Für Angehörige: Eine Hand halten lindert Schmerz

Angehörige von pflegebedürftigen Menschen fühlen sich oft überfordert, weil sie nicht wissen, wie sie einem geliebten Menschen helfen können. Viele Aufgaben in der Pflege erfordern Zeit, Wissen oder körperliche und seelische Kraft, die nicht jeder hat.

Angehörige schaffen die Pflege selten allein

Wenn ein geliebter Mensch pflegebedürftig wird, möchte man natürlich helfen. Oft geht das auch und in vielen Familien gibt es schnell eingespielte Teams, die gewisse Pflegeaufgaben „einfach so“ erledigen.

Es gibt aber auch Aufgaben, die Angehörige nicht allein stemmen können. Dafür gibt es viele mögliche Gründe. Für die Intensivpflege werden selbst examinierte Pflegekräfte noch mal extra ausgebildet – kein Angehöriger kann also einfach so wissen, wie er mit einer Trachealkanüle umgehen soll. Manche Aufgaben kosten auch für einige Leute einfach enorme Überwindung. Nicht jeder kann locker Insulinspritzen setzen und sich dabei wohl fühlen. Andere haben viele andere Verpflichtungen und nicht genug Zeit für die aufwändige Betreuung. Und dann gibt es noch Aufgaben, für die man viel körperliche Kraft braucht – ältere Leute können ihrem Partner beispielsweise oft nicht beim Aufstehen helfen, ohne sich selbst damit in Gefahr zu bringen.

All diese Gründe sind sehr gute Gründe und „logisch“. Logisch hilft aber nicht immer, wenn man sich überflüssig oder nutzlos fühlt und eigentlich doch so gern einem Freund, Partner, Elternteil oder Kind helfen möchte.

Wie Angehörige Pflegebedürftigen immer helfen können

Dabei können Angehörige eine enorme Hilfe für Pflegebedürftige sein – egal, ob sie viel Zeit, Kraft oder Kenntnisse haben. Eine Studie, die im März 2018 von der University of Colorado at Boulder veröffentlicht wurde, zeigt, dass der einfachste Körperkontakt sogar Schmerzen lindern kann: Wenn ein Mensch Schmerzen hat, werden die dadurch gelindert, dass sein Partner seine Hand hält.

In der Studie hat ein Forscherteam gezeigt, dass die Gehirnwellen der beiden sich aneinander angleichen – sie konnten das „Mitfühlen“ also sichtbar machen. Wenn im Experiment einer der beiden Partner Schmerzen hatte, hat das ihre „Verbindung“ in dem Moment geschwächt – außer sie konnten einander berühren.

Jeder weiß, dass kleine Aufmerksamkeiten von geliebten Menschen und ihr Mitfühlen uns beruhigen und helfen kann. Der kleine Körperkontakt – eine Hand zu halten, einen Kopf stützen oder jemanden zu umarmen – verringert sogar das Schmerzempfinden.

Jeder kann geliebten Menschen helfen

Auch wer also keine besonderen Kenntnisse hat, kann einem anderen helfen, der Schmerzen hat oder sich unwohl fühlt. Durch „Händchenhalten“ werden bestimmte Schmerzen gelindert.

Das soll auf keinen Fall heißen, das „Handauflegen“ oder ähnliches gute Pflege und gute Versorgung ersetzen kann. Die ist in jedem Fall nötig, damit es einem Patienten körperlich so gut wie möglich geht.

Aber jeder kann einem geliebten Menschen helfen, wenn der Schmerzen hat oder sich unwohl fühlt. Dafür reicht eine einfache Berührung, auch wenn einem in schwierigen Situationen mal die Worte fehlen.

Es gibt keine zu kleinen Aufgaben: Pflege ist Unterstützung

Zur Pflege gehören eine Reihe von Tätigkeiten und Aufgaben. Unsere Teams im Ruhrgebiet sind dabei nicht ausschließlich mit medizinischer Versorgung beschäftigt – zu Pflege gehört mehr. Insbesondere auch die hauswirtschaftliche Hilfe. Denn manchmal machen sehr kleine Dinge den Unterschied für ein viel schöneres Leben.

Haushaltshilfe ist Pflege

Wer pflegebedürftig wird, hat das Recht auf unterschiedliche Arten von Unterstützung. Unterstützung auch in Form von haushaltswirtschaftlicher Hilfe – beim Waschen, Putzen, Bügeln und so weiter. Für viele Leute kann das auch gesundheitlich einen riesigen Unterschied machen: Einerseits fällt ein Teil der körperlichen Belastung durch die Arbeit weg.

Andererseits bedeutet Hilfe im Haushalt aber auch Hilfe dabei, weiter zuhause leben zu können und sich dabei wirklich wohl zu fühlen. Die „kleinen“ und „großen“ Dinge im Haushalt machen oft den entscheidenden Unterschied aus.

In einer aufgeräumten Wohnung findet man sich besser zurecht – auch wenn das Erinnerungsvermögen manchmal schwächelt. Saubere Teller und ein gefüllter Kühlschrank helfen, regelmäßig und das richtige zu essen. Und auch die scheinbar banalsten Dinge können helfen: Saubere Gardinen machen Lust auf den Frühling und darauf, öfter zu lüften.

Unterstützung im Haushalt durch den Pflegedienst

Unsere Pflegedienste organisieren für Sie gerne auch die Hilfe im Haushalt. Dafür beschäftigen wir Menschen, die sich auf diese Hilfe spezialisiert haben. Medizinische ausgebildete Pflegekräfte übernehmen medizinische Aufgaben der Pflege. Unsere hauswirtschaftlichen Mitarbeiter sind Experten für alle Aufgaben, die im Haushalt anfallen.

Unabhängig von anderen Aufträgen

Eine wichtige Information für alle, die über Hilfe im Haushalt nachdenken: Sie müssen dafür sonst nichts in Anspruch nehmen. Wenn Sie nur hauswirtschaftliche Leistungen möchten, dann bekommen Sie auch nur die.

Wenn Sie also beispielsweise von einem Angehörigen oder Partner gepflegt werden, dann müssen Sie das nicht plötzlich einem unserer Pflegedienste überlassen. Sie können die Haushaltshilfe immer unabhängig beauftragen. Und Sie bestimmen auch selbst, was passiert.

Umgekehrt gilt übrigens auch: Wenn Sie schon Pflegeleistungen bewilligt bekommen haben, schließt das nicht aus, dass Sie auch hauswirtschaftliche Hilfe bekommen können.

Es gibt keine zu kleinen Aufgaben

In diesem Zusammenhang ist für viele auch wichtig. Es gibt keine zu kleinen Aufgaben. Wenn Sie unsere Hilfe nur bei einer bestimmten Sache wollen, dann ist das völlig in Ordnung. Wir werden nicht einfach über Ihre Wohnung herfallen und den Haushalt übernehmen. Wir besprechen vorher mit Ihnen, was Ihnen am meisten helfen würde und dann gibt es eine feste Vereinbarung. Wenn Sie mal etwas daran ändern wollen, ist die Vereinbarung aus Ihrer Richtung aber immer offen: Auch wenn es mal mehr oder weniger wird!