Der Entlastungsbetrag: Wieviel, wozu und wie?

In Kürze: Den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich können Pflegebedürftige (Pflegestufe 1-5) für Pflegeleistungen nutzen. Er kann mit Beträgen für Pflegesachleistungen kombiniert werden und kann bis zum Juni des Folgejahres angespart werden.

Wer bekommt den Entlastungsbetrag?

Jede Person mit Pflegestufe 1 bis 5 bekommt den Entlastungsbetrag.

Dafür müssen Sie zunächst Pflege beantragen, um eine Pflegestufe zu erhalten. Wir erklären Ihnen hier, wie Sie den Antrag auf Pflege stellen.

Wie hoch ist der Entlastungsbetrag?

Der Entlastungsbetrag beträgt 125 €.

In einigen Ausnahmefällen können Ansprüche fortgesetzt werden, die vor der Umstellung auf Pflegestufen bestanden. Dann bekommen Betroffene 208 Euro, wenn Sie durch den Wechsel in die Pflegestufen nicht mindestens 83 Euro mehr erhalten als zuvor.

Wie funktioniert der Entlastungsbetrag?

Der Entlastungsbetrag steht Pflegebedürftigen ohne besonderen Antrag zu. Sie können also jeden Monat Leistungen über 125 € in Anspruch nehmen und dadurch bezahlen.

Meistens funktioniert das so, dass Patienten eine Leistung erst selbst bezahlen und dann die Rechnung an Ihre Pflege-/Krankenkasse schicken. Die erstattet den Betrag dann.

Viele Pflegedienste (oder andere Anbieter) können auch direkt mit den Pflegekassen abrechnen. Dann müssen Sie als Patient eine Abtretungserklärung unterschreiben. Die erlaubt dem Anbieter, die Rechnung direkt an die Pflegekasse zu schicken.

Bei uns funktioniert das auch – fragen Sie einfach nach!

Kann man sich den Entlastungsbetrag auszahlen lassen?

Nein, der Entlastungsbetrag ist nur für Leistungen vorgesehen. Die werden damit bezahlt.

Wenn man aber selbst eine Leistung bezahlt und die Rechnung einreicht, bekommt man das Geld von der Pflegekasse erstattet und direkt überwiesen. Deswegen sagen manche Menschen, dass sie den Entlastungsbetrag auf ihr Konto erhalten.

Wozu gibt es den Entlastungsbetrag?

Was kann man mit dem Entlastungsbetrag also bezahlen? Sie können nicht einfach alle Rechnungen einreichen, sondern nur die für bestimmte Leistungen.

Dazu zählen:

  • Tages- und Nachtpflege
    • Dabei insbesondere auch die sogenannten „Hotelkosten“, also die Kosten für Unterkunft, Mahlzeiten und Investitionskosten
  • Kurzzeitpflege
  • Angebote zur Unterstützung im Alltag. Dazu zählen insbesondere:
    • Haushaltsnahe Dienstleistungen
    • Gruppenangebote zum gemeinsamen Singen oder Basteln
    • Bewegungsangebote
    • Gemeinsame Spaziergänge
    • Begleitung zum Arzt, zu Behörden oder zu anderen Terminen

Für Patienten mit Pflegestufe 1 (nicht für alle anderen!) kann der Entlastungsbetrag auch für körperbezogene Pflegeleistungen wie Waschen und Anziehen eingesetzt werden. Denn sie bekommen ja keine andere finanzielle Unterstützung für diese Leistungen.

Wie kann man den Entlastungsbetrag ansparen?

Der Entlastungsbetrag wird automatisch „angespart“: Wenn Sie in einem Monat keine 125 Euro verbrauchen, sondern nur 100, stehen die restlichen 25 Euro weiter zur Verfügung.

Das gilt bis zum Juni des Folgejahres.

Sie können also jeden Monat 125 € verbrauchen, abwechselnd 50 und 200 oder Sie sparen alle 18 Beträge an, um im Juni eines Jahres 2250 Euro zur Verfügung zu haben, wenn beispielsweise dann Angehörige im Urlaub sind.

Allgemein sollten Sie darauf achten, dass von Januar bis Juni zunächst alte Restbeträge verbraucht werden. Für gewöhnlich sollte ihre Pflegekasse das selbst erledigen. Sie können aber zur Sicherheit auch nachfragen. Sie können auch erfragen, welche Beträge Sie schon verbraucht haben und welche Ihnen noch zur Verfügung stehen.

Kann ich den Entlastungsbetrag für … nutzen?

Wenn Sie noch Fragen zum Entlastungsbetrag haben, beraten wir Sie gern – auch bevor Sie Pflegeleistungen von uns in Anspruch nehmen. Dann können Sie vor Ihrer Entscheidung sehen, was bestimmte Leistungen Sie kosten werden und wie Sie diese Leistungen finanzieren können.

Kontaktieren Sie uns bei Facebook, telefonisch oder über unser Kontaktformular!

 

Kurzzeitpflege in Bergkamen und Kamen: Schnelle Lösungen

Manchmal springen wir schnell ein: Mit Kurzzeitpflege in Bergkamen oder Kamen (oder natürlich in der Umgebung). Eine wichtige Anmerkung zu Beginn: Die Kurzzeitpflege kann auch einspringen, wenn Sie bis jetzt keine Pflege in Anspruch genommen haben, sondern der Pflegegrad gerade erst genehmigt wurde. Verhinderungspflege ist die Lösung für pflegende Angehörige, die kurzfristig ausfallen.

In jedem Fall können Sie sich für kurzfristige Pflegelösungen in Kamen, Bergkamen und Umgebung an uns wenden: Sie erreichen uns telefonisch und per E-Mail. Wir beraten Sie direkt am Telefon, machen mit Ihnen einen Termin aus oder kommen gleich vorbei. Wieso das so schnell geht? Weil es manchmal schnell gehen muss.

Kurzzeitpflege bei einem Gefühl von „am Rande des Abgrunds“

Ziemlich oft beantragen Angehörige oder Pateinten die Pflegeleistungen der Krankenkasse erst sehr spät. Sie versuchen, so lange wie irgendwie möglich alleine „durchzuhalten“. Dann kommt irgendwann der Zusammenbruch: Weil der Aufwand durch eine Krankheit größer wird. Oder weil die Pflegenden selbst krank werden. Dann gibt es plötzlich ein Loch in der Versorgung – und wir bekommen einen Anruf.

Ab dann geht es schnell sehr erleichternd weiter: Wir organisieren die Pflege in rund um Kamen oder Bergkamen – und zwar sofort oder in kürzester Zeit. Durch Kurzzeitpflege haben pflegende Angehörige Pause – der Patient kann kurzfristig in die stationäre Pflege oder wird ambulant versorgt. Verhinderungspflege schafft Raum für andere Termine und Verpflichtungen. Was zu Ihren Bedürfnissen passt, finden wir schnell gemeinsam raus.

 Notfall-Pflege in Bergkamen oder Kamen – und dann ein langfristiger Plan

Wenn der konkrete Notfall abgewandt ist, kümmern wir uns mit Ihnen um einen langfristigen Plan. Wie passt die ambulante Pflege am besten in Ihren Tagesablauf? Welche Pflegeleistungen sollen ab sofort von außen kommen und welche übernehmen die Angehörigen weiterhin selbst? Das vereinbaren wir gemeinsam.

Wenn Sie noch keine Pflegestufe beantragt haben, helfen wir auch dabei. Dann steht ab sofort die Finanzierung der ambulanten Pflege auf sicheren Beinen – keine Sorge.

Was bedeutet Verhinderungspflege?

Verhinderungspflege ist ein wichtiges Thema und wird in den unterschiedlichsten Situationen relevant.

Was ist Verhinderungspflege?

Es geht um Pflege, die normalerweise beispielsweise durch einen Angehörigen oder eine Nachbarin, einen Freund oder ein Familienmitglied übernommen wird. In diesen Fällen wird (anteilig oder vollständig) das sogenannte Pflegegeld ausgezahlt.

Wenn diese Person ausfällt – egal, aus welchen Gründen – kann Verhinderungspflege beantragt werden. Dann übernimmt zum Beispiel einer unserer Pflegedienste in der Zeit die Pflege. Dabei werden alle Aufgaben aus der ambulanten Pflege übernommen – auch beispielsweise einfach die Anwesenheit und Betreuung der pflegebedürftigen Person.

Die Gründe sind übrigens wirklich vielfältig. Manchmal fällt jemand spontan aus – wegen Krankheit, eines Unfalls oder dringender Termine. Manchmal ist der „Ausfall“ aber auch eine geplante Auszeit: Ein Theaterbesuch oder auch ein Urlaub. Egal, ob die eigentliche Pflegeperson wegen

  • eines wichtigen Termins (zum Beispiel beim Zahnarzt, zur Darmkrebsvorsorge oder zur Besprechung mit dem Steuerberater),
  • einer Pflicht (wie einem besonderen Arbeitsanlasses, einer Schulveranstaltung oder einem Termin beim Amt),
  • eines angenehmen Vorhabens (zum Beispiel einem Theaterbesuch, eines Tanztreffs oder einer Verabredung mit Freunden) oder
  • einer längeren Abwesenheit (für einen Urlaub, eine Geschäftsreise oder einen Besuch)

ausfällt: Ein Pflegedienst kann einspringen und die Pflege übernehmen.

Fragen zur Verhinderungspflege

Ein paar wichtige Fragen zum Thema kurz beantwortet – bei ausführlichen Fragen oder speziellen Problemen, rufen Sie uns an! Wir organisieren die Pflege immer mit allen Beteiligten gemeinsam.

Wie lange darf oder muss die Verhinderungspflege dauern?

Verhinderungspflege können Sie stundenweise oder für mehrere Tage oder sogar Wochen beantragen. Insgesamt dürfen im Jahr maximal 42 Tage zusammenkommen. Dabei zählen keine Tage, an denen die Verhinderungspflege für weniger als acht Stunden eingesetzt war.

Wer bezahlt Verhinderungspflege?

Verhinderungspflege wird von der Pflegekasse bezahlt. Dabei werden Kosten bis zu 1612 Euro im Kalenderjahr erstattet – oder bis zu 2 418 Euro, wenn im Jahr keine Kurzzeitpflege beantragt wird. Allgemeine Infos finden Sie auch auf den Seiten zum Pflegestärkungsgesetz – oder wir beraten Sie am Telefon.

Wie beantragt man Verhinderungspflege?

Den passenden Antrag finden Sie oft auf den Seiten der Krankenkassen – Sie können aber auch ein Anschreiben aufsetzen und so die Leistung beantragen.

Den Antrag stellt formal die gepflegte Person oder ein Bevollmächtigter. Wenn Sie unsicher sind, helfen wir Ihnen gerne.

Wann muss man Verhinderungspflege beantragen?

Verhinderungspflege können Sie auch nachträglich beantragen – sonst wäre es sicher schwer, eine Krankheitsvertretung rechtzeitig zu organisieren. Im Regelfall ist der Antrag vorher aber eine gute Idee – dann ist alles geklärt und Sie können sich ganz auf den Termin konzentrieren oder die Entspannung genießen.

Kein schlechtes Gewissen!

Ein wichtiger Einwurf für alle, die Angehörige pflegen und nach Verhinderungspflege suchen: Es gibt überhaupt keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. Manche Leute fühlen sich, als würden sie die gepflegte Person im Stich lassen. Das ist verständlich, weil Sie sich natürlich verantwortlich fühlen und natürlich Ihre Angehörigen sehr mögen. Eine Auszeit ist aber kein Grund für ein schlechtes Gewissen, sondern wohlverdient und immer mal wieder notwendig. Ganz abgesehen von all den alltäglichen Pflichten und Terminen, denen sich niemand entziehen könnte, selbst wenn wir wollten.

Vielleicht haben Sie sogar schon mal blöde Sprüche von Nachbarn oder anderen Außenstehenden gehört, die Ihren Einsatz in Frage stellen. Diese dummen Sprüche sind Quatsch! Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie den Lästermäulern die Meinung sagen oder sie durch Ignorieren abstrafen – Hauptsache, Sie selbst wissen, dass Sie darauf nicht hören müssen.

Verhinderungspflege durch das Born Gesundheitsnetzwerk

Sie sind konkret auf der Suche nach Verhinderungspflege im Ruhrgebiet, in Bergkamen und Umgebung oder im Sauerland? Dann rufen Sie doch einfach bei uns an. Wir besprechen mit Ihnen, was möglich ist und helfen Ihnen bei Anträgen. Wir können gerne regelmäßige Termine vereinbaren – wenn Sie zum Beispiel wöchentlich zum Sport wollen – oder auch in dringenden Fällen einspringen.

Pflege im Urlaub I: Urlaub für pflegende Angehörige

Pflege und Urlaub – wie passt das zusammen? Viele Menschen verzichten auf Urlaub, weil sie jemanden pflegen und ihn oder sie nicht allein lassen möchten oder können. Das ist nicht nur schade – oft ist es auch richtig ungesund. Denn eine Pause braucht jeder – auch von der Pflege eines lieben Menschen.

Wir widmen uns in einigen Artikeln dem Thema Pflege und Urlaub. Heute aus der Perspektive von pflegenden Angehörigen, in zwei Wochen aus der von pflegebedürftigen Menschen. Dazu sehen wir uns ein paar wichtige Fragen an.

Urlaub von der Pflege nehmen – ist das überhaupt in Ordnung?

Vielleicht erscheint Ihnen die These sehr rabiat: Wieso sollte man von der Pflege keinen Urlaub nehmen dürfen? Es handelt sich immerhin oft um harte Arbeit – körperlich und emotional. Wenn Pflege nur schön wäre, gäbe es sicher keinen Mangel an Pflegekräften in Deutschland.

Tatsächlich ist Pflege aber eben auch schön und persönlich. Gerade wenn man Angehörige pflegt, fühlt sich das längst nicht immer wie „Arbeit“ an. Und man braucht keinen Urlaub von einer geliebten Person. Also fühlen sich gerade pflegende Angehörige manchmal schlecht, wenn sie das Gefühl haben, doch eine Pause von der Pflege zu brauchen.

Dabei ist genau das der wichtige Punkt: Es ist vollkommen normal, auch von der körperlichen Belastung, von der Verantwortung und von den psychischen Anstrengungen bei der Pflege eine Pause zu brauchen. Abgesehen davon darf jeder manchmal einfach Urlaub wollen – von allem, vor allem vom Alltag.

Also haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie in den Urlaub fahren möchten. Ganz egal, ob allein, mit dem Rest der Familie oder auch den Angehörigen, die Sie pflegen!

Ruhe im Urlaub für pflegende Angehörige

Ein wichtiges Ziel im Urlaub ist Entspannung. Also ist eine Kernidee auch, dass Sie Ruhe haben sollten. Insbesondere auch vor Sorgen um alles und alle Zuhause. Deswegen ist es wichtig, dass zu Hause alles in Ordnung ist.

Normalerweise pflegen Sie Ihre Mutter, Ihren Vater, Ihren Partner, Ihr Kind oder eine Freundin – und jetzt stehen zwei Wochen Urlaub an. Natürlich können Sie in dieser Zeit andere in der Familie, Freunde oder Nachbarn um Hilfe bitten. Gerade bei Menschen mit einem niedrigen Pflegegrad lässt sich die „Urlaubsvertretung“ oft gut organisieren.

Denken Sie daran, die „Vertretung“ nicht von jetzt auf gleich allein zu lassen. Unterschätzen Sie nicht, was Sie schon alles über Pflege wissen und gelernt haben – jemand, der keine Ahnung von Pflegetätigkeiten hat, muss sich erst mal zurecht finden. Wenn es zum Beispiel um einen Verbandswechsel geht, Hilfe beim Anziehen oder eine Injektion, machen Sie das einmal gemeinsam.

Wenn es Tabletten zu organisieren gibt, schreiben Sie die Liste lieber noch mal sauber ab. Unsere eigenen Notizzettel können wir oft zwar perfekt lesen – andere aber eher nicht. Auf einen Übersichtszettel können Sie auch Notfallnummern schreiben und erklären, wie Sie im Zweifel zu erreichen sind. Oder wer sonst einspringen kann, während Sie im Urlaub sind.

Verhinderungspflege während Angehörige im Urlaub sind

Ab dem Pflegegrad 2 kommen die Pflegekassen aber auch für eine professionelle Urlaubsvertretung auf. Verhinderungspflege nennt sich das Konzept und für bis zu sechs Wochen je Kalenderjahr und bis zu 1 612 Euro werden die Kosten durch die Pflegekasse übernommen. Auf der Seite zum Pflegestärkungsgesetz finden Sie alle formalen Informationen zur Verhinderungspflege.

So übernimmt während Ihres Urlaubs jemand die Pflege, der sich bestens mit Pflege auskennt. Vorher wird natürlich genau besprochen, was alles wichtig ist. So können Sie ganz in Ruhe in den Urlaub fahren und wirklich ausspannen.

Wenden Sie sich einfach an einen Pflegedienst in Ihrer Nähe. Sie können uns beispielsweise online oder am Telefon erreichen, um eine Verhinderungspflege zu vereinbaren und zu besprechen, was genau Sie brauchen und wir anbieten können.