Pflege im Urlaub II: Urlaub für Patienten

Urlaub wenn man pflegebedürftig ist. Einfach klingt das nicht – aber unmöglich ist es sicher nicht! Wir haben uns vor zwei Wochen angesehen wie es mit Urlaub für pflegende Angehörige aussieht. Diese Woche geht es darum, wie jemand in den Urlaub fahren kann, der selbst Pflege braucht.

Es gibt so einige Möglichkeiten – vom selbst organisierten Urlaub bis zur Fahrt in einer Gruppe. Und um das vorab zu verraten: Wir unterstützen Sie gerne bei jeder davon. Sie müssen nicht auf Urlaub verzichten, weil Sie Pflege brauchen (oder ihre liebste Reisebegleitung pflegebedürftig ist!)

Gute Urlaubsorte für Pflegebedürftige

Es gibt Urlaubsorte, die besonders gut für Pflegebedürftige geeignet sind. Zum Beispiel haben sich die Leute vor Ort die Mühe gemacht, möglichst viele Orte zugänglich zu gestalten, auch wenn man im Rollstuhl, mit Rollator oder einfach nicht ganz sicher zu Fuß unterwegs ist.

Zum Beispiel kommt man auch mit Rollstuhl mittlerweile selbst an der Nordsee weit. In bestimmten Strandabschnitten auf der Insel Föhr kann man auch mit Rollstuhl bis zum Meer – und bei der Suche nach einer Unterkunft kann man „barrierefrei“ als zusätzliches Kriterium wählen. Hier muss natürlich noch die Pflege organisiert werden – dazu unten mehr.

In anderen Orten gibt es sogar Hotels, die speziell auf Gäste mit Pflegebedarf ausgelegt sind. Hier kann man im Urlaub den ambulanten Krankenpflegedienst vor Ort „mitbuchen“ und so auch im Hotel einfach weiter gepflegt werden. Die Organisation und Absprache mit dem Pflegedienst zu Hause übernimmt der Pflegedienst vor Ort.

Es gibt verschiedene Anbieter, die Reisen speziell für Pflegebedürftige anbieten. Oder für bestimmte Gruppen wie zum Beispiel Menschen mit Demenz oder Alzheimer. Hier fährt man gemeinsam in einer festen Gruppe in den Urlaub und nutzt vor Ort auch Ausflugsangebote.

Kurzzeitpflege am Urlaubsort

Kurzzeitpflege wird oft mit Verhinderungspflege verwechselt. Eigentlich geht es aber bei der Kurzzeitpflege darum, dass der Patient oder die Patientin für einige Zeit in einer Pflegeeinrichtung lebt. So eine Pflegeeinrichtung muss nicht am Wohnort liegen. Sie können sich also auch für einen Urlaub in einer Pflegeeinrichtung entscheiden. Begleitpersonen können manchmal in Gästezimmern unterkommen oder mieten einfach ganz normal eine Wohnung am Ferienort. So können alle die Tage gemeinsam verbringen, und die Pflege ist in hoher Qualität sichergestellt.

Mit Pflegekraft in den Urlaub

Ganz klassisch ist auch die Option einer Begleitung im Urlaub. Hier kommt eine Pflegekraft mit in den Urlaub und ist mit dabei – egal, ob Sie an die Nordsee fahren oder nach Spanien. Wichtig für viele unserer Patienten: Diese Möglichkeit gibt es auch als Urlaub für intensivpflegebedürftige Patienten. Auch Kinder und Jugendliche, die intensivpflegerische Leistungen brauchen, fahren gerne mit ihren Familien an den Strand, an einen See oder in die Berge. Wir wissen aus Erfahrung, wie viel Spaß so ein Urlaub allen machen kann.

Auch im Urlaub werden die Pflegeleistungen natürlich von der Pflege- bzw. Krankenkasse bezahlt. Zusätzliche Kosten entstehen oft trotzdem – aber auch hier gibt es oft Lösungen, die wir gerne mit ihnen zusammen ausloten. Was individuell am besten passt, sprechen Sie am besten direkt mit uns ab.

Urlaub mit Pflegegrad: Wir helfen gerne

Wie immer gilt auch für den Bereich Urlaub für unsere Patienten: Wir helfen gerne. Wenn Sie von einem unserer Pflegedienste betreut werden, fragen Sie einfach direkt nach. Natürlich können Sie uns gerne auch anrufen oder uns schreiben, wenn Sie bis jetzt noch nichts mit uns zu tun hatten – vielleicht haben wir ja genau das Angebot, das Sie suchen.

Pflege im Urlaub I: Urlaub für pflegende Angehörige

Pflege und Urlaub – wie passt das zusammen? Viele Menschen verzichten auf Urlaub, weil sie jemanden pflegen und ihn oder sie nicht allein lassen möchten oder können. Das ist nicht nur schade – oft ist es auch richtig ungesund. Denn eine Pause braucht jeder – auch von der Pflege eines lieben Menschen.

Wir widmen uns in einigen Artikeln dem Thema Pflege und Urlaub. Heute aus der Perspektive von pflegenden Angehörigen, in zwei Wochen aus der von pflegebedürftigen Menschen. Dazu sehen wir uns ein paar wichtige Fragen an.

Urlaub von der Pflege nehmen – ist das überhaupt in Ordnung?

Vielleicht erscheint Ihnen die These sehr rabiat: Wieso sollte man von der Pflege keinen Urlaub nehmen dürfen? Es handelt sich immerhin oft um harte Arbeit – körperlich und emotional. Wenn Pflege nur schön wäre, gäbe es sicher keinen Mangel an Pflegekräften in Deutschland.

Tatsächlich ist Pflege aber eben auch schön und persönlich. Gerade wenn man Angehörige pflegt, fühlt sich das längst nicht immer wie „Arbeit“ an. Und man braucht keinen Urlaub von einer geliebten Person. Also fühlen sich gerade pflegende Angehörige manchmal schlecht, wenn sie das Gefühl haben, doch eine Pause von der Pflege zu brauchen.

Dabei ist genau das der wichtige Punkt: Es ist vollkommen normal, auch von der körperlichen Belastung, von der Verantwortung und von den psychischen Anstrengungen bei der Pflege eine Pause zu brauchen. Abgesehen davon darf jeder manchmal einfach Urlaub wollen – von allem, vor allem vom Alltag.

Also haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie in den Urlaub fahren möchten. Ganz egal, ob allein, mit dem Rest der Familie oder auch den Angehörigen, die Sie pflegen!

Ruhe im Urlaub für pflegende Angehörige

Ein wichtiges Ziel im Urlaub ist Entspannung. Also ist eine Kernidee auch, dass Sie Ruhe haben sollten. Insbesondere auch vor Sorgen um alles und alle Zuhause. Deswegen ist es wichtig, dass zu Hause alles in Ordnung ist.

Normalerweise pflegen Sie Ihre Mutter, Ihren Vater, Ihren Partner, Ihr Kind oder eine Freundin – und jetzt stehen zwei Wochen Urlaub an. Natürlich können Sie in dieser Zeit andere in der Familie, Freunde oder Nachbarn um Hilfe bitten. Gerade bei Menschen mit einem niedrigen Pflegegrad lässt sich die „Urlaubsvertretung“ oft gut organisieren.

Denken Sie daran, die „Vertretung“ nicht von jetzt auf gleich allein zu lassen. Unterschätzen Sie nicht, was Sie schon alles über Pflege wissen und gelernt haben – jemand, der keine Ahnung von Pflegetätigkeiten hat, muss sich erst mal zurecht finden. Wenn es zum Beispiel um einen Verbandswechsel geht, Hilfe beim Anziehen oder eine Injektion, machen Sie das einmal gemeinsam.

Wenn es Tabletten zu organisieren gibt, schreiben Sie die Liste lieber noch mal sauber ab. Unsere eigenen Notizzettel können wir oft zwar perfekt lesen – andere aber eher nicht. Auf einen Übersichtszettel können Sie auch Notfallnummern schreiben und erklären, wie Sie im Zweifel zu erreichen sind. Oder wer sonst einspringen kann, während Sie im Urlaub sind.

Verhinderungspflege während Angehörige im Urlaub sind

Ab dem Pflegegrad 2 kommen die Pflegekassen aber auch für eine professionelle Urlaubsvertretung auf. Verhinderungspflege nennt sich das Konzept und für bis zu sechs Wochen je Kalenderjahr und bis zu 1 612 Euro werden die Kosten durch die Pflegekasse übernommen. Auf der Seite zum Pflegestärkungsgesetz finden Sie alle formalen Informationen zur Verhinderungspflege.

So übernimmt während Ihres Urlaubs jemand die Pflege, der sich bestens mit Pflege auskennt. Vorher wird natürlich genau besprochen, was alles wichtig ist. So können Sie ganz in Ruhe in den Urlaub fahren und wirklich ausspannen.

Wenden Sie sich einfach an einen Pflegedienst in Ihrer Nähe. Sie können uns beispielsweise online oder am Telefon erreichen, um eine Verhinderungspflege zu vereinbaren und zu besprechen, was genau Sie brauchen und wir anbieten können.