen, die schon gebrochen wurden, und die Frage, ob Sie „gut ins neue Jahr gekommen“ sind – selbst wenn der Übergang mit Grippe im Bett passiert wäre (wir hoffen nicht!), bestimmt das ja nicht den Rest des Jahres.

Den gestalten wir nämlich eher durch Dinge, die uns jeden Tag motivieren und jeden Tag etwas bedeuten. Und für produktiv angegangene gute Vorsätze ist jetzt Zeit. Denn wie fröhliche Radiomoderatoren rauf und runterbeten: Wer langfristig etwas ändern will, muss dafür täglich etwas ändern. Sehen wir uns an, wie jeder etwas mehr für „gesunde Arbeit“ tun kann – und auch in der Pflege gesund bleibt.

Pflege ist sicher kein leichter Job – weit davon entfernt. Die meisten Leute fragen von außen vielleicht nach langen Arbeitszeiten oder schweren Patienten. Tatsächlich sagt das „Klischee vom Pflegeberuf“, dass Kranken- und Gesundheitspflegekräfte vor allem mit Rückenproblemen zu kämpfen haben. Die sollte man nicht vernachlässigen, aber ein Hauptfaktor für viele Pflegekräfte – egal ob in der Patienten-WG in Dortmund oder bei der häuslichen Altenpflege – ist „Stress“. Stress ist dabei nur ein Oberbegriff für diverse Belastungen, psychisch und physisch, wie man so schön sagt.

Bedeutet Pflege Stress?

Stressig ist zum Beispiel Termindruck – deswegen arbeiten unsere Mitarbeiter an ihren Zeitplänen mit und „Frei ist frei“ ist unser Versprechen. Dadurch wollen wir erreichen, dass alle Mitarbeiter wissen: Wenn sie zuhause sind und sich anderen Dingen widmen möchten, dann müssen sie auch nicht aufs Telefon hören oder jederzeit sprungbereit sein.

Das ist übrigens auch gut für die Arbeit: Wer in seiner Freizeit ehrlich entspannen kann – oder zumindest andere Dinge im Kopf hat, als die Arbeit – kann während der Arbeitszeit auch einen Kopf für die Arbeit haben. Dann ist Pflege anspruchsvoll und herausfordernd – aber nicht stressig.

Und wenn wir da einen Fehler machen? Wollen wir erinnert werden! Wir glauben absolut nicht, dass wir fehlerfrei arbeiten. Wenn also mal ein „Da war frei“ übersehen wird oder ein Dienstplan nicht funktioniert: Nachfragen. Die wahrscheinlichste Antwort ist, dass auch auf der „Ebene drüber“ bloß jemand irgendeine Sorte Stress hatte. Damit lässt sich der Stress in der Pflege durch Zeitdruck von Arbeit auf den Terminkalender schon etwas reduzieren.

Ein Ausgleich zum Stress

Manchmal ist auch der Alltag alles andere als entspannend. Entweder, weil es konkrete Stresssituationen gibt. Oder einfach, weil ein immer gleicher Trott eben auch Stress sein kann. Das Thema Stress ist mittlerweile kein belächeltes Problem von Leuten mehr, die „nicht klar kommen“, sondern ein Lebensbereich, um den man sich kümmern sollte. Genau wie gesunde Ernährung oder gesunde Bewegung gibt es auch gesunde Entspannung.

Auch wer mit Stress in der Pflege und im Alltag zu kämpfen hat, hat mehrere Möglichkeiten:

  • Entspannung durch körperliche Auszeiten zum Beispiel beim Schwimmen und in der Sauna
  • Entspannung durch bewusstes Genießen von einem schönen Film, einer Serie oder einem Buch, durch die man sich sonst vielleicht nur berieseln lässt.
  • Entspannung durch ein besonders gutes Essen mit viel Zeit fürs gemütliche Einkaufen, Kochen und Essen
  • Entspannung durch Übungen zum Beispiel in Achtsamkeitsbüchern oder beim Malen, Zeichnen oder anders Gestalten

Keine Pflicht auf eine bestimmte Form von Entspannung

Eine besonders perfide Form von Stress ist der, den man sich mit dem Thema Entspannung macht. Beispielsweise, weil alle Bekannten erzählen, wie gut ein Wellnessaufenthalt tut – und man sich dann Sorgen um den Eintrittspreis macht, von der stickigen Luft genervt ist oder es einfach anstrengend findet, bewegungslos in einem Whirlpool zu dümpeln. Stress in der Pflege entsteht zwar auch durch die körperliche Belastung, aber gerade deswegen tut es manchen Leuten sehr gut, zum Ausgleich Sport zu machen. Der muss nicht organisiert oder „schön“ sein.

Entspannende Bücher oder Filme können natürlich super anspruchsvoll sein – wer zum Ausgleich vom Alltag in die Tiefen von „Krieg und Frieden“ eintauchen möchte, kann das natürlich tun. Rosamunde Pilcher ist aber auch Pause vom Alltag.

Gestalten Sie Ihre Entspannungszeit immer so, wie es Ihnen passt. Das Wichtigste ist, dass sie stattfindet.